Paul Delaroche eigentl. Hippolyte De La Roche

Französischer Maler; einer wohlhabenden Familie entstammend; anläßlich der Ausstellung seines ersten Werks im Jahre 1822 lernte er Théodore Géricault und Eugène Delacroix kennen und freundete sich mit ihnen an. Ab 1832 lehrte er als Professor an der Ecole des Beaux-Arts in Paris, wo 1837 einer seiner Schüler war Jean-François Millet war. Während dieser Zeit reiste er zweimal zu Studienzwecken nach Italien, besuchte Rom, wo sein Schwiegervater Horace Verne Direktor der Französischen Akademie war. Als einer seiner Schüler bei einer Mutprobe, einer sog. bizutage, auf tragische Weise zu Tode kam, mußte er diese Position 1848 aufgeben und sein Atelier schließen. Delaroche schuf hauptsächlich historische Gemälde, aber auch eine große Anzahl von Portraits. Zu seinen berühmtesten Werken zählt sein Bild von der Hinrichtung der Lady Jane Grey (1833). Zu seinen weiteren Werken gehört die Darstellung einer Reihe von historischen Ereignissen, so z.B Bonaparte franchissant les Alpes (1848), Jeanne d'Arc malade est interrogée dans sa prison par le cardinal de Winchester (1824), aber auch religiöse Themen. Moïse exposé sur le Nil (1857)

 

L'Hémicycle in der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris (1841-42)

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Bild: Annie Grillet (05/2012)

Paris, Cimetière de Montmartre

Eva Gonzalès

pinxit E. Manet                                Selbstbildnis

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Französische Malerin; entstammte einer gutbürgerlichen Familie, ihr Vater, dessen Familie aus Spanien stammte, war Schriftsteller, ihre Mutter, eine Musikerin, stammte aus Belgien; begann 1865 eine Ausbildung als Zeichnerin und Malerin im Atelier desEva Gonzalès Der HornistMalers Charles Chaplin, der sich darauf spezialisiert hatte, nur weibliche Schülerinnen zu unterrichten, da diesen der Zugang zu den staatlichen Akademien versperrt war (er unterrichtete u.a. auch Mary Cassatt). 1869, in dem Jahr, in dem sie ihr eigenes Atelier bezog, lernte sie Édouard Manet kennen und wurde dessen einzige Schülerin. Zugleich stand sie für ihn regelmäßig Modell; er schuf mehrere Bilder von ihr. 1870 reichte sie mit dem Gemälde Enfant-de-troupe (Der Hornist) erstmals ein Werk zum Pariser Salon ein, wo es erfolgreich aufgenommen wurde. Sie nahm daraufhin auch in den Folgejahren am Salon teil. Eva Gonzalès schuf eine große Anzahl an Portraits. Als sie sich während des Deutsch-französischen Krieges und der Pariser Kommune in Dieppe aufhielt schuf sie auch eine Reihe von Landschaftsbildern. Ihr Stil war zunächst sehr stark von Manet beeinflußt; erst nach 1872 fand sie zu ihrem eigenen Ausdruck.

Eva Gonzalès starb überraschend im Alter von nur 36 Jahren an den Folgen einer Embolie im Kindbett nach der Geburt eines Sohnes.

Le Réveil (1876)

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Bild: Annie Grillet (05/2012)

Paris, Cimetière de Montmartre

Hinweis: Eva Gonzalès wurde im Grab ihres Vaters beigesetzt.

Johann Carl Bodmer

1877                          

Schweizer Maler Graphiker und Lithgraph; fünftes Kind eines Baumwollhändlers; begann im Alter von 13 Jahren eine Ausbildung zum Radierer, Lithografen und Kupferstecher bei seinem Patenonkel, dem Landschaftsmaler und Kupferstecher Johann Jakob Meier. Bodmer, der 1843 die französische Staatsbürgerschaft annahm und sich auch Jean-Charles Bodmer nannte, wurde v.a. bekannt durch seine Darstellungen aus dem Leben der Indianer. Er begleitete ab 1832 Maximilian Prinz zu Wied 28 Monate auf dessen Reise durch Nordamerika und illustrierte dessen Reisebericht Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832-34 (2 Bde., 1839-41) mit zahlreichen Bilder, die er von dort mitgebracht hatte. Er schuf aber auch Aquarelle, Zeichnungen und Aquatinten der Städte und Landschaften des Rheins, der Mosel und der Lahn, nach Eindrücken, die er während seiner Reise nach Deutschland, die er im Alter von 19 Jahren unternahm, erhielt. Im Herbst 1835 zog Bodmer, der sich lange in Koblenz und kurzzeitig auch im Schloß Neuwied aufgehalten hatte, nach Paris, wo er u.a. die Maler Jean-Francois Millet und Théodore Rousseau sowie den Schriftsteller Théophile Gautier kennenlernte. 1848/49 zog er dann, ebenso wie Rousseau und Millet, wegen der französischen Februarrevolution 1848 und einer Choleraepidemie in Paris nach Barbizon. Sein dortige Haus mußte er 1884 aus finanziellen Gründen verkaufen und kehrte nach Paris zurück, wo er innerlich vereinsamt, taub und blin und von Rheuma und Arthritis geplagt, starb.

Auszeichnungen u.a.: Ritter der Ehrenlegion (1876),

Blick in die Hütte eines Häuptlings des Mandanvolkes (1833-34)

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Chailly-en-Bière, Cimetière communal

Bilder: Bernd Wolter (05/2012)

Louis Jacques Mandé Daguerre

daguerre1844_bd

Französischer Maler und Photograph; Sohn eines Gerichtsschreibers; ging bei einem Architekten in die Lehre und arbeitete später zunächst als Dekorationsmaler v.a. in Theatern. Er experimentierte mit verschiedenen Materialien, um Abbilder der Umwelt zu fixieren und beschäftigte sich dabei auch mit der Camera obscura. 1829 begann seine Zusammenarbeit mit dem Physiker Joseph Niepce, der 1827 die erste Photographie aufgenommen hatte. Nach dessen Tod überarbeitete das gemeinsame entwickelte Verfahren und erfand 1837 die Daguerreotypie, das älteste photographische Verfahren und die erste verbreitete Form der Photographie. Dabei wird eine Silberjodschicht, nachdem auf sie durch eine Camera obscura Licht gefallen ist, mit Quecksilberdämpfen entwickelt und mit Kochsalzlösung fixierte. Als Ergebnis erhielt er ein positives, seitenverkehrtes Bild. Als die beeindruckende Erfindung bekannt wurde - der Physiker und Astronom François Arago hatte sie im August 1839 in der französischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt - kaufte die Regierung die Erfindung auf. Louis Daguerre erhielt als Gegenleistung eine Rente von 6.000 und der Erbe Nièpces, Isidor Nièpce 4.000 Franc auf Lebenszeit.

Diese Aufnahme in Daguerres Atelier aus dem Jahr 1837 gilt als die älteste erhaltene Daguerreotype.

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Bry-sur-Marne, Cimetière communal

Bilder: Bernd Wolter (05/2012)

Rückseite

Sinaida Jewgenjewna Serebrjakowa [russ. Зинаида Евгеньевна Серебрякова] née Sinaida Jewgenjewna Lanceŕ

Am Toilettentisch (1909), Selbstbildnis     Selbstbildnis mit Schal 1909Selbstbildnisse 1909 bzw.1911

 

Russische Malerin; entstammte der bekannten, ursprünglich aus Frankreich stammenden Benoit- [russ. Бенуа-] Familie von Architekten und Künstlern; ihr Großvater, Nikolai Benois, war ein berühmter Architekt, der Vater, Jewgenij Lancer ein berühmter Bildhauer. Peter Ustinov ist ein entfernter Verwandter ihres Ehemannes .Boris A. Serebrjakow, einer ihrer Brüder, Jewgenij (*1875, †1946 ) spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der russischen und sowjetischen Kunst. 1900 beendete sie ihre Schulausbildung in einem Mädchengymnasium und bezog die von der Prizessin M.K. Tenischewa gegründete Kunstschule, wo Ilja Repin einer ihrer Lehrer war .und zwischen 1903 und 1905 der bekannte Portraitist Osip Braz. Nach einer Unterbrechung ihrer Studien durch eine Reise nach Italien (1902-1903), setzte sie diese an der Académie de la Grande Chaumière in Paris von 1905 bis 1906 fort. In diese Zeit fallen auch ihre frühesten LandmädchenArbeiten wie Деревенская девушка (1906, Landmädchen) oder Фруктовый сад в цвету (1908, dt. Obstgarten in Blüte) drücken ihre Suche nach der Schönheit des Landes und der Menschen ihrer Heimat aus. 1910 erregte sie mit ihrem Selbstportrait Am Toilettentisch großes Aufsehen in einer Ausstellung der Gruppe “Mir Iskusstwa“, das Bild wurde sofort von der Tretjakow-Galerie angekauft. In die Malergruppe wurde sie 1911 aufgenommen, war in ihr mit ihrem Malstil aber eher eine Außenseiterin. Sie schufneben Bilder von russischen Landleben zahlreiche Portraits, später auch viele Aktbildnisse. Nach der Oktoberrevolution wurde ihr Cousin Boris, den sie 1905 geheiratet hatte, verhaftet und in das Gefängnis, und die Familie verlor ihr gesamtes Vermögen. Bevor sie 1924 einen Malauftrag aus Paris erhielt und dann dort im Exil blieb, hatte sie sich und ihre Kinder mit verschiedenen Tätigkeiten durchschlagen müssen; so hatte sie für das Archäologische Museum in Charkow und das Tschechow-Kunsttheater in Moskau gearbeitet. Zwei ihrer Kinder konnte sie mit nach Paris nachholen, die älteren blieben in der Sowjetunion; im Zweiten Weltkrieg wurde sie französische Staatsbürgerin. Ihre Werke wurden erst nach dem XX. Parteitag der KPdSU (1960), auf dem Nikita Chruschtschow mit dem Stalinismus abrechnete, wieder in Moskau, dann 1966 auch in Leningrad und Kiew gezeigt und fanden dort großen Anklang; eine Reise in ihre alte Heimat konnte sie wegen ihrer geschwächten Gesundheit nicht mehr unternehmen.

Ernte (1915)

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Bilder: Bernd Wolter (05/2012)

Sainte-Geneviève-des-Bois, Russischer Friedhof

Hans am Ende

Deutscher Maler; Sohn eines Pfarrers; kam als 8-Jähriger nach Kirchscheidungen bei Naumburg (Saale), als sein Vater dort die Pfarrstelle übernahm. Nach dem Abitur in der Landesschule Pforta bei Bad Kösen studierte er bei Wilhelm von Diez an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er Fritz Mackensen kennenlernte, mit dem er sich anfreundete und die Militärzeit verbrachte. Anschließend studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Ferdinand Keller, bevor ihn Mackensen zum Umzug in das niedersächsische Worpswede überredete (1889), um dort in der Abgeschiedenheit der Heide- und Moorlandschaft um Worpswede ”...im Einklang mit der Natur [zu] leben und die bäuerliche Welt zum Gegenstand ihrer Malerei [zu] machen.” Er baute sich dort sein Wohn- und Atelierhaus, den Buchenhof, und war neben seinem Freund Mackensen, Fritz Overbeck und Otto Modersohn einer der Begründer der Künstlerkolonie Worpswede. Durch eine Ausstellung der Künstlergruppe, zu der auch Heinrich Vogeler zählte, im Münchner Glaspalast im Jahre 1895 wurden er und die Gruppe bekannt. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich wie viele seiner Altersgenossen freiwillig zum Militär und diente im Infanterie-Regiment “Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162. Während seiner Militärzeit an der Front fand er immer wieder Zeit, zahlreiche Tuschzeichnungen anzufertigen. Bei einem Sturmangriff in der Nähe von Messines in Belgien wurde der Hauptmann Hans am Ende nur 4 Monate vor Kriegsende so schwer verwundet, daß er seinen Verletzungen im Lazarett in Stettin erlag.

Frühling in Worpswede (1900)

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Bilder: Hans-Christian Seidel (05/2012)

Hinweis: Hans am Ende wurde in Bremen beigesetzt. Sein Grabstein wurde allerdings nach 1945 zum Worpsweder Friedhof gebracht und neben dem seiner Frau aufgestellt.

Worpswede, Friedhof

Maria Agnes Elisabeth Voigt

 

 

Deutsche Malerin und Graphikerin; besuchte zwischen 1904 und 1909 zunächst in Leipzig eine Privatschule, anschließend bis 1911 ein Schule in Philadelphia. bevor die bis 1917 an der Königlichen, später Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig studierte. Nach einer kurzen Zeit als Laborantin, setzte sie ihr Studium von 1919 bis 1927 an der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, vormals Akademische Hochschule für bildende Künste fort und war anschließend zwei Jahre Atelierschülerin von Carl Hofer. 1927 reiste sie erstmals nach Tirol und Rom, 1929 folgte eine zweite Italienreise, die ermöglicht wurde durch ein Liebermannstipendium, das sie 1921 gewonnen hatte. Von 1928 bis 1933 war Voigt Meisterschülerin bei Käthe Kollwitz und 1930 bis 1933 zusätzlich tätig als Bühnenbildnerin am Alten Theater Leipzig. 1934/35 erhielt sie ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Villa Massimo in Rom. Von 1932 bis 1942 war Voigt Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und 1935 Lehrerin für graphische Techniken an der Zeichen- und Malschule dieses Vereins. Ab 1935 arbeitete sie freischaffend in Berlin, hielt sich aber während der Sommer in Osttirol auf. Während des Zweiten Weltkrieges gingen große Teile ihrer Werke durch Bombenangriffe verloren. Nach ihrer Rückkehr nach Leipzig, war sie von 1946 bis 1958 Professorin an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst. Elisabeth Voigt schuf Holzschnitte, Lithographien und Aquarellzeichnungen sowie Zyklen zu historischen und religiösen Themen.

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Bild: Exspectabo (2011), Wikipedia.de
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Leipzig, Südfriedhof

Johann Wilhelm Constantin Lipsius

 ~1890

 

Deutscher Architekt; Sohn des späteren Rektors der Thomasschule Karl Heinrich Adelbert Lipsius; studierte zunächst an der Baugewerkschule in Dresden, danach am Bauatelier der Kunstakademie Dresden unter Hermann Nicolai, dem Nachfolger Gottfried Sempers, und wurde nach dem Tode seines Lehrers Nicolai Professor für Architektur an der Dresdner Kunstakademie. Nach einer Studienreise nach Italien und eines Aufenthalts in Paris beteiligte er sich an einer Reihe regionaler und nationaler Architekturwettbewerbe, so u.a. 1866 dem Wettbewerb um den Bau der Kunstakademie Dresden. Für seinen Entwurf zum Neubau des Johannis-Hospitals in Leipzig wurde er mit dem Titel eines Königlichen Baurats belohnt. 1874 wurde Lipsius zum Präsidenten der neu gegründeten “Vereinigung Leipziger Architekten“ ernannt und übernahm die Leitung der Baugewerkschule. 1877 begann er mit den Restaurierungsarbeiten an der Thomaskirche, die bis 1889 andauerten. Lipsius war der Planer des Lipsius-Baus, des ehemaligen Kunstakademie- und Kunstausstellungsgebäudes auf der Brühlschen Terrasse in Dresden (1883–94), in dem heute die Hochschule für Bildende Künste Dresden ihren Sitz hat. Sein Nachfolger auf dem Stuhl für Architektur an der Dresdner Kunstakademie wurde Paul Wallot, der Architekt des Berliner Reichstags,

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Bild: Steffi Eckold (04/2009)

Dresden, Trinitatis-Friedhof

Iwan Jakowlewitsch Bilibin [russ. Иван Яковлевич Билибин]

 

Russischer Maler und Buchillustrator; Sohn eines Militärarztes; besuchte nach der Schulausbildung die juristische Fakultät der Petersburger Universität. Nach seinem Abschluß in Mai 1900 ging er nach München, um dort eine Ausbildung bei dem slowenischen Maler Anton Ažbe zu absolvieren. Später setzte er diese unter der Leitung von Ilja Repin an der Kunstakademie in Sankt Petersburg fort. Nach der Bildung der Künstlervereinigung Мир искусства (Mir Iskusstwa, dt. Die Welt der Kunst), zu deren Mitgliedern u.a Alexander Benois, Alexander Golowin, Sergej Diaghilew, Sinaida Serebrjakowa und Walentin Serow zählten, und wurde aktives Mitglied. Seine erste Arbeit für die Künstlervereinigung war der Auftrag für die Gestaltung der Zeitschrift Mir Iskusstwa im Jahre 1899. Es folgten künstlerische Arbeiten für weitere Zeitschriften wie für иповник (Schipownik, dt. Heckenrose) sowie Ausgaben des Moskauer Buchverlages. Zwischen 1902 und 1904 bereiste er im Auftrag der ethnografischen Abteilung des Museums Alexanders III. die wologodskaja, archangelskaja, twerskaja und olonezkaja Gouvernements, um ethnographisches Material zu sammeln und Denkmäler alter Dorfarchitektur zu photographieren. 1899 schuf er für sein erstes Buch,Сказка о Иван-царевиче, Жар-птице и о Сером волке (dt. Das Märchen von Prinz Iwan, der Feuervogel und der graue Wolf) die Illustrationen. Während der Revolution von 1905 schuf er revolutionäre Karikaturen. Im Jahr 1915 war er gemeinsam mit vielen anderen Künstlern seiner Zeit Gründer der Gesellschaft der künstlerischen Wiedergeburt Rußlands. Nach der Februarrevolution im Jahre 1917 gestaltete er als Symbol der Provisorischen Regierung den Doppeladler (es prangt seit 1992 auf den Münzen der Bank von Rußland). Nach der Oktoberrevolution ging Bilibin auf die Krim, wo er bis September 1919 lebte, anschließend hielt er sich bis Dezember 1919 in Rostow-am-Don auf, verließ dann das Land und ”strandete“ 1920 in Kairo, wo er u.a. Skizzen, Bilder und Fresken im byzantinischen Stil für die Villen wohlhabender griechischer Kaufleute schuf. Im Oktober 1924 ließ er sich dann in Alexandria nieder. Aber schon ein Jahr später, im August 1925, kam er nach Paris, wo er private Wohnsitze und orthodoxe Kirchen sowie Kulissen für die Aufführung von Opern russischer Künstler schuf. In diese Zeit fiel auch die Ausstattung für Igor Strawinsky Ballett Feuervogel in Buenos Aires. Im Laufe der Jahre kam es dann zur Versöhnung mit der Sowjetmacht, und er kehrte 1936 in die Heimat zurück, wo er sich in Leningrad niederließ, bis 1941 an der Allrussischen Künstlerakademie lehrte und seine Arbeit als Illustrator und Bühnendesigner fortsetzte. Von 1935 bis 1936 war er u.a. an der Gestaltung der sowjetischen Botschaft in Paris beteiligt, wo er das monumentale WandbildMikula Selyaninowitch schuf. Bilibin starb während der Blockade Leningrad durch die deutsche Wehrmacht im Krankenhaus der Russischen Akademie der Künste.

Bilibins künstlerisches Talent entfaltete sich vor allem in seinen Illustrationen russischer Märchen, z.B. denen Alexander Puschkins, und Legenden, sowie in seinen Arbeiten für Theaterproduktionen. Er schuf auch die Illustrationen für die in russischer Sprache herausgegebenen Märchen der Brüder Grimm. sowie für die Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

Illustration für Puschkins Ruslan und Ljudmila (1917, Staatliches Russisches Museum in St. Petersburg)

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Bilder: Gavrilov S.A. (02/2012) Wikipedia.ru

Sankt Petersburg, Alter Smolensker orthodoxer Friedhof

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Hinweis: Die Beisetzung erfolgte in einem Gemeinschaftsgrab für Professoren der Akademie der Künste.

Bildende Künste LXXII

Omnibus salutem!