Deutscher Komponist; der Sohn eines Lederhändlers, der sein Hobby zum Beruf gemacht hatte, indem er die Berliner Theatergesellschaft
Urania gründete, gilt als Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper, in der die romantische Oper und die volkstümlich komische Oper zusammenfließen. Er nahm Musikunterricht bei C. Fr. Rugenhagen (*1778, †1851), Direktor der
Singakademie, ging 1826 als Schauspieler an das Detmolder Hoftheater, wirkte von 1833 bis 1844 in Leipzig, wo 1837 seine Spieloper Die beiden Schützen uraufgeführt wurde. Im gleichen Jahr entstand seine Oper Zar und Zimmermann
, die auf einem Lebensabschnitt Zar Peters I. fußt. Ab 1846 war er Kapellmeister am Theater an der Wien. Als Sympathisant der sog. Märzrevolution verlor er seine Anstellung und mußte Leipzig verlassen. 1848 kehrte Lortzing kurzzeitig nach Leipzig zurück, ging dann aber nach Berlin, wo er 1850 Kapellmeister am neu
eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater war. In wirtschaftliche Not geraten, starb Lortzing 1851. Werke u.a.:
Berlin, Friedhof der Sophiengemeinde Bergstr.
Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Werdersche Gemeinde
Jaldati, Lin eigentl. Rebekka Billeslijper
Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin holländischer Abstammung; verheiratet mit Eberhard Rebling (*1911), den sie in der Emigration in Holland kennenlernte. Nach ihrer Heirat im Jahre 1942 tauchten beide in die Illegalität unter, wurden aber 1944 verhaftet. Während Eberhard Rebling nach seiner Verhaftung fliehen konnte, kam Lin Jaldati in die Konzentrationslager Westerbork, in dem gleichen Zug wie Anne Frank nach Auschwitz und dann Bergen-Belsen und überlebte diese. Nach Ende des Krieges lebte das Ehepaar zunächst im europäischen Ausland, ließ sich jedoch 1952 in Berlin (Ost) nieder. Jaldati trat mit ihrem reichhaltigen Repertoire an jiddischen Liedern (sie hatte im KZ jiddisch gelernt) zusammen mit ihren beiden Töchtern in der DDR und im Ausland auf. Als überzeugte Kommunistin stellte sie sich in den Dienst der DDR und war lange Zeit die einzige Interpretin jidischer Lieder. Nach dem israelischen 6-Tage-Krieg erhielt sie allerdings Auftrittsverbot, da alles Jüdische in den Verdacht geriet, zionistisch zu sein.
Literatur:
Italienischer Violinvirtuose und Komponist; feierte Triumphe in ganz Europa; erlernte das Violinspiel hauptsächlich autodidaktisch, erster öffentlicher Auftritt als Geiger erfolgte im Alter von neun Jahren, mit 13 Jahren reiste er als Wunderkind durch mehrere Städte der Lombardei. Von 1805 bis 1810 war er als Violinist und Kapellmeister am Hof von Maria Anna Elisa Bacciocchi, der Fürstin von Lucca und Schwester Napoléons, tätig, war danach nie mehr in einer festen Anstellung. Er dehnte seine Tourneen 1828 nach Wien und Deutschland, 1831 nach Paris und London aus; 1828 erhielt er vom österreichischen Kaiser Franz I. den Titel eines Kammervirtuosen, nachdem er ihn durch sein Spiel begeistert hatte. Sein Violinspiel mit Doppelgriffen, Flageolett, Doppelflageolett, Verbindung von Pizzicato in der linken Hand mit Springbogen usw. versetzte die Zuhörer in schiere Begeisterung. Paganini gilt als der größte Geiger aller Zeiten und als der Inbegriff des romantischen Künstlertypus, dem die Zeitgenossen teuflische Fähigkeiten zuschrieben (“Teufelsgeiger”). Zu seinen wichtigsten Kompositionen zählen die 24 Capricen für Violine solo (1801-1807), die Violinkonzerte D-dur, h-moll und E-dur sowie zahlreiche Sonaten für Violine und Gitarre. Paganini wich einer Heirat zeitlebens aus, trennte sich nach Jahren heftiger Auseinandersetzungen von seiner Lebensgefährtin Antonia Bianchi und kaufte ihr per Vertrag den gemeinsamen Sohn Achille für 2.000 Scudi ab. Hartnäckig hielten sich wilde Gerüchte, Paganini sei ein entflohener Galeerensklave, als solcher habe er mit seiner Geige die anderen an Bord unterhalten, bis man - um ihn demütigen - alle Saiten außer der G-Saite abschnitt. Das sei der Grund seines meisterhaften Spiels nur auf der G-Saite der Violine. Zu dieser Legendenbildung trug seine äußere Erscheinung bei: ein wandelnder Leichnam, hager und von blassem Teint, schwarze flatternde Haare, fast alle Zähne des Oberkiefers fehlten, gezeichnet von zahlreichen Krankheiten. Er galt als herzlos und geizig: seine Konzerte ließ sich Paganini teuer bezahlen, dennoch waren sie immer ausverkauft. Nach 1837 zog er sich ins Privatleben zunächst nach Marseille, dann nach Genua und schließlich nach Nizza zurück. Dort plante er noch einen lukrativen Handel mit der Beurteilung und dem Verkauf von Geigen aufzuziehen, konnte dieses Vorhaben jedoch wegen seiner fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr in die Tat umsetzen. Wegen seiner Aussage auf dem Sterbebett gegenüber einem Priester, der Teufel habe Anteil an seinem virtuosen Violinspiel, verweigerte ihm der Bischof von Nizza nach seinem Tod ein Begräbnis in geweihter Erde. Sein Leichnam wurde einbalsamiert und zunächst in einer Öltonne aufbewahrt. Über mehrere Zwischenstationen - u.a. im Keller der Familie - gelangten die sterblichen Überreste schließlich nach Italien, wurden aber erst 1876 in Parma in geweihter Erde beigesetzt, nicht ohne daß sein Sohn und Universalerbe Achille aufgefordert wurde, die gesamte Erbschaft “als Zeichen der Reue” der Kirche zu vermachen: endlich einigte man sich darauf, umgerechnet 750.000 Euro zu zahlen.
Parma, Cimitero della Villetta

Wien, Technische Universität, Karlsplatz.
Italienischer Geiger und Komponist; wurde mit 25 Jahren 1703 zum Priester geweiht, war anschließend
Kaplan an der Kirche S. Maria della Pietà und Violinlehrer und Dirigent an dem dieser Kirche angegliederten Mädchenkonservatorium Conservatorio Ospedale della Pietà in Venedig. Hier entstand der größte Teil seiner
zahlreichen Violinkonzerte und Sonaten, die in den Gottesdiensten zu Gehör gebracht wurden. Nach Streitigkeiten wechselte er 1718 nach Mantua, wo er in die Dienste Landgraf Philipps von Hessen-Darmstadt
(*1671, †1739) trat, der der Neffe von Elisabeth Amalie, der Mutter von Kaiserin
Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers war. Nach mehrmaligen Aufenthalten in Rom, kehrte er 1726 nach Venedig
zurück und wurde Leiter des dortigen Teatro S. Angelo. Als im Zuge des Zeitgeschmacks ab 1730 das Interesse des Publikums an Barockmusik nachließ, wandte Vivaldi sich 1741 kurz vor seinem Tode mit der Bitte um Unterstützung an Kaiser Karl VI. in Wien, ohne zu wissen, daß dieser bereits am 20.10.1740 verstorben war. Vivaldi trug entscheidend zur Entwicklung der
Konzertform bei. Sein heute populärstes Werk sind die 1725 entstandenen Vier Jahreszeiten. Werke u.a.: Sinfonien, Solo- und Triosonaten sowie Kirchenmusik, 46 Opern, die noch erhalten sind.
Österreichischer Musiker; der Sohn eines in der Wiener Hofkapelle des Fürsten Grassalkovich angestellten Geigers und späteren Orchester-Direktor des Preßburger Theaters erhielt den ersten Klavierunterricht zunächst durch den Vater, später Unterricht bei Johann Georg Albrechtsberger (*1736, †1809) und Antonio Salieri, stärker geprägt jedoch durch die zwei Jahre Unterricht bei Wolfgang Amadeus Mozart in den späten 1780er Jahren. In diese Zeit (1787) fällt auch der erste öffentliche Auftritt als Klavierspieler in Dresden. Die erste Konzertreise folgte ein Jahr später und der Bekanntheitsgrad sowie das Können des Klaviervirtuosen wuchs stetig. 1804 wurde er auf Empfehlung Haydns, dessen Orgelschüler er zwischenzeitlich gewesen war, Leiter der Esterházyschen Kapelle in Eisenstadt. Ihm wurde allerdings 1811 wegen Vernachlässigung seines Dienstes gekündigt und er trat nach einer für ihn enttäuschenden Anstellung als Hofkapellmeisters in Stuttgart 1816 im Februar 1819 die Stelle als Großherzoglicher Kapellmeister in Weimar an. Seine dreimonatigen Konzertreisen, die er jährlich unternahm, machten ihn von Paris bis Moskau bekannt. Die meisten seiner weit über 100 Kompositionen sind heute in Vergessenheit geraten. Die bekanntesten Werke Hummels sind die fis-Moll Klaviersonate und das Klavierkonzert in h-Moll op.89 sowie die beiden Messen op.77 und op.111. Besonders berühmt und beliebt ist sein Trompetenkonzert, das zum Standardrepertoire jedes fortgeschrittenen Trompeters gehört. Hummels Klavierschule aus dem Jahr 1828 zählt zu den bedeutendsten klavierpädagogischen Schriften seiner Zeit.
Weimar, Alter Friedhof


Deutscher Musikforscher; seit 1895 Universitätslehrer in Leipzig (1901 Professor), ab 1908 Direktor des von ihm
dort gegründeten musikwissenschaftlichen Instituts. Riemann baute die Musiktheorie (funktionelle Harmonielehre, musikalische Rhythmik und Metrik, Phrasierungslehre) entscheidend aus und förderte die
Musikgeschichte, besonders durch Entdeckung und Auswertung neuer Quellen des 15. Jahrhunderts, der Mannheimer Schule u.a. Werke u.a.: Musik-Lexikon (1882), Große Kompositionslehre, 3 Bde. (1902-13), System der
musikalischen Rhythmik und Metrik (1903), Handbuch der Musikgeschichte, 5 Teile (1904-13).
Leipzig, Südfriedhof
Deutscher Musiker und Liederkomponist; Großvater des Komponisten, Musikwissenschaftlers, Bachforschers und Thomaskantors Wilhelm Rust (*1822, †1892); war ein Schüler der Söhne Johann Sebastian Bachs, geriet bald nach seinem Tod in Vergessenheit, obwohl er als einer der berühmtesten Geigenvirtuosen und ausgezeichneter Klavierspieler seiner Zeit galt; seit 1775 war er Hochfürstlich Anhaltinisch-Dessauischer Musikdirektor in Dessau. In Siebigkes 1801 in Breslau erschienenem Museum berühmter Tonkünstler steht er nach Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Wolfgang Gottlieb (sic!) Mozart, Johann Rudolph Zumsteeg und Muzio Clementi an sechster Stelle.

Dessau, Alter Friedhof



Hinweis: Die Beisetzung erfolgte auf dem Spitaller Gottsacker vor dem Kärntnertor in Wien, an dessen Stelle sich heute das Hauptgebäude der Technischen Universität befindet.





