Tübingen, Stadtfriedhof
Tübingen, Stadtfriedhof
Darmstadt, Alter Friedhof.
Darmstadt, Alter Friedhof
Tübingen, Stadtfriedhof
Diez, Neuer Friedhof
Ansbach, Johannisfriedhof.





Deutscher Dichter; Sohn eines Goldschmieds und Inspektors des markgräflichen Laboratoriums; studierte nach dem Besuch des Ansbacher Gymnasiums Carolinum von 1739 bis 1743 Rechtswissenschaften in Halle (Saale). Uz, der mundartlicher Werke verfaßte, geründete dort gemeinsam mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim und Johann Nikolaus Götz (*1721, †1781) den anakreontischen Halleschen Freundeskreis. Nach abschluß des Studiums verließ er Halle und kehrte in seine Geburtsstadt zurück, wo er als Referendar des Ansbacher Justizkollegiums und ab 1748 als Justizsekretär mit seiner Mutter und seiner Schwester in einfachen Verhältnissen vom Erbe seines Vaters, der früh verstorben war, lebte. Bekannt ist auch sein komisches Epos Der Sieg des Liebesgottes (1753).
Werke u.a.: Lyrische Gedichte, Ode an die Weisheit.
Deutscher Dichter und Literaturwissenschaftler; einer Tübinger Gelehrtenfamilie entstammend, studierte er Jura und Sprachen und war danach in verschiedenen öffentlichen Ämtern tätig. Als er sich, um ein politisches Mandat übernehmen zu können, Urlaub von der Regierung erbat, dieser jedoch abgelehnt wurde, zog er sich 1833 von seinem Posten als Professor für deutsche Literatur an der Universität in Tübingen, den er seit 1830 innegehabt hatte, zurück. Er gehörte 1848/49 der Frankfurter Nationalversammlung an, danach dem Stuttgarter Rumpfparlament, bis er sich 1850 als Privatlehrer in seine Geburtsstadt zurückzog. Uhland war zusammen mit K. Mayer und Justinus Kerner Verfasser eines handschriftlichen Sonntagblatts für die ungebildeten Stände, dem Morgenblatt für gebildete Stände entgegengestellt. Seine Lyrik und Balladen sind kennzeichnet von romantische und biedermeierliche Motive. Viele seiner Gedichte wurden vertont: u.a. von Johannes Brahms, Franz Liszt, Franz Schubert und Robert Schumann. Uhland schuf seine Werke in frühen Jahren, während sein Genie danach “austrocknete”.
Der gute Kamerad
Ich hatt einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.
Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.
Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad:
“Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ewgen Leben
Mein guter Kamerad!”

Der gute Kamerad in der Handschrift Uhlands
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Deutscher Schriftsteller; Expressionist; selbst Sohn eines Generals, wurde er als Offizier durch die Erlebnisse im Ersten Weltkrieg so nachhaltig geprägt, daß er zum Pazifist wurde. 1932 emigrierte er zunächst nach Italien, dann weiter über Frankreich und Spanien in die USA. Obwohl von der Wiederbewaffnung enttäuscht und bei Besuchen in seiner alten Heimat befremdet, lebte er ab 1962 wieder überwiegend in Deutschland. Im Mai 1948 hielt er in der Frankfurter Paulskirche die Eröffnungsrede zur Jahrhundertfeier der ersten deutschen Nationalversammlung.
Werke u.a.: Offiziere (1912), Bonaparte (1926), Die Heilige (1952).
Deutscher Schriftsteller, Journalist und Übersetzer; der Vater von Isolde Kurz studierte nach dem württembergischen Landesexamens und dem Besuch des evangelisch-theologischen Seminars der Klosterschule von Maulbronn Theologie am evangelischen Stift in Tübingen, arbeitete danach kurzzeitig als Vikar in Ehningen, bevor er sich 1836 als freier Schriftsteller und Übersetzer in Stuttgart niederließ, wo er u.a. Kontakt zu Eduard Mörike, Justinus Kerner, Gustav Schwab und Ludwig Uhlands hatte; außerdem war er befreundet mit Paul von Heyse. Nach weiteren Ortswechseln nach Oberesslingen und Kirchheim unter Teck ließ er sich schließlich 1863 in Tübingen nieder, wo er als Bibliothekar an der dortigen Universität wirkte. Ein Ehrensold der Schiller stiftung (1860) und seit 1863 die Stelle eines Bibliothekars an der Universitätsbibliothek Tübingen sicherten seinen Lebensabend. 1865 wurde er Ehrendoktor der Universität Rostock.
Werke u.a.: Schillers Heimatjahre (1843), Sonnenwirth (1854).
Deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin; die Tochter von Hermann Kurz
gehörte von 1877 bis 1913 in Florenz zum Kreise
Arnold Böcklins, Adolf v. Hildebrands und Hans v.Marées; sie schrieb im Bewußsein schwäbischer
Romantik. Während eines Aufenthalts im Seebad Forte dei Marmi lernte sie außerdem die Duse und Gabriele D’Annunzio kennen. Auszeichnungen u.a.: Werke u.a.: Der Ruf des Pan (1928), Nächte von Fondi (1931), Vanadis (1931).
Deutsche Schriftstellerin; von Haus aus Lehrerin, Dozentin der Pädagogik und Methodik an der sozialen Frauenschule in Berlin, verheiratet mit dem Philosophen Wilhelm Hoffmann, als
Halbjüdin mit Berufsverbot belegt, stand dem Kreis der literarischen Zeitschrift Die Kolonne nahe. Ihre Lyrik ist der Naturlyrik von Annette Droste-Hülshoff
und Wilhelm Lehmann (*1882, †1968) verpflichtet. Ihrem Andenken ist der Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis gewidmet, der im Abstand von drei Jahren von der Stadt Alzey verliehen wird. Einen Schatten auf ihr Leben wirft das Drama um ihre unehelich geborene Tochter Cordelia (*1929), die im streng katholischen Elternhaus ihres Stiefvaters aufwuchs und schon als Kind fühlte, daß man sie wegen wegen ihrer jüdischen Herkunft als Außenseiterin behandelte. Tragischerweise wurde auf ihrer Geburtsurkunde der Name ihres jüdischen Vaters, des Staatsrechtlers Hermann Heller, eingetragen, eine Tatsache, die nach der “Machtübernahme” der Nationalsozialisten nicht nur zu antisemitischen Schikanen führte, sondern schließlich auch zu ihrer Deportation nach Theresienstadt und zuletzt nach Auschwitz, obwohl sie zuvor nach Spanien adoptiert worden war und den Namen Cordelia Garcia-Scouvart erhalten hatte. Cornelia Edvardson überlebte glücklicherweise die Hölle von Ausschwitz, wurde durch das Rote Kreuz befreit und lebt heute in Schweden. Erst im Jahre 1949 kam es zwischen ihr und ihrer Mutter, die die Tochter für tot gehalten hatte, zu einem Wiedersehen.
Werke Auszeichnungen u.a.:
Deutscher Schriftsteller; der Sohn eines Musikers besuchte seit 1827 das Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte anschließend Theologie in Gießen; war mit Georg Büchner befreundet, den er in der Burschenschaft Germania kennengelernt hatte; trat nach deren Verbot 1833 dem Corps Palatia bei, das 1834 verboten wurde. Die nachfolgende Disziplinaruntersuchung endete erst 1836 mit einem Freispruch; da Niebergall in der Zwischenzeit kein Examen ablegen durfte, arbeitete er als Hauslehrer in Dieburg und legte erst 1839 nach Einstellung einer zweiten Ermittlung das Examen ab; da er nicht Pfarrer werden wollte, unterrichtete er nach seiner Rückkehr nach Darmstadt als Latein-, Griechisch- und Geschichtslehrer am Schmitzschen Knabeninstitut. Mit seiner Lokalposse Der Datterich schuf er ein Mundartstück von überregionaler und -zeitlicher Bedeutung.
Deutscher Dichter; begann 1818 eine Ausbildung zum Geistlichen am Niederen Theologischen Seminar in Urach und nach 1822 dann am Tübinger Stift. Zwischen 1826 und 1834 war Mörike Vikar in den Gemeinden von Nürtingen, Oberboihingen, Möhringen, Köngen, Pflummern, Plattenhardt, Owen, Eltlingen, Ochsenwang und Weilheim als Vikar tätig, übernahm er 1834 die Pfarrei von Cleversulzbach, versuchte sich erstmals während einer zeitweisen Beurlaubung als freier Schriftsteller, lebte, nachdem er sich 1843 aus Gesundheitsgründen aus dem Pfarrdienst zurückziehen mußte, mit seiner Schwester Klara im vorzeitigen Ruhestand als freier Schriftsteller und Beitragslieferer für verschiedene Zeitschriften. Die mit Margarethe Speeth 1851 geschlossene Ehe scheiterte. Mörike unterhielt Kontakte u.a. zu Ludwig Uhland, Theodor Storm, Paul von Heyse und Iwan Turgenjew.
Werke u.a.: Maler Nolten (1832), Miss Jenny Harrower (1833), Lucie Gelmeroth (1834), Idylle vom Bodensee, Fischer Martin und die Glockendiebe (beides 1846), Mozart auf der Reise nach Prag (1855).
Um Mitternacht
Er ist`s
Gelassen stieg die Nacht ans Land,
Lehnt träumend an der Berge Wand,
Ihr Auge sieht die goldne Wage nun
Der Zeit in gleichen Schalen ruhn;
Und kecker rauschen die Quellen hervor,
Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.
Das uralt alte Schlummerlied,
Sie achtet’s nicht, sie ist es müd;
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
Der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort,
Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage,
Vom heute gewesenen Tage.
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
Stuttgart, Pragfriedhof





