Otto Erich Deutsch

 

Österreichischer Musikhistoriker; lebte von 1939 bis 1952 als Emigrant in England und anschließend wieder in seiner Heimatstadt. Er schrieb grundlegende quellenkundliche Werke über Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert, das sogenannte Deutsch-Verzeichnis.

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Bild: W. Burghart

Wien, Zentralfriedhof

Wilhelm Kienzl

Österreichischer Komponist und Musikschriftsteller; wuchs in Graz auf, wo er die Matura ablegte, die Universität besuchte und Kompositionsschüler von W. Mayer-Remys war. Ab 1874 studierte er in Wien Komposition und setzte es 1876 in Prag und 1877 in Leipzig fort. Zunächst gab er als Pianist und Dirigent ab 1879 Konzerte in zahlreichen Städten Europas und wurde 1883 Direktor der Deutschen Oper in Amsterdam. In Graz übernahm er 1886 die Leitung des Steiermärkischen Musikvereins. Er wirkte 1889 in Hamburg, sodann in Krefeld und München. 1917 ließ er sich in Wien nieder. 1920 komponierte er zum Text von Karl Renner die Musik Deutschösterreich, Du herrliches Land, das bis 1929 die Nationalhymne der Ersten Österreichischen Republik war.

Werke u.a.: Der Evangelimann (1894), Don Quixote (1897), Der Kuhreigen (1911).

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Ernst Krenek

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

 

Österreichischer Komponist; der Sohn eines Offiziers wurde seit 1921 sehr rasch durch aufsehenerregende Werke bekannt; 1925 war er Assistent in Kassel und Wiesbaden, errang mit seiner 1927 in Wien uraufgeführten Jazzoper Jonny spielt auf einen Welterfolg. Ab 1932 übernahm er die Zwölftontechnick von Arnold Schönberg, die er weiterentwickelte. Nachdem seine Musik als die eines “Kulturbolschewisten” nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich verboten worden war, emigrierte er 1938 in die USA (amerikanische Staatsbürgerschaft 1945), war dort von 1939 bis 1947 an verschiedenen Universitäten tätig. Er war dreimal verheiratet, in erster Ehe mit Gustav Mahlers Tochter Anna.

Werke u.a.: Das Leben des Orest (1930), Karl V. (1930-33), Lamentatio Jeremiae prophetae (1941), Pallas Athene weint (1955).

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Carl Czerny

          

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Österreichischer Pianist und Komponist; Sohn von Wenzel Czerny und zugleich dessen Schüler, sowie von 1800 bis 1803 derjenige von Ludwig van Beethoven. Bereits mit 15 Jahren war er ein gesuchter Pianist und Lehrer, so z.B. von Franz Liszt. Czerny hat über 1.000 Werke komponiert, von denen heute allerdings nur noch wenige bekannt sind. Seiner Etüdensammlungen, etwa die Schule der Geläufigkeit und die Schule der Fingerfertigkeit, dienen bis heute Musikschülern als Vorlage zu Übungen. Als bedeutend gilt seine umfangreiche, um das Jahr 1838 erschienene Klavierschule Op. 500.

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Bild: W. Burghart

Emmerich Kálmán eigentl. Imre Koppstein

Ungarischer Komponist; Sohn eines jüdischen Getreidehändlers; studierte an der Universität Budapest Jura, war aber zugleich Schüler der Kompositionsklasse von Hans Koessler an der Landesmusikakademie Budapest. Nach Beendigung seines Studium war er zunächst als Musikkritiker bei der Tageszeitung Pesti Napló tätig. Nach der erfolgreichen Uraufführung seiner ersten Operette Tatárjárás in Budapest 1908 übersiedelte er nach Wien, wo er bis 1938 lebte und arbeitete. Nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich emigrierte er über Zürichnund Paris 1940 in die Vereinigten Staaten. 1945 kehrte er nach Europa zurück und ließ sich dauerhaft in Paris nieder. Kálmán schrieb von der ungarischen Folklore beeinflußte Operetten.

Werke u.a.: Die Csárdásfürstin (1915), Gräfin Mariza (1924), Die Zirkusprinzessin (1926).

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Bild: W. Burghart

Josef Lanner eigentl. Joseph Lanner

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Österreichischer Komponist und Musikdirektor; eines von acht Kindern eines Handschuhmacherfabrikanten, von denen außer ihm nur seine Schwester Anna das Erwachsenenalter erreichte; Lanner, der zuvor in diversen Kapellen gespielt hatte, gründete 1824 ein eigenes Orchester. 1828 heiratete er Franziska “Fanny” Jahns (*1800), die Tochter eines Handschuhfabrikanten. Lanner komponierte zahlreiche Walzer und löste zusammen mit Johann Strauß (Vater) in Wien die Begeisterung für den Walzer aus.

Werke u.a.: Die Schönbrunner, sowie Ländler und Galopps.

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Bild: Ulrich Bork (06/2005)
Bild: Alexander Krischnig (2006)

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Hinweis: Lanner wurde urspr. auf dem Döblinger Ostfriedhof beigesetzt, aber 1904 auf den Zentralfriedhof in ein Ehrengrab umgebettet.

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Cosa Rosa eigentl. Rosemarie Precht

 

Deutsche Sängerin und Songschreiberin; wurde 1979, nach Beendigung eines Architekturstudiums und noch während sie in diesem Beruf in einem Architekturbüro in Berlin arbeitete, Mitglied der Frauenband Insisters, wo 1981 den Song Moderne Zeiten entstand, spielte dann aber auch bereits im Folgejahr in die Band von Ulla Meinecke (*1953), bevor sie ganz dorthin wechselte. Es entstanden mit Meinecke Überdosis Großstadt (1980), Nächtelang (1981) und Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig (1983). Gemeinsam mit Reinhold Heil, mit dem sie seit 1976 befreundet war, gründete sie 1982 “Cosa Rosa”. Unter dem Titel Traumstation kam die erste LP auf dem Markt. die wohlwollend aufgenommen wurde, während sich der aus ihr ausgekoppelte Song Cosa auf Hawaii nicht in den Charts etablieren konnte. Es entstand 1986 das AlbumCosa Rose, aus dem die Songs Puppe kaputt und Was ich will als Singles ausgekoppelt wurden, sowie die Singles Millionenmal und In meinen Armen. Ende der 1980er Jahre wurde bei ihr Krebs diagnostiziert, so daß sie sich aus der Öffentlichkeit zurückzog.

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Bild: Heiko Bockstiegel (03/2012)

Walsrode OT Benzen, Friedhof

Ludwig Rahlfs

 

Deutscher Komponist; eines von elf Kindern eines Kantors und Lehrers; der seinem Sohn früh schon u.a. das Klavierspielen beibrachte. Bereits im Alter von nur sieben Jahren vertonte er einen Text des Schriftstellers Klaus Groth. und mit vierzehn Jahren vertrat er seinen Vater als Organist während der Gottesdienste in der Düshorner Kirche. Nach bestandener Lehrerprüfung wurde er 1888 in den Schuldienst übernommen und war bis zu seinem Tode Lehrer und Organist in Hannover. Neben dieser Tätigkeit war Rahlfs als Gewerbelehrer für Zeichnen tätig. 1928 trat er als Rektor in den Ruhestand und lebte mit seiner Familie bis zur Zerstörung seines Wohnhauses 1943 in Hannover-Linden, bevor er Ende 1945 nach Walsrode umsiedelte. Bekannt wurde Rahlfs allerdings v.a. durch die Vertonung zahlreicher Gedichte von Hermann Löns, darunter Auf der Lüneburger Heide.

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Walsrode OT Düshorn, Im Wald am Benzer Kirchweg

Bilder: Heiko Bockstiegel (03/2012)

Karel Ančerl eigentl. Antscherl

 

Tschechischer Dirigent; entstammte einer jüdischen Familie von Produzenten geistiger Getränke; wurde bereits im Alter von elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde .Nach dem Abitur studierte er Komposition bei dem Komponisten Jaroslav Kricka am Prager Konservatorium. Große Bedeutung für seine künftige Karriere hatte sein Stuium bei Alois Haba, sowie die regelmäßige Teilnahme an den Proben des Tschechischen Symponieorchesters, wo er die Arbeit von Václav Talich, einem der bedeutendsten tschechischen Dirigenten des 20. Jahrhunderts, beobachten konnte. Als Dirigent trat er erstmals 1930 in Erscheinung. Im Folgejahr nahm er in München an der Premiere von Alois Hábas OperMatka teil. Von 1933 bis 1939 war er, bis seine Arbeit dort durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, Dirigent des tschechoslowakischen Radios. Er und seine Familie wurden 1942 in das Konzentrationslager von Theresienstadt (Terezin) gebracht, wo er Leiter des Terezín Streichorchesters wurde und damit begann, ein kulturelles und musikalischen Leben zu organisieren. Als Hitler zur Täuschung einer Kommission des Roten Kreuzes den Propagandafilm Der Führer schenkt den Juden eine Stadt drehen ließ, zwang man ihn zu diesem Zwecke ein Orchester zu dirigieren. Unmittelbar nach Beendigung der Dreharbeiten wurden alle Darsteller des Films, u.a Kurt Gerron, nach Ausschwitz abtransportiert. Ančerl gelang es Auschwitz zu überleben, während sein in Theresienstadt geborener Sohn und seine Frau in den dortigen Gaskammern starben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er von 1947 bis 1950 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters, bevor er Leiter der Philharmonie in Prag wurde und internationale Anerkennung erfuhr. Seine letzten zwei Konzerte mit der tschechischen Philharmonie gab er während des Prager Frühlinsfestival. Nachdem in der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 Truppen des Warschauer Pakte in der Tschechoslowakei einmarschiert waren, emigrierte er nach Kanada und war dort ab 1969 bis zu seinem Tode Leiter des Toronto Symphony Orchestra.

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Bild: Heinz Knisch (03/2012)

Prag, Vysehrad Friedhof

Musiker XIV

Omnibus salutem!