Caspar David Friedrich

Selbstbildnis 1800      Selbstbildnis 1810      pinxit Gerhard v. Kügelen, 1834

Deutscher Maler und Zeichner; einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik; eines von zehn Kindern eines Seifensieders und Lichtziehers; ein nachhaltiges Kindheitserlebnis war seine Rettung aus dem eiskalten Wasser durch einen Bruder, der, als Caspar David beim Schlittschuhlaufen ins Eis einbrach, bei der Rettung ums Leben kam. Von 1794 bis 1798 an der Kopenhagener Akademie u.a. Schüler von Nicolai Abraham Abildgaard und Jens Juel, siedelte im Herbst 1798 nach Dresden über, wo er zeitlebens blieb, aber immer wieder mit dem Skizzenblock in die alte Heimat zurückkehrte; 1801 lernte er Philipp Otto Runge kennen. 1810 kaufte Friedrich Wilhelm III. nach einer Ausstellung der Berliner Akademie neben der Klosterruine im Eichenwald das berühmte Gemälde Mönch am Meer (1808-09, Schloß Charlottenburg, Berlin), das u.a. von Clemens Brentano, Achim von Arnim und Heinrich von Kleist begeistert aufgenommen wurde. Die fast um zwanzig Jahre jüngere Caroline Brommer, die er 1818 im Alter von 44 Jahren heiratete und die auf dem während der Hochzeitsreise entstandenen Bild Kreidefelsen auf Rügen zu sehen ist, spielte in vielen seiner späten Werken eine besondere Rolle.

Caspar David Friedrich auf der Wanderung ins Riesengebirge (pinxit Georg Friedrich Kersting)

Zur Zeit der französischen Besatzung nutzte Friedrich seine symbolische Bildsprache für versteckte Anspielungen auf die politischen Ereignisse, wurde 1816 Mitglied der Dresdener Akademie. Bereits in den 1820er Jahren begann sein Ruhm zu verblassen, so daß er sich verbittert aus dem öffentlichen Leben zurückzog; zudem glaubte er, einer möglichen Professur 1824 nicht zustimmen zu können. Nach einem Schlaganfall im Jahre 1835 mit Lähmungen an Armen und Beinen mußte er die letzten fünf Jahre seines Lebens weitgehend unproduktiv verbringen. Nach seinem Tod blieben seine Frau mit seinen beiden Kinder in Armut zurück.

Werke u.a.: Das Kreuz im Gebirge (1809, Gemäldegalerie, Dresden), Grab des Arminius (um 1813, Kunsthalle, Bremen), Gräber gefallener Freiheitskrieger (1812, Hamburger Kunsthalle),Tannenwald mit Raben, Morgen im Riesengebirge (1810/11, Nationalgalerie, Berlin), Der Wanderer über dem Nebelmeer (um 1817/18, Hamburger Kunsthalle), Auf dem Segler (um 1818/19, Eremitage, Sankt Petersburg), Mondaufgang am Meer (1822, Nationalgalerie, Berlin), Der einsame Baum (1822, Nationalgalerie, Berlin), Hochgebirge (um 1824, Nationalgalerie, Berlin), Die Lebensstufen (um 1834, Museum der bildenden Künste, Leipzig).

 

Die Lebensstufen (1834/35

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Dresden, Innerer katholischer Friedhof

Gerhard von Kügelgen

                          Selbstbildnis

Deutscher Maler; Vater des Malers und Schriftstellers Wilhelm von Kügelgen. Vertreter des Klassizismus in der deutschen Kunst; Friedrich von Schiller (1808/09, Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt/Main).Kügelen, beeinflußt von Raffael, malte überwiegend Portraits (z.B. Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Christoph Martin Wieland, Caspar David Friedrich oder Johann Gottfried von Herder) sowie Historienbilder und Bilder mit mythologischer bzw. religiöser Thematik. Er wurde Opfer eines Raubmordes, der niemals aufgeklärt werden konnte.

 

 

 

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Édouard Manet

                                           1865

Französischer Maler und Graphiker; der Sohn eines Richters und hohen Regierungsbeamten und einer Diplomatentochter wandte sich, obwohl auch für die juristische Laufbahn bestimmt, die er wegen mäßiger Leistungen nicht einschlagen konnte, zunächst einer Laufbahn als Marineoffizier zu, fiel jedoch auch hier zunächst bei der Aufnahmeprüfung durch. Zur Vorbereitung auf eine Wiederholungsprüfung schiffte er sich am 9.12.1848 auf das Schulschiff Le Havre et Guadeloupe ein, und unternahm auf ihm eine sechsmonatigen Reise nach Brasilien. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich entschloß Manet sich dann aber, der schon immer gerne malte und zahlreiche Zeichnungen angefertigt hatte, Maler zu werden. 1850 begann er eine Ausbildung im Atelier von Thomas Couture (*1815, †1879) und besuchte zusätzlich die Académie Suisse, Im Rahmen seiner Ausbildung besuchte er auf ausgedehnten Reisen ins europäische Ausland (Deutschland, Österreich, Italien, Niederlande, Spanien), die sein Vater finanzierte, zahlreiche Museen. Dabei galt sein besonderes Interesse den Werken von Frans Hals, Diego Velázquez, Tizian, Tintoretto, Goya und Delacroix; auf seinen Reisen nach Spanien vertiefte er seine Kenntnis der Werke Velázquez’, Zurbaráns (*1598, †1664), Murillos (*1618, †1682) und Goyas. Nach seiner Rückkehr nach Paris wurde er ständiger Gast im Café Guerbois, dem Treffpunkt der jungen Malergeneration, knüpfte Verbindungen zu Edgar Degas, Claude Monet, Auguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissarro und Paul Cézanne sowie freundschaftliche Kontakte zu Charles Baudelaire und Stéphane Mallarmé uns zu Émile Zola. Anläßlich seiner ersten Teilnahme an einer Ausstellung im Salon de Paris wählte er das 1858 begonnenen Der AbsinthtrinkerGemälde Der Absinthtrinker (Bild rechts) aus. In den kommenden Jahren stieß er im Pariser Salon auf große Ablehnung. Sein Bild Das Frühstück im Grünen (1863) galt als eine Sammlung von “häßlichen nackten Frauenzimmern“, das u.a. aus Rücksicht auf das sittliche Empfinden vom Salon zurückgewiesen wurde. Es wurde 1863 jedoch im Salon des Refusés (Salon der Zurückgewiesenen) ausgestellt. Im Jahr 1865 wurde das Bild Olympia im Salon zu einem großen Skandal. Eine späte Ehrung erfolgte 1881 mit der Verleihung des Ordens der Ehrenlegion. Berthe Morisot, die als eine der wenigen bedeutenden Malerinnen Porträt der Berthe Morisot mit Veilchenstrauß (1872, Slg. E. Ruart, Paris)des Impressionismus gilt, porträtierte er zwischen 1872 und 1874 wiederholt. Morisot, die sich in ihn verliebte, heiratete, da Manet bereits verheiratet war, 1874 seinen Bruder Eugène.

Berthe Morisot (1872)

 

Werke u.a.: Der Balkon (1868/69, Musée d’Orsay), Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko (1867, Kunsthalle, Mannheim).

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Franz von Stuck (seit 1906)

                             

Deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer; der Sohn eines Dorfmüllers besuchte von 1881 bis 1884 die Münchener Kunstgewerbeschule, das Polytechnikum und 1885 die Kunstakademie, an der u.a. Wassily Kandinsky und Paul Klee seine Schüler waren, die er beeinflußte. 1892 gründete er zusammen mit Wilhelm Trübner die Münchner Secession, wurde 1895 Die SündeProfessor an der dortigen Akademie und unterrichtete dort u.a. Wassily Kandinsky und Paul Klee. Stuck gilt als der bedeutendster Vertreter des Jugendstiles in München, wo 1898 seine nach eigenen Plänen gestaltete Villa erbaut wurde, die quasi ein Gesamtkunstwerk darstellt und die heute als Museum dient. In vielen seiner Bilder spielt die Erotik eine wichtige Rolle, u.a. in dem Bild Die Sünde (1893),

Verheiratet war von Stuck mit der verwitweten Mary Lindpaintner, die ihren Sohn Otto mit in die Ehe brachte.

 

 

Werke u.a.: Bacchanal (1905, Kunsthalle, Bremen), Adam und Eva (1912).

    

Frühling (1909)

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München, Waldfriedhof - Alter Teil

Jacques-Louis David

Selbstbildnis (Ausschnitt)                                      

Französischer Maler; der Sohn einer wohlhabenden Bürgerfamilie studierte an der Académie Royale unter dem Rokokomaler Joseph-Marie Vien (*1716, †1809); David gilt als Hauptrepräsentant des Klassizismus in Frankreich und bedeutendster Maler der Revolutionsepoche. Sein Frühwerk orientierte sich zunächst an François Boucher (*1703, †1770) und Jean-Baptiste Greuze. Mit seinem Gemälde Mars im Kampf mit Minerva nahm er an einer Ausschreibung zum Prix de Rome teil, errang jedoch erst 1774 für sein Gemälde Der Arzt Erasistratos entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochus den ersten Preis, der ihn in den Stand setzten, ab 1775 eine Italienreise zu unternehmen, um sich in Rom dem Studium der Antike, den Werken Michelangelos und Raffaels zu widmen. 1781 kehrte er nach Paris zurück. In die Ereignisse der Französischen Revolution (1789-99) war David als Jakobiner und Mitglied des Nationalkonvents persönlich eng verstrickt. Ab 1792 leitete er die festlichen revolutionären Zeremonien, war Organisator des staatlichen Kunstwesen und war zuständig für die Ausrichtung der Fête de l'Etre suprême (Fest des Höchsten Wesens), das am 8. Juni 1794 begangen wurde. Eines seiner bekanntesten Bilder aus dieser Zeit ist dasjenige von der Ermordung Marats, das er ganz im Sinne der revolutionären Vorstellungen Robespierres “angepaßt”, d.h. in im Wahrheitsgehalt geändert hat; so vermied er u.a. die Mörderin Marats, Charlotte Corday, die sich bei der Auffindung der Leiche noch im Zimmer befand, zu zeigen, um sie nicht ggf. zu einer Ikone des Widerstands werden zu lassen (auf Bildern anderer Maler-Zeugen ist sie abgebildet; er veränderte aber auch Kleinigkeiten, die nach damaligem Verständnis symbolischen Wert hatten). Nach dem Sturz Robespierres wurde David mehrmals inhaftiert und entging nur knapp der Guillotine. David, den der sprachgewaltige Robespierre vom Schinderkarren herab, mit dem er zur Guillotine gekarrt wurde, wegen seiner Treulosigkeit - er hatte noch am 8. Thermidor Robespierre pathetisch geschworen, “den Kelch mit ihm bis zur Neige zu leeren”, ihm aber am 9. die Unterstützung versagt - als “Lakaienseele” bezeichnete, avancierte unter der Ägide Napoléons (1799-1815) zum Hofmaler und offiziellen Chronisten der Epoche.

Marie Antoinette auf dem Wege zur Guillotine1

Erst 1816 wurde er, weil er in die Exekution Ludwig XVI. involviert war, als “Königsmörder” aus der Liste der Mitglieder der Akademie gestrichen und aus Frankreich verbannt. Ein Angebot des Königs von Preußen, in Berlin die Direktion sämtlicher Kunstanstalten zu übernehmen, schlug er aus und er zog sich nach Brüssel zurück. Ab 1820 litt er zunehmend unter gesundheitlichen Problemen, die sich noch verschlimmerten, als er 1824 von einem Wagen stürzte. 1825 erlitt er einen Schlaganfall, der seine Hände in Mitleidenschaft zog., so daß er nicht mehr malen konnte. Er starb in seinem Bett in der rue Léopold 7. Bis zur abschlägigen Antwort der französischen Regierung - seine Familie hatte den Wunsch geäußert, David nach Frankreich überführen zu dürfen - wurde der Leichnam zunächst in die Kirche Sainte-Gudule gebracht. Am 11.10.1826 erfolgte dann die Beisetzung im Quartier Léopold in Saint-Josse-ten-Node und 1882 schließlich auf dem Cimetière d'Evere.

Eine gewisse Asymmetrie seines Gesicht rührte von einer Verletzung her, die er sich bei einem Schwertkampf oder beim Fechten zugezogen hatte, sowie durch einen daraus resultierenden Tumor, der sich im Laufe der Zeit vergrößerte. Diese Deformation der linken Gesichtshälfte behinderte ihn auch beim Sprechen.

Verheiratet war David seit 1782 mit Marguerite Charlotte Pecoul, die nach dem Vorbild römischer Frauen im antiken Rom - eine Episode von der Polybios berichtet - ihren Schmuck für die Sache der Revolution hergab.

Werke u.a.: Schwur der Horatier (1784/85), Der Raub der Sabinerinnen, (1799), Madame Récamier (1800), Die Krönung Napoléons (1805-07), alle Louvre, Paris.

              

Der ermordete Marat (1793, Musées Royaux des Beaux-Arts, Brüssel); Napoléon überquert den Großen St. Berhard-Paß (1800, Kunsthistorisches Museum, Wien)

 

 

 

Madame Recamier (1800, Louvre, Paris)

 

 

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1 Als David die Bleistiftzeichnung des Karrens mit der Königin schuf, stand er mit seinem Zeichenblock an der Kreuzung der rue Saint Honoré / Place du Palais Royal, dort wo sich von 1681 bis 1910 das Café de la Régence (heute Café Ruc) befand.

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Brüssel, Cimetière d'Evere

Dresden, Trinitatis-Friedhof

Zwei Männer in Betrachtung des Mondes (1819/20)

Kreidefelsen auf Rügen (1818)

Paris, Cimetière de Passy

Bild: Michael (10/2006)
Bild: ca. 1974

Der Wanderer über dem Nebelmeer (~ 1817)

Hinweis: Wegen seiner Beteiligung an der Exekution Ludwigs XVI. erlaubte man den Angehörigen Davids nicht, seinen Leichnam nach Paris zu überführen. Er wurde daher in Brüssel beigesetzt; nur sein Herz konnte auf dem Cimetière du Père Lachaise im Grab eines seiner sechs Kinder beigesetzt werden.

Bilder: Alexander Krischnig (01/2008)
Bild: Elizabeth (05/2006)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bild: Kay (05/2008)
Bild: Jordanian (04/2007)
Bild: Steffi Eckold (09/2008)
Bilder: Günter Bihn (07/2011)

Frankfurt am Main-Höchst, Hauptfriedhof

Chlodwig Poth

 

Deutscher Satiriker und Karikaturist; studierte von 1947 bis 1952 an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Seine erste feste Anstellung erhielt er während der Blockade West-Berlins im Jahre 1949 bei satirischen Zeitschrift Der Insulaner. Später arbeitete er auch für die Zeitschrift Tarantel. Unter den Pseudonymen Claude und Wig veröffentlichte er Zeichnungen in mehreren deutschen Zeitschriften. 1955 zog Poth, der seit 1936 in Berlin gelebt hatte, nach Frankfurt am Main, wo er zunächst als Redakteur für die Zeitschrift einer Reifenfirma tätig war, bevor er 1962 Mitbegründer der satirischen Zeitschrift Pardon und 1972 auch des Satire-Magazin Titanic wurde, die insbesondere in der APO-Szene und bei den Studenten beliebt waren, andererseits auch immer mal wieder den Staatsanwalt auf den Plan rief. Poth textete und zeichnete hauptsächlich Bildergeschichten mit gesellschaftskritischer Tendenz; er war aber auch Erzähler und Jugendbuchautor. 1975 erschien sein Krimi Kontaktperson, 1980 der Roman Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe.

Werke u.a.: Mein progressiver Alltag (1975), Wie man das Volk vertritt (1980), Taktik des Ehekrieges (1980), Tanz auf dem Vulkan (1984), 50 Jahre Überfluß (1990).

Auszeichnungen u.a.: Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main (2003)

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Rudolf Koller

Schweizer Maler; Sohn eines Metzgers und Gastwirts; ersten Zeichenunterricht erhielt er von seinem Onkel, einem Landschaftsmaler, bereist während seiner Schulzeit. 1843 verließ er die Schule, entschloß sich Pferdemaler zu werden und begann eine professionelle Ausbildung zum Maler. Erste Pferdebilder entstanden 1845 im Gestüt des Königs von Württemberg, und bald schon erhielt er erste Aufträge, um Pferde und Hunde zu malen. 1846/47 war er Schüler an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo er Freundschaft mit Anselm Feuerbach und Arnold Böcklin, den er dort auch portraitierte, schloß. Mit letzterem reiste er anschließend nach Brüssel und dann alleine weiter nach Antwerpen und Paris; Bertha Schlatter, pinxit Koller (1855)dort kopierte er Werke des 17. Jahrhunderts sowie Bilder zeitgenössischer Tiermaler. Im April 1848 kehrte er schließlich in die Heimat zurück. Nach weiteren Reise zu Studienzwecken nach München und Oberbayern, eröffnete Koller im Mai 1851 in Zürich ein Atelier, in das er später auch Schüler aufnahm. Von November 1868 bis Juni 1869 besuchte Koller, der am 5.5.1856 Bertha née Schlatter geheiratet und das - heute nicht mehr existierende - Haus “Zur Hornau” am Zürichhorn am Zürichsee, in dem er bis zu seinem Tode wohnte, erworben hatte, noch einmal Florenz, Rom und Neapel, um dort Naturstudien zu betreiben. Obwohl ab 1870 unter einer Augenkrankheit leidend, schuf er das Bild Die zweispännige Gotthardpost, das die Direktion der Schweizerischen Nordostbahn anläßlich der Verabschiedung des Industriellen und Erbauers der Gotthardbahn Alfred Escher in Auftrag gegeben hatte. Ein letztes Mal reiste er 1900 nach Italien, wo er sich in San Domenico bei Florenz noch einmal mit seinem Freund Böcklin traf.

Heuernte bei drohendem Gewitter (1854)

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Bilder: Meinhard Siegel (02/2012)

Zürich, Friedhof Sihlfeld

Peter August Böckstiegel

 

Deutscher Maler; einer Familie von Kleinbauern und Leinewebern entstammend, wuchs er in sehr einfachen Verhältnissen auf. Nach Abschluß der Volksschule begann er 1903 eine Maler- und Glaserlehre in Bielefeld. und besuchte dort anschließend im Jahr 1907 besuchte die neugegründete Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1913 den Besuch der Akademie der Bildenden Künste in Dresden, wo er u.a. Conrad Felixmüller und dessen Schwester Hanna Müller (†1988) kennenlernte, die er 1919 heiraten wird. 1915 wurde er als Landsturmmann zum Kriegsdienst herangezogen und diente in den Jahren 1916 bis 1918 in Rußland, Rumänien sowie der Ukraine. 1919 schloß er sich der Dresdner Sezession Gruppe 1919 an, der u.a. Felixmüller und Otto Dix angehörten. Wenn auch nicht mit Ausstellungsverbot belegt, wurden seine Werke während des Dritten Reichs zu “Entarteter Kunst” erklärt und seine Gemälde aus den Museen und Galerien entfernt. In den beiden verheerenden Bombennächten in Dresden Mitte Februar 1945 wurde sein Atelier vernichtet, und fast alle seiner Werke gingen verloren. Böckstiegel, der als ein Vertreter des Westfälischen Expressionismus gilt, kehrte nach Arrode zurück und wurde 1947 Erster Vorsitzender der Westfälischen Sezession 1945. 1949 ging er wieder nach Dresden, wo er sich an der 2. Deutschen Kunstausstellung beteiligte und wo ihm ein staatlich finanzierter Atelier zur Verfügung gestellt wurde.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (03/2012)

Werther (Westfalen), Stadtfriedhof

Bildende Künste IV

Omnibus salutem!