
Barbe-Nicole Clicquot née Ponsardin

Französische Unternehmerin; Tochter des Baron Nicolas Ponsardin; als ihr Mann François Clicquot am 23.10.1805 an einem bösartigen Fieber starb, war sie gerade einmal 27 Jahre alt. Er hinterließ seiner Witwe ein florierendes Champagnerhaus, das er 33 Jahre zuvor gegründet hatte und das jährlich 100.000 Flaschen produzierte. Gesegnet mit einem starken Charakter führte die “Veuve Clicquot“ (“Witwe Clicquot”), wie man sie nannte, das U’nternehmen mit viel Geschick zu großem Erfolg: bei ihrem Tod belief sich die Produktion auf 750.000 Flaschen, die in alle Welt versandt wurden. Ihre besondere Strategie war der Verkauf durch angestellte Handelsvertreter, die Kunden in ganz Europa besuchten; so wurde ihr Champagner bald bis hin an den Zarenhof in Sankt Petersburg bekannt und dort besonders erfolgreich. Einer ihrer Mitarbeiter war von 1807 bis 1825/26, seit 1810 als Teilhaber, Georg Christian von Kessler, der später, im Juli 1826, in Deutschland (Esslingen) die erste Sektkellerei unter dem Namen “G. C. Kessler & Co” gründen wird. Das gelbe Etikett, das den Champagner so unverwechselbar kennzeichnet, wurde bereits zur damaligen Zeit entwickelt. 1822 gründete die Witwe Clicquot eine eigene Bank, die “Veuve Clicquot Ponsardin & Cie”, die sich ebenfalls erfolgreich entwickelte.
Reims, Cimetière du Nord


Deutscher Unternehmer; königlich-sächsischer Kommerzienrat; erwarb 1867 in Paris ein US-amerikanisches Patent für die Herstellung und den Vertieb von Papierkragen und Papiermanschetten sowie das Geschäft der bisherigen Inhaberin, der Fa. “Gray's American Mouled Paper Collar Co.“ und gründete eine eigene Firma. Nachdem Mey 1868 seinen Freund aus Jugendtagen, Bernhard Edlich, als Teilhaber in die Firma aufgenommen hatte, firmierte das Unternehmen unter dem Namen “Mey & Edlich”. Ein Jahr später wurde das Geschäft von Paris ins sächsische, nahe Leipzig gelegene Plagwitz verlegt. Mey gilt als Begründer des Versandgeschäfts in Deutschland: Er hatte 1886 den ersten illustrierten Warenkatalog herausgegeben, so daß Kunden von zu Hause aus bestellen konnten. Aufgrund der positiven Entwicklung der Geschäftsaktivitäten gründet Mey Niederlassungen in Leipzig, Berlin, Hamburg, sowie auch im Ausland, in London und Zürich. Als in der DDR auch “Mey & Edlich” verstaatlicht wurde, wurde die Firma nach Westdeutschlanf, nach München verlegt, wo sich der Firmensitz noch heute befindet. Zusätzlich hatte Mey 1884 mit der Produktion von Zelluloidwaren in Schleußig begonnen. aus diesem Unternehmen ging später “Deutsche Celluloidfabrik AG” hervor.
Leipzig-Plagwitz, Ev.- luth. Friedhof

Max Factor eigentl. Faktorowicz
US-amerikanischer Unternehmer russischer Herkunft; Sohn eines Rabbi begann im Alter von nur acht Jahren eine Ausbildung zum Drogisten. Später eröffnete er am Rande Moskaus ein eigenes Geschäft, in dem er u.a. selbsthergestellte Salben und Perrücken verkaufte. Seine erfolgreiche berufliche Karriere begann, als eine Theatergruppe, die vor russischen Adeligen spielte, ein von ihm hergestellte Make-up verwendeten: Er wurde offizieller Lieferant und Beraten der Mitglieder der kaiserlichen Familie und der Moskauer Oper. 1904 emigrierten er und seine Familie in die Vereinigten Staaten. In St. Louis (Missouri) nahm er noch im gleichen Jahr an der dortigen Weltausstellung teil, wo er seine Salben und Cremes - nun unter seinem neuen Namen Max Factor - anbot. Eine Chance sah er im Verkauf seiner Artikeln, zu denen auch Perücken gehörten, an die boomenden Filmindustrie. 1908 zog er nach Los Angeles und entwickelte dort ein auf die Bedürfnisse der Schauspieler und Schauspielerinnen zugeschnittenes Make-up-Programm. Insbesondere seine Perücken waren wegen ihres Echthaars begehrt. Ab der 1920er Jahre bot er seine Produkte auch der Allgemeinheit mit dem Slogan an, daß jede Frau sich mit ihnen wie ein Hollywoodstar fühlen könne. Nach seinem Tode führte sein Sohn Frank, bekannt als Max Factor junior (*1904, †1996), das Geschäft erfolgreich weiter.
Culver City, Hillside Memorial Park


Deutscher Bankier und Politiker (CDU); war nach Schulabschluß und Banklehre ab 1901 in der Londoner Filiale der Disconto-Gesellschaft tätig und wurde dann Leiter der Filiale, bevor er in die Filiale nach Antwerpen wechselte. Von 1919 bis 1929 war er Vorstand der A. Schaffhausen'scher Bankverein Actiengesellschaft in Köln und wechselte dann zum Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. in Köln, dessen Teilhaber er von 1929 bis 1953 war. Zwischen 1938 und 1947 firmierte Sal. Oppenheimer aufgrund der nationalsozialistischen Arisierungsmaßnahmen als Robert Pferdmenges & Co.. Nach dem 20. Juli 1944, dem Tag des Attentats auf Adolf Hitler, wurde er verhaftet und mit Berufsverbot belegt. 1946 wählte ihn die der Industrie- und Handelskammer in Köln zu ihrem Vorsitzende; er mußte dieses Amt aber wieder abgeben, da die britische Besatzungsmacht ihm vorübergehend jegliche Betätigung in öffentlichen Ämtern untersagte. Von 1948 bis 1951 leitete er gemeinsam mit Hermann Josef Abs treuhänderisch den Flick-Konzern, da Friedrich Flick wegen verschiedener, während des Dritten Reichs begangener Verbrechen im Dezember 1947 zu sieben Jahren verurteilt worden war. 1947 wurde er als CDU-Mitglied in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt (vertrat zugleich bis 1949 seine Partei im Wirtschaftsrat der Bizone) und ab 1950 Mitglied des Deutschen Bundestages. Pferdmenges war maßgeblich an der Erarbeitung verschiedener wichtiger Gesetze beteiligt, u.a. am Mitbestimmungsgesetze (1951), dem Montanmitbestimmungsgesetz (1952) und dem Betriebsverfassungsgesetz (1953). Mit dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, befreundet, war Pferdmenges, von 1951 bis 1960 Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, zugleich dessen einflußreichster Finanzberater. Zudem war er Mitglied des Kronberger Kreises, eines Zirkels evangelischer Führungspersönlichkeiten.
Auszeichnungen u.a.: Großkreuz mit Stern des Bundesverdienstordens (1954), Ehrenbürger der Universität zu Köln (1955).
Mönchengladbach, Ev. Friedhof Am Wasserturm


Österreichischer Unternehmer; gründete im Jahre 1914 in Innsbruck sein erstes Wäschegeschäft. 1936 wurde die erste von einem Franchisenehmer geführte Palmers Verkaufsstelle eröffnet. Einen großen Wachstumsschub erlebte das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg, indem ein flächendeckendes Filialnetz in Österreich unter der Leitung von Walter M. Palmers (*1903, †1983) aufgebaut wurde, der 1977 Opfer einer Entführung durch Mitglieder der terroristischen Vereinigung “Bewegung 2. Juni” war; nach der Zahlung eines Lösegelds wurde Palmers freigelassen, die Entführer auf der Flucht über die Schweizer Grenze bei Chiasso verhaftet. Heute umfaßt das Unternehmen 345 Standorte in Europa, davon 106 Filialen in Österreich, sowie 129 Franchise-Partner. Insgesamt beschäftigt Palmers ca 1.300 Mitarbeiter [Stand Sept. 2008].
Wien, Grinzinger Friedhof


Deutscher Industrieller; hatte zunächst gemeinsam mit Benno Orenstein in Berlin-Schlachtensee eine Firma gegründet, in der Ausstattungen für Feldbahnen, darunter Loren, Gleise und Weichenhergestellt wurde. 1885 trennten sich die Partner. Koppel vetrieb zunächst Feldbahnlokomotiven, erwarb dann ca. 1906 558 Hektar Land über dem Beaver River in Beaver County (Pennsylvania) und begann den Bau einer Fabrikanlage und in erster Linie - wenn nicht sogar ausschließlich - zum Bau in industrieller Art von Autos als Dump Autos und Service-Fahrzeuge für Dampf- und elektrische Eisenbahnen, weitgehend als Schmalspurbahn Die Firma hatte mehrere Verkaufsbüros, darunter eines in Chicago. Nach Koppels Tod wurde die “Arthur Koppel AG” 1909 in das Unternehmen Märkische Lokomotivfabrik integriert und der Name in “Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG” (O&K AG) geändert.
Berlin-Weißensee, Jüdischer Friedhof

Omnibus salutem!