Matthias Hohner

Deutscher Fabrikant; Sohn eines Webers; gründete 1857 in Trossingen die gleichnamige Musikinstrumentenfabrik; besonders bekannt sind die Zungeninstrumente wie Mundharmonikas, Akkordeons und Melodikas. Der Erfolg stellte sich allerdings nicht sofort ein. Erst als er die Idee hatte, Auswanderern nach Amerika seine Musikinstrumente mitzugeben, begann der Verkauf zu boomen. 1881 stellte er in Trossingen die Produktion auf von Dampf angetriebene Maschinen um und ermöglichte so die Massenproduktion. Als er 1887 eine Million und 1892 mehr als zwei Millionen Mundharmonikas herstellte, war er bereits Weltmarktführer auf diesem Gebiet. 1900 ziog er sich aus den Geschäft ins Privatleben zurück und übergab seine Firma an seine fünf Söhne.

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Trossingen, Ldkrs. Tuttlingen

Bild: Manuel Dohmen (2004) GNU-FDL

Santiago de Cuba, Cementerio Santa Ifigenia

Emilio Moreau Bacardi

 

Kubanischer Unternehmer; ältester Sohn des aus Spanien stammenden Don Facundo Bacardi Massó (*1814, †1887), der 1862 in Santiago de Cuba die weltberühmte Rumbrennerei gegründet hatte, die wegen der kubanischen Revolution nach Puerto Rico verlegt wurde. Emilio Bacardi Moreau, der ein bekannter Schriftsteller war, gründete 1899, als er Bürgermeister Santiagos war, das Museum Bacardi, das älteste Museum Kubas.

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Düsseldorf, Nordfriedhof

Fritz Henkel

 ~1876

 

Deutscher Unternehmer; der Sohn eines Lehrers begann 1865 eine Ausbildung in einer Farben- und Lackfabrik in Elberfeld, in der er es bis zum Prokuristen brachte. 1874 wurde er Teilhaber der Chemikalien- und Farbengroßhandlung "Henkel und Strebel" und gründete am 26.9.1876 in Aachen gemeinsam mit den Inhabern der Rheinischen Wasserglasfabrik "Scheffen und Dicker" die Waschmittelfabrik "Henkel und Cie". Nachdem von Scheffen und Dicker aus der Firma ausgeschieden waren, übernahm Henkel die alleinige Verantwortung für das Unternehmen, deren Firmensitz er nach Düsseldorf verlegte. Das prosperierende Unternehmen erzielte bereits 1899, 19 Jahre nach dem Spatenstich für ein neues Firmengebäude in Düsseldorf-Flingern und einer erneuten Verlegung nach Düsseldorf-Holthausen, einen Umsatz von über einer Million Reichsmark. 1909 kam das erste “selbsttätiges” Waschmittel unter dem Markennamen Persil (zusammengestzt aus den Bestandteilen Perborat und Silikat) auf den Markt und revolutionierte den privaten Waschvorgang. Es war zugleich das erfolgreichste Produkt. Der Markenname entwickelte sich zum Synonym und Begriffsmonopol für Waschmittel schlechthin und wurde sogar sprichwörtlich: “Persilschein”. Henkel warb u.a. mit Slogans wie: “Persil bleibt Persil” und führte die elegante weiße Dame auf der Plakatwerbung ein. 1915 stiftete Henkel den "Unterstützungsfonds für Arbeiter und Angestellte" und 1918 anläßlich seines 70. Geburtstags eine Pensionskasse ("Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung der Angestellten"). Da der designierte Nachfolger Dr. Fitz Henkel noch vor seinem Vater im Jahre 1930 starb, übernahm Fritz Henkels jüngster Sohn, Dr. Hugo Henkel, die Firmenleitung.

 

Bild: KdM (01/2006)

 

 

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Leopold Cassella

 

Deutscher Kaufmann; nachdem David Löb Cassel 1812 den sog. Bürgereid abgelegt hatte, führte er fortan den Namen Leopold Cassella. 1798 zog er nach Frankfurt am Main, wo er im selben Jahr Nannette Reiß, die Tochter eines Frankfurter Seidenhändlers, heiratete. Gemeinsam mit seinem Schwager Isaac Elias Reiß eröffnete er den Spezereiwarenhandel Cassel & Reiß in der Frankfurter Judengasse, die er 1838 um seinerzeit kostbare Färbemittel erweiterte und aus dem unter seiner und der Leitung Ludwig Ahron Gans, der seit 1822 Teilhaber und nach dem Tod Cassellas und dem Ausscheiden dessen Witwe aus dem Unternehmen alleiniger Inhaber war, das Frankfurter Handelshaus “Leopold Cassella & Co.”, die Mutterfirma der Cassella AG. hervorging. 1870 gründete Leo Gans in Fechenheim bei Frankfurt die "Frankfurter Anilinfabrik von Gans und Leonhardt", die unter der Leitung von Leo und Fritz Gans stand; 1879 wurde das Unternehmen in "Frankfurter Anilinfarbenfabrik Gans & Co" umbenannt. 1894 wurde Cassellas Firma mit der “Frankfurter Anilinfarbenfabrik” zur “Leopold Cassella & Co.” zusammengeführt und gedieh unter der Führung von Leo Gans, von Arthur von Weinberg und Carl von Weinberg. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem führenden Anbieter chemischer und pharmazeutischer Produkte. 1952 wurde der Unternehmensname in “Cassella Farbwerke Mainkur” geändert. 

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Frankfurt am Main, Jüdischer Friedhof (Rat-Beil-Str.)

Bilder: 18.07.2006

Herbert Werner Quandt

 

Deutscher Industrieller; der zweite Sohn des Industriellen Günther Quandt und Halbbruder von Harald Quandt mußte wegen eines Augenleiden im Alter von zehn Jahren bereits wieder aus der öffentlichen Schule genommen werden, erhielt Privatunterricht und anschließend in Berlin eine kaufmännisch-technische Ausbildung. Als sein älterer Bruder Helmut 1927 verstarb, nahm er dessen Stelle in dem Unternehmen des Vaters ein. 1940 trat er in den Vorstand der "Akkumulatoren-Fabrik AG Hagen und Hannover", der späteren “Varta AG”, ein. 1954, als Günther Quandt starb, übernahm er dessen Vorstandsvorsitz und teilte sich innerhalb des Konzerns die Leitung mit seinem Bruder Harald. 1960 trug er zur Sanierung der Bayerischer Motoren Werke (BMW) bei, indem er größere Aktienanteile des angeschlagenen Konzerns übernahm. Ab 1980 zog er sich aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens weitgehend zurück, nicht ohne zuvor das Konglomerat an Firmen neu geordnet zu haben.

Verheiratet war Herbert Quandt seit 1960 mit Johanna, née Bruhn, die Sekretärin im Frankfurter Vorstand des Batteriekonzerns Afa (Varta) war.

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Bilder: KN (25.07.2006)
Bilder: KN (25.07.2006)

Harald Quandt

 

Deutscher Industrieller; Sohn des Industriellen Günther Quandt und seiner Frau Maria Magdalena (née Behrendt, *1901, †1945), der späteren Frau des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels; Halbbruder von Herbert Quandt; wuchs nach der Scheidung seiner Eltern im Jahre 1929-) bei seiner Mutter auf. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der deutschen Luftwaffe und studierte, aus der Gefangenschaft entlassen, Maschinenbau in Hannover und in Stuttgart. Als nach dem Tod Günther Quandts sein Bruder und er je 50% des Vermögens erbten, konzentrierte er sich auf den Bereich Metall mit der Industriewerke Karlsruhe AG. Außer an dieser Stelle war er im Vorstand der Busch-Jäger AG, der Dürener Metallwerke AG und den Mauserwerken Oberndorf, zudem Aufsichtsratsvorsitzender bei der Firma Varta und Mitglied des Aufsichtsrats bei der Daimler-Benz AG. Harald Quandt kam beim Absturz seiner privaten Düsenmaschine ums Leben.

 
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Harald Quandt mit seiner Mutter Madga und deren zweiten Ehemann Joseph Goebbels, sowie seinen Stiefgeschwistern.  Bild: Bundesarchiv cc_somerightsreserved

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Bild: KN (25.07.2006)

Bad Homburg, Waldfriedhof

Günther Quandt

 

Deutscher Industrieller; Vater von Herbert und Harald Quandt. Der Nachkomme einer aus Holland stammenden calvinistisch orientierten Seilerfamilie, die sich Anfang des 18. Jahrhundert in Pritzwalk niedergelassen hatte, war zunächst Prokurist mehrerer Tuchwarenunternehmen. Anfang 1915 wurde er Leiter der Reichswolle AG und blieb auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Staatsdienst, zunächst bis 1922 als Referent im Reichswirtschaftsministerium und in der Reichsstelle für Textilwissenschaft. In den 1920er und 1930er Jahren erwarb er zahlreiche industrielle Beteiligungen und legte 1923 mit dem Erwerb der Aktienmehrheit an der Accumulatorenfabrik AG (AFA) die Grundlage für das erfolgreiche Wachstum der unternehmerischen Aktivitäten, auch in der Rüstungsindustrie, der Quandt-Familie. 1937 wurde er als Leiter rüstungswichtiger Betriebe von den Nationalsozialisten zum “Wehrwirtschaftsführer” ernannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches kam es nicht zu einer Anklage in den Nürnberger Prozessen wegen seiner Aktivitäten in Dritten Reich (u.a. wegen Beschäftigung von Zwangsarbeitern in seinen Werken unter unmenschlichen Bedingungen), da die notwendigen Unterlagen den US-amerikanischen Anklägern seitens der Briten nicht vorgelegt wurden. In einem Entnazifizierungsverfahren wurde er lediglich als “Mitläufer” eingestuft, so daß er auch in der jungen Bundesrepublik bald wieder entscheidenden Einfluß hatte und die im Familienbesitz quandt_magda_bdbdstehende "Aktiengesellschaft für Industriebeteiligungen" gründete.

Bundesarchiv cc_somerightsreserved

Günther Quandt war seit 1921 mit Maria Magdalena Behrendt (*1901, †1945) verheiratet, die er 1920 während einer Bahnfahrt kennengelernt hatte. Mit ihr hatte er den Sohn Harald. Sie fühlte sich neben dem umtriebigen Industriellen wie in einem goldenen Käfig und ließ sich 1929 von ihm scheiden. 1931 heiratete sie Joseph Goebbels, den späteren Reichspropagandaministers Hitlers. Günther Quandt starb während seines Urlaubsaufenthalts in Kairo.

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Hinweis: links das Grab Günther Quandts.

Bild: Claus Harmsen (stone & art, 07/2006)

Bad Homburg, Waldfriedhof

Bad Homburg, Waldfriedhof

Alois Ammerschläger

 

 

Deutscher Unternehmer; Sohn eines Arztes; gründete 1948 auf der Zeil, der Haupteinkaufsstraße in Frankfurt am Main ein Bekleidungshaus, aus dem das Modehaus Ammerschläger KG hervorging. Neben seiner Tätigkeit als Chef des Modeshauses Ammerschläger engagierte sich für den Wiederaufbau der Alten Oper und war zugleich Förderer des Frankfurter Sports. 1993 gründete er die Alois Ammerschläger Stiftung. Nach dem Tode des Gründers mußte das Modekaufhaus am 31.1.2002 wegen Überschuldung geschlossen werden. Damit verschwand das letzte familiengeführte Unternehmen auf der Zeil. Der Standort als ein Modezentrum blieb allerdings erhalten: Die R+V Versicherung, in deren Besitz das Gebäude übergegangen war, schloß 2002 mit Zara Deutschland GmbH als Hauptmieterin einen Vertrag, und nach einem Umbau und einer Fassademoderniserung wurde das Gebäude als Standort für Mode und Fitness der Firma Zara Ende 2005 wiedereröffnet.

Verheiratet war er seit 1988 mit Carola Ammerschläger (*1943, †2003), die er kennengelernt hatte, als in der Nähe des Modehauses eine Filiale der Firma Gold Kraemer leitete.

Auszeichnungen u.a.: Großes Bundesverdienstkreuz (1990), . Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main (1992, für sein soziales Engagement)

Inschrift: Nur was man aufgibt - ist verloren!

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Bilder: Dieter Georg (07/2012)

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Carl Tchilling-Hiryan  eigentl. Tchilinghiryan

 

 

Deutscher Kaufmann und Unternehmer armenischer Abstammung; handelte zunächst als Trockenfruchtspezialist mit Datteln, Feigen sowie dem sogenannten Studentenfutter, bevor er gemeinsam mit Max Herz 1949 mit jeweiliger Einlage der beiden Partner von 20.000 DM die Firma Frisch-Röst-Kaffee Carl Tchilling GmbH gründete aus der der heutige Tchibo-Konzern hervorging.

Als Tchilinghiryan wegen finanzieller Probleme mit seinem Trockenfruchtgeschäft in Schwierigkeiten geriet, erhielt er von Max Herz aus dem Kaffeegeschäft einen Kredit von 75.000 DM, der später durch die Abtretung von dessen Teilen an Tchibo getilgt wurde. Für einen Betrag von geschätzten 225.000 DM übernahm Herz schließlich das gesamte Unternehmen, das heute u.a. über Minderheitsbeteiligung an der Beiersdorf AG (seit 1974) und die Mehrheitsbeteiligung an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH (seit 1980) verfügt. Außerdem befindet sich das Unternehmen u.a. Blume 2000 seit 1989 mehrheitlich im Besitz der Participia-Holding, die zur Tchibo-Holding gehört - 2009 in die Familienholding Maxingvest AG der Familie Herz überführt .

Der Firmenname Tchibo leitet sich aus den beiden Anfangssilben des Namen des Gründerns Tchilinghiryan und dem Haupthandelsartikel Bohne her.

Inschrift: Ich dachte hin ich dachte her, um Glück für Dich zu werben nur an das eine dacht ich nicht, dass Du mir könntest sterben.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (12/2011)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Ernst Henrich Berling  Ernst Heinrich Berling

 

 

Dänischer Buchdrucker und Verleger deutscher Herkunft; erlernte in seiner Geburtsstadt den Beruf des Buchdruckers. 1731 kam er von Hamburg nach Kopenhagen, wo er anfangs als Geselle an einer Universitätsdruckerei tätig war. 1734 gründete er seine eigene Buchdruckerei, in der u.a. die erste dänische Ausgabe des Romans  Das Leben und die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe von Daniel Defoe gedruckt wurde, der 1719 in London erschienen war.

Nachdem Berling 1747 zum Hofbuchdrucker ernannt worden war, übertrug ihm die dänische Regierung die Führung über die einzige Schriftgießerei Dänemarks, und ein Jahr später erhielt er die Genehmigung, Zeitungen in deutscher, dänischer sowie französischer Schrift herauszugeben. Am 3.1.1749 erschien die Erstausgabe der Kjøbenhavnske Danske Post-Tidender, die später dem Gründer zu Ehren in Berlingske Tidende und 2011 in Berlingske umbenannt wurde; sie ist die heute noch erscheinende älteste Zeitung des Königreichs Dänemark.

Seite 1 der am 1. Januar 1749 erschienenen Erstausgabe

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Bilder: Finn Halling Larsen (09/2015)

Kopenhagen, St.-Petri-Kirche (im Kräutergarten)

Bilder: Parsifal von Pallandt (03/2017)
Unternehmer/ Manager  XXVII

Omnibus salutem!