Französischer Physiker; Sohn eines Lehrers; studierte zunächst Medizin, brach das Studium jedoch bald ab, da er sich vor den Präparierkursen ekelte. Seine Kenntnis in Physik brachte er sich im Selbststudium bei. Er arbeitete mit dem französischen Physiker Armand Fizeau an der Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit, indem er 1850/51 die von ihm entwickelten Drehspiegelmethode verwendete; es gelang eine sehr genaue Bestimmung. Außerdem wies er nach, daß das Licht sich in der Luft schneller als im Wasser bewegt. 1851 bewies er anhand eines in der Kuppel des Panthéon aufgehängten Pendels, daß die Erde rotiert. Er hatte zunächst im Keller seines Hause bei einem aufgehängten Pendel Bewegungen festgestellt, aus denen er schloß, daß nicht das Pendel sich bewege, sondern die Erde die Richtung ändere. Foulcault leistete außerdem Beiträge zur Elektrizitätslehre (er entdeckte Wirbelströme in Metallen), zum Magnetismus und zur Wärmelehre.
Paris, Cimetière de Montmartre
Frankfurt am Main, Hauptfriedhof
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Deutscher Mediziner und Psychoanalytiker; studierte er zunächst Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie in München, das er abbrach und in Berlin eine Buchhandlung eröffnte, die allerdings von der SA 1935 geschlossen wurde. Anschließend studierte er in Berlin Medizin, das er in Zürich fortsetzte. Als er 1937 Deutschland besuchte, wurde er wegen seiner Mitarbeit im Widerstand von der Gestapo verhaftet und war einige Monate inhaftiert. Wieder auf freiem Fuß, schloß er sein Studium in Heidelberg ab, arbeitete ab 1941 als Neurologe an der dortigen Universität und baute nach der Habilitation im Jahre 1946 ab 1949 die spätere Klinik für psychosomatische Medizin auf. An den Nürnberger Ärzteprozessen nahm er als Beobachter und Sachverständiger teil, was ihn veranlaßte, über die psychologischen Ursachen des Nationalsozialismus und dessen Folgen zu arbeiten. In Frankfurt am Main gründete 1960 er das Sigmund-Freud -Institut und wurde dessen Leiter. 1967 ließ er sich dauerhaft in Frankfurt nieder. 1969 erhielt Mitscherlich, Begründer der modernen Friedensforschung, zusammen mit seiner Frau Margarete den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Werke u.a.: Die Krankheiten der Gesellschaft und die psychosomatische Medizin (1957), Die Unwirtlichkeit unserer Städte (1965), Sigmund Freud. Ein Versuch die Welt besser zu verstehen (1970), Medizin ohne Menschlichkeit (1960), Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft (1963), Die Unfähigkeit zu trauern (1967).
Deutscher Gehirnpathologe; der Sohn eines Notars studierte Medizin in Würzburg. Nach Ende des Studiums arbeitete er ab 1888 in der Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische
in Frankfurt am Main, an der der Psychiater Heinrich Hoffmann von 1851 bis 1888 als leitender Arzt gewirkt hatte. 1901 begegnete er der Patientin Auguste Deter, deren Krankheit ihn
berühmt machen wird: an ihr stellte er die Symptome fest, die schließlich als Alzheimer-Krankheit definiert werden: Persönlichkeitsveränderung durch
Werk: Histologische und histopathologische Arbeiten über die Großhirnrinde (1909-13).
hochgradige Vergeßlichkeit und
Sprachstörungen. Alzheimer lieferte neue Aufschlüsse über krankhafte Veränderungen im Gehirngewebe, die zu diesen Persönlichkeitsveränderungen führen. 1902 wurde er wissenschaftlicher Assistent bei
dem Psychiater Emil Kraepelin in Heidelberg und folgte ihm kurze Zeit später an die Psychiatrische Klinik in München. Ab 1912 war er Professor in Breslau an der Friedrich-Wilhelm-Universität und wurde Direktor der
Königlich Psychiatrischen und Nervenklinik.
Frankfurt am Main, Hauptfriedhof
Deutscher Chemiker; Sohn eines Rechtsanwalts; durchlief ab 1836 eine Lehre in der Steinschen Apotheke in Frankfurt. Während dieser Zeit hörte er bei Rudolf Christian Böttger Chemie und Physik am dortigen Physikalischen Verein und richtete sich im
Gartenhaus seines Vaters ein kleines Labor ein. An der Bonner Universität studierte er Chemie und ging anschließend nach Gießen, wo er von April 1842 bis zum Herbst 1845 Privatassistent von Justus Liebig
war, bis er im September 1845 einem Ruf als Professor für Chemie, Physik und Technologie an das herzoglich-nassauische Landwirtschaftliche Institut auf dem Hof Geisberg bei Wiesbaden folgte. Dort richtete der nachmalige Nestor der deutschen
Chemiker sich 1848 ein Laboratorium für analytische Chemie ein und entwickelte wichtige Methoden für qualitative und quantitative chemische Analysen. Fresenius verfaßte mehrere Lehrbücher. Wegen seiner
Verdienste für die Stadt Wiesbaden wurde er deren Ehrenbürger. Werk: Zeitschrift für analytische Chemie.
Wiesbaden, Alter Friedhof
Ungarischer Geburtshelfer; studierte an den Universitäten Pest (heute OT von Budapest) und Wien Medizin und promovierte 1844 an letzterer. Als der mit ihm befreundete Gerichtsmediziner Jakob
Kolletschka (*1803, †1847) aufgrund einer durch eine Verletzung hervorgerufene Blutvergiftung verstarb, erkannte Semmelweis den Zusammenhang zwischen Unsauberkeit innerhalb der Kliniken und dem gefürchteten Kindbettfieber und führte
daraufhin die antiseptische Prophylaxe in die Medizin ein. Mit dieser Maßnahme gelang es ihm, das Kindbettfieber weitgehend zu unterdrücken. Trotz
dieses entscheidenden Erfolgs ermangelte es seitens der Fachwelt - auch z.B. seitens
Rudolf Virchows als Unsinn abgetan - an Anerkennung. Als er aufgrund eines Nervenzusammenbruchs in ein psychiatrisches
Krankenhaus nach Wien eingeliefert wurde, starb er an einer Infektion, die er sich bei einer früheren Operation zugezogen hatte. Werke u.a.: Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers (1861).

Deutscher Archäologe; Sohn des Freiburger Altphilologen Wilhelm Furtwänger; Vater von
Wilhelm Furtwängler; Großonkel der Ärztin und Schauspielerin Maria Furtwängler(*1966); studierte in Freiburg, Leipzig und
München. 1878/79 nahm er an Ausgrabungen in Olympia teil, wurde 1884 Professor in Berlin, ab 1894 in München und Direktor der dortigen Antikensammlung. Von 1901 bis 1907 führte er Ausgrabungen in Ägina,
Amyklä und Orchomenos durch. Furtwängler trug wesentlich zur Klärung der ältesten griechischen Kulturperioden bei und entdeckte die Gemmenkunde wieder. Werke u.a.: Olympia IV. Die Bronzen und die übrigen kleineren Funde aus
Olympia (1890), Die antiken Gemmen (3 Bde., 1900), Die griechische Vasenmalerei (2 Bde., 1904/1905), Ägina - Heiligtum der Aphaia (2 Bde., 1906).
Athen, Erster Friedhof
Budapest, Kerepesi-Friedhof










Budapest, Semmelweis Museum
Hinweis: Urspr. war Semmelweis auf dem Schmelzer Friedhof in Wien beigesetzt worden. Als dieser auf Anweisung von Kaiser Franz Joseph aufgelöst wurde, wurden Semmelsweis’ sterbliche Überreste im Grab seiner Eltern in Budapest (s.o.) beigesetzt. 1963 wurden sie schließlich von dort in sein Geburtshaus, heute das Semmelweis Museum, überführt.
