Anneliese Michel

 

Der Fall “Anneliese Michel” erregte in den 1970er Jahren in den Medien der Bundesrepublik Deutschland große Aufmerksamkeit, weil zwei katholische Priester wenige Monate vor ihrem Tode mehrfach an der einem streng katholischen Elternhaus entstammenden Michel den Großen Exorzismus vollzogen hatten. Das als hochintelligent geltende Mädchen hatte nach dem Besuch der Volksschule in Klingenberg an das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium in Aschaffenburg gewechselt. Dort war sie immer wieder wegen nervlicher Probleme aufgefallen. Nachdem sie sich 1968 bei einem nächtlichen Krampfanfall in die eigene Zunge gebissen hatte, gelähmt schien und ihr Körper von Konvulsionen durchgeschüttelt wurde, diagnostizierte ein Neurologe bei ihr eine generalisierte Epilepsie mit Anfällen vom Typ “Grand Mal”, worauf sie mit antikonvulsiven Mittel behandelt wurde. Die nach solchen Anfällen auftretenden Depressionen wurden allerdings nicht behandelt. Ab Herbst 1970 besucht sie wieder das Gymnasium. Nach dem Abitur im Jahr 1973 begann Anneliese Michel, die Lehrerin werden wollte, ein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Würzburg. Während ihres Aufenthaltes in Würzburg war sie weiterhin auffällig. Nach Zeugenaussagen brachte sie sich selber schwere Verwundungen bei, u.a. solche, die Blutergüsse im Bereich beider Augen verursachten. Außerdem wurden Wundmale, denen von Jesus Christus ähnlich, festgestellt, die auf Selbstgeißelung zurückgeführt wurden. Ab Sommer 1973 ersuchten ihre Eltern verschiedene Pfarrer um eine Teufelsaustreibung, die diese ablehnten. 1974 beantragt Pfarrer Ernst Alt, der Anneliese Michel betreute, beim Würzburger Bischof eine solche Genehmigung, die allerdings wiederum verweigert wurde. Im September 1975 beauftragte schließlich der Würzburger Bischof Josef Stangl "nach reiflicher Überlegung und guter Information" den Salvatorianerpater Arnold Renz, an Anneliese Michel, die mittlerweile wieder in ihrem Elternhaus wohnte, sich immer wieder die Kleider vom Leib riß, auf den Fußboden urinierte, die sie umgebenden Personen beschimpft und anbrüllt sowie auf dem nackten Boden schlief und die Nahrungsaufnahme verweigerte, einen Großen Exorzismus durchzuführen. Zwischen September 1975 und Juli 1976 wurden ein bis zwei Sitzungen pro Woche abgehalten. Um weitere Selbstversetzungen zu verhindern, wurde Michel in den letzten Wochen ihres Lebens zeitweise an das Bett gefesselt. Ärzte diagnostizierten später eine Temporallappenepilepsie. Sachverständige kamen zu der Ansicht, daß sich aufgrund der Behandlung mit Antikonvulsiva die Krankheit zu einer paranoiden Psychose entwickelt habe. Zwei Jahre nach ihrem Tode, bei dem sie nur noch 31 Kilo wog, wurden sowohl ihre Eltern als auch die beiden Exorzisten von einem Gericht unter der Leitung von Oberstaatsanwalt Karl Stenger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Seitdem distanziert sich die katholische Kirche in Deutschland von Teufelsaustreibungen.

Zurück zur Personenliste           

Bilder: Hajo Rackel (11/2008)

Klingenberg am Main, Friedhof

Valentin Haüy

                      

Französischer Lehrer; Bruder des Mineralogen René-Just Haüy; einer Familie von Webern entstammend; studierte zunächst Sprachwissenschaften - schwerpunktmäßig Altgriechisch, Latein und Hebräisch - und wurde dann Beamter im französischen Ministerium und später Lehrer; Als Professor und Mitglied des Bureau académique d'écriture seit 1781, wurde er im Jahr 1783 Dolmetscher König Ludwigs XVI.. Als er miterlebte, wie blinde Insassen des Quinze-Vingts Hospice in Paris während des religiösen Straßenfestes Foire de Saint Ovide auf der Place de la Concorde verspottet wurden, beschloß er, sich für die Blinden einzusetzen, wie es vor ihm bereits Abbe Charles-Michel de l’Epée für taubstummen Kinder getan hatte. Er gründete daher mit Unterstützung einer Blinden, der aus Wien stammenden Marie von Paradis, 1784 in Paris die ersten Erziehungs- und Unterrichtsanstalt für blinde Menschen, die Institution Royale des Jeunes Aveugles (Königliches Institut für junge Blinde). Die Anstalt wurde 1791 vom Staat übernommen. Allerdings wurde die geplante Erweiterung der Anstalt durch die Ereignisse während der Französischen Revolution nicht nur verhindert; vielmehr sank die Moral der Anstalt tiefer und tiefer. Napoléon Bonaparte ersetzte Haüy 1802 sogar durch einen anderen Direktor. Haüy gründete daher eine Privatanstalt zur Erziehung der Blinden das Musee des Aveugles. Da sich die Situation jedoch nicht besserte, folgte er schließlich einem Ruf Alexanders I., in Rußland Pläne für einen entsprechende Anstalt in Sankt Petersburg auszuarbeiten. Haüys Pläne konnten jedoch wegen der politischen Ereignisse der Zeit nicht realisiert werden, so daß er nach einem 11jährigen Aufenthalt in Rußland 1817 schließlich nach Paris zurückkehrte, wo er seine Pläne zwar wieder aufnahm, aber bereits 1822 verstarb.

Stark beeinflußt von den Philosophen des 18. Jahrhunderts war er einer der Begründer des Revolutionskultes der Theophilanthropie, die während der Französischen Revolution an die Stelle von Christentum und insbesondere des Katholizismus’ treten sollte.

Zurück zur Personenliste                   

hauy2_gb
hauy_gb

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bernhard Weiß

weiss_bernhard_emil_orlik_bd Bild: Emil Orlik no_copyright

Deutscher Jurist und Polizeivizepräsident; Sohn eines Getreidegroßhändlers und Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Berlin; studierte Jura in Berlin, München, Freiburg im Breisgau und Würzburg und promovierte anschließend. Der Offizier der Reserve avancierte im Ersten Weltkrieg zum Rittmeister auf und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse ausgezeichnet. Im Juni 1918 wurde er vom preußischen Innenminister Drews zum Stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei in Berlin ernannt, von 1919 bis 1924 leitete er die Abteilung der Politischen Polizei, wurde 1925 Chef der Kriminalpolizei und 1927 Vizepolizeipräsident. Während seiner Amtszeit wohnte er mit seiner Familie in einer Dienstwohnung im damaligen Polizeiamt Charlottenburg. Als solcher schuf er gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten Grzesinski und dem Kommandeur der Schutzpolizei Heimannsberg das Bild von der “Polizei als Freund und Helfer”. Weiß, der Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) war und eine zentrale Person im Berlin während der Weimarer Republik, ging immer wieder gegen die Rechtsbrüche rechtsradikaler Kräfte vor und geriet damit in das Visier der Nationalsozialisten, die ihn mit Diffamierungskampagnen überzogen. Insbesondere der Berliner Gauleiter der NSDAP, Joseph Goebbels, griff Weiß in der Hetzschrift Der Angriff an und diffamierte ihn in Schrift und Bild als Juden und “Vertreter des Systems”. Weiß, einer der wenigen, die sich gegen den aufkommenden Nationalsozialismus stemmte, führte Goebbels erfolgreich 60 Prozessen zu. In der Folge des sog. Preußenschlages am 20.7.1932, in dem die preußische Regierung durch einen Reichskommissar ersetzt wurde, wurde Weiß durch die Regierung Franz von Papens aus seinem Amt entlassen und lebte nach kurzer Inhaftierung zunächst weiter in Berlin; als aber die Nazis ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hatten und ein SA-Trupp seine Wohnung am Steinplatz 3 stürmte, floh er - in letzter Minute durch den Hinterausgang des Hauses - im März 1933 zunächst in das Hotel Adlon und dann mit Hilfe von Kollegen nach Hamburg zu Verwandten und schließlich nach Prag und weiter nach London, wo er einen kleinen graphischen Betrieb aufbaute.

Weiß’ Gemahlin Lotte hatte Verbindungen zu zahlreichen Künstlern der Weimarer Republik und führte ein offenes Haus; u.a. war sie mit Richard Tauber befreundet.

Zurück zur Personenliste                   

London, Liberal Jewish Cemetery

weiss_bernhard_gb

August Schwartz

 

Deutscher Buchhändler; kam 1861 nach Oldenburg, wo er als Buchhändler in der Buchhandlung von Carl Ferdinand Schmidt tätig war. 1863 heiratete er die Tochter Johann Wilhelm Berndts, des Inhabers der Schulzeschen Hof-Buchhandlung und Hof-Buchdruckerei, die er nach dem Todes seines Schwiegervaters 1877 übernahm. Als Verleger förderte er heimische Autoren wie Hermann Allmers, Arthur Fitger, Heinrich Bulthaupt und Georg Ruseler, deren Werke er verlegte, außerdem verlegte auch das Stadtadressbuch. Schwartz gilt als Erfinder der Ansichtskarte, was heute jedoch als umstritten gilt. Er hatte die angeblich erste Bildpostkarte zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges, am Tage der Mobilmachung gegen Frankreich, am 16.7.1870 an seine Schwiegereltern in Magdeburg versandt.

Zurück zur Personenliste                   

schwartz_august_gb
schwartz_august2_gb

Oldenburg i. O., Gertrudenfriedhof

poskrebyschew_gb

Alexander Nikolajewitsch Poskrjobyschew [russ. Александр Николаевич Поскрёбышев]

 

Sekretär Stalins; Sohn eines Schusters; war von Beruf urspr. Feldscher; wurde 1917 Mitglied der Bolschewiki. Seine Karriere begann er als politischer Kommissar in Turkestan und diente zwischen 1918 und 1919 in der politischen Abteilung des dortigen revolutionären Militärkomitees. Ab 1922 arbeitete Poskrjobyschew, der als unermüdlicher Arbeiter galt und bis zu 16 Stunden täglich aktiv war, im ZK der Partei für das er “besondere Aufgaben erfüllte” und avancierte Ende der 1920er Jahre zum engsten Mitarbeiter Josef Stalins, nachdem er im Jahr 1927 an Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität Wirtschaftsrecht absolviert hatte. Nach dem Tod von Iwan Towstucha (*1889, †1935), der an Tuberkulose starb, wurde er Leiter des persönlichen Sekretariats Stalins. Ab 1939 war Mitglied im ZK der WKP bzw. KPdSU und stand jahrelang der Geheimabteilung des Zentralkomitees vor. Als solcher entschied er, wer zu Stalin vorgelassen werden durfte und welche Vorgänge diesem vorgelegt werden konnten. Ab 1946 war Abgeordneter des Obersten Sowjet der UdSSR. Im November 1952 entfernte Stalin, wahrscheinlich unter Druck seitens Berija, Poskrjobyschew aus seinem Funktionen; seine Frau, die mit Trotzkij verwandt war, wurde im selben Jahr unter dem Vorwand der Spionage erschossen. Anfang 1953 wurde er im Zusammenhang mit der “Ärzteverschwörung“ verhaftet, nach Stalins Tod im März jedoch wieder freigelassen

Zurück zur Personenliste                   

Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

cc_somerightsreserved

Wera Iwanowna Sassulitsch [russ. Вера Ивановна Засулич]

        

Russische Revolutionärin und Autorin; eine von drei Töchtern einer verarmte Adelsfamilie; Vater Iwan war Offizier im Range eines Stabskapitäns; nachdem ihr Vater gestorben war und die Familie sich finanziellen Problemen gegenübersah, gab ihre Mutter sie zu ihrem wohlhabenden Onkel, auf dessen Gut sie aufwuchs. Im Alter von 15 Jahren kam sie mit ihren Schwestern Alexandra und Katharina in das Pensionat zweier deutscher Damen in Moskau. Das Pensionat verließ sie 1867, ausgestattet mit guten Deutsch- und Französischkenntnissen und einem Examen, als Hauslehrerin; sie arbeitete danach jedoch zunächst in der Provinz als Schriftführerin für einen Friedensrichter. 1868 ging sie nach Sankt Petersburg und arbeitete dort in einer Druckerei für Frauenzeitschriften. Im Haus einer Freundin begegnete sie dem Nihilisten und Anarchisten Sergej Netschajew (*1847, †1882), dessen Energie und Zielstrebigkeit sie bewunderte. 1869 wurde sie wegen dieser Verbindung erstmals verhaftet. Nach ihrer Entlassung im Jahre 1873 schloß sie sich in Kiew der revolutionären Gruppe Kiewer Rebellen an und entwickelte sich zu einer Führungsperson dieser Bewegung. 1878 verwundete sie mit einem Schuß aus einem Revolver den Sankt Petersburger Stadthauptmann General Theodore Trepow am Becken, während sie ihm eine Bittschrift überreichte; mit dieser Tat wollte sie die Mißhandlungen an dem politischen Gefangenen Jemeljan Bogoljubow rächen. Überraschenderweise wurde sie in der Gerichtsverhandlung mit der Begründung freigesprochen, bei der Tat habe es sich nicht um eine politisch motivierte Handlung gehandelt, sondern um einen persönlichen Racheakt, da sie die Geliebte des Gefangenen sei. Damit sollte verhindert werden, daß in der Verhandlung möglicherweise offenbar wurde, daß die Mißhandlung des Gefangenen vom Justizminister Pahlen genehmigt worden war. Sassulitsch floh aber anschließend aus Angst vor einer möglichen weiteren Verhaftung, die auch tatsächlich veranlaßt wurde, zunächst nach Berlin, wo keiner der Emigranten ihr eine Unterkunft gewährte (alle hatten Angst, da gerade ein Attentat auf Wilhelm I. erfolgt war), so daß sie auf einer Parkbank übernachten mußte, dann weiter in die Schweiz, wo sie begann, sich mit dem Marxismus zu beschäftigen. Durch diese Tat wurde sie zur Symbolfigur der Наро́дники (Narodniki), die 1879 die Geheimgesellschaft Народная воля (Narodnaja Wolja, Volkswille) bildete und später die Ermordung des Zaren Alexander II. verantwortete. Sie wandte sich jetzt vom Terrorismus ab, den sie als für eine politische Lösung ungeeignet verwarf, und gründete in Genf 1883 gemeinsam mit Georgij Plechanow und Pawel Axelrod (*1850, †1928) die erste marxistische Gruppe innerhalb der russischen Arbeiterbewegung, Освобождение труда (Befreiung der Arbeit).

1881 trat sie schriftlich mit Karl Marx in Kontakt, und sie führte einen Briefwechsel mit Friedrich Engels. Sie übersetzte u.a. 1882 Marx’ Kommunistische Manifest ins Russische. Nach der Revolution von 1905 kehrte sie mit ihrem engen Freund Leo Deutsch (*1855, †1941, der nach seiner Flucht aus einem sibirischen Straflager geflohen und über Japan, die USA und Westeuropa wieder in Rußland eingereist war, nach Sankt Petersburg zurück und lebte dort als Übersetzerin im Haus der Schriftsteller. Sassulitsch galt neben Plechanow und Axelrod als Führerin des gemäßigten Flügels der Sozialdemokratie, den Menschewiki. Wegen ihrer “heroischen Vergangenheit” wurde sie von Lenin und auch Trotzkij bewundert. Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte sie 1917, als sie nach der Februarrevolution als Gast bei der Versammlung des Petrograders Stadtsowjets, die im Taurischen Palais stattfand, erschien.

Zurück zur Personenliste                   

Sankt Petersburg, Wolkowo-Friedhof

sassulitsch1_gb

Courtesy of: http://m-necropol.narod.ru

Rupert Neudeck

 

 

Deutscher Journalist; floh Ende Januar 1945 mit seiner Mutter, seinen drei Brüdern und seiner Schwester aus Danzig-Langfuhr vor der anrückenden Roten Armee. Geplant war die Flucht über die Ostsee mit dem “Kraft-durch Freude-(KdF)-Kreuzfahrtschiff” Wilhelm Gustloff, das 1939 der Kriegsmarine übergeben, von dieser zum Lazarettschiff, Truppentransporter und Wohnschiff der Kriegsmarine umgebaut worden war und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten nach Westen transportieren sollte. Die Familie verpaßte knapp das Ablegen des Schiffe, das am 30.1.1945 von dem sowjetischen U-Boot S-13 unter dem Kommando von Kapitän Alexander Marinesko torpediert wurde, wobei mehr als 9.000 der Besatzung und Flüchtlinge an Bord den Tod fanden. Rupert Neudeck verbrachte seine Kindheit in der westfälischen Stadt Hagen und begann nach dem Abitur Philosophie, Germanistik, Soziologie und Katholische Theologie zu studieren, brach das Studium jedoch 1961 ab und trat dem Jesuitenorden bei. Nach dem Austritt aus dem Orden nahm er das Studium jedoch wieder auf und schloß es 1970 schließlich ab. 1972 wurde er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Doktor der Philosophie promoviert. Zwischen 1969 und 1971 war er als studentischer Redakteur beim Semesterspiegel tätig. Anschließend begann er als hauptberuflicher Journalist bei der katholischen Funk-Korrespondenz in Köln, 1976 wechselte er dann in den Freien Journalismus. 1977 wurde er Redakteur beim Deutschlandfunk, Abteilung Politisches Feature. Angesichts der großen Not vietnamesischer Flüchtlinge im Südchinesischen Meer rief er gemeinsam mit seiner Frau Christel sowie mit Unterstützung des Schriftstellers Heinrich Böll 1979 das Komitee Ein Schiff für Vietnam ins Leben, aus dem sich 1982 die Hilfsorganisation Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e. V. entwickelte. Namensgeber war der Frachter Cap Anamur, mit dem die Besatzung um Rupert Neudeck insgesamt 10.375 vietnamesische Flüchtlinge, die sogenannten boat people, aufnahm und nach Deutschland brachte. Es folgten zahlreiche weitere Hilfseinsätze mit der Cap Anamur. Mehrfach kritisiere Rupert Neudeck ab Beginn der 2000er Jahre den Staat Israel: Insbesondere wegen deren Sperranlagen und der Lage der Palästinenser Im Juni 2010 kritisierte er das Vorgehen Israels bezüglich des Erteilens von Baugenehmigungen und Hauszerstörungen im Westjordanland.

Rupert Neudeck war Beiratsmitglied der Gesellschaft für bedrohte Völker, gemeinsam mit seiner Frau Christel Kuratoriumsmitglied der Gesellschaft Freunde Abrahams und offizieller Unterstützer der Demonstration Freiheit statt Angst..

Zurück zur Personenliste                   

Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis) OT Spich, Friedhof

neudeck_rupert1_gb
Bilder: Hartmut Riehm (09/2017)

Klaus Bednarz

 

 

Deutscher Journalist; einer aus den Masuren entstammenden Familie; besuchte zunächst eine Schule in Falkensee (Ldkrs. Osthavelland), bis die Familie 1955 nach Hamburg übersiedelte, wo er 1961 das Abitur ablegte. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, der Slawistik und der Osteuropäischen Geschichte in Hamburg, Wien und Moskau wurde Bednarz 1966 an der Universität Wien promoviert. Bednarz, dessen Berufswunsch eigentlich eine Karriere als Schauspieler anstrebte, bewarb sich jedoch erfolgreich beim Fernsehen und arbeitete ab 1967 als Fernsehkorrespondent, unter anderem ab 1971 als erster Auslandskorrespondent der ARD in Polen, wo er in Warschau das ARD-Studio abbaute. 1977 wechselte er als Leiter in das Moskauer ARD-Studio in der Sowjetunion, Von 1982 bis 1983 moderierte er für ein knappes Jahr die Tagesthemen der ARD, bevor er im Dezember 1983 als Redaktionsleiter sowie Moderator das investigative Nachrichtenmagazin Monitor moderierte und in dieser Zeit 1.500 Monitor-Beiträge verantwortete. 2002 gab er die Leitung von Monitor an die Journalistin Sonia Seymour Mikich ab. Von 2002 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2007 war Bednarz ARD-Sonderkorrespondent und als Chefreporter für die Fernsehsparte des WDR tätig. In seinen Fernsehreportagen und Buchveröffentlichungen beschäftigte er sich insbesondere mit den Ländern in Ostmittel- und Osteuropa sowie Zentralasien, aber auch mit dem Süden Chiles und Argentiniens.

Zurück zur Personenliste                   

Bilder: Matthias Bauer (08/2017)

Hamburg-Harburg OT Eißendorf, Neuer Friedhof

Wilhelm Hermann Carl Freiherr von Erlanger (seit 1872)

 

 

Deutscher Jurist; zweitälteste Sohn von Raphael von Erlanger, 1848 Gründer des Bankhauses Erlanger & Söhne, und Bruder von Frédéric Emile Baron d’Erlanger; Vater von Carlo von Erlanger; studierte in Heidelberg Rechtswissenschaft und wurde dort zum Dr. Jur. promoviert , war zunächst als Rechtsanwalt und Notar und später als Justitiar für das väterliche Bankhaus Erlanger & Söhne tätig. 1859 erwarb er in Nieder-Ingelheim ein Hofgut mit 49 dazugehörigen Grundstücken. Gemeinsam mit seiner Frau Caroline, die er kurz zuvor geheiratet hatte, baute er das Gut zu einem repräsentativen Wohnsitz aus und errichtete auf dem erworbenen Gelände - umgeben von einem Park - die Villa Carolina wo das Paar sich niederließ Die Liegenschaft wurde später an Albert Boehringer, den Eigentümer des Chemieunternehmens Boehringer Ingelheim, verkauft (1938 wurde die Villa Carolina abgerissen).

Inschrift: Denn bei Dir ist die lebendigen Quelle, und in Deinem Licht sehen wir das Licht, Ps. 36, Jer.2

Villa Carolina (Aufnahme aus dem Jahre 1903)

Zurück zur Personenliste                            

Bilder: KN 14.09.2017

Ingelheim am Rhein OT Nieder-Ingelheim, Friedhof

Sir George Williams

 

Englischer Philanthrop; jüngstes von acht Kindern eines Bauern, der die am Rande eines riesigen Hochmoors gelegenen Ashway Farm, bewirtschaftete;

Gründer des Young Men’s Christian Association (YMCA) im Jahre 1844 in London.

 

Zurück zur Personenliste                   btn_up

Bilder: Detlef Buhre (11/2017)

London, St, Paul’s Cathedral

Sonstige LXXXVI

Omnibus salutem!