
Deutscher Zeitungsverleger; der Sohn des Verlegers Alfred Neven DuMont (*1868, †1940) studierte an den Universitäten in Köln und München und trat, nachdem er eine längere Ausbildungszeit in einem Berliner Großverlag absolviert hatte, 1927 in die Geschäftsleitung der Verlagsgesellschaft und Großdruckerei M. DuMont Schauberg ein. 1933 wurde er zu gleichen Teilen Inhaber des Unternehmens neben seinem Vetter August. Nicht unbelastet ging er aus der Nazizeit hervor; er war nicht nur bereits 1933 der NSDAP beigetreten, in den Zeitungen des Verlages wurde Hitlers Wahlkampf unterstützt. 1933 wurde Kurt Neven DuMont neben seinem Vetter August, dem langjährigen Seniorchef, zu gleichen Teilen Inhaber des Familienunternehmens, welches neben der Kölnischen Zeitung (seit 1805), der Kölnischen Illustrierten Zeitung (seit 1926) und dem Sonntag Morgen auch den Kölner Stadt-Anzeiger (seit 1876) herausgab. Neven DuMont gelang es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht, die für das Erscheinen von Druckerzeugnissen notwenigen Lizenzen von der britischen Besatzungsbehörde zu erhalten. Erst 1949 nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland konnte er wieder verlegerisch tätig werden und die erste Ausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers herausgeben.

Deutscher Industrieller; der Sohn des Unternehmers Friedrich Flick (*1883, †1972) und dessen Frau Marie Schuß (†1966), Tochter eines Ratsherren aus Siegen, absolvierte nach dem in Bad Tölz abgelegten Abitur in der seinerzeit familieneigenen Maxhütte ein kurzes Praktikum. Anschließend studierte er an der Universität München Volks- und Betriebswirtschaftslehre und schloß das Studium 1951 als Diplom-Kaufmann ab. 1965 promovierte er an der Universität in Köln. Da sein Vater im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Zwangsarbeit, Deportation zur Sklavenarbeit und Plünderung und der Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation” zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, trat sein Sohn bereits 1957 in das väterliche Unternehmen ein. Nach Friedrich Flicks vorzeitiger Entlassung aus der Haft im Jahre 1950 bauten Vater und Sohn das Unternehmen – bestehend aus Stahlunternehmen, Papierhersteller Feldmühle, Buderus und Dynamit Nobel - wieder auf. Im Zuge einer Verlagerung weg von der Schwer- hin zur weiterverarbeitenden Industrie erwarb er ein bedeutendes Aktienpaket an der Daimler-Benz AG. 1962 wurde Flick alleiniger persönlich haftender Gesellschafter der Holdingunternehmen des Papier- und Chemiesektors sowie des Fahrzeugbaus. Nach internen Differenzen verließen seine Brüder Friedrich Christian und Gert-Rudolf 1975 das Unternehmen. Flick hatte nun die alleinige Verfügungsgewalt über den Flick-Konzern, von dem er 1975 einen Teil veräußerte. 1984 erzielte die Friedrich Flick Holding mit ca. 43.000 Mitarbeitern einen weltweiten Umsatz von DM 22 Mrd (EUR 11 Mrd.). Ende 1985 verkaufte Flick den Konzern schließlich an die Deutsche Bank AG, die den Konzern auflöste. Im Zuge dieser Vorgänge kam es zur sogenannten Parteispendenaffäre. Der von August 1985 bis Februar 1987 gegen den Flick-Manager und Lobbyisten Eberhard von Brauchitsch und die früheren Wirtschaftsminister Hans Friderichs (*1931) und Otto Graf Lambsdorff - beide der FDP angehörend - geführte Prozeß löste eine erste Vertrauenskrise innerhalb der Bundesrepublik zwischen den Bürgern und den Parteispitzen aus. Von Brauchitsch, Hans Friderichs und Graf Lambsdorff wurden zu empfindlichen Strafen verurteilt; Bundestagspräsident Rainer Barzel trat von seinem Amt zurück, obwohl er später beweisen konnte, mit der Flick-Affäre nicht zu tun gehabt zu haben. 1994 ließ Flick sich in Österreich nieder und nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an. Hier gründete er die Flick-Stiftung. Flick galt mit einem Privatvermögen von EUR 6 Mrd. als der mit Abstand reichste Österreicher.

Jüngster Sohn von Hermann Bahlsen, dem Firmengründer der Hannoverschen Cakes-Fabrik H. Bahlsen. Er trat im Herbst 1930 in des väterliche Unternehmen ein, das unter der großen Depression litt, die von den Vereinigten Staaten ausgegangen war und auch über Europa und Deutschland hinweg geglitten war. Ihm und seinem Bruder gelang jedoch durch Rationalisierungsmaßnahmen und Sortiments- und Vertriebsstraffung die Krise zu bewältigen. Bahlsen blieb bis zum 31.12.1988 im Unternehmen. Nach dem Ausscheiden blieb er ihm jedoch als stiller Gesellschafter verbunden. Bahlsen und seine Frau Rut gründeten die Bahlsen-Stiftung.
Uffing am Staffelsee

Antoine Joseph Sax gen. Adolphe Sax

Belgischer Instrumentenbauer; der Sohn eines Kunsttischler, der 1835 nach Brüssel zog und dort eine eigene Instrumentenbauwerkstatt eröffnete, besuchte dort das Konservatorium um Flöte, Gesang und Harmonie zu studieren. Während dieser Zeit verbesserte er die Klarinette. Akustische Studien führten ihn zur Konstruktion des Saxophons; 1842 zog er nach Paris, wo er eine eigene Werkstatt errichtete. 1846 wurde seine Erfindung patentiert. Seine Instrumente wurden besonders in der französischen Militärmusik eingeführt. 1857 ernannte man ihn zum Lehrer für Saxophon am Pariser Konservatorium; ein Jahr später wurde er Direktor des Bühnenorchesters der Pariser Oper.

Paris, Cimetière de Montmartre

Österreichischer Unternehmer und Gastronom; gründete 1955 in München ein Restaurant unter dem Namen Wienerwald, das erste einer Kette von schließlich über 1.500 in den deutschsprachigen Ländern und weltweit. Sein Werbespruch “Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald” wurde zu einer Art geflügeltem Wort. Zu dem Unternehmen des “Hendl-Königs” gehörten aber auch Firmen wie Jahn Reisen, ein Transportunternehmen, Hotels etc. Anfang der 1980er Jahre geriet sein Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage. Wegen des rasanten Wachstums waren rasch aufeinanderfolgende Investitionen notwenig, die mit Krediten von nur kurzer Laufzeit abgedeckt wurden, und außerdem trat der Return of Investment nicht in gleicher Weise ein. 1982 stellte sich heraus, daß sich ein Berg von rund 250 Millionen Mark Schulden aufgehäuft hatte; die Banken entzogen ihm daraufhin die Geschäftsführung, das Unternehmen brach zusammen. Jahn versuchte sich Anfang der 1990er Jahre noch einmal - mit geringem Erfolg - als Sänger stimmungsvoller Wiener Lieder. Jahn, der in der Branche als Kellner angefangen hatte, wurde unter den Klängen “Sag zum Abschied leise Servus” beigesetzt.
Grünwald b. München
Köln, Friedhof Melaten



Paul Julius Freiherr von Reuter (seit 1871) eigentl. Israel Beer Josaphat
Britischer Unternehmer deutscher Abstammung; änderte , als er zum Christentum konvertierte, 1844 seinen Geburtsnamen. Er war von 1840 bis 1848 an einem Buchverlag in Berlin beteiligt, mußte Preußen wegen der Veröffentlichung demokratischer Schriften in seinem Verlag während der März-Revolution verlassen, ging nach Paris, wo er bis 1849 einen Pressedienst herausgab. Als er die große Wichtigkeit der schnellen und zuverlässigen Übermittlung von Nachrichten gerade für die Wirtschaft (z.B. Börse) erkannte, gründete er in Aachen im gleichen Jahr eine Nachrichtenagentur, den Vorläufer der heutigen Reuters Ltd.; 1857 wurde er britischer Staatsbürger. Zunächst schlug er seine Konkurrenten durch den Einsatz von Brieftauben. Nach der Erfindung des Telegraphen verstand er es, auch diese Technik sofort für sich nutzbar zu machen und war seinen Mitbewerbern wiederum in der Aktualität seiner Nachrichten voraus. Dabei verwendete wer auch die Nachrichtentechnik der damals neue unterseeischen Telegraphenkabel.
London-Lamberth, West Norwood Cemetery


Französischer Unternehmer und Automobilkonstrukteur; der Sohn eines jüdisch-niederländischen Juweliers wandelte nach Ende des Ersten Weltkrieges seine Munitionsfabrik, die er seit 1915 im Auftrag des französischen Militärs betrieben hatte, in ein Unternehmen der Automobilfabrikation um. 1934 war er gezwungen, seine Firma an Michelin zu verkaufen. Heute (Stand 2006) gehört das Unternehmen zur Peugeot-Citroën-Gruppe.
Paris, Cimetière du Montparnasse


Hinweis: Im November 2008 wurde der Sarg gestohlen. Nach zunächst erfolgloser Suche der Polizei wurde er im November 2009 in Ungarn entdeckt und am 3.12.2009 wieder beigesetzt.


Omnibus salutem!