Fritz Stavenhagen

Niederdeutscher Dichter; begründete das neuniederdeutsche Drama, stand anfangs unter dem Einfluß von Ludwig Anzengruber, gelangte aber in der Auseinandersetzung mit Gerhart Hauptmanns Werke zu einem eigenen naturalistischen Stil.

Werke u.a.: Jürgen Piepers (1900), Der Lotse (1900), De dütsche Michel (1902), Mudder Mews (1903).

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Hans (Johann) Carl Carossa

1912

Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Arztes, wuchs in Niederbayern auf, studierte Medizin in München, Würzburg und Leipzig. Im Ersten Weltkrieg war er von 1916 bis 1918 war als Bataillonsarzt an der Ostfront eingesetzt. Aus den Erlebnissen dieser Tätigkeit entstand sein tagebuchartiges Werk Rumänisches Tagebuch (1924). Carossa, wie Rainer Maria Rilke, mit dem er in München wie mit Alfred Mombert, Heinrich Lautensack und Stefan George in Kontakt kam, und wie Hofmannsthal und Stefan Zweig Autor des Insel Verlages, praktizierte dort als Arzt. In einem Brief an Otto Heuschele bewunderte Zweig ihn als jemanden, der “fast nur eine Praxis armer Leute” hat und “als wahre Wohltat in der Welt der Anmaßung und Geschäftlichkeit” wirkt. Zweig war es zu verdanken, daß er ab 1925 ein monatliches Fixum vom Verlag erhielt und sich so seinem dichterischen Werk widmen konnte. 1948 erhielt er ein Ehrendoktorat der Universität München. 1941 wurde er Präsident eines europäischen Schriftstellerverbandes.

Auszeichnungen u.a.: Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main (1938)

Werke u.a.: Dr. Bürgers Ende (1924), Eine Kindheit (1922), Verwandlungen einer Jugend (1928), Der Arzt Gion (1931).

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Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Heining (Krs. Passau)

Mary Wollstonecraft Shelley

        

 

Englische Romanautorin; die Tochter des englischen Schriftstellers und Philosophen William Godwin und der Vorkämpferin für Gleichberechtigung und Schriftstellerin Mary Wollstonecraft heiratete im Mai 1814 Percy Bysshe Shelley, durch den sie den Kreis romantischer Literaten um Lord Byron betrat. Mit Shelley, der seine erste Frau Harriet Westbrock verließ, die sich daraufhin in schwangerem Zustand in den Serpentine-Teich in London stürzte, zog sie 1816 in die Schweiz an den Genfer See, wo beide in Gesellschaft Byrons, John William Polidoris und Claire Clairmonts lebten. Dort schrieb Mary Shelly, die von den Experimenten Luigi Galvanis mit Froschschenkeln, die er unter Elektizität setzte, Kenntnis hatte, ihren Roman Frankenstein: or, The Modern Prometheus (1818, dt. Frankenstein oder der moderne Prometheus) - initiiert aufgrund einer Laune in einem langweiligen, regnerischen Sommertag1 Der Roman wurde später mehrmals verfilmt, u.a. mit Boris Karloff (1931). Anfang 1818 übersiedelte das Paar nach Italien, wo sie wiederum in Gemeinschaft mit Byron lebten. Bei La Spezia kam es am 7.7.1822 zu einem tragischen Unglücksfall: das Segelboot ihres Mannes kenterte bei einem Sturm, er und sein Begleiter Edward Ellerker Williams (*1793, †1822) ertranken, da beide nicht schwimmen konnten, und wurden erst vier Tage später durch Fischer gefunden und auf Initiative von Edward Trelawny und unter Teilnahme von Lord Byron und Leigh Hunt in der Nähe von Viareggio am Strand verbrannt. Nach dem Tod ihres Mannes betreute sie die posthume Veröffentlichung seiner Schriften (Posthomous Poems, 1824) und redigierte seine Poetical Works (1839) und stilisierte die Beziehung zu ihm auf eine höhere Ebene; tatsächlich aber war sie zu seinen Lebzeiten ”vom grünen Ungeheuer, der Eifersucht, besessen”...ein Umstand, der ”sich als unüberwindliches Hindernis für den vertrauten Umgang mit ihrem Gatten” erwies (so Trelawny in den 1858 erschienenen Records of Shelley, Byron, and the Author), eine Aussage, die sie ihm nie verzieh. Unerträglich war ihr auch die ständige Anwesenheit ihrer Halbschwester Claire Clairmont, und schwer belastete sie der Tod aller ihrer Kinder, besonders des letzten Kindes William "Willmouse" Shelley (†1819), so daß sie schwermütig wurde. In den 1840er Jahren war sie Ziel mehrerer Erpressungsversuche - ihr wurde gedroht durch die Veröffentlichung von Briefen das öffentliche Andenken an ihren Mann zu zerstören. Ab 1839 litt sie an starken Kopfschmerzen und immer wieder auftretenden Lähmungen, so daß sie zeitweise weder lesen noch schrieben konnte.

Werke u.a.: Mathilda (1819), Valperga; or, The Life and Adventures of Castruccio, Prince of Lucca (1823), The Last Man (1826), The Fortunes of Perkin Warbeck (1830), Lodore (1835), Falkner (1837).

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1  1816 war im Westen und Süden Europas das “Jahr ohne Somme”, regnerisch und ungewöhnlich kalt, nachdem im April des Vorjahres auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkam Tambora ausgebrochen war.

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Alexandre Dumas (père)

                     

Französischer Schriftsteller; Sohn eines Generals der französischen Armee und einer Mulattin aus Santo Domingo; Vater von Alexandre Dumas (fils); litt Zeit seines Lebens unter der ererbten dunklen Hautfarbe. Ursprünglich auf dem Wege nach Afrika, lernte er auf Sizilien Guiseppe Garibaldi, den Vorkämpfer für die Unabhängigkeit Italien, kennen, für den er Waffen schmuggelte. Dumas war über 40 Jahre mit Victor Hugo befreundet. Er war der populärste französische Schriftsteller: Schrieb ca. 200 Romane - Reiseliteratur, Lebensbeschreibungen, Abenteuerromane (heute beliebte Volks- und Jugendliteratur). Bewundernd schrieb Heinrich Heine an ihn: ”In den Tiefen meiner Krankheit las meine Frau mir Ihre Romane vor. Was für wunderbare Werke!” Obwohl Dumas durch seine Arbeiten zu einigem Wohlstand kam, schmolz dieser in späteren Jahren durch seinen aufwendigen Lebensstil dahin, so daß er bis zu seinem Tode bankrott war. In seinem Gartenhäuschen in Villiers-Cotteret, in dem er zuletzt lebte, ließ er die Titel seiner Romane in 82 Steine einmeisseln. Viele seiner Romane, die Episoden der französischen Geschichte darstellen, wurden wiederholt und mit großem Erfolg verfilmt.

Werke u.a.: Les trois mousquétaires (1843/44, dt. Die drei Musketiere), La reine Margot (1845, dt. Königin Margot), Le comte de Monte-Cristo (1845/46, dt. Der Graf von Monte Cristo), Le Collier de la reine (1948/50, dt. Das Halsband der Königin, Lady Hamilton (1865).

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Bild: Alan (06/2006)
Bild: Marcus Hutton (09/2005)

Bournemouth, St Peter’s Churchyard

Johann Kaspar Lavater

                                            

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Schweizer Schriftsteller und Pfarrer (protestantisch); Sohn eines Arztes; arbeitete nach dem Studium der Theologie in Zürich als Prediger; traf auf Reisen 1762 durch Norddeutschland u.a. Christian Fürchtegott Gellert, Moses Mendelssohn, Friedrich Gottlieb Klopstock und 1774 u.a. mit Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried von Herder zusammen und wurde sowohl vom Geist der Aufklärung als auch dem Sturm und Drang beeinflußt. Außerdem beschäftigte er sich zudem mit Physiognomik und glaubte, von Körpermerkmalen auf den Charakter eines Menschen schließen zu können.

Werke u.a.: Aussichten in die Ewigkeit (1768/1778), Physiognomischen Fragmenten zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe« (4 Bde., 1775-78).

Lavaters Tod (pinxit Antonio Orazio Moretto)

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Bild: Dirk Essberger

Paris, Panthéon

Eugen Bertolt Friedrich Brecht

 

Deutscher Schriftsteller und Regisseur; Sohn Berthold Friedrich Brechts, kaufmännischer Direktor einer Papierfabrik in Augsburg, und dessen Ehefrau Sofie; erste Gedichte erschienen unter dem Pseudonym Berthold Eugen in den Augsburger Neuesten Nachrichten. Er studierte nach 1917 - nur durch Kriegsdienst in einem Seuchenlazarett unterbrochen - Medizin an der Universität München, schloß während dieser Zeit Freundschaft mit Johannes R. Becher und Lion Feuchtwanger; in den Jahren 1919/20 schrieb er Theaterkritiken für die Zeitung Volkswillen, das Organ der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), und verfaßte seine ersten Stücke. 1923 erhielt Brecht einen Dramaturgenvertrag an den Münchner Kammerspielen; 1924 übersiedelte er nach Berlin, wo er unter der Leitung von Max Reinhardt für zwei Jahre gemeinsam mit Carl Zuckmayer Dramaturg am dortigen Deutschen Theater wurde und die Schauspielerin Helene Weigel kennenlernte, die er 1928 heiratete; zuvor war er ab 1922 mit der österreichischen Schauspielerin Marianne Zoff verheiratet; aus dieser Verbindung ging seine Tochter Hanne hervor. Ab 1929 beschäftigte er sich mit dem Marxismus, der für seine Arbeiten fortan prägend wurde (”Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”), wobei er andererseits durchaus gewissem bourgoisem Luxus gegenüber nicht abgeneigt war: so war z.B. seine ”Arbeiterbrille” aus Titan, und er trug maßgeschneiderte Anzüge. Brecht verstand das Theater - ähnlich wie Schiller - als Lehranstand, bei dem er durch den sog. Verfremdungseffekt (V-Effekt) das Publikum zu kritischem Lern- und Bewußtseinsprozeß anregen wollte. Mittels seines experimentellen Theater übte er großen Einfluß auf die Entwicklung des modernen Dramas aus. Am Tag nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 emigrierte er nach Prag und Wien, ließ sich im Dezember 1933 in Dänemark nieder, wo er mit Unterbrechungen bis 1939 lebte, wurde nach einer Reise in die Sowjetunion 1935 von den Nationalsozialisten ausgebürgert, gelangte schließlich über Schweden, Finnland und die Sowjetunion 1941 nach Kalifornien, wo er bis 1947 blieb. Dort lernte er u.a. Aldous Huxley, Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno und Alfred Döblin kennen und war mit Charlie Chaplin befreundet; nach seiner Rückkehr nach Europa lebte er in der Schweiz, wo er sich mit Heinrich und Thomas Mann sowie mit Lion Feuchtwanger, Ernst Toller und Arnold Zweig in Sanary-sur-Mer traf. Ab 1948 wieder in Deutschland, ließ er sich, da ihm die westdeutschen Behörden die Einreise verweigerte, in Ostberlin nieder, gründete dort das Berliner Ensemble. 1953 war er zum Vorsitzenden des PEN-Zentrums Ost und West gewählt worden. Brecht starb an einem Herzinfarkt.

Werke u.a.: Dreigroschenoper, Aufstieg und Fall der Stadt Mahogonny, Die Heilige Johanna der Schlachthöfe, Mutter Courage und ihre Kinder, Leben des Galilei, Herr Puntila und sein Knecht Matti, Mutter Courage.

Auszeichnungen u.a: DDR-Nationalpreis Erster Klasse (1951), Internationalen Stalin -Friedenspreis (1954).

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Bild: Josef Aschenbrenner (07/2005)

Berlin, Friedhof Dorotheenstädt. u. Werdersche Gemeinde

Zürich, St. Peter

William von Simpson

 

Deutscher Schriftsteller; Sohn des Pferdezüchters und Mitglied des Preußischen Herrenhauses George William von Simpson; absolvierte nach dem Besuch des Insterburger Gymnasiums eine Landwirtschaftslehre und erwarb nach dem anschließenden Ableisten des obligatorischen Militärdienstes in der preußischen Armee das im Kreis Preußisch-Eylau gelegene Gut Groß Laut. Kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er Landstallmeister des Lippischen Gestüts Lopshorn. Ab 1914 diente er als Offizier im Ersten Weltkrieg, u.a. in Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia). Als Kolonialoffizier reiste in den Balkan und den Orient; nach dem Ende des Krieges lebte er fünf Jahre in Brasilien, hielt sich aber auch in Südamerika und Österreich auf und schrieb über seine Reisen. 1935 ließ er sich in Scharbeutz in der Villa Klein Beeren an der Ostsee nieder, wo er während des Einmarsches der Engländer 1945 seinem Leben ein Ende setzte.

Bekannt ist er v.a. durch seinen RomanDie Barrings (1937) geworden, der während des Dritten Reichs ein beliebter unterhaltender Lesestoff war. Darin erzählt Simpson über zwei Bände hinweg die Geschichte einer Familie des ostpreußischen Landadels - von der Zeit nach der Reichsgründung bis in das Jahr 1914. Diese Familiensaga wurde von seinem Sohn Hubertus William von Simpson unter dem Titel Das Erbe der Barrings (1956) fortgeführt.

Werke u.a.: Im Sattel vom Ostseestrand bis zum Bosporus (1915), Tagesfragen zur deutschen Landpferdezucht (1917).

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Bild: Hans-Christian Seidel (11/2011)

Timmendorfer Strand, Waldfriedhof

Felicitas Rose eigentl. Rosa Caroline Mathilde Emma Schliewe

 

Deutsche Schriftstellerin; aufgrund der Tätigkeit ihres Vaters und auch ihres Ehemanns als Postbeamter, den sie 1884 geheiratet hatte, führte die “Heidedichterin” ein unstetes Leben mit wechselnden Wohnorten. Erst 1914 wurde sie seßhaft; sie lebte bis 1930 in Berlin. Im Jahre 1929 erwarb Felicitas Rose in Müden (Örtze) ein Heidehaus, das sie 1930 bezog und dem sie nach ihrem Roman Der hillige Ginsterbusch (1928) den Namen “Haus Ginsterbusch“ gab. Ihr erfolgreichster Roman war Heideschulmeister Uwe Karsten, der 1933 und nochmals 1954, dann mit Barbara Rütting (*1927) und Claus Holm in den Hauptrollen, verfilmt wurde. Heute sind ihre Romane, deren Handlungen alle im Heidemilieu angesiedelt sind, fast vergessen.

Werke u.a.: Die Eiks von Eichen (1910), Das Lyzeum in Birkholz (1917), Das Haus mit den grünen Fensterläden (1930), Wien Sleef, der Knecht (1933).

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Bilder: Heiko Bockstiegel (11/2011)

Faßberg OT Müden, Alter Friedhof

Gerhard Fritsch

 

Österreichischer Schriftsteller; legte während des Zweiten Weltkrieges sein Abitur ab, war dann Soldat und studierte, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft, in die er noch 1945 geraten war, entlassen worden war, Germanistik und Geschichte und arbeitete anschließend zunächst als Gymnasiallehrer, später dann als Redakteur der Literaturzeitschrift Wort in der Zeit sowie als Mitherausgeber von Literatur und Kritik und der progressiven Wiener Jahresschrift Protokolle, war Verlagslektor und Bibliothekar. Fritsch, der eine zentrale Persönlichkeit der österreichischen Nachkriegsliteratur war, schrieb schwermütige, vom Existentialismus und den Erlebnissen im Krieges geprägte Lyrik und gesellschaftskritische Romane, auch Hörspiele und Essays, in denen er sich zur zeitgenössischen österreichischen Literatur äußerte, so in der Anthologie Aufforderung zum Mißtrauen, die er 1967 gemeinsam mit Otto Breicha herausgab: außerdem war er auch als Übersetzer tätig. Fritsch wählte den Freitod. 

Werke u.a.: Zwischen Kirkenes und Bari (1952), Lehm und Gestalt (1954); Dieses Dunkel heißt Nacht (1955), Moos auf den Steinen (1956), Der Geisterkrug (1958), Fasching (1967), Katzenmusik (posthum 1974).

Auszeichnungen u.a.: Förderungspreis der Stadt Wien (1954), Förderungspreis des Österreichischen Staatspreises für Lyrik (1956), Theodor-Körner-Preis (1956 u. 1959), Förderungspreis des Österreichischen Staatspreises für Roman (1957).

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Bilder: Heinz Knisch (11/2011)

Wien, Hietzinger Friedhof

Hans Sahl

 

 

US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist; Theater- und Filmkritiker deutscher Herkunft; der einer jüdischen Kaufmannsfamilie entstammende Hans Sahl studierte in Berlin, München, Leipzig und Breslau Kunst- und Literaturgeschichte, Archäologie und Philosophie und arbeitete in Berlin von 1926 bis 1932 im Feuilleton verschiedener Zeitungen wie dem Berliner Börsen-Courier und dem Montag Morgen, wobei er sich als Kritiker schon früh einen Namen machte. 1933 verließ er Deutschland über Prag und Zürich, wo er u.a. Texte für das Kabarett Die Pfeffermühle verfaßte, nach Paris. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 kam er - wie viele andere deutsche Künstler und Intellektuelle - als ”étranger indésirable“ (unerwünschter Ausländer) in verschiedene französische Internierungslager. 1940 gelang es ihm, nach Marseille zu fliehen, wo er bis 1941 den US-amerikanischen Journalisten Varian Fry, der ein Rettungsnetzwerk führte, bei der Rettung politisch Verfolgte unterstützte, bis ihm selbst über Portugal die Ausreise in die Vereinigten Staaten gelang, wo er in New York City lebte. Dort nahm er war er Teilnehmer am Oskar-Maria-Graf-Stammtisch, einem regelmäßigen Treffen von Deutschen und Österreichern. 1953 kehrte er nach Deutschland zurück. Sahl, der bereits vor seiner Rückkehr immer wieder Artikel für deutschsprachige Zeitungen verfaßt hatte, lieferte weiterhin Beiträge für die Neue Zürcher Zeitung, Die Welt und die Süddeutsche Zeitung. Danach lebte er erneut in den USA, bevor er 1989 mit seiner Frau endgültig nach Deutschland übersiedelte. Nach den Neonazi-Anschlägen im Jahre 1992 nahm er an den “Dichterlesungen in Asylbewerberheimen“ teil. Diese waren eine Aktion der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, deren erstes Ehrenmitglied er danach wurde.

Er verfaßte Lyrik, Romane sowie Hörspiele, Dramen, Essays und autobiografische Werke; außerdem übersetzte Sahl v.a. dramatische Werke (Arthur Miller, Thorton .Wilder, Tennessee .Williams, John Osborne)

Werke u.a.: Die hellen Nächte (1942), Die Wenigen und die Vielen (1959), Wir sind die Letzten (1976), Memoiren eines Moralisten (2 Bde., 1983-90).

Auszeichnungen u.a.: Großes Bundesverdienstkreuz (1982), Andreas-Gryphius-Preis (1984), Goethe-Medaille (1991), Carl-Zuckmayer-Medaille (1993), Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (1993).

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Bild: Z thomas (05/2018), Wikipedia.de
Bild: Z thomas (05/2018), Wikipedia.de

Berlin OT Charlottenburg, Waldfriedhof Heerstr.

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Schriftsteller XIII

Omnibus salutem!