Hans Erich Pfitzner

Österreichischer Komponist; studierte in Frankfurt am Main, wirkte u.a. in Mainz, wo er von 1894 bis 1896 Theaterkapellmeister war, in Berlin von 1897 bis 1907 als Lehrer für Komposition am Sternschen Konservatorium, wo Otto Klemperer einer seiner Schüler war, seit 1903 zugleich als Kapellmeister am Theater des Westens, in Straßburg von 1908 bis 1918 als Städtischer Musikdirektor und Direktor des Konservatoriums, als Leiter einer Meisterklasse für Komposition an der Akademie der Künste in Berlin von 1920 bis 1929; von 1929 bis 1934 war er Leiter einer Meisterklasse für Komposition in München und wirkte dann international als Dirigent, Pianist und Opernregisseur.

Werke u.a.: Der arme Heinrich (1895), Die Rose vom Liebesgarten (1901), Das Christ-Elflein (1906, Neufassung 1917), Das Herz (1931). Kleine Sinfonie (1939), Sinfonie C-Dur (1940); Fantasie (1947), Klavierkonzert Es-Dur (1922), Violinkonzert h-Moll (1925).

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Bild: W. Burghart (2000)

Wien, Zentralfriedhof

Robert Stolz

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Österreichischer Theaterkapellmeister und Komponist; zwölfte Kind eines Komponisten und Musikdirektors; studierte Musik in Graz, Berlin und Wien. 1896 absolvierte er die Staatsprüfung für Musik und wurde 1897 Opernkorrepetitor am Städtischen Theater Graz, danach Kapellmeister in Marburg an der Drau und 1902 am Stadttheater Salzburg. Nach einem Engagement am Deutschen Theater in Brünn war er von 1905 bis 1917 musikalischer Leiter am Theater an der Wien. Als solcher brachte er u.a. am 3012.1905 Franz Lehárs Die lustige Witwe zur Uraufführung. Während des Ersten Weltkrieges diente er u.a. als Kapellmeister beim K.u.k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Nach einer kurzen Zeit in Berlin lebte er ab 1926 wieder in Wien, kehrte dann aber 1929 wieder nach Berlin zurück, wo er bis 1935 lebte und arbeitete. Seinen großen Durchbruch erlebte er, als 1930 im ersten europäischen Musikfilm die von ihm komponierten Lieder gespielt wurden (Zwei Herzen im Dreivierteltakt). Jetzt sangen auch der sehr populäre Jan Kiepura seine Lieder (u.a. Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n) und dessen Frau Marta Eggert (*1912). Auf Wunsch von Ralph Benatzky, zusätzlich Musik für seine Revueoperette Im weißen Rössl zu schreiben, steuerte der Wahl-Berliner u.a. Die ganze Welt ist himmelblau bei. Jetzt auch in Deutschland bekannt, versuchten die Nationalsozialisten ihn für sich zu gewinnen; er lehnte die Zusammenarbeit jedoch ab, verhalf im Gegenteil gefährdeten Menschen zur Flucht. Unmittelbar vor seiner Verhaftung durch die Gestapo konnte er 1938 nach Paris fliehen; dort lernte er seine spätere fünfte Frau, die 27jährige Einzi, kennen, die an der Sorbonne Jura studierte (es sei ein “coupe de foudre” gewesen, sagte sie später). Als er mit anderen nach Ausbruch des Krieges im November 1939 in einem Pariser Stadion interniert wurde, löste Einzi ihn mit einer Bestechungszahlung aus. Danach emigrierte er in die Vereinigten Staaten. 1946, inzwischen mit Einzi verheiratet, kehrte er in das geteilte Wien zurück; auch hier half ihm seine Frau bei der russischen Besatzungsmacht: es gelang ihm, wieder in seine alte Wohnung einzuziehen. Robert Stolz schrieb über 60 Operetten, Musicals sowie Filmmusik.

Werke u.a.: Mädi (1923), Venus in Seide (1932), Frühling im Prater (1949), Zwei Herzen im Dreivierteltakt (1930), Die ganze Welt ist himmelblau, Im Prater blüh'n wieder die Bäume. Adieu, mein kleiner Gardeoffizier.

Werke u.a.: Venus in Seide (1932), Frühling im Prater (1949), Zwei Herzen im Dreivierteltakt (1930), Die ganze Welt ist himmelblau, Im Prater blüh'n wieder die Blumen. 

Inschrift: Wenn meine Melodien in den Herzen der Menschen einen Platz gefunden haben, dann weiß ich, daß ich meine Aufgabe erfüllt und nicht umsonst gelebt habe.

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Carl Johann Adam Zeller

Österreichischer Komponist; Sohn eines Arztes; war in seiner Jugend Wiener Sängerknabe in der kaiserlichen Hofkapelle, studierte Jura und promovierte zum Dr. iur., und zugleich studierte er Komposition bei Simon Sechter in Wien. Ab 1873 war er Kulturreferent im österreichischen Unterrichtsministerium. Obwohl er die Musik nur als Liebhaberei betrieb, wurde er Hauptvertreter der klassischen Wiener Operette; er komponierte außerdem Chorwerke und zwei Opern. Besonders populär wurde seine Operette Der Vogelhändler (1891) und das darin enthaltene Lied Grüss euch Gott, alle miteinander.

Werke u.a.: Der Vagabund (1886), Der Vogelhändler (1891), Der Obersteiger (1894).

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Karl Millöcker

                         

Österreichischer Komponist; war Schüler des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (heute Universität für Musik und darstellende Kunst). Neben J.Strauß (Sohn) und Franz von Suppé war er Hauptvertreter der klassischen Wiener Operette. 1864 wurde er auf Empfehlung von Suppé als Theaterkapellmeister nach Graz verpflichtet. Nach Aufenthalten in Budapest und am Wiener Harmonietheater wirkte er von 1869 bis 1883 als Kapellmeister am Theater an der Wien.

Werke u.a.: Gräfin Dubarry (1879), Der Bettelstudent (1882), Gasparone (1884), Der arme Jonathan (1890).

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Carl Michael Ziehrer

Österreichischer Komponist und Dirigent; von Haus aus wie sein Vater Hutmacher, komponierte er bereits im Alter von 19 Jahren eigene Werke. Nach verschiedenen musikalischen Zwischenstationen - u.a. war er in Berlin, wo er seine spätere Frau Marianne née Edelmann, ebenfalls aus Österreich stammend, kennenlernte - wurde er 1883 Kapellmeister bei den Deutsch- und Hochmeistern und gab mit diesen auf zahlreichen Reise durch Europa und die Vereinigten Staaten Konzerte. 1907 wurde er als Nachfolger von Eduard Strauß k.u.k Hofballmusikdirektor. Ziehrer schuf 22 Operetten, etwa 600 Tänze, sowie viele Walzer und Märsche.

 

 

 

 

Werke u.a.: Die Landstreicher (1899), Der Fremdenführer (1902), Der Schätzmeister (1904),

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Johann Nepomuk David

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

 

Österreichischer Komponist: war von 1906 bis 1909 Sängerknabe im Augustiner-Chorherrenstift Sankt Florian (Oberösterreich) und von 1909 bis 1911 Schüler am Gymnasium des Benediktinerstifts Kremsmünster. Anschließend studierte er von 1911 bis 1915 an der Bischöflichen Lehrerbildungsanstalt in Linz. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Volksschullehrer und studierte währenddessen von 1921 bis 1922 in Wien an der Musikakademie und Universität. Von 1922 bis 1924 hatte er die musikalische Leitung der Linzer “Kunststelle“ inne. Von 1926 bis 1934 leitete er in Wels den dort von ihm gegründeten Bach-Chor und war anschließend bis 1934 Organist an der Christuskirche Wels. 1934 wechselte er als Lehrer für Theorie und Komposition an die Kantoreien am Leipziger Landeskonservatorium (ab 1841 Hochschule für Musik) und wurde deren Leiter. Von 1945 bis 1947 war er Professor für Komposition und kommissarischer Leiter des Salzburger Mozarteums, anschließend bis 1963 Professor für Theorie und Kontrapunkt an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart, zugleich von 1949 bis 1952 Dirigent des Stuttgarter Brucknerchores und zugleich von 1950 bis 1953 Dirigent des Hochschul-Kammerorchesters. David suchte bachsche Polyphonie und zeitgenössische Elemente zu vereinen; schrieb Orgelwerke, Sinfonien, Violinkonzerte, Kammermusik, Chöre und Oratorien.

Werke u.a.: Ezzolied (1957).

Inschrift: Ex deo nascimur, in Christo morimur, ex spiritu sacto reviviscimus. (Aus Gott werden wir geboren, in Christo werden wir sterben, aus dem Heiligen Geist werden wir wiedergeboren).

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Bild: Alexander Krischnig (2006)
Bild: Alexander Krischnig (05/2006)
(04/2006)

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

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Bilder: Kurt Goller (09/2012)

Wenzel Müller

 

 

Österreichischer Komponist und Kapellmeister; Sohn des Pächter eines herrschaftlichen Meierhofes; ausgebildet u.a. durch Carl Ditters von Dittersdorf, mit dem er sich angefreundet hatte, war Müller ab 1782 für das Theater tätig. 1786 übernahm er das Amt des Kapellmeisters und Hauskomponisten am Wiener Theater in der Leopoldstadt, bevor er 1807 nach Prag an die Deutschen Oper ging, von wo er 1813 nach Wien zurückkehrte und bis 1830 wieder an seiner alten Wirkstätte, dem Theater in der Josephstadt tätig war und dort mit Ferdinand Raimund zusammenarbeitete.

Wenzel Müller schuf weit über 200 Bühnenmusikwerke, komponierte u.a. das Lied ’s kommt ein Vogerl geflogen und schrieb Einlagecouplets zu Raimunds Dramen, u.a. für das Stück Alpenkönig und Menschenfeind, sowie Kirchenmusik und Werke für Bläser.

Seine Tochter Therese (*1791), die schon als Kind am Theater in der Leopoldstadt aufgetreten war und später den Sänger Johann Christoph Grünbaum heiratete, war eine zur damaligen Zeit berühmte Sängerin, die ab 1813 Gastspiele in München, Berlin, Darmstadt, Frankfurt am Main und in Leipzig gab und 1830 an der Königlichen Oper in Berlin sang.

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Bilder: Heinz Knisch (05/2015)

Baden bei Wien, Stadtfriedhof

Horst Winter

 

 

Österreichischer Jazzmusiker, Kapellmeister und Komponist deutscher Herkunft; studierte Violine im Hauptfach und Klarinette im Nebenfach. an der Hochschule für Musik in Berlin. Danach spielte er als Klarinettist in Tanzorchestern, trat aber auch als Gesangssolist auf. Bereits im Jahre 1930 gründete Horst Winter sein erstes Tanzorchester, 1939 erfolgte die erste Schallplattenaufnahme. Ab 1941 nahm er mit seinem Tanzorchester für die Firma Tempo Schallplatten mit beliebter Tanzmusik auf, wobei auf den B-Seiten der Platten Jazzmusik zu hören war. Die Reichsmusikkammer griff erst ein, als auf einer der Platten das Lied Sie will nicht Blumen und nicht Schokolade auftauchte; der eigentliche Titel des Liedes, das jüdischen Ursprungs ist, lautet Joseph! Joseph! (die Vorgehensweise der Musiker war nicht unüblich: Ursprünglich fremdsprachige Titel wurden eingedeutscht, um so der Zensur zu entgehen). In diesem Falle wurde die Platte verboten, da allen klar war, daß es sich um einen Seitenhieb auf den Reichspropagandaminister Joseph Goebbels handele. Während des Zweiten Weltkrieges war er ab 1943 Soldat der deutschen Wehrmacht. Nach seiner Entlassung aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft, in die er in der Normandie geraten war, konnte er nicht mehr in seine alte, von der roten Armee besetzten Heimat zurückkehren und ging nach Wien. Dort gründete er 1946 das “Wiener Tanzorchester”. 1948 machte er das von dem Komponisten Hans Lang komponierten und von Erich Meder getextete Lied Und jetzt ist es still bekannt, das 1951 durch Betty Hutton unter dem Titel Blow a Fuse interpretiert wurde und 1995 von der isländischen Sängerin und Musikproduzentin Björk (*1965) in ihr Album Post unter dem Titel It’s Oh So Quiet aufgenommen. 1950 erhielt Winter dann seinen ersten Schallplattenvertrag bei Elite Spezial. Im selben Jahr gründete er das Horst Winter-Tanzorchester, mit dem er auf Gastspielreisen durch Österreich und Deutschland ging, aber auch Tourneen in das Ausland unternahm. Ab 1955 trat er dann auch als Solist in Erscheinung. 1960 vertrat Horst Winter unter seinem Künstlernamen Harry Winter Österreich beim Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest, ESC) in der Royal Festival Hall in London und erreichte mit dem von Robert Stolz geschriebenen Lied Du hast mich so fasziniert, den siebten von insgesamt dreizehn Plätzen. 1977 wurde Horst Winter, der bereits 1948 die österreichische Staatsbürgerschaft erworben hatte, Dirigent der Hoch- und Deutschmeister-Kapelle.

Winter und. sein Orchester wirkten ab der frühen 1940er Jahre auch in einigen Spielfilmen mit, u.a. in Zwei in einer großen Stadt (1941), Der Onkel aus Amerika (1952), Große Star-Parade (1954).

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Bilder: Heinz Knisch (05/2015)

Pottendorf (Niederösterreich), Friedhof

Damia eigentl. Marie-Louise Damien

1920

 

Französische Chanteuse und Schauspielerin; Tochter eines Webereiarbeiters, der nebenberuflich eine Landwirtschaft betrieb; In den 1880er zogen ihre Eltern mit ihr nach Paris, wo ihr Vater zunächst als Tägreöhner, später in der Verwaltung des Arrondissiments Arbeit fand, während die Mutter als Wäscherin arbeitete. Im Alter von 15 Jahren verließ sie ihre Eltern gegen deren Willen und arbeitete als Statistin im Pariser Théâtre du Châtelete, danach in einer Fabrik. Schließlich wurde sie von dem Ehemann der Chanteuse Fréhel, Robert Hollard, gen. Roberty, bemerkt und erhielt von ihm Gesangunterricht (später hatte sie mit ihm eine Affaire). Nach 1908 trat sie in Café-Konzerten verschiedener Pariser Musiketablissements auf, u.a. im .Pépinière-Théâtre, oder in der Pariser Alhambra. In einer Bühnenschau von Félix Mayol spielte sie die Hauptrolle.Ihre größten Erfolge hatte sie in den 1930er Jahren. In ihren Chansons realistischer Prägung brachte sie vorwiegend tragische Inhalte zum Ausdruck. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten jüngere Kollegeninnen in ihre Fußstapfen und ihr Ruhm verbl0te; aber 1949 gelabg ihr in einem Konzert in der Salle Pleyel und einer Tournee durch Japan (1953) noch einmal ein großer Erfolg und sie kehrte noch einmal auf die Pariser Bühnen zurück. 1954 sang sie im Olympia zusammen mit dem damals noch unbekannten Jacques Brel. Heute gilt Damia, die an den Folgen eines Sturzes in der Pariser Métro starb, als drittgrößte Chansonsägerin hinter Édith Piaf und Barbara.

Ihr äußeres Markenzeichen war ein knöchellanges, ärmelfreies und schlankgeschnittenes schwarzes Kleid, wie es später u.a. auch Édith Piaf und Juliette Gréco trugen, und von dem Sacha Guitry später behauptete, er habe es “erfunden”; was Damia jedoch bestritt.

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Bild: Herbert Herterich (05/2015)

Pantin, Cimetière parisien de Pantin

Ernest Léardée

 

 

Französischer Komponist und Schauspieler; war zunächst Lehrling in einem Friseurladen, bevor er in einem Orchester als Geiger spielte. Im April 1929 kam er nach Paris, wo er bald sein eigenes Orchester unter dem Namen “Bal Nègre”, gründete, in dem später Künstler der “Roaring Twenties” wie Josephine Baker, Maurice Chevalier, die Mistinguett, Foujita und Kiki de Montparnasse begleitet von Man Ray und Alexander Calder auftraten, die Schriftsteller Henry Miller, Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald und die Künstler Jean Cocteau, Paul Morand oder Raymond Queneau. zu Gast waren. Später wechselte Léardée zur Klarinette und zum Tenorsaxophon, Nacheinander gründete er mehrere Kabaretts in Paris, u.a. das l'Elan Noir und le Mirage und tourte oftmals durch Europa. Als Leiter des Ala Radios arbeitete er in am Ufer der Marne gelegenen Ausfluglokalen, gründete seinen eigenen Musikverlag und veröffentliche Plattenaufnahmen u.a. für die Plattenfirmen Decca und Barclay. In den Jahren 1950 und 1960 wandte er sich der Mode folgend kubanischen und lateinamerikanischen Rhythmen zu. Zahlreiche seiner Kompositionen schrieb er für Filme und begründete so seinen Ruf als Interpret von Musik aus der Karibik, machte La biguine bekannt, die traditionelle Musik, die in Guadeloupe und und dann in Martinique in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhundertsentstanden war. In Saint-Pair-sur-Mer leitete er ein Casino. Außerdem wirkte er in einigen Filmen in Nebenrollen mit u.a. in La Petite Lise (1930), La vieille quimboiseuse et le majordome (1987) und Médecins de nuit (1978); bekannt wurde er in den Jahren zwischen 1970 bis 1973 auch als Werbeikone für die Reis-Produkte der Marke Uncle Ben’s .

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Bilder: Herbert Herterich (05/2015)

Fontenay-sous-Bois (Dép.Val-de-Marne)

Hermine Spies-Hardtmuth

1887Bild: Gartenlaube   

 

Deutsche Sängerin (Altistin); aus dem Lahntal, wo sie ihre Jugend verbrachte, kam sie 1879 nach Wiesbaden, wo sie zunächst am Konservatorium studierte. Anschließend bildete sie ihre Stimme bei dem Gesangspädagogen Julius Stockhausen am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main aus. Im Juli 1880 gab sie in Mannheim ihr Bühnendebüt. Sie entwickelte sich zu einer der führenden Altistinnen in Europa; sie sang in Altpartien in Oratorien in Frankfurt am Main, Wiesbaden, Bremen und in Delft und wirkte auch bei einem Hofkonzert zu Oldenburg mit. Aber auch bei Konzerten auf Bühnen in Berlin und Leipzig begeisterte sie das Publikum. Auf einer Konzertreise trat sie in Kopenhagen (1887), in London (1889, in den baltischen Staaten und in Sankt Petersburg auf. 1892, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, heiratete Hermine Spies, die eine hervorragende Interpretin der Werke von Johannes Brahms war, dem sie auch persönlich freundschaftlich verbunden war (er verbrachte seine Sommerzeiten regelmäßig in Wiesbaden), den Richter Walter Hardtmuth und zog sich ins Privatleben zurück. Bereits ein Jahr nach ihrer Heirat starb sie im Alter von nur 36 Jahren während einer Schwangerschaft.

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Bilder: KN (11.06.2015)

Wiesbaden, Nordfriedhof

Musiker XIII

Omnibus salutem!