Janet Leigh eigentl. Jeannette Helen Morrison

 

 

Amerikanische Filmschauspielerin; wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und arbeitete neben ihrem Psychologiestudium an der University of the Pacific in einem Skiresort, um für den Lebensunterhalt ihre Familie beizutragen. Entdeckt von dem bereits im Ruhestand lebenden Filmstar und Oscar-Preisträgerin Norma Shearer, die für sie Probeaufnahmen in Hollywood arrangierte. Die MGM-Sudios schlossen daraufhin mit ihr für wöchentlich US$ 50 einen Vertrag. Ihren ersten Film , The Romance of Rosy Bridge, drehte sie an der Seite von Van Johnson als Henry Carson und Thomas Mitchell 1949 im Alter von 19 Jahren. Berühmt wurde sie allerdings erst - obwohl nur im ersten Drittel des Streifens zu sehen - durch den Film Psycho (1960) des englischen Regisseur Alfred Hitchcocks, in dem sie von Norman Bates (Anthony Perkins, *1932, †1992) unter der Dusche eines Motels stehend ermordet wurde. Sie gestand einmal, daß sie es eine Weile vorzog, in der Badewanne zu liegen, statt unter die Dusche zu gehen. 1975 wirkte sie in einer Gastrolle in der Episode Forgotten Lady, (dt. Tödliches Comeback) in der US-Kriminalserie Columbo mit.

Janet Leigh war viermal verheiratet; 1951 heiratete sie zum dritten Mal, Tony Curtis, mit dem sie neun Jahre lang verheiratet blieb. Aus dieser Ehe gingen Kelly und Jamie Lee Curtis hervor.

Filme u.a.: Outfield (1951), The Naked Spur (1953, dt. Nackte Gewalt), Scaramouche (1952, dt. Scaramouche, der galante Marquis), Touch of the Evil (1958, dt. Im Zeichen des Bösen, Regie Orson Welles, 1958), The Manchurian Candidate (1958, dt. Botschafter der Angst), Harper (1966, dt. Ein Fall für Harper), John Carpenter’s The Fog (1980, dt.The Fog – Nebel des Grauens, mit ihrer Tochter Jamie Lee Curtis).

Janet Leigh mit ihren Töchtern Kelly Curtis (lks.) und Jamie Lee Curtis (Bild: Alan Light, 05/1979) cc_somerightsreserved

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Isadora Duncan eigentl. Dora Angela Duncan

                         

 

US-amerikanische Tänzerin; viertes und ältestes Kind von Mary Dora Grey Duncan, die sich und die vier Kinder mit Klavierunterricht und Handarbeiten durchbringen mußte, nachdem der Vater John Charles Duncan die Familie mittellos zurückgelassen hatte. Bereits mit zehn Jahren gab das bewegungsfrohe Kind Erwachsenen Tanzunterricht, während die Mutter dazu Klavier spielte. In einem in einem Stall eingerichteten Theater führten die Geschwister Theaterstücke auf, während Isadora tanzte. Im Juni 1896 ging sie mit ihrer Mutter nach Chicago, wo sie versuchte, mit Mendelssohns Frühlingslied engagiert zu werden, aber als für die Bühne als nicht geeignet abgewiesen wurde. Nach diesem erfolglosen Versuch ging sie nach New York, wo sie ab Dezember 1896 in Arnold Dalys (*1875, †1927) Sommernachtstraum auftrat. 1897 ging sie mit Dalys Truppe auf Tournee durch die Vereinigten Staaten und Europa. Im März des Folgejahres erfolgte ihr erstes Auftreten im Studiotheater der Carnegie Hall. Anschließend ging sie mit ihrer Schwester Elizabeth (*1874, †1948), die in New York eine Tanzschule eröffnet hatte, auf eine Europa-Tournee, trat in London, WienGordon Craig, Budapest und schließlich Berlin auf, wo sie 1904 in der Trabener Straße 16 in Grunewald eine Tanzschule (Duncanschule) eröffnete. Dort lernte sie im selben Jahr den britischen Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner Edward Gordon Craig (*1872, †1966) kennen, der ihr Geliebter und Förderer wurde. 1906 kam ihre gemeinsame Tochter Deirdre zur Welt. Nach der Trennung von Craig wurde 1910 der Nähmaschinen-Erbe Paris Singer (*1867 †1932) ihr Lebensgefährte. Noch im ersten Jahr dieser Verbindung wurde 1911 der gemeinsamen Sohn Patrick geboren. Beide Kinder starben am 19.4.1913 bei einem Autounfall in Paris, als das Auto in die Seine stürzte und diese sowie das Kindermädchen Annie Sim ertranken1; 1914 starb bei der Geburt auch ihr drittes Kind. Nach diesen schmerzhaften Ereignissen zog sie sich für vier Monate nach Deauville zurück, wohnte dort zunächst in dem Hotel “Normandy”, mietete dann die Villa “Black and White”. Schließlich erholte sie sich mit ihrer Schwester und ihrem Bruder auf Korfu, bevor sie in Viareggio mit der Tänzerin Eleonra Duse, die sich gerade von ihrer mit Jessenin (1923)Freundin Lina Poletti getrennt hatte, mehrere Wochen verbrachte, was dem Gerücht Nahrung gab, sie sei bisexuell. 1921 folgte sie einer Einladung nach Moskau, wo sie Mitte Oktober eine Schule eröffnete und Anfang November Sergej Jessenin kennenlernte, der im Januar 1922 zu ihr zog. Am 2.5. heiratete sie den 26 Jahre alten russischen Dichter, der allerdings bereits im Oktober 1923 die gemeinsame Wohnung wieder verließ (am 27.12.1925 nahm er sich in Leningrad (heute Sankt Petersburg) das Leben). Nach weiteren Gastspielen in Charkow, Kiew, Moskau, Leningrad, Witebsk und Berlin, wo ihre früheren Freunde von ihrer physischen Veränderung erschüttert waren, ließ sie sich schließlich 1926 in Nizza nieder; dort unternahm sie einen Suizidversuch, der mißlingt. Gegen Ende ihres Leben schwand ihre tänzerische Fähigkeit dahin; dafür fiel sie, die auch schon zuvor alle Regeln der traditionellen Moral. mißachtete, durch ihre Extravaganzen, ihre Verschwendungssucht, ihren temperamentvollen Wutausbrüche, ihre Trunksucht, die auch in der Öffentlichkeit zu Tage trat, und ihr freizügiges Liebesleben auf. Sie pendelte zwischen Paris und dem Mittelmeer hin und her. Viele Freunde zogen sich von ihr zurück. Schließlich kam Isadora Duncan auf tragische Weise zu Tode: Ihr um den Hals geschlungener Schal verfing sich beim Anfahren in die Achse des linken Hinterrades eines Bugatti, mit dem sie der italienische Autohändler Benoit Falchetto abends zu einem Ausflug abholen wollte. Obwohl er das Fahrzeug bereits nach wenigen Metern wieder zum Stehen brachte, waren durch den heftigen Ruck und die Strangulation ihre Wirbelsäule gebrochen , Kehlkopf zerquetscht und Halsschlagader zerrissen, und es konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden.

Durch Solotanz, Vorträge und die Gründung der Schule - weitere folgten - verbreitete Isadora Duncan, Wegbereiterin des modernen sinfonischen Ausdruckstanzes, ihre Idee, eine harmonische Körperschönheit im klassisch-griechischen Sinn aus der natürlichen Gesetzmäßigkeit des Körpers zu entwickeln; folgerichtig trat sie gewöhnlich in einer durchsichtigen Tunika auf, die Füße, Arme und Beine nackt, das Haar offen.

Während ihre Schulen in Europa nicht lange überlebten, hatte ihre Arbeit und ihr Tanzstil große Auswirkung auf die neue Generation von Tänzern.

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1  Wegen einer Panne hatte der Chauffeur das Auto angehalten und war ausgestiegen ohne die Handbremse anzuziehen, so daß der Wagen in die Seine rollte und unterging.

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Max Ophüls eigentl. Maximilian Oppenheimer

 

Französischer Filmregisseur deutscher Herkunft; begann seine Laufbahn 1919 als Theaterregisseur und -schauspieler und wechselte jedoch 1930 zur Filmregie. In seiner Heimat arbeitete er nur noch kurze Zeit; er verließ Deutschland kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ins Exil nach Frankreich, wo er 1938 die Staatsbürgerschaft erlangte. Er drehte Filme in einer atmosphärisch dichten und trotzdem leichten Erzählweise. Ohne Großaufnahmen von Gesichtern und mit ständig bewegter Kamera. Seine bekanntesten Filme dürften die Schnitzler-Verfilmung Der Reigen (1950), Madame de ...(1953) und Lola Montez (1955), der seinerzeit teuerste Film, der allerdings keinen Erfolg hatte, sein. In den 1940er Jahren lebte er vorwiegend in den USA.

Premiere Liebelei 1933

 

Filme u.a.: noch in Deutschland: Die verkaufte Braut (1932), Liebelei (1933), in Frankreich: La tendre ennemie (1936; Zärtliche Feindin), De Mayerling a Sarajevo (1940; Von Mayerling bis Sarajewo), in den Vereinigten Staaten: Letter from an Unknown Woman (1948; Brief einer Unbekannten), Caught (1949; Gefangen).

Autobiographie: Spiel im Dasein: Eine Rückblende (1959).

Zitat: “Die interessanteste Verbindung zwischen zwei Punkten ist nicht die Gerade.”

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Heinz Schubert

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Schneidermeisters, wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges noch zu Volkssturm eingezogen und geriet in britsche Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung machte er eine Schneiderlehre, begann dann aber eine Schauspielausbildung in Berlin. 1951 wurde er von Bertolt Brecht persönlich an sein Berliner Ensemble engagiert, dessen Mitglied er bis zum Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 blieb. Er ging in den Westen Deutschlands und spielte Theater u.a. in Hamburg, München, Stuttgart und West-Berlin. Zuvor hatte er bereits 1958 sein Debüt in einem von der DEFA produzierten Film, trat ab 1961 dann auch in Fernsehproduktionen auf. Bekannt wurde Schubert durch seine Darstellung des “Ekels” Alfred Tetzlaff, eines selbstsüchtigen Spießbürgers und Haustyrannen, in der satirischen ARD-Fernsehserie Ein Herz und eine Seele des Drehbuchautors und Regisseurs der Serie Wolfgang Menge mit Diether Krebs Elisabeth Wiedemann und Hildegard Krekel.

Als Hobbyphotograph photographierte er in seiner Freizeit u.a. Schaufenster und Schaufensterpuppen, deren Gestaltung und Beleuchtung ihn faszinierten. Mit diesen Photos war er 1977 auf derdocumenta 6 in Kassel vertreten; 1979 veröffentlichte er den Bildband Theater im Schaufenster mit Schwarzweiß- und Farbfotos.

Filme u.a.: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (1964), Kara Ben Nemsi Effendi (1973), Der starke Ferdinand (1976), Zwei himmlische Töchter 1978), Der große Bellheim (1993).

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Bilder: Dieter Georg (2004)

Lucie Englisch  eigentl. Aloisia Paula Englisch

Bild: Alexander Schmoll (ca. 1935) no copyright

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Metzgers, verdiente sich nach dem frühen Tode ihres Vater für die Familie und sich Geld als Statistin am Badener Stadttheater. Nach erfolgtem Schauspielunterricht debütierte sie 1923 als Schauspielerin am Kurtheater in Baden bei Wien. Es folgten Engagements als Bühnenschauspielerin an Wiener Bühnen, sowie in Frankfurt am Main, Berlin und Zürich. Englisch, die 1929 ihr Spielfilmdebüt gab, hat in über 100 Filmen mitgewirkt, wobei sie überwiegend mütterliche, komische oder humoristische Charaktere darstellte.

Filme u.a.: Die Nacht gehört uns (1929), Hurrah - ein Junge! (1931), Die Gräfin von Monte Christo (1932), Die Unschuld vom Lande (1933), Kampf mit dem Drachen (1935), Weltrekord im Seitensprung (1940), So ein Früchtchen (1942), Schwarzwaldmädel (1950), Der eingebildete Kranke (1952), Im Krug zum grünen Kranze (1954), IA in Oberbayern (1955), Jungfrauenkrieg (1957), Köhlerliesel (1959), Frau Holle - Das Märchen von Goldmarie und Pechmarie (1961), Drei weiße Birken (1961).

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Bild: Alexander Krischnig (2004)

Westerbuchberg b. Übersee am Chiemsee

Jane Tilden eigentl. Marianne Tuch

 

 

Deutsche Film- und Theaterschauspielerin; wurde gegen den Willen der Eltern Schauspielerin, debütierte, nachdem Max Reinhardt sie entdeckt hatte, Anfang der 1930er Jahre am Theater und trat in den folgenden Jahren in großen Theaterhäusern in der Tschechoslowakei, in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Beim Film debütierte sie 1935 mit Die Leuchter des Kaisers. Ab der 1960er Jahre wirkte sie auch in Fernsehserien mit, z.B. Forellenhof (1965), Ringstraßenpalais (1980) und Diese Drombuschs (1983). Von 1956 bis zu ihrem Rückzug aus der Öffentlichkeit im Jahre 1977 gehörte sie dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an.

Filme u.a.: Pünktchen und Anton (1953), Drei Männer im Schnee (1955), Der veruntreute Himmel (1958), Der brave Soldat Schwejk (1960), Geschichten aus dem Wienerwald (1961).

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Bild: Alexander Krischnig (2004)

Kitzbühel, Friedhof

Bild: Alexander Krischnig (10/2005)

Wenningstedt (Sylt), Friedhof der Friesenkapelle

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Westwood (CA), Westwood Memorial Park

Genovefa Weber née Brenner

                        

Deutscher Schauspielerin und Opernsängerin; Mutter Carl Maria von Webers; Tante Constanze Mozarts; Tochter eines fürstbischöflichen Hofschreiners; am 20. August 1785 heiratete sie in der Wiener Schottenkirche den 51-jährigen Franz Anton Weber (*1734, †1812), der fünf Kinder aus ersten Ehe in die neue Ehe einbrachte, aus der 1786 Carl Maria und zwei weitere Kinder hervorgingen, die bereits im frühesten Kindesalter verstarben. Kennengelernt hatte sie ihren Mann in Wien, wo die Hofschauspieler Joseph Lange und Vincenzo Righini ihre Trauzeugen waren. Righini, der zu jener Zeit Kapellmeister und Gesangslehrer in Wien war, betraute Genovefa Weber, ihrer Schwester Josepha sowie der blinden Pianistin Maria Theresia Paradis mit der musikalischen Erziehung der jungen Mitglieder des Hoftheaters. Nach Stationen des Ehepaars in Lübeck als Musikdirektor des Lübecker Theaters, in Eutin als Kapellmeister am fürstbischöflichen Hof und Hamburg, wo ihr Mann eine Wandertheater-Kompagnie gründete und deren Theatervorsteher war,. und weiteren Aufenthalten in Süddeutschland, kamen sie 1774 nach Weimar, wo sie mehrfach als Sängerin in verschiedenen Rollen an Johann Wolfgang von Goethes Theater auftrat. In einem Brief an Goethe vom 5. September 1794 erbat Franz Anton von Weber um die vorzeitige Entlassung seiner Frau aus ihrem Vertrag mit der Begründung, während ihrer Anstellung dort seien “so unendlich viel Unordnungen und Sachen vorgegangen, die nicht wohl verstatten, uns länger dabey aufzuhalten.“ Goethe entsprach diesem Ansinnen. Ende 1797 Salzburg zog die Familie Weber nach Salzburg, wo Franz Anton Weber für kurze Zeit eine Anstellung als Kapellmeister und Schauspieldirektor innehatte. Dort starb Genevefa Weber im Alter von nur 34 Jahren an Tuberkulose.

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Salzburg, St. Sebastian-Friedhof

Friedrich Schoenfelder

Bild: Herbert Greite             no_copyright

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Architekten; besuchte zunächst die Grundschule bevor er auf das Gymnasium in Frankfurt (Oder) und dann mit seiner Schwester auf die Freie Schulgemeinde Wickersdorf, an der er sein Interesse am Theater entdeckte, wechselte. Nach zwei Jahren Schauspielschule und Absolvierung seines Militärdienstes hatte er 1939 am Preußischen Staatstheater in Berlin bei Gustaf Gründgens sein Bühnendebüt. Nach dem Krieg aus der französischen Kriegsgefangenschaft nach Stuttgart entlassen, spielte er von 1946 bis 1950 am Württembergischen Staatstheater Stuttgart In dieser Zeit lernte er auch seine erste Frau kennen, die er innerhalb von 15 Tagen heiratete. Von Stuttgart wechselte er 1950 an das Deutsche Theater in Göttingen und war anschließend bis 1958 an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main beschäftigt. Danach arbeitete er als freischaffender Schauspieler, oft in Boulevardtheatern und -stücken wie Vater einer Tochter (1966) mit Georg Thomalla, in Komödie im Dunkeln (1967, 1987, 1998) und Pension Schöller oder am Fritz-Rémond-Theater in Frankfurt am Main in Einmal Moskau und zurück (1983). In seiner langen Karriere wirkte Friedrich Schoenfelder in über 100 Kino- bzw. Fernsehproduktionen mit. In dem erfolgreichen Musical My Fair Lady, das nach einer Vorlage von George Bernhard Shaw entstanden war, spielte er in der Bühnenfassung neben Paul Hubschmid und Karin Hübner den Oberst Pickering und später auch die Rolle des Professor Higgins. Schoenfelder war auch ein vielbeschäftigter Synchronsprecher; er lieh seine deutsche Stimme u.a. Peter Cushing, Alec Guinness, Rex Harrison, James Mason. In den 1970er Jahren war er der Sprecher in den 140 Folgen der Fernsehreihe Im Reich der wilden Tiere und war in zahlreichen Hörspielen zu hören.

Als er - schon im hohen Alter - stürzte und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, meinte er - auf den Unfall angesprochen - humorvoll: “Ich humpele lieber mit dem Gebein, als mit dem Gehirn!”

Film- und Fernsehproktionen u.a.: Königskinder (1950), Mein Mann, das Wirtschaftswunder (1960), Wilde Wasser (1962), Der Tod läuft hinterher (1967).

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Johannes Heesters eigentl. Johan Marius Nicolaas Heesters

1923 no_copyright

Österreichischer Schauspieler und Sänger holländischer Herkunft; jüngster von vier Söhnen und einer Tochter eines Kaufmanns; 1912 zog die Familie nach Amsterdam, wo Heesters, dessen Berufswunsch als Kind es war, Priester zu werden, nach Beendigung der Schule zunächst eine kaufmännische Ausbildung machte und in einer Bank arbeitete, bevor er sich im Alter von 16 Jahren entschloß, Schauspieler zu werden, nachdem er einer Theateraufführung hatte beiwohnen dürfen. Er absolvierte eine erfolgreiche Gesangs- und Schauspielausbildung und hatte seinen ersten Bühnenauftritt im Jahr 1921. 1924 spielte er erstmals in einem Film mit, eine Nebenrolle in dem Stummfilm Cirque Hollandais, unter der Regie des holländischen Regisseurs Theo Frenkel. Danach trat er im Amsterdamse Carré und dem Paleis voor Volksvlijt, sowie auch in anderen Landesteilen auf. Im Dezember 1927 sang er bei Harry Frommermann vor, der gerade im Begriff war, die Gesangsgruppe Comedian Harmonists aus der Taufe zu heben. Als Fommermann ihm sagte, daß für einige Monate keine Gage zu erwarten sei, lehnte Heesters das bereits zugesagte Engagement allerdings ab. Im Jahr 1934 hatte er eine Filmrolle in Bleeke Bet, in dem er das Lied O mooie Westertoren in den Niederlanden unsterblich machte. Im selben Jahr debutierte Heesters, der in seiner Heimat und in Belgien schon ein Star war, an der Wiener Volksoper in Karl Millöckers Operette Der Bettelstudent; 1936 ließ er sich in Berlin nieder, wo er an diversen Operettenverfilmungen mitwirkte und ihm die UFA ihm das Image Heesters mit Ehefrau Louise H. Ghijs, 1928eines Frauenhelden verpaßte, obwohl er seit 1930 mit der Belgierin Louise H. Ghijs (*1902, † 1985) verheiratet war und mit ihr zwei Töchter hatte, die Pianistin Louise Paula ‚Wiesje‘ Herold-Heesters (*1931) sowie die Schauspielerin Nicole Heesters (*1937). Ein überragender Erfolg und zu seiner Paraderolle wurde seine Darstellung des Grafen Danilo in Franz. Lehárs Operette Die lustige Witwe, in der er diesen im Laufe seines Lebens weit über mehr 1.500 Mal verkörperte. 1938 trat er in Holland mit einer jüdischen Compagnie von Fritz Hirsch, der später von den Nazis ermordet wurde, auf; als er nach Deutschland zurückkam, wurde er in das Propagandaministerium zitiert und erhielt von Goebbels Filmverbot. Er trat daher wieder in Theatern auf, bis ihn Hitler, sein größter Verehrer, zurück zur UFA holte - und er konnte auch gleich wieder an der Seite von Marika Rökk mit dem Film Hallo Janine (1939) einen großen Erfolg feiern. Es folgten weitere publikumswirksame Filme. 1944 wurde er dann auf die sogenannte “Gottbegnadeten-Liste“ gesetzt. Nach dem Ende des Dritten Reichs konnte Heesters, den seine deutschen Verehrer “Jopie” nannten, seine Karriere fortsetzen und sang wieder in Wien, München und auch in Berlin. 1954 debütierte er in dem Film Die Jungfrau auf dem Dach, der von Otto Preminger in Hollywood parallel zum englischsprachigen Original The Moon Is Blue gedreht wurde (die urspr. Vorlage stammte von Carl Zuckmayer); geblieben ist er in Hollywood jedoch nicht; zu groß sei die Sprachbarriere gewesen. 1964 geriet eine geplante Folge von Auftritten in den Niederlanden schon bei der ersten Vorstellung zum Disaster; Heesters mußte das Engagement abbrechen und kehrte enttäuscht und tief getroffen nach Deutschland zurück. Erst 40 Jahre später, im Jahre 2004 kehrte Heesters wieder in seine Geburtsstadt zurück - für einen Auftritt auf der dortigen Bühne. Vor dem Eingang demonstrierten Hunderte, von denen manche KZ-Häftlingskleidung angezogen hatten (Heesters hatte am 21. Mai 1941 das Konzentrationslager Dachau besucht; später erzählte er, er habe von den Dimensionen der dort begangenen Verbrechen nichts gewußt, aber es schäme sich des Besuchs dort, auf der dortigen Bühne vor Wachpersonal sei er niemals aufgetreten). Der Auftritt wurde dann jedoch doch noch zu einer Versöhnung Heesters mit seinem Heimatland.

Im Alter kehrte Heesters wieder auf die Bühne zurück. Seinen letzten Auftritt in einem Kinofilm hatte Heesters, der 1992 die Schauspielerin Simone Rethel geheiratet hatte, 2008 in Til Schweigers 1½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde als greiser König. Die Premiere des Kurzfilm Ten, in dem er Petrus darstellte, erlebte Heesters nicht mehr.

Filme u.a.: Gasparone (1937), Nanon (1938) mit Erna Sack, Illusion (1941), Immer nur … Du! (beide 1941), Karneval der Liebe (1942), Hochzeitsnacht im Paradies (1950), Die Csardasfürstin (1951), Im weißen Rößl (1952), Bel Ami (1955), Heute heiratet mein Mann (1956), Viktor und Viktoria (1957).

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München, Nordfriedhof

Bild: Matthias Bauer (03/2012)

Berlin-Zehlendorf, Städtischer Friedhof, Onkel-Tom-Str.

Bild: Matthias Bauer (09/2012)
Bild: Steffi Eckold (09/2013)
Bild: Steffi Eckold (09/2013)
Bilder: Meribona (12/2011) Wikipedia.en
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Bilder: Klaus Meinert (08/2014)
Bilder: Peter Malaschitz (06/2009)
Theater / TV / Film / Show XXVII

Omnibus salutem!