Hans Franck

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Deutscher Novellist, Romancier, Dramatiker und Lyriker; der Sohn eines Dachdeckermeisters arbeitete von 1901 bis 1911 als Volksschullehrer in Hamburg, von 1914 bis 1921 als Dramaturg bei Louise Dumont in Düsseldorf und zugleich als Leiter der dortigen Hochschule für Bühnenkunst. Ab 1922 lebte er zurückgezogen auf Gut Frankenhorst am Ziegelsee in Schwerin als freier Schriftsteller.

Werke u.a.: Der Herzog von Reichstadt ( 1910), Meta Koggenbrook (1925)), Die Pilgerfahrt nach Lübeck (1935), Annette (1937), Sebastian (1949), Marianne (1958), Ernst Barlach (1961).

Inschrift:

      Gesegnet sei der Himmel!
        Wie faß ich, was er gibt?
        Gesegnet sei die Erde!
        Ich hab sie sehr geliebt.

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Peter Hacks

1956Bundesarchiv  cc_somerightsreserved

 

Deutscher Schriftsteller; der Sohn eines sozialdemokratischen Rechtsanwalts studierte ab 1947 in München Soziologie, Philosophie, Literatur- und Theaterwissenschaft. Erste Stücke verfaßte er noch in der Bundesrepublik, übersiedelte allerdings aus ideologischen Gründen 1955 in die DDR, wo er auf Einladung Bertolt Brechts Mitglied des Berliner Ensemble wurde und wo zahlreiche seiner Dramen entstanden. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Stück Die Schlacht bei Lobositz, dessen Uraufführung 1956 stattfand. Ab 1960 geriet er in die Kritik der Führung der DDR, als er in seinem Stück Die Sorgen und die Macht angeblich die führende Rolle der Arbeiterklasse verunglimpfte: er verlor seine Arbeit als Dramaturg am Theater. Auch in der Bundesrepublik geriet er wegen seiner Einstellung zum Bau der Berliner Mauer und später zur Ausweisung Wolf Biermanns aus der DDR ins Visier der Kritik; das Bochumer Schauspielhaus setzte sogar eines seiner Stücke ab. Trotz seines großen Erfolgs mit dem Monodrama Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe, das1976 aufgeführt wurde, ging seine Popularität weiter zurück, ohne daß er jedoch - entgegen seiner Befürchtungen - in Vergessenheit geriet. 1991 trat er aus dem Deutschen PEN-Zentrum (Ost) aus.

Werke u.a.: Der Müller von Sanssouci (Uraufführung 1958), Die Sorgen und die Macht (Uraufführung 1960).

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Heiner Müller

 

 

Deutscher Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Übersetzer; arbeitete zunächst als Journalist, bevor er von 1958 bis 1960 Mitarbeiter am Maxim-Gorki-Theater in Ost-Berlin wurde und schließlich als freier Schriftsteller arbeitete; war Dramaturg am Berliner Ensemble, dessen Leiter er seit 1992 war, und Berater an der Volksbühne Berlin, sowie von 1990 bis 1992 Präsident der Deutschen Akademie der Künste. In seinen frühen Stücken, die er zum Teil gemeinsam mit seiner zweiten Frau Inge (†1966) verfaßte, so in Der Lohndrücker (1957) und Der Bau (1965.) stellte Müller die Konflikte des Arbeitsalltags ungeschminkt dar. Sein kritisches Stück zur Kollektivierung der Landwirtschaft Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande (1961) brachte ihn in Gegensatz zur Kulturpolitik der DDR, so daß er aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen wurde. Aber auch mit der deutschen Geschichte rechnete er aus marxistischer Sichtweise in seinen Stücken Die Schlacht (1975), Germania Tod in Berlin (1977) und Leben Grundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei (1977) ab.

Auszeichnungen u.a.: Georg-Büchner-Preis (1985), Kleist-Preis (1990).

Werke u.a.: Der Lohndrücker (1957), Der Bau (1965).

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Bild: Hanns-Echard Sternheim

Schwerin, Alter Friedhof

Margaret Munnerlyn Mitchell

      1941Bild: NYWTS

US-amerikanische Schriftstellerin; nach Absolvierung des Washington Seminary (heute The Westminster Schools), besuchte sie das Smith College, brach die Ausbildung jedoch ab, um sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter, die 1918 an der Spanischen Grippe gestorben war, um den elterlichen Haushalt zu kümmern. Sie begann außerdem für die Zeitung Atlanta Journal unter ihrem Spitznamen Peggy Mitchell als Journalistin eine wöchentliche Kolumne in der Sonntagsausgabe zu schreiben. Nach einer kurzen, gescheiterten Ehe mit Red Upshaw (1922), heiratete sie im Jahre 1925 dessen Freund John Marsh. Weltberühmt wurde sie durch ihr Buch über die Sezessionskrieg Gone with the Wind (1936, dt. Vom Winde verweht), der erfolgreich mit Vivien Leigh als Scarlett O’Hara und Clark Gable als Rhett Butler verfilmt wurde (1939); der Film wurde mit mehreren Academy Awards (Oscars) ausgezeichnet. In den 1940er Jahren arbeitete sie ehrenamtlich für wohltätige Zwecke. Mitchell kam auf tragische Weise ums Leben: Am 11.8.1949 überfuhr der betrunkene Taxifahrer Hugh D. Gravitt sie, als sie und ihr Mann die Peachtree Street überqueren wollten; ihre Verletzungen waren so gravierend, daß sie nicht mehr aus dem Koma erwachte und wenige Tage nach dem Unfall im Grady Hospital verstarb.

Auszeichnungen u.a.: Pulitzer-Preis für Gone with the Wind (1937).

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Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Friedrichswerdersche Gemeinde

Ehm (Emil) Welk Pseudonym Thomas Trimm

Deutscher Schriftsteller; der Sohn eines Bauern; absolvierte nach dem Besuch der Dorfschule eine kaufmännische Ausbildung in einer Weingroßhandlung, wandte sich dann aber dem Journalismus zu und war 1904 als Volontär bei der Stettiner Abendpost, später als Mitarbeiter bei den liberalen Stettiner Neuesten Nachrichten tätig. Es folgten dann Tätigkeiten bei verschiedenen Zeitungen in Norddeutschland, u.a. 1909 war er für drei Monate Chefredakteur der Stolper Neusten Nachrichten.. Ab 1910 lebte er in Braunschweig, wo er von 1910 bis 1919 Chefredakteur des Braunschweiger Allgemeinen Anzeigers war und anschließend für die Braunschweiger Morgenzeitung arbeitete. Bekannt wurde Ehm Welk v.a. mit seinen Romanen mit sozialkritischen Aspekten um das pommersche Dorf Kummerow, die ohne Blut-und-Boden-Klischees ländliches Leben humorvoll schildern: Die Heiden von Kummerow (1937), Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer (1938), Die Gerechten von Kummerow (1943). 1967 wurde in einer der wenigen Koproduktionen zwischen der BRD und der DDR sein Roman unter dem Titel Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche mit Paul Dahlke verfilmt. Als Redakteur bei der Zeitung Grüne Post schrieb er einen offenen Brief unter dem Titel ”Auf ein Wort, Herr Minister”, an den Reichspropagandaminister Goebbels und bat um mehr Pressefreiheit, wurde daraufhin verhaftet und kurzzeitig im KZ Oranienburg interniert. Nach seiner Freilassung wurde er mit bedingtem Berufsverbot belegt. In der DDR benannte man eine Landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft (LPG) mit seinem Namen. Als der landwirtschaftliche Betrieb wenig reüssierte, versuchte Welk, der sechs Volkshochschulen gründete und Direktor der Schweriner Volkshochschule war, - wenngleich erfolglos - der LPG seinen Namen zu entziehen. In der DDR wurde er verschiedentlich geehrt; so erhielt er 1954 den Nationalpreis, wurde Ehrenbürger der Städte Bad Doberan und Angermünde, 1956 Ehrendoktor und 1964 Professor an der philosophischen Fakultät der Universität Greifswald.

”Und die Menschen, die, ihres Alters froh, so die Ebene gehen wie ich, die legen sich schließlich wohl ins Gras, das voller Blumen ist. Aber nicht, daß sie schlafen wollen vor Ermattung. Oder gar sterben vor Gleichgültigkeit. Sie liegen auf dem Rücken und sehen nach oben, wie Wanderer es tun, wenn sie zwar körperlich ein weniges müde sind, aber ihr Herz ist voll Wohlgefallen an der Schöpfung.” Aus: Ehm Welk, Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer.

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Berlin, Französischer Friedhof (Liesenstr.)

Rudolf Tarnow

Deutscher Dichter plattdeutscher Sprache; der Sohn eines Schusters besuchte von 1873 bis 1881 die Mittelschule in Parchim; nach Absolvierung des Militärdienstes hat Tarnow viele Jahre seines Lebens (von 1906 bis zu seiner Pensionierung ein Jahr vor seinem Tode) als Betriebsinspektor in der Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg in Schwerin gearbeitet. Seine literarische Tätigkeit und die vielen Auftritte vor seinen Lesern absolvierte er in seiner Freizeit. Viele seiner Bücher genießen besonders bei großen Teilen der norddeutschen Bevölkerung eine außerordentlich hohe Wertschätzung. Tarnow, der die im Norden weit verbreitete Tradition der Läuschendichtung fortgesetzt und fast bis zur Vollendung geführt hat, wird heute in einem Atemzug mit Fritz Reuter genannt. Am meisten in der Gunst des Publikums stehen die ersten drei Bände der Burrkäwers. Mit der Figur des Köster Klickermann (1921) hat Tarnow eine literarische Gestalt geschaffen, die sich verselbständigt hat und sprichwörtlich geworden ist.

Weitere Werke: Rüter-Püter, Wismar (1924), Ringelranken (1927).

        Mötst di nich argern,
        Is Unrecht di dahn,
        Haug mal up’n Disch,
        Un glieck is ‘t vergahn,
        Kort is din Läben,
        Un lang büst du dod.
        Minsch, blot nich argern,
        Ne lachen deiht gaud!

        Rudolf Tarnow

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Bilder: Frank (01/2007)

Atlanta (Georgia) Oakland Cemetery

Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (2004)

Schwerin, Sachsenbergfriedhof

Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (2004)

Bad Doberan, Waldfriedhof

Otfried Preußler

 

 

Deutscher Kinderbuchautor; Sohn des deutschböhmischen Lehrers, Heimatforschers, Volkskundlers und Sachbuchautors Josef Syrowatka, der seinen Familiennamen 1941 in den Namen seiner Vorfahren, Preußler, änderte; wurde nach dem Abitur 1942 zum Militärdienst in der Wehrmacht herangezogen. Im Oktober 1944 geriet er an der Ostfront in sowjetische Gefangenschaft, aus der er im Juni 1949 entlassen wurde. Im selben Jahr fand er in Rosenheim seine aus der Heimat vertriebenen Angehörigen sowie seine Verlobte Annelies Kind, die er heiratete, wieder. Mit dem Schreiben - zunächst als Lokalreporter und als Autor für den Kinderfunk des Bayrischen Rundfunks - begann er bereits während des Studium der Pädagogik. Nach dem Abschluß des Studiums arbeitete er bis 1970 als Volksschullehrer und als Rektor in Rosenheim. Seit Anfang der 1970er Jahre widmete er sich dann als freier Schriftsteller ganz dem Schreiben. Seinen ersten großen Erfolg hatte er aber bereits 1956 mit seinem Buch Der kleine Wassermann, dem 1962 Der Räuber Hotzenplotz folgte, 1974 wurde Der Räuber Hotzenplotz unter der Regie von Gustav Ehmck mit Gert Fröbe in der Hauptrolle verfilmt; 2005 erfolgte - diesmal mit Armin Rohde in der Titelrolle - eine weitere Verfilmung. Auch andere seiner Werke wurden für das Kino umgesetzt, so Krabat (1977) oder Das kleine Gespenst (1992)

Preußlers Werke wurden in 55 Sprachen übersetzt, die Weltauflage liegt bei über 50 Millionen Exemplaren.

Werke u.a.: Kasperl hat ein gutes Herz (1951), Die kleine Hexe (1957), Das kleine Gespenst (1966), Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969), Krabat (1971), Hotzenplotz 3 (1973).

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Rosenheim, Friedhof

Jacques Henri Bernardin de Saint-Pierre

       

 

Französischer Schriftsteller; wuchs in bescheidenen Verhältnissen in der Hafenstadt Le Havre auf. Als er noch ein Knabe war, soll ihn, der mit Begeisterung die Abenteuer des Robinson Crusoe verschlungen hatte, sein Onkel, ein Kapitän, auf eine Reise zu den westindischen Inseln mitgenommen haben. Später studierte er an der neugegründeten École des Ponts et Chaussées Straßen- und Brückenbau, trat danach als Ingenieur in die französische Armee ein, mußte die Armee jedoch verlassen und führte ein unstetes Leben und hielt sich längere Zeit in Rußland und Deutschland auf. 1768 reiste er im Auftrag des französischen Staates als Regierungsbeamter nach Mauritius, die als Île de France seinerzeit zu Frankreich gehörte. Da ihn seine Aufgaben nicht ausfüllten, betrieb er ausgiebig Naturstudien. Nachdem er 1771 nach Frankreich zurückgekehrt war, wandte er sich der Philosophie Jean-Jacques Rousseaus zu. 1773 erschien sein aus zwei Teilen bestehendes Werk Voyage á L'Île de France, in dem er seine Mauritius-Reise beschrieb. Seine Reiseberichte und Beschreibungen der Natur begründeten die exakte Naturschilderung in der französische Literatur. Berühmt geworden ist Barnardi de Saint-Pierre jedoch durch seine Roman Paul und Virginie (1789), in dem er die Liebe zweier Kinder auf Mauritius schildert, die am Gegensatz zwischen paradiesischer Natur und der zerstörerischen Macht der Zivilisation, an dem die Liebe zerbricht. Das Grundmotiv dieses Werkes strahlte auf Werke u.a. von George Sand, Wilhelm Raabe, Tania Blixen oder Jean-Marie Gustave Le Clézio (*1940) aus. Der Roman diente als Vorlage für eine in 13 Episoden im französischen Fernsehen ab Dezember 1974 ausgestrahlte Sendung, und im Oktober 1992 inszenierte Jean-Jacques Debout im Théâtre de Paris ein Musical nach Motiven des Romans. Während der Französischen Revolution heiratete er die Tochter seines Verlegers und wurde zum letzten Intendanten des Jardin du Roi ernannt. 1794 wurde er als Professor für Moral an die neugegründete Pariser Lehrerbildungsstätte (später École Normale Supérieure) berufen und wurde 1795 Mitglied des soeben durch Zusammenlegung mehrerer Akademien geschaffenen Institut de France.

Werke u.a.: Études de la nature (3 Bde., 1784, dt. Naturstudien), La Chaumière indienne (1790, dt. Die indische Hütte), Le Café de Surate (1790), Harmonies de la nature (3 Bde.,1815).

La mort de Virginie (kolorierter Kupferstich von Legrand , Ausschnitt)

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Bilder: Herbert Herterich (04/2013)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

César Abraham Vallejo Mendoza

1929

Peruanischer Schriftsteller und Dichter; jüngstes von elf Kindern einer Mestizenfamilie; studierte Literaturwissenschaften an der Universidad de la Libertad in Trujillo. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er parallel zu seinem Studium als Hauslehrer und Kassierer auf einer Zuckerplantage, wo er die erbärmlichen Lebensumstände der Landarbeiter kennenlernte - eine Erfahrung, die ihn prägte und die in seine Werke einfloß. 1915 beendete er sein Studium mit einer Arbeit über die spanische Romantik. Er ließ sich in Lima nieder und kam dort mit Vertreter der intellektuellen Linken zusammen. Nachdem er sich zunächst wieder mit Erteilung von Nachhilfestunden über Wasser hielt, bis er schliesslich eine Anstellung als Lehrer erhielt, die er aber bald wieder verlor, als er sich weigerte seine schwangere Freundin zu heiraten (sie starb an den Folgen der Abtreibung, die er veranlasst hatte). Um 1918, schrieb er sein Erstlingswerk, den 72 Gedichte enthaltenden Band Los heraldos Neros. 1921 geriet er bei einem Besuch seines Heimatortes in einen bewaffneten Aufstand, wurde zu Unrecht für einen der Täter gehalten und verbrachte vier Monate im Gefängnis. Diesen Gefängnisaufenthalt verarbeitete er auch in seinen Erzählungen Esssaals Melografiadas (1923). Nach der Veröffentlichung von Trillre im Jahre 1922 verlor Vallejo eine weitere Lehrerstelle. Er verließ daraufhin 1923 das Land und ließ sich in Paris nieder, wo kommunistisches Gedankengut Einfluß auf seine Werke gewann. 1928 reiste er zudem nach Moskau, um den Sozialismus in diesem Land kennenzulernen. Er wurde 1931 Mitglied im Kongreß Antifaschistischer Autoren und gründete 1937 zusammen mit Pablo Neruda in Paris das Lateinamerika-Komitee zur Unterstützung der spanischen Republik.

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Bilder: Herbert Herterich (04/2013)

Paris, Cimetière du Montparnasse 

Hinweis: César Vallejo wurde zunächst auf dem proletarischen Friedhof von Montrouge beigesezt.

Bilder: Jens Rösler (06/2022)
Schriftsteller XLVI

Omnibus salutem!