Fried Walter  eigentl. Walter Emil Schmidt

 

 

Deutscher Komponist; Sohn eines Volksschullehrers; obwohl sein Vater wünschte, daß auch er Lehrer würde, interessierte er sich mehr für Musik und bewarb sich an der Dresdner Oper, an der er im Alter von 17 Jahren als Theorie- und Dirigierschüler angenommen wurde. Nach Abschluß seiner Ausbildung volontierte er am Landestheater in Gotha und wechselte danach an das Reußisch-Fürstliche Theater in Gera, mußte diese Stellung jedoch aufgrund der prekären Weltwirtschaftskrise von 1929, die eine allgemeine Verarmung der Bevölkerung zur folge hatte, aufgeben. Sein Versuch, als Musikbegleiter bei Stummfilmen zu arbeiten, scheiterte am Aufkommen des Tonfilms. .Er bewarb sich daraufhin erfolgreich an der Akademie der Künste in Berlin, wo Arnold Schönberg ihn als Schüler annahm. Nach seiner Ausbildung dort arbeitete er als Musiker in Kabaretts, Varietés und im Zirkus und als Klavierbegleiter verschiedener Vokalensembles, wie Humoresk Melodios und Comedian Harmonists. 1938 komponierte er die Oper Königin Elisabeth, die ein Jahr später an der Königlichen Oper in Stockholm unter Anwesenheit von König Gustav V. uraufgeführt wurde. 1943 ging Walter nach Prag, wo sein Ballett Kleopatra die Uraufführung erfuhr. Im August 1944 wurde er in die sog. Gottbegnadeten-Liste aufgenommen, womit zugleich seine Teilnahme als Soldat im Zweiten Weltkrieg verhindert wurde. 1947 kam er zum Radio im amerikanischen Sektor (RIAS) Berlin, für den er 25 Jahre - zuletzt als Chefdirigent - tätig war.

Fried Walter zählt zu den vielseitigsten und produktivsten deutschen Komponisten aus dem Bereich gehobene Unterhaltungsmusik; er komponierte Opern sowie Singspiele, Sinfonien, Suiten, Konzerte, Kammer-, Unterhaltungs-, Blas- und Schulmusik sowie Zupforchester-Kirchenmusik. Er nahm viel für den Plattenlabel Ariola auf, darunter eine Fülle von Produktionen mit Rudolf Schock, aber auch vielen weiteren bekannten und populären Sängerinnen und Sängern dieser Generation.

Werke u.a.: Andreas Wolfius (1940), Dorfmusik (1940), Bergsommer (1947), Karawane (1953), Ferien im Tessin (1967).

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Bilder: Heiko Bockstiegel (2000)

Berlin, Städt. Friedhof Dahlem

Georg Anton Benda

        

 

Böhmischer Komponist; vierter Sohn des Leinewebers und Musikers Hans Georg Benda und dessen Ehefrau Dorothea,née Brixi, Tochter des Dorfkantors Heinrich Brixi in Skalsko. Wie sein ältester Bruder Franz und seine beiden anderen Brüder sang und spielte auch Georg auf Initiative des Vaters u.a. bei Auftritten anläßlich von Tanzveranstaltungen in Gasthäusern, um die wirtschaftliche Situation der Familie zu verbessern. Franz war seit 1833 Mitglied der Hofkapelle des preußischen Kronprinzen Friedrich, dem späteren Friedrich dem Großen, nachdem Johann Joachim Quantz ihn dem Kronprinzen, der sich eine Hofkapelle zulegte, empfohlen hatte. Nachdem Friedrich nach der Thronbesteigung in zunächst in Berlin residierte, ermöglichte er den Zuzug auch der Brüder von Franz, der seine Brüder dort ausbildete, so daß auch sie in die Hofkapelle aufgenommen wurden. Als Mitglied der Hofkapelle hatte er Gelegenheit, sich mit Kompositionen anderer Komponisten zu befassen und lernte anläßlich der Eröffnungen der neuen Königlichen Oper am 7.12.1742 auch die italienische Oper kennen. Mit Carl Philipp Emanuel Bach, den er kennengelernt hatte, als dieser zur selben Zeit als Cembalist Mitglied der Hofkapelle gewesen war, blieb er zeit seines Lebens brieflich, aber auch durch gegenseitige Besuche in Kontakt. 1750 wechselte Benda, der in Berlin zum Protestantismus übergetreten und Mitglied einer Freimaurerloge geworden war, an den Gothaer Hof der gebildete und feinsinnigen Herzogin von Sachsen-Gotha-Altenburg, an dem er bis 1778 als Hofkapellmeister wirkte. Dort schuf er für verschiedene höfische Anlässe Tafelmusik, Trauermusik, für die Hofkirche Kantaten, sowie Messen und Passionsmusiken. Im Oktober 1765 brach Benda zu einer Art Grand Tour, wie sie junge Adelige auf Wunsch ihrer Eltern unternahmen, in Richtung Italien auf; in Norditalien schloß er sich der Reisegruppe um Fürst Leopold Friedrich Franz aus Dessau an, zu dessen umfangreicher Entourage auch Kapellmeister Friedrich Wilhelm Rust, ehemals Schüler seines Bruders Franz Benda, gehörte. Er besuchte Venedig, wo er die Opera buffo kennenlernte, war in Bologna und in Florenz, wo ihn Willibald Glucks Oper Alceste, beeindruckte, in Rom und schließlich in Neapel, bevor er sich auf die Rückreise machte und Anfang Juni 1766 wieder in Gotha eintraf. 1778 trat er von seine Position zurück und besuchte Hamburg, Wien und andere Städte und ließ sich schließlich in Köstritz nieder.

Werke u.a.: Ariadne auf Naxos (1775), Medea (1775)

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Bad Köstritz, Auf dem ehemaligen Friedhof an der Kirche St. Leonhard

Bild: Jwaller (07/2014) Wikipedia.de

Hinweis: An der Stelle, an dem sich die Grabstätte Georg Bendas befand, wurde nach dem Ersten Weltkrieg ein Denkmal für die Gefallenen errichtet.

Joseph H. JoeTurner

 

 

US-amerikanischer Jazzpianist und Sänger; erhielt durch seine Mutter ab dem 5. Lebensjahr Klavierunterricht und bildete sich anschließend autodidaktisch weiter. Bekannt wurde er, als er in der New Yorker Jazzszene der 1920er Jahre als Stride-Pianist auftrat und mit Jimmy Harrison und June Clark zusammenarbeitete1 Im Jahr 1928 wurde er vom Orchester Benny Cartes engagiert, bevor ihn dann Louis Armstrong 1930 unter seine Fittiche nahm. Ende der 1930er Jahre wirkte er in Europa, kehrte aber bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die Vereinigten Staaten zurück, als er zum Militärdienst herangezogen wurde und in dieser Zeit Klavier im von Sy Oliver geleiteten Orchester der US-Army spielte. Nach Kriegsende kehrte er wieder nach Europa zurück und gastierte in den 1950er Jahren mit Bill Coleman und Albert Nicholas auch in Deutschland. Er lebte zunächst in Ungarn, dann in der Schweiz und zuletzt ab 1962 in Paris, wo er häufig im La Calavados, einem Nachtklub auf den Champs Elysees, spielte. .In den 1970er Jahren entstanden Aufnahmen mit Slam Stewart, Jo Jones und Panama Francis für das Label Black & Blue; in den 1980er Jahren nahm er erneut für verschiedene amerikanische Label auf und hatte in seinem Heimatland einige Auftritte.

1 Stride-Piano ist ein Solo-Klavierstil aus der Frühzeit des Jazz, der auf den Ragtime zurückgeht, aber im Gegensatz zu diesem nicht komponiert, sondern größtenteils improvisiert ist.

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Bilder: Herbert Herterich (07/2017)

Fontenay-sous-Bois (Dép. Val-de-Marne)

Alexandre Tansman

 

 

Französischer Komponist polnischer Herkunft; Sohn jüdischer Eltern; begann bereits im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen und mit acht Jahren zu komponieren. Er studierte Komposition an der Musikakademie Łódź und der Musikakademie Warschau. 1919 gewann er den Nationalen Polnischen Kompositionswettbewerb für anonym eingereichte Jugendwerke, zu dem er zwei Kompositionen eingereicht hatte (den ersten Preis erhielt seine Fantasie für Violine und Klavier, den zweiten eine Klaviersonate). Nach seiner Übersiedlung nach Frankreich, nahm er 1920 die französische Staatsbürgerschaft an. In den Jahren 1932 und 1933 ging er auf eine Welttournee. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht im Jahre 1940 floh er in den Süden Frankreichs und dann 1941 weiter über Lissabon in die Vereinigten Staaten, wo er hauptsächlich in Hollywood als Filmkomponist wirkte und sich mit .Igor Strawinsky anfreundete, der ihn sehr beeinflußte und über den er später eine Biographie (1947) verfaßte. 1946 wurde er für den Oscar für die beste Filmmusik für das von Gregory Ratoff inszenierte Kriegsdrama Paris Underground (1945) mit Constance Bennett, Gracie Fields und George Rigaud in den Hauptrollen, nominiert; insgesamt war er für die musikalische Untermalung und Begleitung für fünfzehn Filme verantwortlich. 1946 kehrte Tansman schließlich nach Paris zurück.

Verheiratet war Tansman seit 1937 mit der Pianistin Colette Cras (gest. 1953), der Tochter des französischen Komponisten Jean Cras, sie hatten zwei Töchter.

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Bilder: Herbert Herterich (07/2017)

Paris, Cimetière Sud de Saint-Mandé

Edison Denisov  [russ. Эдисон Васильевич Денисов]

 

 

Russischer Komponist und Musiktheoretiker; Sohn eines Ingenieurs und einer Ärztin; lernte von 1946 bis 1947 Klavier an der Musikschule in Tomsk und studierte anschließend bis 1951 zunächst Mathematik an der Staatlichen Universität Tomsk, das er mit einem Diplom abschloß, bevor er sich der Musik zuwandte um Komponist zu werden und sich am Moskauer Konservatorium immatrikulierte. Dort wurde er von Wissarion Schebalin in Komposition und von Nikolai Peiko in Klavier unterrichtet. Von 1968 bis 1970 wirkte Denisov, der wegen seines Enthusiasmus für avantgardistische Tendenzen des Westens im eigenen Land immer wieder kritisiert wurde und keine keine eigene Kompositionsklasse erhielt, am Experimentalstudio für elektronische Musik in Moskau. Nach dem politischen Umbruch in der Sowjetunion Ende der 1980 und Anfang der 1990er Jahre wurde er Sekretär des russischen Komponistenverbandes und gründete die 1932 aufgelöste Assoziation für zeitgenössische Musik (ASM-2) wieder. Außerdem war er im März 1990 Schirmherr des von Juri Kasparow gegründeten Moskauer Ensembles für zeitgenössische Musik. 1992 erhielt er schließlich eine Professur am Moskauer Konservatorium. Von 1990 bis 1991 wirkte er am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM, Forschungsinstitut für Akustik/Musik). 1994 emigrierte Denisov, der zu den bedeutendsten Komponisten der russischen Moderne zählt, nach Frankreich und wurde aufgrund eines Unfalls in einer Pariser Klinik behandelt, wo er verstarb.

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Paris, Cimetière Sud de Saint-Mandé

Bilder: Herbert Herterich (07/2017)

Christian Ferras

 

 

Französischer Violinist; Sohn eines Hoteliers und ehemaligen Schülers des Geigers und Musikpädagogen Marcel Chailley; Bereits im Alter von acht Jahren begann Christian Ferras Studien am Musikkonservatorium von Nizza bei Charles Bistesi, der ein Schüler von Eugène Ysaÿe gewesen war. 1942 trat er erstmals öffentlich auf, und 1943 gewann er den 1. Preis des Konservatoriums. Im November 1951 wurde Ferras, der 1947 seine erste Aufnahme bei Decca mit dem Konzert von Federico Elizalde aufgenommen und 1948 den internationalen Scheveningen Wettbewerb, bei dem Yehudi Menuhin einer der Preisrichter war und an dem auch Michel Schwalbé teilnahm, der später 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan werden sollte, gewonnen hatte, von Karl Böhm eingeladen, das Violinkonzert von Beethoven mit den Berliner Philharmonikern zu spielen. Ab 1964 war er Starsolist bei den Berliner Philharmoniker unter von Karajan. Am Ende der 1960er Jahre war Ferras ein weithin gefeierter Geiger; unter anderem hatte er neun Grand Prix du Disque gewonnen. Zu dieser Zeit begannen seine Probleme mit Depressionen und Alkohol und begann, sich von der Konzertbühne zurückzuziehen. 1975 nahm er ein Angebot für eine Professur am Pariser Konservatorium an und trat die folgenden sieben Jahre nicht mehr öffentlich auf.

Ferras nahm sich im Alter von nur 49 Jahren das Leben. durch einen Sprung aus dem 10. Stock eines Hauses

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Bilder: Herbert Herterich (07/2017)

Cachan (Dép. Val de Marne), Cimetière

Chris Roberts  eigentl. Christian Franz Klusáček

 

 

Deutscher Schlagersänger und Schauspieler; Sohn einer Deutschen und eines Jugoslawen; absolvierte ab 1961 eine Berufsausbildung zum Elektromechaniker und besuchte ab 1963 das Polytechnikum. Roberts, der Staatenlosen war und erst im April 2017 deutscher Staatsbürger wurde, gründete 1962 gemeinsam mit Freunden die Band The Blue Rockets, in der er als Schlagzeuger und Sänger aktiv war. Mit dieser Gruppe gewann er mehrere Beat-Wettbewerbe. entdeckt wurde er von dem Produzenten und Komponisten Hans Bertram. Roberts entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagersänger der ersten Hälfte der 1970er Jahre und konnte eine Reihe von musikalischer Erfolge verbuchen, die sich zu “Ohrwürmern” entwickelt haben: Ich bin verliebt in die Liebe, Hab ich dir heute schon gesagt, daß ich dich liebe, Ich mach ein glückliches Mädchen aus dir. Mit dem Hit Du kannst nicht immer 17 sein wurde er endgültig zur Schlagerlegende. Roberts, der immer wieder Auftritte in der von Dieter Thomas Heck moderierten ZDF-Hitparade hatte, aber auch in einer Reihe vom Schlagerfilmen mitwirkte, verkaufte ca. 11 Millionen Tonträger. Roberts wirkte auch in einigen Filmen mit, u.a. in Wenn die tollen Tanten kommen (1970), Wenn jeder Tag ein Sonntag wär (1973) oder Sunshine Reggae auf Ibiza (1983).

Roberts wurde mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er im Laufe seiner Karriere u.a. die Goldene Stimmgabel und den Bambi, und mehrfach zierte sein Bild die Titelblättern des Jugendmagazins Bravo.

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Berlin-Schöneberg, Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Andrea Elisabeth Maria Jürgens

 

 

Deutsche Schlagersängerin; wurde von dem deutschen Musikproduzenten Jack White (*1940) entdeckt und hatte 1977 im Alter von zehn Jahren in der im Rahmen der ARD-Silvestergala ausgestrahlten Unterhaltungssendung Am laufenden Band mit Rudi Carrell ihren ersten Fernsehauftritt. Zu ihren größten Hits zählte das von White komponierte Lied Und dabei liebe ich euch beide, das sie bei ihrem ersten TV-Auftritt 1977 präsentierte. oder Ich zeige dir mein Paradies. und war damit nach Heintje der erste deutsche Kinderstar. In der Folge errang sie eine Goldene-, Silberne- eine Platinschallplatte, sowie eine Goldene Stimmgabel. Ihren größten Erfolg aber konnte Andrea Jürgens 1979 mit ihrem Album Weihnachten mit Andrea Jürgens feiern, von dem ca. 1,5 Millionen Tonträger verkauft werden konnte. Immer wieder trat sie in der von Dieter Thomas Heck moderierten ZDF-Hitparade auf. Nachdem es länger um sie still geworden war, gelang ihr 2016 ein Comeback mit dem Album Millionen von Sternen. Im Herbst 2016 startete sie eine Deutschlandtour, die sie jedoch aufgrund einer Krankheit abbrechen mußte.

Andrea Jürgens starb im Alter von nur 50 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.

Lieder u.a.: Eine Rose schenk ich dir (1979), Solang’ ein Mädchen träumen kann (1982), Küsse der Nacht (1990), Ich krieg nie genug von Dir (1993), Wenn ich glücklich bin (1996), Komm in meine Träume (2000), Lust auf’s Leben (2005), Ich hab’ nur ein Herz (2010).

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Bild: Peter R. Seeber (08/2017)

Recklinghausen, Zentralfriedhof

Friedrich Meyer-Gergs

 

 

Deutscher Komponist, Arrangeur und Bandleader; besuchte keine der Musikschulen, sondern bildete sich autodidaktisch; komponierte von 1934 bis 1937 Theatermusiken für das Schauspielhaus Bremen und war anschließend für die Deutsche Grammophon tätig, arrangierte für Hans Rehmstedt und spielte 1940/41 Schallplatten mit Studiobands unter Leitung von Otto Stenzel und Peter Kreuder ein. Während des Zweiten Weltkrieges arrangierte er für das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester, das ab Juli 1942 zahlreiche Aufnahmen auf Tonträger aufnahm, die nicht in den Handeln gelangten, sondern ausschließlich für Rundfunksendungen der Reichssender zur Verfügung standen, und für Charlie and His Orchestra, eine Big Band, deren Musik auf Kurzwelle ausgestrahlt wurde. Unter den auftretenden Solisten war auch Lale Andersen mit Lili Marlen, einem ihrer populärsten Lieder. Im Juni 1942 wurde Friedrich Meyer musikalischer Leiter beim Soldatensender Belgrad; dort baute er 1943 ein Orchester auf, in dem neben Serben auch Roma beschäftigt waren. Meyer komponierte jazzartige Songs und improvisierte selbst zwischen den US-amerikanischen Jazz-Schallplatten, die der Sender spielte. Anfang 1944 mußte er sich daher vor der Reichskulturkammer gegen den Vorwurf verteidigen, “jüdisch-amerikanische Nummern“ interpretiert zu haben; mit der Folge eines Auftrittsverbot für alle deutschen Sender.

Nach dem Ende des Krieges entdeckte er Hans Last, der sich später den Vornamen “James” zulegte, und dessen beiden Brüder Robert und Werner und engagierte sie für das neu zu gründende Tanz- und Unterhaltungsorchester des Senders Radio Bremen, das Radio-Bremen-Tanzorchester, dessen Leiter er wurde. Später arbeitete Meyer als Arrangeur für das Radio-Tanzorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), wurde aber von Harry Hermann Spitz gekündigt, weil er sich 1947 offensiv für eine Jazzorientierung des Orchesters aussprach. Er arbeitete dann freiberuflich als Arrangeur und Komponist für Erwin Lehn, aber vor allem für den Film. Zu seinen Kompositionen zählen unter anderem die deutschen Beiträge 1957 und 1958 zum Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest, ESC): Telefon, Telefon und Für zwei Groschen Musik, die beide gesungen von Margot Hielscher, mit der er verheiratet war, vorgetragen wurden; er schrieb aber auch Lieder für für Hanne Wieder.

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Bild: Claus Harmsen (stones&art, 08/2017)

München, Bogenhausener Friedhof

Helge Rosvænge  eigentl. Helge Anton Rosenvinge Hansen

 

 

Dänischer Opernsänger (Tenor); studierte an der Polyteknisk Læreanstalt (Technische Hochschule) in Kopenhagen erwarb dort ein Ingenieur-Diplom der Chemie; zugleich nahm er privaten Gesangsunterricht. 1921 hatte er sein Debüt in Neustrelitz als Don José in Georges Bizets Oper Carmen. Nach Engagements in Altenburg (Thüringen), Basel und Köln ging er 1929 an die Staatsoper Berlin, und war dort Nachfolger u.a. von Richard Tauber, bevor er 1930 an die Wiener Staatsoper wechselte, der er bis 1957 angehörte. Ab 1932 sang er bei den Salzburger Festspielen und in den Jahren 1934 und 1936 in Bayreuth; außerdem trat er 1938 am Covent Garden in London und 1941 in Paris auf. Rosvænge, der bereits 1933 in Graz der NSDAP beigetreten war und sich ab 1934 für Propagandaveranstaltungen hatte einspannen lassen, war Gast bei Hermann Görings Hochzeit mit der Schauspielerin Emmy Sonnemann im Jahre 1935. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde er 1944 von Hitler auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste der unentbehrlichen Künstler gesetzt, so daß er nicht zum Kriegsdienst herangezogen werden konnte. Nach der Einnahme Berlins durch die Rote Armee wurde er als in das Lager Krasnogorsk nahe Moskau deportiert, von dort ging es nach einigen Monaten über Leningrad nach Helsinki und schließlich nach Stockholm, wo er jedoch als Kollaborateur mit Nazi-Deutschland nicht mehr akzeptiert wurde. So wandte er sich zunächst wieder seinem erlernten Beruf zu und arbeitete bis 1948 als Chemiker in der Schweiz, bevor er auf die Opernbühne zurückkehrte und auf vielen Bühnen zurückkehrte , an denen er vor dem Krieg gesungen hatte. Als Herbert von Karajan begann, alle Opern nur noch in ihrer Originalsprache aufzuführen, hätte das für Rosvænge ein Neuerlernen der Texte bedeutet, so daß er sich allmählich zurückzog (es war damals üblich fast alle Opern in Deutschland in deutscher Sprache aufzuführen). Nach seiner aktiven Karriere war er bis zu seinem Tode als Gesangspädagoge in München tätig.

Rosvænge, der über ein Privatflugzeug verfügte und daher auch “den flyvende sanger” (fliegender Sänger) genannt wurde, hielt in seiner aktiven Zeit mit durchschnittlich über 200 Vorstellungen pro Jahr einen Bühnenrekord für einen Solisten,

Helge Rosvænge war Ritter des Dannebrog (1933) Dannebrogsmand (1940).

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Bilder: Bent Willemoes (20174)

Glostrup Kommune (Insel Sjælland), Nordre Kirkegård

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Bilder: Peter R. Seeber (11/2017)
Bilder: Hans Urbaczek (11/2019)
Musiker XCIX

Omnibus salutem!