Frücht b. Bad Ems

Darmstadt, Alter Friedhof

Darmstadt, Waldfriedhof

Ettenheim, Pfarrkirche

Darmstadt, Alter Friedhof

Stein, Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum

 

  • geb.26.10.1757 in Nassau
  • gest.29.6.1831 in Paris

Nassauischer Jurist, Politiker und Reformer; einer Reichsritterfamilien entstammend, im Geiste des Pietismus erzogen und der Tradition des Heiligen Römischen Reiches verbunden, praktizierte er, nachdem er von 1773 bis 1777 in Göttingen Rechts- und Geschichtswissenschaften sowie Kameralistik studiert hatte, am Reichskammergericht in Wetzlar und unternahm Studienreisen durch Süddeutschland, wo er Fürstenhöfe besuchte, zum Reichstag nach Regensburg und zum Reichshofrat in Wien. Diese und seine während seiner Studienzeit in England gewonnenen Beobachtungen zum dortigen Verfassunsrecht beeindruckte ihn sehr und fanden Einfluß in seine poiltische Tätigkeit. 1780 trat er in den preußischen Staatsdienst ein. 1796 wurde er Oberpräsident der westfälischen Kammern, 1803 Oberkammerpräsident von Münster und Hamm und schließlich 1804 zum preußischen Finanz- und Wirtschaftsminister ernannt. Um Preußen gegen Napoléon zu rüsten, führte er wichtige ökonomische Maßnahmen wie u.a. die Aufhebung der Binnenzölle durch, konnte jedoch die Ablösung der königlichen Kabinetts- durch eine zeitgemäße Ministerialregierung gegen den Widerstand der preußischen Adels nicht durchsetzen. Aus Abneigung gegen die Kabinettsregierung lehnte er nach der Niederlage von Jena und Auerstedt (1806) das Angebot, das Außenministerium zu übernehmen, ab, worauf er von König Friedrich Wilhelm III. am 3.1.1807 in Ungnade entlassen wurde und sich auf sein Gut in Nassau zurückzog, wo er die Naussauer Denkschrift zur Reform der Verwaltung verfaßte, in der er mehr Selbstverwaltung für die Gemeinden und Selbstbestimmung der Bürger einforderte. Als Preußen im Frieden von Tilsit große Gebiete abtreten mußte und von französischen Truppen besetzt war, berief Friedrich Wilhelm III. vom Stein auf Drängen Napoleons und Empfehlung des “Aufsteigers” von Hardenbergs am 10.7. erneut zum Staatsminister. Er und Hardenberg leiteten nunmehr notwendige Edict, den erleichterten Besitz  und den freien Gebrauch des Grund-Eigenthums so wie die persönlichen Verhältnisse  der Land-Bevölkerung betreffend.Reformen ein, die zugleich dringend eine breite Zustimmung des Volkes finden sollten. So hob das Edikt vom 9.10.1807 die bäuerliche Erbuntertänigkeit in ganz Preußen auf und beseitigte alle ständischen Beschränkungen; diese Regelung veränderte zwar langfristig die sozialen Verhältnisse in Preußen und später in Deutschland grundlegend, waren aber nicht unumstritten, weil sie einen Großteil der “freien” Bauern, die ihr Land nicht freikaufen konnten, in finanzielle Abhängigkeit zu den größer werdenden Rittergutsbesitzern brachte: die Folge war ein zunehmendes Tagelöhnertum von verarmten Kleinbauern. Die ebenfalls durch von Stein eingeführte Städteordnung vom 19.11.1808 zur Selbstverwaltung trug der tatsächlichen Entwicklung in den Städten Rechnung; das Edikt vom 24.11.1808 schuf ein modernes Staatsministerium mit Fachressorts. Weitere Ansätze zu Reformen wurden nicht mehr durchgeführt. Als ein Brief abgefangen wurde, in dem er Pläne zu einem deutschen Volksaufstand darlegte, und den Franzosen zur Kenntnis gelangte, bat Stein, um Schaden von Preußen fernzuhalten, Friedrich Wilhelm III. um Entlassung, der dieser am 24.11.1808 nachkam. Als Flüchtling hielt er sich in Brünn, in Troppau und in Prag auf und beriet ab 1812 Zar Alexander I. von Rußland. Als Abgeordneter des Zaren rief er 1813 in Königsberg die ostpreußischen Stände zum Kampf gegen Napoléon auf und vermittelt kurz darauf von Breslau das preußisch-russische Bündnis von Kalisch. Ab 1818 lebte er zurückgezogen in Westfalen.

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Gagern, Heinrich Wilhelm August, Freiherr von

 

  • geb. 20.8.1799 in Bayreuth
  • gest.22.5.1880 in Darmstadt

Deutscher Politiker; einem alten Rügener Adelsgeschlecht entstammend, besuchte er von 1812 bis 1814 die Militärschule in München und nahm als nassauisch-weilburgischer Offizier 1815 an der Schlacht von Waterloo teil. Nach Ende des Krieges studierte er in Heidelberg, wo er die Allgemeine Deutsche Burschenschaft mitbegründete, sowie in Göttingen, Jena und Genf Rechtswissenschaften. 1821 wurde er Landgerichsassessor in Lorsch und Darmstadt und 1832 nach einigen weiteren Stationen Beamter am Ministerium des Innern und der Justiz und wurde für Lorsch in die Zeite Kammer des Landtags von Hessen-Darmstadt gewählt. Wegen seiner liberalen Einstellung wurde er nach Auflösung des Landtages pensioniert, verzichtete jedoch auf die Pension. Als die Bewegung von 1848 begann, nahm er am 5.3. in Heidelberg an der Beratung über die Berufung eines Vorparlaments teil, wurde zunächst Mitglied des Vorparlaments und am 19.5.1848 zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Unter seiner Mitwirkung entstand eine kleindeutsche Reichsverfassung. Am 21.5.1849 trat er aus der Nationalversammlung aus. Er unterstützte auf der Seite Österreichs den großdeutschen Gedanken und eine Bundesreform im Sinne der Wiener Vorschläge.

Inschrift: Seelig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Die Liebe ist stärker als der Tod.

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du Thil, Karl Wilhelm Heinrich Freiherr

  • geb.22.4.1777 in Braunfels
  • gest.17.5.1859 in Darmstadt

Hessischer Staatsminister, wurde 1821 Außen- und Finanzminister, führte 1828 den Zollverein zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt ein, mit dem die Geschichte des Deutschen Zollvereins beginnt, mußte 1848 zurücktreten. An seiner Stelle wurde Heinrich von Gagern als Minister des Innern ins Kabinett berufen.

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Mierendorff, Carlo

 

  • geb. 24.3.1897 in Großenhain
  • gest. 4.12.1943 in Leipzig (Luftangriff)

Deutscher Politiker (SPD); Mitglied des Reichtags, im KZ von 1933 bis 1938 inhaftiert, war Verbindungsmann zum Kreisauer Kreis, dem u.a. der Jurist Peter Graf York von Wartenburg (*1904, †1944), der Theologe Eugen Gerstenmaier, der Jurist Adam von Trott zu Solz, die Jesuitenpatres Alfred Delp und August Rösch, der Pädagoge und Sozialdemokrat Adolf Reichwein, der Jurist Hans Peters, der Geistliche Harald Poelchau und die sozialdemokratischen Politiker Theodor Haubach, Julius Leber angehörten.

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Rohan, Louis René Éduard Fürst von

 

  • geb.25.9.1734 in Paris
  • gest.17.2.1803 in Ettenheim

Französischer Kardinal; 1779 Fürstbischof von Straßburg, war französischer Gesandte in Wien am Hofe Maria Theresias, wo er sich deren Zorn wegen seines aufwendigen Lebensstils zuzog und in Ungnade fiel. 1759 wurde er Koadjutor seines Onkels, des Straßburger Fürstbischofs Louis César Constantin de Rohan-Guémené, und begrüßte in dieser Eigenschaft die Tochter Marria Theresias, Marie Antoinette, bei ihrer Ankunft in Frankreich vor dem Straßburger Münster. 1785 war  Rohan war in die Halsbandaffaire um die Königin Marie Antoinette von Frankreich verwickelt, in der die Gräfin de la Motte, eine verarmte Nachfahrin aus dem Hause Valois, den in Ungnade gefallenen Kardinal überzeugte, die Anerkennung Marie Antoinettes zu erlangen, falls er ihr diskret ein Diamanthalsband beschaffen würde. Rohan bürgte in ihrem Namen für 1,6 Millionen Livres für das bei einem Pariser Juwelier bestellte Halsband und händigte es der Gräfin de la Motte aus, deren Ehemann es nach London brachte, um dort die Diamanten einzeln zu verkaufen, aus. Als der Juwelier vergeblich auf die Zahlung wartete, wurde Anzeige erstattet, und Cagliostro und die Gräfin wurden verhaftet; ebenso Rohan, der gerade - noch völlig ahnungslos über das, in was er verwickelt war - eine Messe zu Maria Himmelfahrt zu halten sich anschickte. Er und Cagliostro wurden freigesprochen; letzterer mußte allerdings das Land verlassen. Die Gräfin wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, konnte aber später entkommen. Rohan floh 1790 vor der Französischen Revolution in die rechtsrheinischen Besitzungen des Bistums Straßburgs, wo er in Ettenheim residierte un dvon dort aus eine Konterrevolution zur Vertreibung der französischen Revolutionäre plante, mußte jedoch die Stadt 1796 verlassen. 1801 konnte er zwar aufgrund des Friedens von Lunéville wieder dorthin zurückkehren, verlor aber durch die Neuordnung des Bistums Straßburg die linksrheinischen Besitzungen und kurz darauf durch den Reichsdeputationshauptschluß auch den Einfluß auf die rechtsrheinischen Ämter des alten Straßburger Bistums, die im Zuge der Neuordnung Deutschlands an Baden fielen. Er starb hochverschuldet während einer Grippeepidemie.

Inschrift: In expectatoribus beatae resurrectionis hic requiescit eminentissimus priceps Ludovicus Renatus Eduardus de Rohan-Guemenee s.r.c. cardinalis episcopus argentinensis 1734-1803 una cum suo doritano 1720-1799 r.i.p. [dt. In Erwartung einer glücklichen Auferstehung ruht hier der hervorragende Fürst ....].

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Stresemann, Gustav

 

  • geb. 10.5.1878 in Berlin
  • gest. 3.10.1929 in Berlin

Deutscher Staatsmann, Nationalökonom, Reichskanzler (am 13.3.1923) und Reichsaußenminister einer großen Koalition bestehend (SPD, Zentrum, DDP, DVP); studierte in Berlin und Leipzig Volkswirtschaftslehre und war ab 1902 Syndikus im Verband sächsischer Industrieller, von 1907 bis 1912 und 1914 bis 1918 MdR (Nationalliberaler), wurde 1917 Fraktionsvorsitzender der Partei. Während des Ersten Weltkrieges unterstützte er die deutsche Annexionspolitik und bejahte u.a. den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, war mit von Hindenburg und Ludendorff 1917 am Sturz des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg beteiligt, 1919 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und ab 1920 MdR als Fraktionsvorsitzender seiner Partei, führte daneben den Vorsitz im außenpolitischen Ausschuß des Reichstages, wurde nach anfänglicher Ablehnung des Versailler Vertrags und der Republik “Realpolitiker”. Nach dem Sturz seiner Regierung am 22. 11.1923 diente er bis zu seinem Tod als Außenminister in verschiedenen Koalitionsregierungen. Stresemann und sein französischer Amtskollege Aristide Briand wurden 1926 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Schauplatz des Attentats: Königsallee in Berlin

Stelle des Attentats.

 

 

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Berlin, Luisenstädtischer Friedhof, Bergmannstr.

Brandt, Willy eigentl. Karl Herbert Frahm

Quelle: http://arcweb.archives.gov

 

  • geb. 18.12.1913 in Lübeck
  • gest. 8.10.1992 in Unkel a. Rhein

Deutscher Journalist, Politiker (SPD), MdB (1949-57), Regierender Bürgermeister Berlins (1957-66), 4. Bundeskanzler (1969-74); Vorsitzender der SPD (bis 1987) und bis zu seinem Tode Ehrenvorsitzender seiner Partei. Emigrierte 1933 nach Norwegen, war dort und in Schweden bis 1945 als Journalist tätig, kehrte 1945 als Berichterstatter für die skandinavische Arbeiterpresse beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1947 als Presseattaché der norwegischen Vertretung beim alliierten Kontrollrat in Berlin. Bemühte sich als Außenminister und Vizekanzler unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger um eine Verbesserung des Verhältnisses zu den europäischen Nachbarn im Osten, das er als Bundeskanzler, unterstützt von Außenminister Walter Scheel, durch die Grundlagenverträge mit der Sowjetunion und Polen (1970, Moskauer Vertrag und Warschauer Vertrag / Kniefall vor dem Denkmal des Warschauer Ghettos) auf eine gut nachbarschaftliche Basis stellte und damit das Viermächteabkommen über Berlin (1971), den Grundvertrag mit der DDR (1972) und den deutsch-tschechoslowakischen Vertrag (1973) erst ermöglichte. Als Kanzler begann er die Umsetzung innenpolitischer Reformen (“Mehr Demokratie wagen”), genoß wegen seiner Ostpolitik (“Wandel durch Annäherung”) international Anerkennung. Am 27.4.1972 scheiterte in einer Kampfabstimmung ein von Rainer Barzel (CDU) gegen ihn gerichtetes konstruktives Mißtrauensvotum mit 247 gegen 249 Stimmen, da, wie sich erst viel später herausstellte, die DDR-Staatssicherheit zwei Abgeordnete der Union bestochen hatte, die dann entsprechend gegen Barzel stimmten. 1974 trat er im Zusammenhang mit einer Spionageaffäre, der sogenannten Guillaume-Affäre, als Bundeskanzler zurück. Zwei Jahre nach seinem Rücktritt zum Vorsitzenden der sozialistischen Internationalen gewählt (1976-92), unterstützte er die sozialistischen Politiker Mario Soares (*1924) in Portugal und Filippe Suarez Gonzales (*1942) in Spanien bei ihrem Kampf um die Demokratie in ihren Ländern.

Auszeichnungen u.a.: Friedensnobelpreis (1971).

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Reuter, Ernst

 

  • geb. 29.7.1889 in Apenrade (Schleswig-Holstein)
  • gest. 29.9.1953 in Berlin (West)

Deutscher Politiker (SPD); der Sohn eines Kapitäns studierte er in Marburg, München und Münster Germanistik, Geschichte, Geographie, Philosophie und Volkswirtschaft. 1912 wurde er Mitglied der SPD, als Kriegsgefangener in Rußland schloß er sich Lenin an, war Volkskommisar in der wolga-deutschen Republik. Nach der Rückkehr nach Deutschland 1918 trat er von der KPD zur SPD über; Initiator der Berliner Verkehrsbetriebe , ab 1931 wurde er Oberbürgermeister von Magdeburg und 1932 Reichstagsabgeordneter. Nach der “Machtübernahme” der Nationalsozialisten verließ er 1933 das Reich und ging in die Türkei, wo er in Ankara im Verkehrsministerium arbeitete und Professor an dem heutigen Ernst-Reuter-Institut war. 1935 kamen seine Frau und sein Sohn Edzard (*1928), Unternehmer und spätere Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG., nach. 1946 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Am 24.6.1947 wurde er zum Oberbürgermeister Berlins gewählt; während der Berliner Blockade motivierte er die Berliner als “Lichtgestalt” zum Durchhalten - berühmt seine Rede vor dem zerstörten Reichstagsgebäude, in welcher er die westlichen Staaten aufforderte, West-Berlin nicht aufzugeben (“... Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika und in Frankreich, schaut auf diese Stadt! ...”). Nach dem Inkrafttreten der neuen Berliner Verfassung wurde Reuter am 18.1.1951 zum Regierenden Bürgermeister gewählt.

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Mao Tse-tung (Mao Zedong)

 

  • geb. 26.12.1893 in Shaoshan (Prov. Hunan)
  • gest. 9.9.1976 in Beijing Peking)

Chinesischer Politiker; der Sohn eines wohlhabenden Bauern war zunächst Lehrer und wurde 1918 Hilfsbibliothekar in Beijing; seit 1920 bekannte er sich zum Marxismus, war 1921 in Shanghai eines der Gründungsmitglieder der KPCh. Sein Ziel war, die Schmach der China durch Fremdbesatzung und -ausbeutung unterlag, zu beenden. 1934/35 ging er auf den sog. Langen Marsch, den von der Kommunistischen Partei Chinas später zum Heldenmythos stilisierten militärischen Rückzug der Streitkräfte der KPCh, um sich aus der Einkreisung durch die Armee Tschiang Kai-sheks zu befreien. Im Gegensatz zu den später erfundenen Ereignissen, fanden gemäß Maos Maxime, einen Gegner nicht anzugreifen, es sei denn, man sei diesem wenigstens 7-fach überlegen, kaum Kämpfe statt. Nach der Bedrohung Chinas durch den japanischen Angriff 1937, der Bombardierung der Städte und dem massenhaften Zulauf der Bevölkerung auf der Flucht vor den Japanern stimmte er einer Einheitsfront zwischen KP und der KMT Tschiang Kai-sheks zu, vertrieb ihn und seine Anhänger später jedoch nach Taiwan und rief am 1.10.1949 auf dem Platz des Himmlischen Friedens die Volksrepublik China ais (s.o. linkes Photo und Tondokument links), mehrere Kampagnen, die dem Erhalt seiner und der Macht der Partei dienten (100-Blumen-Bewegung 1957, Großer Sprung nach vorn 1958-62, Kulturrevolution 1966-76), brachten ca. 70 Millionen Chinesen den Tod, das intellektuelle Leben vollständig zum Stillstand (Universitäten wurden geschlossen, Schüler und Studenten zur Landarbeit abkommandiert) und isolierten China außenpolitisch. Im Rahmen der Kulturrevolution wurden zahlreiche Kulturdenkmäler unwiderruflich zerstört. Mao anerkannte zunächst Stalin als den Führer der weltweiten kommunistischen Bewegung. Als nach dessen Tod im Jahre 1953 der Personenkult, dem Mao nach dem Vorbild Stalins huldigte, durch Chruschtschow als Fehler erkannt und abgeschafft wurde, ging er zur Sowjetunion auf Distanz.

Mao war in zweiter Ehe mit Jiang Qing, von Haus aus Schauspielerin, verheiratet (1939), die die treibende Kraft bei der Kulturrevolution war und besonders nach dem Tod Maos auf die Partei und Politik Chinas Einfluß zu nehmen versuchte. Sie wurde - zusammen mit den anderen Mitgliedern der sog. Viererbande - am 25.1.1981 zum Todes verurteilt, jedoch 1983 zu lebenslanger Haft begnadigt und 1984 aus der Haft entlassen; 1991 beging sie Selbstmord.

 

Mao Zedong während des “Langen Marsches”....        mit Jiang Qing.

  Text: Für das Volk arbeiten “Für das Volk arbeiten”

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Beijing, Mausoleum, Tian’anmen-Platz

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Rede Maos anläßlich der Ausrufung der Chinesischen Volksrepublik auf dem Platz des Himmlischen Frieden am 1.10.1949

Rede Brandts im Januar 1970 zu den Verhandlungen mit der DDR

Maos Geburtshaus in Shaoshan (Prov. Hunan)

Die sog. Mao-Bibel - Worte des Großen Vorsitzenden (3.Aufl. 1968)

Rechts außen: Jiang Qing

Bilder: Josef Aschenbrenner (09/2005)
Bild: Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bild: Dieter Müller (2004)
Bild: Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bild: Klaus Paap (08/2009)
Politiker II