2001

Georg Lingenbrink

 

 

Deutscher Unternehmer und Inhaber des bedeutenden, von ihm 1928 in Hamburg gegründeten BarsortimentsCharles Lingenbrink (Buchgroßhandelsunternehmens) gleichen Namens (auch Libri) mit Standorten in Hamburg und bis 2000 in Frankfurt am Main (seit Mitte 2000 mit zentralem, mehr als 300.000 Titeln umfassenden Lager in Bad Hersfeld). Georg Lingenbrink, ursprünglich Versicherungsagent, übernahm die Buchbestände des insolventen Versicherungsnehmers Karl-Franz Nohr und lieferteKurt Lingenbrink zunächst regional Bücher des Reclam Verlages und anderer Verlage aus. Das Unternehmen wurde nach dem Tod des Gründers zunächst von seinen Söhnen Charles und und Kurt (*1921, †1990) und nach dem Tod Charles’ bis Anfang der 1990er Jahre von Letzterem alleine weitergeführt. 1953 führte Libri den Bücherwagendienst - Libri-Dienst - ein, der nach Zusammenbruch des zentralen Leipziger Buchhandelsstandorts Buchhändler in Westdeutschland täglich mit bestellten Büchern versorgte. Seit Oktober 1998 werden Titel auch über Internet angeboten (www.libri.de).

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Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Josef Carl Peter Neckermann

 

Deutscher Versandhausbesitzer und Dressurreiter; der Sohn eines Kohlenhändlers und Reedereibesitzers mußte nach dem Tode seines Vaters die Schule mit Mittlerer Reife verlassen, konnte nicht, wie geplant studieren. Er machte bis 1931 eine Banklehre, arbeitete im väterlichen Unternehmen und ging danach nach Stettin, wo ihn die Firma, in der er arbeitete, auf Auslandsreisen schickte. Als er 1933 nach Würzburg zurückkehrte, wurde er zunächst Mitglied der Reiter-SA, 1937 trat er dann in die NSDAP ein. 1935 übernahm er in Würzburg das Textilkaufhaus des jüdischen Unternehmer Siegmund Ruschkewitz für 55.000 Reichsmarkt (RM), eine Firma, deren Wert 1,3 Millionen RM betrug (mußte allerdings auch die Schulden in Höhe von 650.000 RM übernehmen), sowie das Niedrigpreisgeschäft Merkur mit insgesamt 130 Angestellten und 60 Außendienstmitarbeitern (nach dem Krieg mußte er hierfür eine nur relativ geringe Entschädigung zahlen). Diese Übernahmen wurden die Basis seines Vorkriegserfolgs. Ende Dezember 1941 gründete er gemeinsam mit Hertie-Chef Georg Karg die “Zentrallagergemeinschaft für Bekleidung” (ZLG), ein Unternehmen, das u.a. Bekleidung für Zwangsarbeiter und Uniformen für die Soldaten an der Ostfront fertigte. Außerdem wurde Neckermann Leiter der “Reichsstelle Kleidung.” Nach dem Kriege wurde er kurzzeitig wegen Verstoßes gegen das alliierte Kontrollratgesetz zu einem Jahr Arbeitslager verurteilt; im Zuge der Entnazifizierung wurde er als “Mitläufer” eingestuft und zu einer geringen Geldbuße verurteilt. Im Herbst 1948 gründete er die Textilgesellschaft Neckermann KG in der Mainzer Landstraße in Frankfurt am Main, die 1950 in die Neckermann Versand KG überging. Schon eine Jahr später zog das Unternehmen in seine neue Zentrale am Frankfurter Ostbahnhof. Mit günstigen Preise bediente es den Nachholbedarf der Nachriegsgesellschaft Westdeutschlands (so brachte Neckermann z.B. 1953 für 185 DM sein erstes Körting-Radio auf den Markt). Bald schon warf er seinen Versandhauskatalog mit drei Millionen kostenlosen Exemplaren auf den Markt, und als der wegen Neckermanns Preisunterbietungen besorgte Einzelhandel Druck auf die Hersteller ausübte, übernahm er auch den Service selbst. Als das alte Versandhaus zu klein geworden war, baute er an Hanauer Landstraße im Frankfurter Stadtteil Fechenheim eine neues, 5-fach größeres, auf Milliardenumsatz ausgelegtes Versandgebäude. 1960 wurde der Slogan “Neckermann macht’s möglich” kreiert. 1963 stieg er mit NUR-Reisen in die Reisebranche ein und bot zudem Fertighäuser mit günstiger Baufinanzierung an; 1964 startete er erfolgreich die Nekura-Versicherung. 1972 machte das Unternehmen 2,1 Milliarden DM Umsatz, allerdings bei nur einer Rendite von 0,62%. Das durch starkes Wachstum und geringe Rendite chronisch unterfinanzierte Unternehmen wurde nun von den Kaufhausuntenehmen Quelle und Karstadt in Umsatz und vor allem Rendite überholt. Als als Folge des sog. Ölschocks die Nachfrage nachließ, verschärfte sich die Krise, geriet das Unternehmen weiter unter Druck. Als Neckermann 1976 versuchte, mit einer Preisinitiative - einem Preisnachlaß von 10% auf alle Produkte - den Trend aufzuhalten, stiegen die Verluste weiter. Es kam zu Übernahmeverhandlungen mit Karstadt, die allerdings zunächst vom Kartellamt aufgehalten wurden. Als im November 1976 die Zustimmung zur Übernahme erfolgte, hatten schon viele Kunden das Vertrauen verloren. Nun allerdings diktierte der drittgrößte Versandhauskonzern, die Karstadt AG, die Bedingungen; es kam zur “feindlichen Übernahme”. Die Neckermannaktie wurde um ein Siebtel abgewertet, die Neckermann-Familie wurde ausgebootet. Neckermann wandte sich jetzt verstärkte seiner 1967 gegründeten Deutschen Sporthilfe zu. Neckermann, der bereits mit acht Jahren zu reiten begonnen hatte, errang 1962 seinen ersten deutschen Meistertitel, gewann bei der Olympiade 1964 in Tokio mit der Mannschaft eine Goldmedaille, wurde 1965 erstmals Europameister und 1966 in Bern Weltmeister im Einzel und mit der Mannschaft. Insgesamt wurde er viermal Deutscher Meister, viermal Europameister, einmal Weltmeister sowie zweimal Olympiasiegern.

Neckermann Versandhaus am Frankfurter Ostbahnhof (1961)

 

 

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KN ca. 2005

Johann Adolf von Brüning (seit 1883)

Deutscher Industrieller und Politiker; studierte nach dem Abitur von 1854 bis 1856 Chemie bei Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden, wechselte 1856/57 an die Technische Hochschule Christiania zu Adolph Strecker (*1822, †1871) und nach Absolvierung seines Wehrdienstes als Einjährig-Freiwilliger 1857/58, 1858/59 nach Heidelberg zu Robert Bunsen. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst in einer Berliner Färberei, Textildruckerei und chemische Reinigung, bis ihm sein Studienfreund Eugen Lucius 1862 anbot, zusammen mit ihm, Carl Friedrich Wilhelm Meister und Ludwig August Müller eine Anilinfarbenfabrik in Höchst (heute zu Frankfurt am Main) zu gründen. Am 30.1.1863 gründeten sie die Farbenfabrik Meister, Lucius Co., die Keimzelle des späteren Chemieunternehmen Hoechst AG. Brüning nutzte sein rasch wachsendes Vermögen für sein soziales und gesellschaftliches Engagement, u.a. für betriebliche Sozialfürsorge. Als Vertreter seines Wahlkreises saß Brüning, der Mitglied Nationalliberalen Partei war, von 1874 bis 1881 im Reichstag. Zusammen mit Johannes von Miquel entwarf er 1884 das Heidelberger Programm, mit dem sich die Nationalliberalen der Politik Otto von Bismarcks, zu dessen Beratern er bei der Ausarbeitung des Krankenversicherungsgesetzes vom 15. Juni 1883 gehörte.

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Bild: KN (ca. 1975)

Carl Friedrich Günther Ruprecht

 

Deutscher Verlagsbuchhandler; der 1735 in Göttingen von Abraham Vandenhoeck (*~1700, †1750) in engem Zusammenhang mit der Eröffnung der Göttinger Georg-August-Universität gegründete Verlag wurde nach dessen Tode nach 1750 von seiner Witwe, Anna Vandenhoeck und Ruprecht, der 1748 als 18jähriger Lehrling in den Verlag eingetreten war, erfolgreich weitergeführt. Als Anna Vandenhoeck 1787 starb, erbte Ruprecht den Verlag und führte ihn unter dem Namen Vandenhoeck & Ruprecht (V&R) bis zu seinem Tod weiter. Allerdings war die Erbschaft durch sehr hohe Legate für die Professorenwitwenkasse und die reformierten Kirche belastet, so daß Ruprecht keinen leichten Stand hatte, so daß er Ende der 1780er Jahre die Druckerei, die zum Unternehmen gehörte, aufgeben müßte. Seine Nachfolge traten Carl August Adolf Ruprecht (*1791) und sein Schwiegersohn Justus Friedrich Danckwerts, der 1842 starb, an, die ihm bereits seit 1812 zur Seite gestanden hatten.

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Moritz Diesterweg

 

Deutscher Verlagsbuchhändler; jüngster Sohn des Verlegers Adolph Diesterweg. Nach seiner Ausbildung zum Buchhändler in Berlin, Leipzig und Wien und dem Abschluß des Fachexamens im Jahr 1859 begann er in der Hermann’schen Buchhandlung in Frankfurt am Main, die er 1860 übernahm. Zugleich widmete er sich dem neu gegründeten Verlag. Seine erste Publikation war das Schulbuch Elementare Geometrie für Volksschüler. Ab 1861 erschien in seinem Verlag die noch von seinem Vater 1827 gegründete Edition der Rheinischen Blätter für Erziehung und Unterricht, für die er namhaften Pädagogen der Zeit gewinnen konnte. Ab 1873 nannte er sein Unternehmen Moritz Diesterweg Verlag, der sich rasch einen Namen für Standardwerke für das Schulwesen machte. Nach seinem Tode und dem frühen Tod seines jüngsten Sohns und Nachfolgers im Verlag, Emil Diesterweg (†1905), veräußerten die beiden Witwen den Verlag an den langjährigen Mitarbeiter und Buchhändler Erich Herbst, der den Verlag im Sinne des Gründers weiterführte. 1995 wurde der Verlag von Dietrich Herbst, einem Enkel Erichs, an die Holtzbrinck-Gruppe verkauft. Heute (2007) gehört er zur Braunschweiger Verlagsgruppe Westermann.

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Göttingen, Bartholomäus-Friedhof

Beate Uhse

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutsche Unternehmerin; Tochter einer Landärztin und eines Gutsbesitzers, Gründerin der gleichnamigen Firma, Ausbildung in Haushaltslehre, Au-pair-Mädchen in London, machte 18-jährig den Flugschein, überführte im Rang eines Hauptmann während des Zweiten Weltkrieges Jagdmaschinen der Luftwaffe an die Front, floh nach dem Todes ihres ersten Mannes (1944) im Jahre 1945 von Berlin nach Flensburg, arbeitete zunächst in der Landwirtschaft und gab Englischunterricht, verkaufte dann Spielwaren und Knöpfe und beriet nebenbei junge Landfrauen über Schwangerschaftsverhütung, woraus die Idee entstand, in einer einfachen Broschüre (Schrift X) die damals kaum bekannte Knaus-Ogino-Verhütungsmethode zu erläutern, die auf Anhieb in 32.000 Exemplaren verkauft wurde. 1949 publiziere Uhse den ersten 8seitigen Katalog für Ehehygiene-Bedarf. In Flensburg eröffnete 1962 auch der erste Sexshop der Welt. Sie gewann Verfahren bei über 2.000 Anklagen (Zitat aus einer polizeilichen Vorladung: "Broschüren mit schweinischem Inhalt"); rechtlich galt Uhses Ware damals als "Beihilfe zur Unzucht", wenn sie in die Hände von Nichtverheirateten gelangte. Im Jahre 1999 ging das Unternehmen an die Börse.

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Glücksburg, Städtischer Friedhof

Bilder: Claus Harmsen (stones & art, 08/2006))
Bilder: KN (08/2006)
Bilder: KN (08/2006)
Bild: Klaus Hübner (07/2007)

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Axel Michael Müller-Vivil

 

 

Deutscher Fabrikant; übernahm nach dem Abitur auf der Internatsschule Schloß Salem und einer anschließend im In- und Ausland erfolgten kaufmännischen Ausbildung die Führung des Unternehmens, das 1903 von August Müller (†1947) gegründet worden war und das nach dem Zweiten Weltkrieg von dessen Tochter Elisabeth geführt wurde, da ihr Mann Bruno nicht aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkam. In den 1970er Jahren gelang es Axel Müller, dessen Mutter gestorben war, als erKN Oberstdorf (1963) gerade 10 Jahre alt war. die Marke Vivil, die in den 1950 Jahre unter dem Slogan “Frisch geatmet, froh gestimmt“ bekannt wurde, zu einem führenden Artikel in der Bonbon-Industrie zu machen, auch dadurch, daß immer wieder neue, zusätzliche Darreichungsformen des Pfefferminzbonbons kreiert wurden. Erfolgreich war auch die landesweite Aufstellung der grünen Vivil-Automaten, an denen man mit 3x10 Pfennigen einen Vivil-Riegel erwerben konnte.

 Vivil war eine der ersten Marken, die bei der Herstellung in diesem Bereich auf den Zusatz von Zucker verzichteten.

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Offenburg OT Zell-Weierbach, Weingartenfriedhof (Annex)

Friedrich Johann Justin Bertuch

1778                                  

 

Deutscher Buchhändler, Verleger und Mäzen; verlor seinen Vater, einen Garnisonsarzt bereits 1761 und seine noch einmal verheiratete Mutter, als er 15 Jahre alt war. Da auch sein Stiefvater gestorben war, wuchs der Vollweise im Hause seines Onkels auf. Zwischen 1765 und 1769 studierte er an der Landesuniversität in Jena zunächst Theologie, wechselte dann aber zur Juristerei; sein Hauptinteresse aber galt der Literatur und der Naturgeschichte. So brach er das Jurastudiums ab und war als Hauslehrer bei dem ehemaligen spanischen Gesandten Bachoff von Echt in Altenburg tätig, wo er die spanische Sprache erlernte und begann aus dem Spanischen zu übersetzen; so unternahm er eine Neuübersetzung des Romans Don Quichotte (1775-77) des spanischen Dichters Miguel de Cervantes. Auch als Schriftsteller versuchte er sich: 1772 erschien sein Wiegenliederchen. 1782 wurde er kaufmännischer Mitarbeiter am Teutschen Merkur, einer Literaturzeitschrift., die Christoph Martin Wieland, 1773 ins Leben gerufen hatte. Wieland, von der Herzogin Anna Amalia zum Erzieher ihrer beiden Söhne ernannt, verschaffte dem jungen Bertuch Zugang zum Weimarer Hof. Kaum volljährig, machte Herzog Carl August ihn auf Empfehlung Wielands zu seinem Geheimsekretär; 1775 wurde er Geheimer Sekretär des Herzogs und blieb bis 1787 in seinen Diensten. Nachdem er den aus Frankfurt am Main stammenden Maler Georg Melchior Kraus kennengelernt und dessen Denkschrift Entwurf einer mit wenigen Mitteln hier zu errichtenden freien Zeichenschule gelesen hatte, kam er auf die Idee, eine Zeichenschule zu gründen und trug gemeinsam mit Kraus diese Idee dem Herzog vor. 1776 wurde der Plan in die Wirklichkeit umgesetzt; in den Räumen des Roten Schlosses wurde die sogenannte Fürstliche freie Zeichenschule Weimar gegründet. Zugleich hatte diese Entwicklung einen großen Einfluß auf Bertuchs weiteres Leben: Die Beschäftigung mit dem Thema führte schließlich zu dem Bilderbuch zum Nutzen und Vergnügen der Jugend, ein enzyklopädisch angelegtes Sach- und Lehrbuch, das zwischen 1790 und 1822 nach und nach erschien. 1780 gründete Bertuch eine Fabrik für künstliche Blumen, um die "leider unbeschäftigten Mädchen der mittleren Classen heilsamer ArbeitWohn- und Bürohaus Bertuchs, heute Stadtmuseum zuzuführen" (unter diesen Mädchen befand sich auch Christiane Vulpius, die spätere Frau seines gerade erst zugereisten Duz-Freundes Johann Wolfgang Goethe, den er gleich nach dessen Eintreffen in Weimar kennengelernt hatte). In seinem inzwischen gegründeten Verlag erschien ab 1786 Journal der Mode, das 1787 in Journal des Luxus und der Moden umbenannt wurde und den Einwohnern des kleinen Herzogtums von Weimar die Modetrends der großen Welt ins Haus näherbringen sollte und in dem er zugleich auch eigene Erzeugnisse bewarb, ferner war er 1785 Mitbegründer der Jenaische allgemeine Literaturzeitung, und er gab spanische und portugiesische Literatur heraus. 1791 ging er daran, ein “Landes-Industrie-Comptoir” zu gründen, in dem er seine verlegerischen und und manufakturellen Illustration aus dem 12-bändigen Bilderbuch für KinderUnternehmungen zusammenfaßte und das durch die gute Ausbildung von Arbeitern die Industrialisierung fördern und mehr Menschen in Lohn und Brot bringen sollte; tatsächlich waren in dieser Institution zeitweise zwischen 400 bis 500 Personen, knapp unter 10% der Bevölkerung Weimars, beschäftigt. Angegliedert war u.a. neben einer Papier- und Farbenmühle und einer Buchdruckerei eine kartographische Abteilung, die allerdings 1804 unter dem Namen Geographisches Institut selbstständig wurde. 

Die Ereignisse der napoleonischen Kriege des Jahres 1806 hatten auch auf Bertuchs Unternehmen negative wirtschaftliche Auswirkungen. Ab 1814 gab Bertuch, der 1796 kaufmännischer Direktor der Chalkographischen Gesellschaft zu Dessau geworden war, auch politische Zeitungen und Zeitschriften, u.a. Nemesis und Das Oppositionsblatt heraus. Friedrich Justin Bertuch starb 74-jährig; an seiner Grabrede wirkte sein Freund Goethe mit.

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Bilder: Thomas Haas (07/2012)

Weimar, Weimarhallenpark

Hinweis: Der heutige Weimarhallenpark, in dem sich sein Grabdenkmal befindet, ging aus dem großen “Baumgarten“ hervor, den Bertuch 1777 in Erbpacht übernommen, umgestaltet hatte und dort sein Wohn- und Geschäftshaus errichtet hatte..

Agostino Chigi il Magnifico (der Prächtige)

Italienischer Bankier; kam 1487 mit seinem Vater, der durch den Handel mit Korn reich geworden war, aus der Toskana nach Rom, wo er ein eigenes Geschäft aufbaute und zu enormem Reichtum gelangte. Chigi war Pächter der Münze, der Salinen und des Alauns von Tolfa. Ab 1509 war er Chef des Bankhauses der Spanocchi. Er unterhielt eine Flotte und ließ in seiner Druckerei das erste griechische Buch drucken. Chigi stand in Handelsbeziehungen mit ganz Westeuropa und beschäftigte zeitweise 20.000 Mitarbeitern. Er war einer der bedeutendsten Bankiers seiner Zeit und verkehrtemutmaßlich Francesca Ordeaschi in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen. Er war der Bankier der Päpste Alexanders VI., Julius' II. und Leos X., sowie Cesare Borgias, des Sohnes Alexanders VI.. Als Mäzen der Kunst und Literatur förderte er zahlreiche Künstler der Renaissance, so z.B. Perugino, Sebastiano del Piombo, Giovanni da Udine, Giulio Romano, Sodoma und Raffael. Baldassare Peruzzi (*1481, †1536 ) erbaute für ihn am Fuße des Ianiculum-Hügels die Villa Farnesina, die er bis 1510 bewohnte und von Raffael mit mythologische Fresken ausmalen ließ, u.a. mit dem Fresco Trionfo della Galatea (Triumph der Galatea), das seine langjährige Kurtisane, die reizenden und gebildeten Imperia darstellt. Die Frau, mit der er zahlreiche Kinder hatte, die Venezianerin Francesca Ordeaschi, heiratete er erst kurz vor seinem Tode - allerdings auch nur auf Druck Leos X..

Trionfo della Galatea (pinxit Raffael)

Deckengemälde in der Loggia di Psiche der Villa Farnesina (pinx. Raffael und Schüler)

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Rom, Santa Maria del Popolo, Capella Chigi

Bild: Pippo-b (11/2007) Wikipedia.it
Bild: Pippo-b (11/2007) Wikipedia.it
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Caspar Voght

pinxit Jean-Laurent Mosnier (1801)

 

Deutscher Kaufmann, und Sozialreformer; Sohn des KaufmannsJohannes Voght, der zunächst von Hamburg aus Handeln mit Portugal betrieb; um ab 1732 in Lissabon zu arbeiten und ab 1748 wieder in Hamburg einen Leinen- und Seidenhandel zu führen.. Caspar Voght baute nach dem Todes des Vaters dessen Geschäft aus und führte schließlich gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und Freund Georg Heinrich Sieveking eines der größten Handelshäuser Hamburgs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er wuchs in einer Zeit der Aufklärung in der Hansestadt auf und führte ein von den aufklärerischen Idealen geprägtes Leben und Schaffen

Er leistete wichtige, in ganz Europa beachtete Beiträge zur zeitgenössischen Reform des Armenwesens  Er unternahm zahlreiche Reisen, auf denen er  einflussreiche Politiker, Gelehrte und Schriftsteller kennenlernte und so ein Netzwerk zwischen ihnen schuf. Bedeutend war sein landwirtschaftliches Mustergut in Klein Flottbek im Stil der “ornamented farm”, das zu den bedeutendsten Ausgangspunkten der landschaftsgärtnerischen Erschließung des Hohen Elbufers zählt.

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Bild: Parsifal von Pallandt (01/2019

Hamburg-Bahrenfeld, Mennonitenfriedhof

Helmut Paul Greve

 

 

Deutscher Immobilienkaufmann und Mäzen;

 

 war unter anderem Vorstandsvorsitzender der Helmut Greve Bau und Boden AG und lange Jahre ungarischer Honorarkonsul in Hamburg, bevor er dieses Amt an seine Tochter Eva-Maria Greve abgab.

 

 

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Hamburg-Nienstedten, Friedhof

Bilder: Parsifal von Pallandt (12/2018
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Bilder: Klaus Paap (06/2020)
KN 10/2021
Unternehmer / Manager II

Omnibus salutem!