Ludwig Börne eigentl. Juda Löb Baruch

 Gemälde von M.D. Oppenheim (Ausschnitt)

Deutscher Schriftsteller; Sohn einer jüdischen Familie; studierte zunächst Medizin, später Jura und Kameralistik (Vorläufer der Nationalökonomie und VWL); aus seiner Position als Polizeiaktuar in Frankfurt (ab 1811), wurde er nach 2 Jahren entlassen, nachdem die seit der Befreiungskriege geltende liberale französische Gesetzgebung u.a. dadurch revidiert wurde, als es Juden nicht länger gestattet war, ein Offizialamt zu bekleiden. Diese persönliche Erfahrung und der wiederauflebende Antisemitismus prägten fortan Börnes Leben: er entwickelte den Willen zur Integration und wurde insbesondere in seiner journalistischen Arbeit ein ausgesprochener Oppositionsgeist. 1818 konvertierte er zu Protestantismus und nahm den Namen Ludwig Börne an. In den Jahren von 1818 bis 1821 gab er Die Wage. Blätter für Bürgerleben, Wissenschaft und Kultur heraus, 1819 kurzzeitig die Zeitung der freien Stadt Frankfurt, wobei viele seiner Artikel der Zensur anheimfielen, so daß er sich entschloß, nach Frankreich zu übersiedeln (1830). In zahlreichen Artikeln attackierte er den Nationalismus Deutschlands; 1835 wurden alle Schriften Börnes, der 1832 am Hambacher Fest teilgenommen hatte, verboten. Heinrich Heine setzte sich in Teils beleidigender Form mit den Schriften und der Person Börnes in seiner Streitschrift Ludwig Börne (1840) auseinander. So konnte Heine dessen asketisches Gebaren einerseits und das Jeanette Wohlfragwürdige Privatleben andererseits nicht ausstehen. Er äußerte sich aber auch abfällig über die Beziehung Börnes zu Jeanette Wohl, die wie er aus Frankfurt am Main stammte und die Börne im Winter 1816/17 kennengelernt hatte, sprach von einer Ménage à trois. Es war tatsächlich eine enge, vertrauensvolle Beziehung zwischen Börne und Wohl1, zur Ehe kam es jedoch nicht - möglicherweise, weil ihre streng orthodoxe Mutter dagegen war (Börne hatte sich taufen lassen), vielleicht aber auch, weil Börne immer wieder krank oder sein beruflicher Werdegang ungesichert war. Statt dessen heiratete sie in Paris am 7.10.1832 den zwölf Jahre jüngeren Frankfurter Bankier Salomon Strauß. So wie Jeanette es vorgeschlagen hatte, zogen alle drei in Paris unter ein gemeinsames Dach - Wohl und Börne hatten unter der Trennung gelitten, und der Ehemann stimmte diesem Arrangement zu. Börne blieb dort bis zu seinem Tode wenige Jahre später bei ihnen in Paris und in Auteuil. Er setzte die langjährige Freundin zur Verwalterin seines literarischen Nachlasses ein. Heinrich Heine äußerte sich nach Börnes Tode in seinem Buche Heine über Börne anzüglich über dieses Dreiecksverhältnis, sprach von der ”sogenannte Madame Wohl“ als ”hässliche“ und ”zweideutige Dame“, die ihrem Mann als “Laufburschen“ behandelt habe. Strauß stellte daher Heine zur Rede und gab ihm, so berichtete im Juni 1841 ein Korrespondent der Mainzer Zeitung aus Paris in die Heimat, auf öffentlicher Straße eine schallende Ohrfeige: Bei dem späteren Pistolenduell verletzte Strauß den Beleidiger seiner Frau durch einen Streifschuß an der rechten Hüfte.

Werke u.a.: Denkrede auf Jean Paul (1825), Briefe aus Paris (1832-34), Menzel der Franzosenfresser (1837).

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1 “Nur einen Wunsch habe ich - mit Ihnen zusammen zu leben; - nicht bloß weil, ich Sie liebe, sondern weil ich Sie brauche, da meine Zuneigung zu Ihnen das einzige ist, was meine Kräfte verbinden, mir Geist und Herz zusammenhalten und meinem Leben Einheit geben kann.”

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James Augustine Aloysius Joyce

 

Irischer Schriftsteller; wurde von seinem Vater John Stanislaus Joyce im Alter von sechs Jahren in Dublin in eine Jesuitenschule geschickt; war zunächst bis 1898 am Royal University College tätig, lebte danach ein Jahr in London, wo we die Bekanntschaft mit William Butler Yeats machte, und Paris, wo er ein begonnenes Medizinstudium wieder abbrach. Seine antikatholische Einstellung brachten ihm seitens der Konservativen heftige Kritik ein, so daß er, nachdem 1903 seine Mutter gestorben war und er sich in Irland eingeengt fühlte, 1904 zusammen mit seiner Geliebten und späteren Frau Nora Dublin verließ. beide nach Triest übersiedelten, wo Joyce an der Berlitzschule Englisch unterrichtete und Werke seines Freundes Yeats übersetzte, und 1906 nach Rom; obwohl seine Popularität in Italien stieg, lebte die Familie in bescheidenen Verhältnissen. 1907 machten sich Probleme mit der Regenbogenhaut bemerkbar, erstes Anzeichen ernsthafter Augenprobleme, die später zu fast völliger Blindheit führten. 1915 zogen die Joyces mit ihren Kindern Giorgio und Lucia nach Zürich. Hier lernte er die Zürcher Dadaisten um Hans Arp kennen (er setzte ihnen als “arpists” in Finnegans Wake (1939) später ein literarisches Denkmal) und lernte u.a. die Expressionisten René Schickele und Ivan Goll kennen, kam ferner auch mit der Dramatik Frank Wedekinds in Kontakt. Nach 1920 ließ sich die Familie für die nächsten 20 Jahre in Paris nieder, wo Samuel Beckett für ihn arbeitete. Joyce kehrte jedoch nach 1930 öfters nach Zürich zurück, um sich dort einer Augenoperation zu unterziehen. Erst als die deutschen Truppen 1940 Paris besetzten, floh Joyce über Saint-Gérand-le-Puy und Lausanne nach Zürich, wo er ein Jahr später an den Folgen eines Zwölffingerdarmgeschwürs verstarb.

Internationalen Ruhm erlangte Joyce vor allem mit der Veröffentlichung seines Ulysses im Jahre 1922 in Paris. In den zwölf Teilen des Ulysses ließ Joyce sein gewaltiges enzyklopädisches Wissen einfließen (der Wortschatz des etwa 1.000 Seiten dicken Buches beträgt nahezu 30.000 Wörter). Er beschreibt darin 19 Stunden trivialer Ereignisse des Leopold Blum, eines Annoncenakquisiteurs einer Dubliner Tageszeitung.

Werke u.a.: Chamber Music (1907, Kammermusik).

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

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Zürich, Friedhof Fluntern

Karel Čapek

                                            

Tschechischer Schriftsteller; Sohn eines Arztes; studiert von 1909 bis 1915 in Prag Philosophie. Anschließend war er zunächst als Bibliothekar tätig, dann als Erzieher bei einem Adeligen. Ab 1917 arbeitete er bei diversen Zeitungen als Journalist, parallel zu dieser Tätigkeit arbeitete er von 1921 bis 1923 als Dramaturg und Regisseur am ”Divadlo na Vinohradech” (Theater in den Weinbergen) in Prag. Von 1925 bis 1933 gehörte er dem tschechischen PEN-Club an. in den 1920er Jahren bereiste er Italien, England, Spanien und in den 1930er Jahren Holland und die nordischen Länder. Er war ein enger Freund des ersten tschechischen Präsidenten TomᚠMasaryk, vertrat wie dieser ein pragmatistisch-positivistisches Weltbild und kämpfte mit diesem für den Erhalt der tschechischen Nation nach dem Ersten Weltkrieg. Čapek war ein Meister der modernen, philosophisch-hintersinnig ausgerichteten tschechischen Literatur, die vor allem auf seinem dramatisches Werk gründet, und er beeinflußte die Science-Fiction-Literatur. Er verfaßte außerdem politische Aufsätze, wobei er immer wieder die problematische Stellung des Menschen in einer naturfernen und vollständig auf die Technik setzende Welt thematisierte.

Werke u.a.: R.U.R. (1921, W.U.R.), Ze Zivota hmyzu (1921, Aus dem Leben der Insekten, gemeinsam mit Josef Èapek), Bílá Nemoc (1937, Die weiße Krankheit), Továra na absolutno (1922; Das Absolute oder Die Gottesfabrik), Krakatit (1924), Hordubal (1933), Povìtroò (1934), Obyèejný Þivot (1934), Válka s mloky (1936, Der Krieg mit den Molchen), První parta (1937).

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Jan Nepomuk Neruda

                           

Tschechischer Schriftsteller; aus einfachen Verhältnissen stammend, studierte er Jura, Geschichte und Philologie, war ab 1856 in der Redaktion des deutschen Tageboten aus Böhmen, ab 1861 Feuilletonist und Theaterkritiker der liberaldemokratischen Zeitung Narodni listy tätig. Neruda veröffentlichte in der literarischen Tradition K.H. Machas, B. Nemcovas und K.J. Erbens zahlreiche Gedichte, Feuilletons und Erzählungen. In seiner Jugend sympathisierte er mit der literarischen Gruppe Maj, später fühlte er sich den Gedanken der tschechischen nationalen Wiedergeburt nahestehend, schrieb in den Jahren von 1860 bis 1891 über 2.000 Feuilletons. Im Mittelpunkt seiner Werke steht die Beschreibung von Prager Gestalten. Das Portrait der Bewohner der Prager Kleinseite gehört zu den schönsten Schilderungen des Alltags in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Werke u.a.: Arabesky (dt. Bilder aus dem alten Prag (1883/84), Povídky malostranské (dt. Kleinseitner Geschichten (zunächst 1867-77 in verschiedenen Prager Zeitschriften und 1878 als Buch erschienen).

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Wladyslaw Stanislaw Reymont

                  

Polnischer Schriftsteller; verarbeitete in seinem ersten Roman Komediantka (1896, dt. Die Komödiantin) seine Erfahrungen als Schauspieler. In seinem im naturalistischen Stil Émile Zolas verfaßten Roman Lodz. Das gelobte Land (1899) thematisierte er die Industrialisierung einer polnischen Kleinstadt. Bekannt wurde Reymont, der dem Kreis der Dichter der ”Mloda Polska” (Junges Polen) zugerechnet wird, durch seinen vier Bände umfassenden Roman Chlopi (1904-09, dt. Die Bauern), der im Dialekt abgefaßt ist. Für dieses Werk erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Zwischen 1913 und 1918 schrieb er die historische Trilogie Rok 1794 (dt. Das Jahr 1794) über die nationale Erhebung Polens und ihre Niederschlagung durch Preußen und Rußland im Jahr 1794.

Auszeichnungen u.a.: Nobelpreis für Literatur (1924).

Werke u.a.: Ziemia Obiecana (1899, Das Gelobte Land), Wampir (1911, dt. Der Vampir), Bunt (1924, dt. Die Empörung).

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Prag, Ehrenfriedhof auf dem Vyšehrad

Prag, Ehrenfriedhof auf dem Vyšehrad

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Warschau, Cmentarz Powazkowski

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach née Gräfin Dubsky

         

Österreichische Schriftstellerin; verlor kurz nach ihrer Geburt ihre Mutter; verlor dann im Alter von sieben Jahr auch ihre erste Stiefmutter, Eugénie Bartenstein, zu der sie eine enge Beziehung entwickelt hatte. Auch zur nächsten Frau ihres Vaters, Gräfin Xaverine Kolowrat-Krakowsky, hatte sie ein gutes Verhältnis; sie förderte das schriftstellerische Talent ihrer Stieftochter. Während die Familie die Sommermonate im Schloß Zdislawitz verbrachte, hielt sie sich im Winter in Wien auf. 1848 heiratete sie ihren Cousin, den österreichischen Physiker und Feldmarschallleutnant Moritz Freiherr von Ebner-Eschenbach (1815, †1898).1856 zog sie dauerhaft nach Wien, wo sie Kontakt zu Schriftsteller hatte, u.a. zu Heinrich Laube, Christian Friedrich Hebbel, Ferdinand von Saar und Franz Grillparzer. In Wien wandte sie sich verstärkt dem Schreiben zu. Nach lyrischen und dramatischen Versuchen wechselte sie zur Erzählprosa, schrieb Dramen (Gesellschaftsstücke und Lustspiele). Allerdings blieben ihre u.a. von Schiller inspirierten Werke mehr als ein Jahrzehnt unbeachtet, da sie erfolglos blieben, so auch Maria Stuart in Schottland und Doctor Ritter. Mit ihrem 1873 am Burgtheater in Wien uraufgeführten Schauspiel Das Waldfräulein provozierte sie einen Skandal, da sie in dem Stück den Adel kritisiert hatte. Der erste Erfolg stellte sich 1876 mit ihrem ersten, in der Deutschen Rundschau abgedruckte Kurzroman, der Dienstmädchengeschichte Božena ein, der sie 1880 die Erzählung Lotti, die Uhrmacherin folgen ließ (Ebner-Eschenbach hatte sich 1879 zur Uhrmacherin ausbilden lassen - heute befindet sich ihre Uhrensammlung im Uhrenmuseum in Wien). Von nun an schrieb sie v.a. Geschichten aus dem Milieu des Wiener Adels bzw. Bürgertums und das Bauernleben ihrer Heimat. Der endgültige Durchbruch kam mit Aphorismen (1880) und den Dorf- und Schloßgeschichten (1883), die ihre erste Novelle Krambambuli enthält (mit Rudolf Prack in der Hauptrolle 1940 erstmals verfilmt). Außerdem schrieb sie autobiografische Werke. Als Vertreterin des österreichischen Spätrealismus war sie wegweisend für weibliche Autorschaft, von sozialem Verantwortungsgefühl bei aristokratischer Grundhaltung. 1900 erhielt Ebner-Eschenbach als erste Frau die Ehrendoktorwürde der Universität Wien.

Werke u.a.: Bozena (1876), Neue Dorf- und Schloßgeschichten (2 Bde, 1887/88; Das Gemeindekind (1887), Unsühnbar (1890). Bertram Vogelweid (1896), Aus Spätherbsttagen (1901), Meine Kinderjahre (1906), Meine Erinnerungen an Grillparzer. Aus einem zeitlosen Tagebuch (1916).

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Troubky-Zdislavice, Mausoleum

Bild: Google earth (2011)

Angelo Poliziano eigentl. Angiolo Ambrogini

                 

Italienische Dichter und Humanist; begann nach dem frühen Tode seines Vaters bereits im Alter von 10 Jahre mit Studien in Florenz als Gast seines Vetters. Er erlernte Latein und Griechisch und von Marsilio Ficino (*1433, † 1499) lernte er die Grundlagen der Philosophie. Mit 17 schrieb er Essays in griechischen Verskunst, mit 18 veröffentlichte er eine Ausgabe von Catull und im Jahre 1470 gewann er den Titel des homericus adulescens aufgrund einer Übersetzung der Bücher II-V der Ilias von Homer in lateinischen Hexametern. Lorenzo de 'Medici, Autokrat von Florenz, nahm Politian in seine Entourage auf und bestimmte ihn zum Erzieher seiner Söhne. 1480 wurde er Professor für griechische und lateinische Literatur an der Universität Florenz. Sein hervorragender Ruf zog Studenten aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern an; zu seinen Hörern zählten u.a. Michelangelo, Johannes Reuchlin sowie die englischen Humanisten Thomas Linacre und William Grocyn. Er war auch einer der Gelehrten in der platonischen Akademie, die unter der Leitung des Philosophen Marsilio Ficin, in der Careggi Villa stand

Trotz seines frühen Todes - er starb im Alter von nur 40 Jahren - umfaßt sein Schaffen ein breites Spektrum. Zu seinen wichtigsten, in italienischer Sprache abgefaßten Werken gehören das Kurzepos Stanze per la giostra (1475-78, dt. Der Triumph Cupidos) und das Schauspiel Fabula di Orpheo (1494, dt. Die Tragödie des Orpheus), das als lyrisches Drama mit Musikbegleitung aufgeführt wurde und zu den ersten weltlichen Werken der italienischen Dramenliteratur der Renaissance zählt. In lateinischer Sprache verfaßte Poliziano die sogenannten Sylvae, Lehrgedichte über die Auslegung griechischer und römischer Autoren, die er in seinen Vorlesungen deklamierte. Er übersetzte griechische Schriften ins Lateinische, darunter das Werk Ἐγχειρίδιον (Enchiridion) des Epiktet und Platons Χαρμίδης (Charmides). Er trat auch als Kritiker in Erscheinung, so insbesondere mit der Schrift Miscellaneorum centuria (1489), einer kritischen Betrachtung der Werke von Autoren der Antike, die großen Einfluß auf spätere Gelehrte ausübte. Mit seinem Bericht Pactianae coniurationis commentarium (1478) über die Verschwörung der Pazzi gegen die Medici verfaßte Poliziano ein Werk humanistischer Geschichtsschreibung.

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Bild: sailko (05/2009) Wikipedia.it
Bild: sailko (05/2009) Wikipedia.it

Florenz, S. Marco, Benediktinerkloster

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Hinweis: Bei der vor den Grabplatten sitzenden Figur handelt es sich um diejenige des Mönches Savonarola.

Christine Busta

 

 

Österreichische Lyrikerin; studierte nach der Matura (Abitur) Anglistik und Germanistik an der Universität Wien, mußte das Studium jedoch aus gesundheitlichen Gründen 1937 abbrechen und arbeitete ab 1938 als Hilfslehrerin an der Handelsakademie in Wien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie als Dolmetscherin und als Leiterin eines Hotels für englische Besatzungsmitglieder. 1946 erschienen erstmals ihre Gedichte in der Wochenzeitung Die Furche, und im Folgejahr gewann sie einen von der Zeitung ausgesetzten Literaturpreis. In den folgenden Jahren publizierte sie in der Literatur- und Kulturzeitschrift Plan. Christine Busta, die ab 1950 als Bibliothekarin der Wiener Städtischen Büchereien tätig war, publizierte neben ihren lyrischen Werken auch Kinderbücher. Später hielt sich auch Lesungen für den österreichischen Rundfunk.

Verheiratet war Christine Busta seit 1940 mit dem Musiker Maximilian Dimt, der 1942 zur Wehrmacht eingezogen wurde und seit 1944 vermißt ist.

Werke u.a.: Jahr um Jahr (1950), Der Regenbaum (1951), Die Scheune der Vögel (1958), Die Sternenmühle (1959), Die Zauberin Frau Zappelzeh (1979), Inmitten aller Vergänglichkeit (1985), Der Himmel im Kastanienbaum (posthum 1989).

Auszeichnungen u.a.: Georg-Trakl-Preis (1954), Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur (1969), Anton-Wildgans-Preis (1975), Theodor-Körner-Preis (1981).

Inschrift: Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir!

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Bild: Heinz Knisch (11/2011)

Wien, Friedhof Ottakring

Hinweis: Die Bronzeplatte stellt allegorisch die sich unter dem Segen der Freiheit die Hände reichende eichenbekränzte Germania für Deutschland und die lorbeerbekränzte Marianne für Frankreich dar. Während auf einem jonischen Kapitell hinter Marianne einen Stapel von Schriftrollen mit Werken von Voltaire, J.J. Rousseau und Lamenais’ liegen, sind im Rücken der Germania Bücher von Lessing, Herder, Schiller und Jean Paul zu sehen; die Rüstungen sind beiseite gelegt.,

Friederike Mayröcker

 

 

Osterreichische Schriftstellerin; Tochter eines Schuldirektors und einer Puppenmacherin; fing schon als Mädchen 1939 an, erste literarische Texte zu schreiben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unterrichtete sie ab 1946 23 Jahre lang als Englischlehrerin an verschiedenen Hauptschulen in ihrer Geburtsstadt, wobei sie die Matura (Abitur) erst 1950 nachholte.

Friederike Mayröcker, die zu den wichtigsten Autorinnen ihrer Generation im deutschsprachigen Raum gehört, veröffentlichte ab der 1950er Jahre über 80 Bücher, Lyrik, Prosa, Kinderbücher, Bühnentexte und Hörspiele.

1954 lernte sie den Dichter Ernst Jandl kennen, mit dem sie bis zu seinem Tod im Jahr 2000 ein Paar bildete, aber nie in einer Wohnung zusammenlebte. 1966 veröffentlichten jeder von ihnen mit Erfolg ein Buch; Jandl unter dem Titel Laut und Luise, Mayröcker mit Tod durch Musen.

 

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Bild: Gugerell (10/2021) Wikipedia.de

Wien, Zentralfriedhof

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Schriftsteller XV

Omnibus salutem!