Bild: Franz-Josef Mörsch jr. (05/2005)

Willy & Victor Verpoorten

 

Deutscher Unternehmer; führte das von Eugen Verpoorten im Jahre 1876 in Heinsberg gegründete Unternehmen in 3. Generation weiter und verlegte den Geschäftssitz 1920 nach Berlin und, nachdem die Produktion nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst in Straubing stattfand, nach Bonn, wo sich seit Anfang der 1950er Jahre der Hauptsitz befindet. Viktor Verpoorten, der die Geschäftsführung übernahm, begann erstmals mit Breitenwerbung u.a. mit dem 1961 kreierten Slogan Ei, ei, ei – Verpoorten, unterlegt mit der Musik aus dem Schlager Ay Ay Maria - Maria aus Bahia.

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Bonn, Südfriedhof

Iwan David Herstatt

 

Deutscher Bankier; nach einer Lehre in der Deutschen Bank übernahm er von 1940 bis 1944 die Leitung der Kreditabteilung einer von der Deutschen Bank übernommenen Bank im besetzten Metz und führte 1945 nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reichs die Abwicklung durch. Danach leitete er die Kölner Niederlassung der Bank für Gemeinwirtschaft. 1955 erwarb er schließlich das Bankhaus Hocker & Co., das er in die I.D. Herstatt KGaA wandelte. 1974 brach das Unternehmen zusammen, und da er haftete, wurde er in einem Prozeß zunächst zu 4 ½ Jahren Haft verurteilt, die in einem Revisionsverfahren in 2 Jahre Haft auf Bewährung geändert wurde. In seinem 1992 veröffentlichten Buch Die Vernichtung behauptete er, Opfer einer persönlich gegen ihn gerichtete Verschwörung geworden zu sein.

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Bilder: Franz-Josef Mörsch jr. (09/2003)

Köln, Friedhof Melaten

Ernst Christian Friedrich Schering

Deutscher Apotheker und Industrieller; das jüngste von 5 Kindern eines Gastwirtes kaufte 1851 die Schmeisser’sche Apotheke in der Chausseestraße am Oranienburger Tor, die er in “Grüne Apotheke” umbenannte, der ein Laboratorium angliederte, in dem er ab 1854 Chemikalien besonderer Reinheit produzierte. Wegen der großen Nachfrage nach seinen Produkte verlegte er 1855 sein Laboratorium außer Haus und erwarb 1864 eine Lizenz zum Bau einer größeren Fabrikationsstätte, die das Stammhaus der Chemische Fabrik Ernst Schering wurde (die Apotheke wurde indessen von seinem Sohn Richard weitergeführt). Der Titel eines “Königlicher Kommerzienrat” wurde ihm verliehen, als er während des Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 Arzneimittel für die preußische Armee lieferte. Zugleich wurde die Firma in die Aktiengesellschaft Chemische Fabrik auf Actien (vorm. E. Schering) umgewandelt, aus der schließlich die heutige Schering AG hervorging. Wie manch anderer verantwortungsvolle Unternehmer seiner Zeit auch sah er sich seinen Arbeitern gegenüber verpflichtet: er gründete 1876 eine Betriebskrankenkasse. Später folgten eine Beamten- und Arbeiter-Pensionskasse (1886) und eine Witwen- und Waisenkasse (1892). Ernst Schering war einer der Gründer der Deutschen Chemischen Gesellschaft, als deren Schatzmeister er bis 1880 fungierte.

Inschrift: Das Beste sucht im Können und im Wollen, dann muss Euch Jeder Dank und Ehre zollen.

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Bilder: Franz-Josef Mörsch jr. (10/2004)

Robert Gerling

 

Deutscher Unternehmer; gründete 1904 im Alter von 25 Jahren die Vermittlungsgesellschaft Bureau für Versicherungswesen Robert Gerling & Co.mbH. - Grundstein für den heutigen Gerlin-Konzern. 1918 erfolgte die Gründung der Allgemeinen Versicherungs-AG als Vorläuferin der Gerling-Konzern, 1922 die der Gerling-Konzern Lebensversicherungs-AG und der Gerling-Konzern Rückversicherungs-AG, eingebunden in die die Rheinische Versicherungs-Gruppe AG. Ab diesem Zeitpunkt ist Gerling mit eigenen Gesellschaften im deutschen Sach-, Lebens- und Rückversicherungsgeschäft tätig. Nach dem Tod Gerlings übernimmt Walter Forstreuter die Leitung des Unternehmens. Der Sohn Gerlings, Hans Gerling (*1915, †1991), erhielt unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der amerikanischen Militärregierung die Zulassung als Versicherer. Unter seiner Führung weitete der Gerling-Konzern seine Aktivitäten ab 1955 auch auf das Ausland aus. Als der Gerling-Konzern am 1.5.2006 ein Teil der Talanx-Gruppe wurde, endete die 100-jährige Firmengeschichte des Gerling-Konzerns.

Inschrift (unter den Reliefs): Sein Kampf - Volksverbundenes Wirken - Sein Schicksal

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Köln, Nordfriedhof

Berlin, Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde

Bilder: Franz-Josef Mörsch jr. (06/2004)
Bilder: Franz Josef Mörsch jr. (11/2003)

Köln-Deutz, Jüdischer Friedhof

Therese Oppenheim née Deigen (Deia) Levi, ab 1808 Therese Stein

 

Deutsche Unternehmerin jüdischen Glaubens; Tochter eines Manufakturhändlers; heiratete 1792 als 17Jährige Salomon Oppenheim jun. und brachte die stattliche Summe von 10.000 oppenheim_salomon_bdTalern als Mitgift mit in die Ehe. 1803 wurden die Söhne Simon (†1880) und 1804 Abraham (†1878) geboren - insgesamt hatte sie 12 Kinder geboren. Sie hatte bereits in der Firma als Prokuristin mitgearbeitet, als sie nach dem Tod ihres Mannes (1828) das von ihm 1789 in Bonn ursprünglich als Kommissions- und Wechselhaus gegründete Bankhaus weiterführte, bis sie es schließlich ihren beiden Söhnen übergeben konnte. Diese gründeten dann in den 1830er Jahren eine Vielzahl von Unternehmen in diversen Branchen, so u.a. in Eisenbahnunternehmen, Versicherungen und in schwerindustrielle Betrieben.

Durch die Hochzeit ihres Sohnes Abraham (*1804, †1878) mit der 23jährigen Charlotte Beyfus (*1811, †1887), der Enkelin von Mayer Amschel Rothschild, im Jahre 1834 ist die Familie Oppenheim eng mit den Frankfurter Bankiers verwandt und auch geschäftlich mit diesen verbunden.

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Johann Jakob Söhnlein

Deutscher Unternehmer; im Alter von 15 Jahren absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einer Frankfurter Weingroßhandlung, bei der er Kenntnisse der Wein- und speziell der Schaumweinherstellung erwarb. Mit 17 Jahren wechselte er in eine Offenbacher Tabakfabrik und gründete zunächst in seiner Vaterstadt eine Fabrik für Rauchtabak. Im Juli 1864 gründete er gemeinsam mit sechs weiteren Bürgern aus Wiesbaden und Mainz in Schierstein (heute zu Wiesbaden) die Rheingauer Schaumweinfabrik, Keimzelle der weltbekannten Sektkellerei Söhnlein mit den Marken Söhnlein Brillant und Rheingold. 1899 ging das Unternehmen, das Söhnlein als Direktor geleitet hatte, in sein alleiniges Eigentum über. Bereits 1877 hatte Söhnlein, der mit der Tochter eines wohlhabenden Seifensieders verheiratet war, einen 10-Jahresvertrag mit Fürst von Metternich (Domäne Schloß Johannisberg) mit der Folge geschlossen, daß Söhnlein den Namen Johannisberg verwenden durfte. Nach einer Begegnung mit dem Komponisten Richard Wagner, der in Biebrich (heute zu Wiesbaden) 1862 seine Meistersinger von Nürnberg schuf und aus Bewunderung für dessen Oper Ring des Nibelungen gab Söhnlein seinem Sekt 1868 die Bezeichnung “Rheingold”. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Untergang des Kaiserreiches wurde für die Taufe von Kriegsschiffen der kaiserlichen Marine ausschließlich Söhnlein Sekt verwendet.

1958 wurde das Unternehmen an die Familie Oetker veräußert. 1987 fusionierte die Söhnlein Rheingold KG mit dem langjährigen Konkurrenten Henkell & Co zu Henkell & Söhnlein. Der Firmensitz befindet sich heute im Henkell-Schlößchen in Wiesbaden-Biebrich.

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Bilder: KN (3.11.2006)

Wiesbaden, Nordfriedhof

Unternehmer / Manager XXXII

Omnibus salutem!