
Deutscher Mathematiker; Begründer der axiomatischen Mengenlehre, auf der die moderne mathematische Analysis beruht (in der Mengenlehre werden die Prinzipien und die Terminologien von Mengen gebraucht, um mathematische Behauptungen klarer und genauer zu formulieren und Begriffe wie das Endliche und das Unendliche zu verdeutlichen). Durch die Beschäftigung mit Fourier-Reihen (Fourier-Reihe ist die Darstellung einer 2n-periodischen Funktion als unendliche Reihe von Sinus- und Kosinusfunktionen) kam er auf die Entwicklung einer Theorie der irrationalen Zahlen.
Halle, Neuer Friedhof Giebichenstein
Hufeland, Christoph Wilhelm von

Deutscher Arzt; Begründer der "Makrobiotik", studierte ab 1780 Medizin in Jena und Göttingen, ließ sich 1783 als Arzt in Weimar, wo er die väterliche Praxis übernahm, nieder. 1793 wurde er Professor der Medizin in Jena,
1800 Geheimer Rat, dann königlicher Leibarzt, Direktor des Chirurgicum und erster Arzt an der Berliner Charité. Von 1806 bis 1809 war er als Arzt der königlichen Familie in Königsberg tätig, 1810 wurde er Professor der
Pathologie und Leiter der medizinischen Poliklinik in Berlin. Unter seinen Patienten waren u.a. Christoph Martin Wieland,
Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe
und Friedrich von Schiller. Ab 1795 arbeitete er Herausgeber des Journals für die praktische Arzneikunde und Wundarzneikunst, 1790 wurde er Mitglied der Erfurter Akademie nützlicher Wissenschaften. Werke u.a.:
Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern (1796).
Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Werdersche Gemeinde
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Deutscher Wirtschaftswissenschaftler; lebte von 1936 bis 1944 als Emigrant in Großbritannien, lehrte von 1946
bis 1970 als Professor für politische Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin, von 1955 bis 1990 Mitglied der Akademien der Wissenschaften der DDR und der UdSSR; galt als Nestor
der marxistischen Wirtschaftswissenschaft. Werke u.a.: Die Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus (1960-72, 38 Bde.), Zur Geschichte der bürgerlichen politischen Ökonomie (1975), Geschichte des
Alltags des deutschen Volkes (1980-85, 6 Bde.).

Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Werdersche Gemeinde

Mediziner (Internist); 9. und jüngstes Kind aus der dritten Ehe des Ägyptologen
Heinrich Brugsch-Pascha
; studierte Medizin an den Universitäten von Leipzig und Berlin, wo er 1910 Professor wurde, arbeitete während des Ersten Weltkriegs als beratender
Internist von 1917 bis 1919 in der 9. Armee in Rumänien, wurde 1921 in Berlin Extraordinarius und 1927 Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin in Halle und Direktor der medizimischen Klinik.
Nachdem er 1936 zwangsemeritiert worden war, arbeitete er als Privatgelehrter und Facharzt in einer Berliner Klinik, war ab 1945 Professor an der
Humboldt-Universität und Leiter der 1. Medizinischen Poliklinik und der Poliklinik der Charité in Berlin. Entdeckte das nach ihm benannte Brugsche Syndrom (diabetes
mellitus neurohormonalis). Werke u.a: Lehrbuch der gesamten inneren Medizin, Konstitutionslehre, Lehrbuch der Herz- und Gefäßerkrankungen, Arzt seit fünf Jahrzehnten (1.Aufl. 1886, Vlg.d.Nation).
Auszeichnungen u.a.: Verdienter Arzt des Volkes, Vaterländischer Verdienstorden in Silber (1954).
Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Werdersche Gemeinde
Deutscher Arzt und Kliniker; Schwiegersohn und Nachfolger Johann Christian Reils; im Befreiungskrieg 1813 war er freiwilliger Jäger des Lützowschen Korps. 1814 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität (Halle), wo er eine musterhafte "ambulatorische Klinik" gründete. Er galt bald als Wegbereiter einer an naturwissenschaftlichen Erkenntnissen orientierten Medizin, deren Grundlage anatomisch-physiologische Untersuchungen bildeten. 1822 wurde er ordentlicher Professor der Pathologie und Direktor des klinischen Instituts. Krukenberg zählte zu den bedeutendsten Klinikern und akademischen Lehrern seiner Zeit und war für ganze Ärztegenerationen das Idealbild des "praktischen Arztes".

Halle (Saale), Stadt-Gottesacker
Guericke, Otto von eigentl. Gericke
Deutscher Physiker; Sohn des Hans Gericke und der Anna Zweydorff; von 1617 bis 1624 Grundlagenstudium an den Universitäten Leipzig und Helmstedt, juristisches Fachstudium in Jena und Leiden, hier auch des Fortifikationswesen. Geburt von drei Kindern, 1627 Anna Katharina (†1627), 1628 Otto junior (†1704) und 1630 Jakob Christoph (†1631). Bei der Erstürmung, Plünderung und Zerstörung der Alten Stadt Magdeburg durch Tillys Truppen während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1631 wurde er gefangengenommen und durch die Hilfe der Familie freigekauft. 1632 fertigte er Pläne vom zerstörten Magdeburg und wurde zum Festungsbauingenieur in seiner Vaterstadt ernannt, war dann von 1636 bis 1646 Festungsbauingenieur in kursächsischen Diensten ebenfalls in Magdeburg, von 1641 bis 1646 Gewählter Stadtkämmerer mit festem Gehalt, von 1642 bis 1663 diplomatische Missionen im Auftrage der Stadt. 1646 wurde Guericke zum 4. Bürgermeister gewählt, heiratete 1652 seine zweite Frau, Dorothea Lentke. 1654 führte er erste öffentliche Vakuumexperimente (Pumpe, Erzeugung eines leeren Raumes, Implosion) während des Reichstages zu Regensburg und erste Durchführung des Halbkugelversuches mit sechs vierschrötigen Männern in Magdeburg durch, später dann die erste Durchführung des Versuches mit den Magdeburger Halbkugeln und 12 Pferden in Magdeburg, 1660 Unwettervorhersage mit Magdeburger Wettermännchen, 1661 erste Durchführung des Galgenversuches mit kleinen Halbkugeln. Guericke führte in Anwesenheit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm in Cölln/Spree seine Experimente durch; er folgten der Bau der Schwefelkugel und erste elektrische Versuche. 1666 wurden Otto Gerickes und seine Familie durch Kaiser Leopold I. geadelt und nannte sich von jetzt an Otto von Guericke. 1676 lehnte er aus gesundheitlichen Gründen die Amtsübernahme als “worthaltender” Bürgermeister ab und emiritierte 1678. 1681 zog er zu seinem Sohn Otto nach Hamburg.
Werke u.a: Experimenta Nova Magdeburgica de Vacuo Spatio (1672).

Magdeburg, sog.Guerickegruft i.d. Johanniskirche


