Bilder: Fraijman (03/2006) wikipedia (GNU)

Willem Wim Frederik Duisenberg

 

Niederländischer Ökonom; studierte an der Universität Groningen Wirtschaftswissenschaften, war anschließend als wissenschaftlicher Assistent zunächst an der Universität Groningen, ab 1966 beim Internationalen Währungsfonds tätig. 1970 wurde er Professor für Makroökonomie an der Universität Amsterdam. Von 1973 bis 1977 war er als Mitglied der sozialdemokratischen Partij van de Arbeid (PvdA) Finanzminister der Niederlande, sodann Vizepräsident der Rabobank Nederland BV. Von 1988 bis 1990 war Duisenberg Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und gleichzeitig bis 1994 Präsident der niederländischen Zentralbank. 1996 wurde der allseits anerkannte und geschätzte Duisenberg zum “European Banker of the Year” gekürt. Am 1.7.1997 übernahm er die Leitung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), das die Europäische Zentralbank (EZB), deren erster Präsident dann bis 2003 war an dem Standort des Instituts in Frankfurt am Main war, aufbauen und die Einführung des Euro zum 1.1.1999 vorbereiten sollte.

In zweiter Ehe war er mit der politischen Aktivistin Gretta Duisenberg verheiratet, die wegen ihrer heftigen Agitation gegen die israelische Politik immer wieder in die Schlagzeilen geraten war. Nicht zuletzt deshalb wurde das Ehepaar Duisenberg des Öfteren des Antisemitismus bezichtigt, obwohl Duisenberg selbst sich von der Meinung seiner Frau distanzierte. Das Leben Duisenbergs endete abrupt: Er wurde leblos in einem Swimming-Pool treibend aufgefunden.

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Amstelveen, Friedhof Zorgvlied

Bilder: KAy (01/2011)

Émile-Justin Menier

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Französischer Fabrikant; übernahm 1853 nach dem Tode seines Vaters dessen erfolgreiches Pariser Unternehmen, in dem eine Reihe medizinischer Puder hergestellt wurde, aber auch Schokolade, die sein besonderes Interesse fand. In Nicaragua erwarb er Kakaoplantagen und Zuckerrübenfelder in Frankreich sowie eine Mühle zur Herstellung von Schokolade in großem Umfang. 1864 veräußerte er seine Anteile an der Herstellung von medizinischen Präparaten und baute einen bedeutenden Handel mit Schokolade auf (Chocolat Menier). 1870 errichtete er eine Fabrik in London und er ließ ein Jahr später eine neue Fabrik errichten, die in Noisiel (Dép. Seine-et-Marne) die bisherige Fabrikationsstätte ablöste.

 

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Fabrik in Noisiel (Ansicht aus dem Jahre 1911)

Die Führung des erfolgreichen Unternehmens wurde nach dem Tode Émile-Justin Meniert zunächst von seinem Sohn Henri, dann von seinem Sohn Gaston übernommen. Bis 1959 verblieb das Unternehmen im Besitz der Familie Menier. Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dem Unternehmen durch die aus den USA kommenden, auf den europäischen Markt drängenden Schokoriegel große Konkurrenz, so daß das Unternehmen veräußert werden mußte, u.a. an Rowntree Mackintosh; heute (2011) gehört das Werk in Noisiel dem weltweit agierenden Nestlé-Konzern.

Menier war auch Politiker, war über zehn Jahre hinweg Bürgermeister von Noisiel und hatte seit 1876 für die Republikaner einen Sitz in der Nationalversammlung. 1878 wurde er Offizier der Légion d'honneur.

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Franz Mack

 

Deutscher Unternehmer; machte nach dem Besuch der Volksschule eine Ausbildung zum Wagen- und Karosseriebauer mit einem Abschluß als Meister. 1949 kehrte er in seine Heimat zurück, nachdem ihm 1947 mit einigen Kameraden die Flucht aus französischer Kriegsgefangenschaft gelungen war und sein Vater ihn in der damaligen amerikanischen Besatzungszone in Frankfurt am Main versteckt hatte. 1958 übernahm er gemeinsam mit seinen zwei Brüdern die die bereits im Jahr 1780 gegründete väterliche Mack GmbH & Co, eine Wagenbau- und Karussellfabrik in Waldkirch. 1960 richtete er sich in der Firma eine eigene Elektroabteilung ein, der er 1968 eine Abteilung für die Entwicklung und Herstellung von Kunststoffen angliederte. 1975 gründete er mit seinem ältesten Sohn Roland den Europa-Park in Rust, nachdem er Anfang der 1970er Jahre eine entsprechende Anregung aus einem Besuch in den Vereinigten Staaten mit nach Hause genommen hatte. Die beiden bauten das Unternehmen zu Deutschlands größtem Freizeitpark aus. Er war aber auch in einer Vielzahl von Ehrenämtern tätig, so .als Aufsichtsrat der Volksbank in Waldkirch, im Normenausschuss der fliegenden Bauten des Technischen Überwachungsvereins (TÜV), sowie als Schiedsrichter im Verband der deutschen Freizeit-Unternehmer.

Bild: Klaus Paap (12/2011)

Denkmal zu Ehren Franz Macks im Europa-Park in Rust.

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Waldkirch (Ldkrs. Emmendingen)

Bilder: KN (05.03.2011)

Wilhelm Peter von Metzler (seit 1902)

 pinxit F.X.Winterhalter (1840)

 

Deutscher Bankier; zeigte schon als junger Mann großes Interesse an der Kunst. Mäzen und Kunstsammler; im Hause der Familie Keyser in Heidelberg, wohin sein Vater ihn 1834 zur Ausbildung geschickt hatte, kam er in engen Bezug zur Musik, Architektur und Skulpturen. 1839 ging er auf zwei Jahre nach Paris, um dort seine Kenntnisse in der französischen Sprache zu vervollkommnen und in einem Bankhaus kaufmännische Erfahrungen zu sammeln. Aber er kam auch in Kontakt mit der dortigen Kunstszene und lernte u.a. den Maler Franz Xaver Winterhalter kennen, der von ihm ein Portrait anfertigte (s.o.). Ab 1841 setzte er seine Ausbildung in Holland fort, um anschließend nach London zu gehen; dort traf er Winterhalter wieder, der dort als Hofmaler der Königin Victoria wirkte. Winterhalter war es auch, der ihn mit den Werken Joshua Reynolds, Thomas Gainsborough u.a. bekannt machte. 1842 zurück in seiner Heimatstadt, wurde er Prokurist in die väterliche Bank ein, die sein älterer Bruder Georg Friedrich leitete. Zwei Jahre später wurde er Teilhaber und rückte in die Geschäftsführung auf. Sein Interesse für die Kunst erlahmte nicht; ganz im Gegenteil baute Metzler, der auch Kontakt zu Frankfurter Künstlern wie z.B. Carl Theodor Reiffenstein pflegte, seine Gemäldesammlung aus. Zugleich führten er und seine Frau Emma née Lutteroth, die er 1844 geheiratet hatte, einen literarischen Salon, in dem u.a. Otto von Bismarck zu Gast war, aber auch die Bundestagsabgeordneten, die in der Paulskirche tagten. 1873 traf er noch einmal Franz Xaver Winterhalter, der wegen einer Auftragsarbeit nach Frankfurt gekommen war und im Metzlerschen Hause logierte, bevor er in der Diakonissenanstalt an Typhus starb. Metzler unternahm noch im fortgeschrittenen Alter Reisen nach Rom (1894) und Spanien (1895). Noch kurz vor seinem Tode wurde er in den erblichen preußischen Adel erhoben.

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Grabstätte der Familie Metzler (links im Hintergrund W.P.Metzler)

Josef Anton Wiese

 

Deutscher Bäcker und Konditor; seinen ursprünglichen Wunsch, Konstrukteur zu werden, mußte er nach dem frühen Todes seines Vaters aufgeben. Nach einer Bäckerlehre von 1947 bis 1950 in Rheine und einer Ausbildung zum Konditor ab 1950 in Oelde übernahm er 1952 den elterlichen Betrieb und 1958 von seiner Mutter die Führung des Lebensmittelgeschäfts und der Wirtschaft Grotemeyer. 1975 gründete er gemeinsam mit seinem Vetter Aloys Coppenrath, der die kaufmännischen Aufgaben übernahm, die Conditorei Coppenrath & Wiese, die sich zu dem größten Hersteller von Tiefkühl-Backwaren in Europa entwickelte. Am 1.1.2005 schied die Familie Josef Wiese aus dem Gesellschafterkreis aus; ihre Anteile übertrug sie der Familie Aloys Coppenrath. Die Gründer des Unternehmens zogen sich zugleich aus der operativen Geschäftsführung zurück. Verheiratet war Wiese seit 1961 mit Aloysia née Voss.

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Mettingen (Krs. Steinfurt), Friedhof

August Brenninkmeyer eigentl. Brenninkmeijer

 

 

Deutsche Unternehmer; gründete gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Clemens 1841 im niederländischen Sneek (Prov. Friesland) das Unternehmen C&A, das sich bis zu heutigen Tage im Privatbesitz befindet (Stand: 2011).

Clemens Brenninkmeyer eigentl. Brenninkmeijer

 

 

Deutsche Unternehmer; niederländische Familie mit deutschen Wurzel entstammend; gründete gemeinsam mit seinem Bruder August 1841 im niederländischen Sneek (Prov. Friesland) das Unternehmen C&A, das sich bis zu heutigen Tage im Privatbesitz befindet (Stand: 2011). Als Stammsitz der Familie Brenninkmeyer, deren Vorfahren einen sogenannten Töddenhandel (=Tauschhandel) als Hausierer betrieben, gilt der Brenninckhof in der Mettinger Bauerschaft Wiehe.

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Mettingen, (Krs. Steinfurt) Friedhof

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Bilder: Günter Biehn (09/2011)
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Bilder: Günter Bihn (09/2011)
Bild: Günter Biehn (11/2010)
Bilder: Klaus Paap (10/2013)
Bild: Klaus Paap (106/2015)

Nikolaus von Üxküll-Gyllenband

 

 

Deutscher Kaufmann; Widerstandskämpfer; dem deutsch-baltischen Adelsgeschlecht Uexküll. entstammend; wuchs mit seinen fünf Geschwistern nach dem Tode der Mutter und des Vaters am Stuttgarter Hof auf, wo die Tante Olga Gräfin von Üxküll-Gyllenband Hofdame der württembergischen Königin war; trat 1895 als Fahnenjunker in das österreichische Militär ein und war zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Hauptmann im k.u.k. Generalstabskorps dem Generalkavallerieinspektor Karl Georg Graf Huyn zugeordnet. Im Oktober 1917 erfolgte dann eine halbjährige Versetzung als Vertreter des österreichischen Militärattachés in Konstantinopel. Als Oberstleutnant im Generalstab verließ er 1918 die Armee und kehrte nach Deutschland zurück wo er in den 1920er Jahren als Kaufmann bei einem polnischen Holzhändler arbeitete. Zwischen 1923 und 1934 war von Üxküll-Gyllenband, der 1933 Mitglied der NSDAP wurde, Leiter der gräflich Tiele-Wincklerschen Vermögensverwaltung in Berlin. Ab August 1937 war er im Reichskommissariat für Preisbildung als Referent tätig, bis 1941 seine Einberufung zur Wehrmacht erfolgte. 1942 war er südöstlich von Leningrad (heute Sankt Petersburg), im Wolchowgebiet (Kessel von Tschudowo), eingesetzt, um die dortigen Soldaten zu erfassen und diese in Kampfeinheiten zu ordnen. Anfang des Jahres 1943 schritt er in Priluki/Ukraine gegen die Erschießung von Zivilisten ein. Am 29. Februar 1944 schied Nikolaus von Üxküll-Gyllenband als Oberst aus altersbedingt dem aktiven Heeresdienst aus, war dann aber aufgrund seiner Kenntnisse über die Donaumonarchie als Verbindungsoffizier zwischen dem Oberkommando des Heeres und dem Generalkommando Prag vorgesehen.

Früh schon hatten sich bei ihm Bedenken hinsichtlich der Politik der Nationalsozialisten eingestellt; bereits 1939 versuchte er sein Patenkind Claus Schenk Graf von Stauffenberg und dessen Bruder Berthold für den Widerstand gegen Hitler zu gewinnen. Seit 1943 hatte er Kenntnisse von den Umsturzplänen der Widerstandsgruppe um Stauffenberg. Nach dem erfolgten Attentat auf Hitler, an dem sein Patenkind Claus maßgeblich beteiligt war, wurde er in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli in Lautlingen, wo er sich mit seiner Frau aufhielt, von der Gestapo verhaftet und mit Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg in das Gefängnis nach Rottweil gebracht. Danach wurde Nikolaus von Üxküll-Gyllenband nach Berlin verbracht und dort inhaftiert. Dort fand am 13.9.1944 unter dem Vorsitz Roland Freislers vor dem Volksgerichtshof die Hauptversammlung gegen ihn und andere Beschuldigte statt. Alle Angeklagten wurden am 14. September zum Tod verurteilt und in Plötzensee erhängt.

Verheiratet war Nikolaus von Üxküll-Gyllenband seit 1908 mit Ida Freiin von Pfaffenhofen-Chledowsky.

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Albstadt OT Lautlingen ( Zollernalbkreis) Schloßgelände Stauffenberg

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Hinweis: Bei der oben abgebildeten Grabplatte handelt es sich um einen sogenannten Epitaph.

“Eric” Erich Moritz Warburg

 

 

Deutsch-US-amerikanischer Bankier; Sohn des Bankiers Max Warburg, Enkel des Kunsthistorikers und Bibliotheksgründers Aby Warburg; besuchte das Heinrich Hertz-Realgymnasium in Hamburg und diente dann während des Ersten Weltkrieges als Soldat in der kaiserlichen Armee. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann in Berlin, Frankfurt am Main und in London, wo er bei dem Bankhaus N.M. Rothschild & Sons tätig war, sowie 1923 in New York City bei der International Acceptance Bank, wurde er 1929 Teilhaber bei M.M.Warburg & CO in Hamburg und bei Warburg & Company in Amsterdam. 1938 emigrierte er in die Vereinigten Staaten und erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft. In New York gründete er 1938 das Bankhaus E. M. Warburg & Co., das sich ab 1970, als Lionel Pincus in die Bank eintrat, E.M. Warburg, in Pincus & Co. umfirmierte. Während des Zweiten Weltkrieges diente Warburg als Oberstleutnant in der US Army. Nach Deutschland kehrte er erstmals 1945 als amerikanischer Armeeoffizier zurück und arbeitete unter anderem als Dolmetscher für Hermann Göring bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Schon kurz vor Kriegsende half er deutschen Wissenschaftlern und deren Familien, in den Westen zu gelangen. 1949 trat Warburg als Kommanditist bei Brinkmann, Wirtz & Co. ein, wie M.M. Warburg & CO seit dem 27.10.1941 auf Anweisung der Reichsregierung hieß. Von 1956 bis 1982 haftete er als persönlicher Gesellschafter in fünfter Generation des Bankhauses, das seit dem 5.1.1970 als M.M. Warburg-Brinkmann, Wirtz & Co. firmierte und somit wieder auf seine Gründer wies. 1982 übernahm sein Sohn Max den Gesellschafterstatus seines Vaters.

Eric Warburg wurde mehrmals ausgezeichnet; Mit der Legion of Merit, einer hohe Auszeichnung der US-Streitkräfte, mit der Order of the British Empire sowie dem französischen Militärordens Croix de guerre.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (11/2016)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Anton Frederik Philips

philips_anton_bdBild: Franz Ziegler (Nationaal Archief NL) cc_somerightsreserved

 

Niederländischer Wirtschaftsführer; achtes von neun Kindern des Industriellen Frederik Philips, der sein Geld im Tabakhandel gemacht hatte und mit seinem ältesten Sohn Gerard 1912 Royal Philips Electronics N.V. gründete. Anton Philips beendete weder das Gymnasium noch die öffentliche Berufsschule in Amsterdam, die er nach zwei Jahren ebenfalls abbrach. Danach war er von 1892 bis 1894 als Volontär bei Finanzunternehmen in Amsterdam und London und ab 1895 dann als kaufmännischer Direktor in der Glühlampenfabrik Philips & Co. (ab 1912: N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken) tätig, die sein Vater und sein Bruder Gerard 1891 in Eindhoven gegründet hatte. Ab 1922 baute Philips als Direktor den kleinen mittelständischen Betrieb zu einem Weltkonzern aus. Insbesondere konnte er als kaufmännischer Direktor den Export viele gefragter deutscher Produkte, die im Ersten Weltkrieg von vielen Ländern boykottiert worden waren, durch Philips-Produkte signifikant steigen. Die Position des Vorstandsvorsitzenden gab Anton Philips 1939 an den Schwager seines Sohnes Frits ab, den seit 1931 bei Philips als kaufmännischen Direktor tätigen Frans Otten und war fortan kommissarischer Präsident. Wenig später flüchtete er während des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit Otten über England in die Vereinigten Staaten, während sein Sohn Frits in Eindhoven den Betrieb weiterleitete.

Neben seiner kaufmännischen Tätigkeit engagierte Anton Philips sich auch als Stifter von wissenschaftlichen und sozialen Einrichtungen beziehungsweise Projekten, wie etwa die Sternwarte Eindhoven oder der Bau von Wohnungen.

Auszeichnungen u.a.: Ehrendoktorl in Handelswissenschaften.in Rotterdam (1928).

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Bild: Alex P. Kok (12/2012) Wikipedia.nl
Bild: Alex P. Kok (12/2012) Wikipedia.nl

Eindhoven, Gemeentelijke begraafplaats Woensel

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Aristide Boucicaut

               1875

 

Französischer Unternehmer; begann seine berufliche Laufbahn als Hutmacher als Angestellter im Geschäft seines Vaters; das er 1828 verließ, um als Partner eines ambulanten Strumpfhänders durch das Land zu ziehen. Im Jahr 1829 zog er nach Paris und arbeitete ab 1834 als Verkäufer in einem magasin de nouveautés in der Petit Saint-Thomas, rue du Bac. 1830 wurde er Manager bei Charles Legentil, dessen Sohn Alexandre kein Interesse an dem Geschäft zeigte. Aufgrund seines Wissen stieg er bald zum Chefeinkäufer auf. 1835/1836 machte er die Bekanntschaft von Marguerite Guerin, die er heiratete, obwohl gegen diese Verbindung waren. 1852 wurde er Partner von Paul Videau, Besitzer eines Geschäftes mit Namen Le Bon Marché in der Pariser rue de Sèvres., das dank seines Engagements expandierte und sich sehr bald zu einem Massengeschäft entwickelte. Zum 31.1.1863 übernahm Boucicaut die Mehrheit der Geschäftsanteilel vom Eigentümer. für 1,5 Millionen Franc Im Jahr 1869 begannen Boucicaut und seine Frau - basierend auf Plänen des Architekten Louis-Charles Boileau; die große Stahlkonstruktion wurde von Gustave Eiffel entworfen - mit dem Bau der Gebäude, die heute noch existieren Das Hauptgebäude, aber auch der Annexe-Ameublement gerieten - ganz im Zuge der Stadtplanung durch Georges-Eugène Haussmanns und dem Zeitgeist angepaßt - zu einem fast pompösen Baukomplex mit 52.800 m² Fläche, in dem die Präsentierung der Waren geradezu inszeniert wurde. Le Bon Marché war zeitweilig das größte Warenhaus der Welt, indem er - ähnlich wie die US-Amerikaner Rowland Macy, oder später Harry Selfridge und Hermann Tietz - neue Verkaufsmethoden einführte; so gab es einen offenen Zugang, alle Waren waren mit auf Etiketten ausgezeichneten festen Ladenpreisen versehen, die aufgrund seiner Kalkulation .mit relativ geringen Margen möglich waren. Bald auch bot er seinen Kunden die Möglichkeiten von Lieferungen ins Haus an, zog die Konsumenten mit Attraktionen in den Le Bon Maché, etwa mit Luftballons für die Kinder an, und machte systematisch Reklame 1856 begann er auch ein Versandgeschäft mittels Katalog. Seine Angestellten beteiligte er am Umsatz und am Gewinn. Später bot seine Witwe, die den Bon Marché weiterführte, ihnen Versicherungsschutz, Musik- und Sprachkurse an. Die Innovationen Boucicauts machten bald Schule - in Paris, besonders aber auch in den USA. Jules Jaluzot, boucicaut_marguerite_bdGründer des Warenhauses Printemps und Marie-Louise Jaÿ, Mitbegründerin des Warenhauses La Samaritaine waren ehemalige Angestellte des Le Bon marché. Nach dem Tode ihres Mannes übernahm Marguerite Boucicaut die Geschäftsführung, da ihr gemeinsamer Sohn krank war; er starb 1879 kinderlos. Sie führte das große Kaufhaus mit der Hilfe von einigen erfahrenen Mitarbeitern ihres Mannes erfolgreich weiter. Ihr gemeinsamer Sohn starb bereits 1879 kindeöos. Im Januar 1880 erolgte die Umfirmierung zunächst in Veuve Boucicaut et Compagnie, 1886 dann in Société Civile du Bon Marché. Marguerite war eine der Gesellschafter. Die Aktien blieben im Familienbesitz und bei Mitarbeitern, um Kontinuität zu gewährleisten. Marguerite Boucicaut starb 1887 ohne Erben zu hinterlassen. Ihr Vermögen von +ber einhunder Millionen Franc ging an Mitarbeiter von Le Bon Marché und an zahlreiche soziale Institutionen.

1984 wurde das Kaufhaus von der Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) übernommen

Le Bon Marché (1887)

Le Bon Marché (1900)

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Bild: Mu (05/2011) Wikipedia.fr
Bild: Mu (05/2011) Wikipedia.fr

Paris, Cimetière du Montparnasse

cc_somerightsreserved
Unternehmer / Manager LXI

Omnibus salutem!