Jürgen Moll

 

 

Deutscher Fußballspieler; kurz vor Kriegsende 1945 flohen seine Eltern mit ihm nach Braunschweig. Dort spielte er bis 1954 beim MTV Braunschweig, wechselte dann zum SC Leu Braunschweig, wo er durch besondere Leistungen auffiel: Er schoß in der Saison 1955/56 94 Tore und in der folgenden Saison 45 Tore in der Schülermannschaft. Daraufhin wechselte er 1957 zu Eintracht Braunschweig, konnte dort aber erst im Januar 1958 - nach seiner Freigabe durch den vorherigen Klub - sein Debüt in der Amateurmannschaft des BTSV Eintracht bestreiten, wo er sich mit twei Toren gleich bei seinem ersten Einsatz bestens empfahl. Noch im selben Jahr setzte ihn die Eintracht für Spiele in der Oberliga Nord ein (da es die Bundesliga noch nicht gab, war die Oberliga damals die höchste Spielklasse im deutschen Fußball). Zwischen 1963 und 1968 absolvierte er auf verschiedenen Positionen, u.a. im Sturm und in der Verteidigung, in der neugegründeten Bundesliga für die Eintracht 162 Spiele und schoß dabei 28 Tore. Mit seinem ersten Bundesligator beim 1:0 gegen Preußen Münster entschied er zugleich das erste Bundesliga-Heimspiel für die Eintracht. Insgesamt bestritt Moll von 1958 bis 1968 für die Braunschweiger 278 Punktspiele. Mit seinen 101 Toren steht Moll auf den Platz 2 der ewigen Vereinsbestenliste.

Moll und seine Frau, Schauspielerin Sigrid Mollwitz, kamen auf tragische Weise ums Leben: Sie starben, als ihr Auto auf der Heimfahrt aus dem Urlaub bei Schneeglätte in der Nähe von Evendorf (Niedersachsen) von der Autobahn abkam.

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Bild: Claus Harmsen (stones & art, 04/2015)

Braunschweig, Hauptfriedhof

Franz Jacobi

 

 

Deutscher Fußballfunktionär; von Haus aus Hüttenbeamter in der Dortmunder Stahlindustrie, war Jacobi am 19.12.1909 mit 17 Freunden Mitgründer und zunächst Kassierer und Geschäftsführer von Borussia Dortmund, von 1910 bis 1923 dann Vorsitzender des Vereins. Danach war er Ehrenvorsitzender und bis in die 1960er Jahre in beratender Funktion für den Verein aktiv. Aus Jacobis Feder stammt die erste Vereinssatzung des BVB.

2015 wurde der Öffentlichkeit eine Filmdokumentation mit dem Titel Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB vorgestellt wurde, der über Gründungsphase der Dortmunder Borussia berichtet.

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Hinweis: Jacobi war zunächst dem Friedhof von Salzgitter-Lebenstedt beigesetzt worden. Im Juli 2013 wurde er auf dem Südfriedhof in Dortmund umgebettet.

Dortmund, Südfriedhof

Bilder: Peter R. Seeber (04/2015)

Anton “ToniBabl

 

 

Deutscher Motorradrennfahrer; beteiligte sich in den frühen 1930er Jahren vor allem an Bergrennen, wie z B. am Gaisberg 1932, am Kesselberg und am Klausenpass 1934. Im Jahr 1936 gewann Babl, der in den 1930er Jahren einer der bekanntesten Seitenwagen-Rennfahrer Deutschlands war, mit seinem Beifahrer Julius Beer den Großen Preis der Schweiz in der Beiwagenklasse bis 600 ccm.

Toni Babl und sein Beifahrer Julius Beer kamen beim Training zum Internationalen Eifelrennen 1936 am Nürburgring von der Piste ab. Das DKW-Gespann überschlug sich mehrfach. Während Beer den Unfall überlebte, wurde Babl so schwer verletzt, daß er an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas, nachdem er von Adenau in in der Hoffnung ihm dort besser helfen zu können, in die Uniklinik nach Bonn verlegt worden war, starb.

Dieser schwere Unfall - einer in einer Reihe von mehreren - führte dazu, daß 1938 alle Gespannrennen in Deutschland verboten wurden, auf den großen Rennstrecken im Ausland wurden sie sogar ganz verboten. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden wieder solche Rennen statt.

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Bilder: Matthias Bauer (04/2015).

Miesbach, Waldfriedhof

Hubert Houben

 

 

Deutscher Leichtathlet; war Angestellter in einer Bank, verbrachte seine Freizeit jedoch mit Sport, vor allem mit Leichtathletik. Erstmals 1922 fiel er mit einer hervorragenden Leistung bei einer Leichtathletikveranstaltung in Leipzig auf, wo er Bestzeit lief, der weitere Erfolge folgten, z.B. bei einem internationalen, sogenannten Abendsportfest in Berlin. Houber schlug am 6.8.1924 den Inhaber des 100-Meter-Weltrekordes, den US-Sprinter Charles Paddock, sowie Loren Murchison, den späteren Olympiasechster des Jahres 1924 im 100-Meter-Lauf. Im gleichen Jahr gewann er den 220-Yards-Lauf bei den offenen englischen Meisterschaften, und in Kopenhagen verbesserte er den 100-Yards-Weltrekord auf 9,5 s und galt seitdem als schnellster Läufer der Welt. An den Olympischen Spielen von Paris im Jahre 1924 war ihm wie allen Deutschen die Teilnahme wegen der Ressentiments aufgrund des Ersten Weltkrieges verwehrt. Bei den nächsten Spielen, der IX. Olympiade, die von Mai bis August 1928 in Amsterdam stattfand, gewann er gemeinsam mit Georg Lammers, Richard Corts und Helmut Körnig 4-mal-100-Meter-Staffel eine Silbermedaille und dabei mit 40,7 Sek. einen Weltrekord lief.

Houben war dreizehnmal Westdeutscher Meister, neunmal Deutscher Meister, zweimal englischer Meister.

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Krefeld, Hauptfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (05/2015)

Alphonse Halimi

 

 

Französischer Boxer algerischer Herkunft; jüngstes von dreizehn Kindern eines jüdischen Postbeamten, von denen nur sechs das Erwachsenenalter erreichten; von zu Hause weggerannt, nahm den 12-Jährigen ein Schneider unter seine Fittiche und beschäftigte ihn in seiner Werkstatt. Nachdem er immer wieder in Händel in den Straßen von Algier verstrickt worden war, riet ihm sein Mentor, in der Turnhalle des Mouloudia Club d'Alger, einem jüdischen Sportklub, zu trainieren. Beeindruckt von dem Profi-Boxer und Weltmeister im Mittelgewicht Marcel Cerdan (*1916, †1949), entschloß Halimi sich, selber eine Boxkarriere einzuschlagen. Nachdem er bereits mehr als 100 Kämpfe absolviert hatte, wurde er entdeckt und von einem Trainer aufgefordert, seine Karriere in Frankreich fortzusetzen. Dort wurde er französischer Amateur-Champion im Bantamgewicht in den Jahren 1953, 1954 und 1955. Im Jahre 1955 wurde er Meister der Mittelmeerspiele und wandte sich dem professionellen Boxsport zu. Gleich seinen ersten Kampf gewann er mit einem KO in der 1. Runde gegen den Franzosen Georges Lafage; auch in den folgenden 17 fights siegte er, so daß er in die ersten Positionen auf der Weltrangliste für das Bantamgewicht rutschte. Am 1.4.1957 wurde Halimi im Vélodrome d'hiver in Paris Weltmeister im Bantamgewicht durch den Sieg über der italienischen Titelverteidiger, den taubstummen Boxer Mario d'Agata - nach 15 Runden einstimmig nach Punkten. Am 4.6.1957 hatte er einen Kampf gegen Jimmy Carson; bei dem es sich zwar nicht um einen Titelkampf handelte, aber Halimi verlor dem Kampf durch ein Technisches KO, was zugleich seine erste Niederlage als Profi markierte. Im Memorial-Colosseum in Los Angeles verlor er gegen den stärkeren Mexikaner Jose Becerra am 8.7.1959 den Weltmeistertitel wieder, konnte ihn auch in der Revanche am 4.1.1960 nicht wiedergewinnen. Erst am 25.10.1960 wurde er mit einem Punktsieg nach 15 Runden über den Nordiren Freddie Gilroy wieder Bantamgewichts-Weltmeister; aber der Triumph währte nicht lange: Bei der Titelverteidigung, die am 30.3.1961 in Wembley stattfand, mußte Alphonse Halimi den Weltmeistertitel an den Nordiren Johnny Caldwell abgeben. Auch im zweiten Kampf gegen den Iren, den dieser nach 15 Runden nach Punkten für sich bestritt, konnte Halimi den Titel nicht zurückgewinnen. Am 26.6.1962 gewann Alphonse Halimi in Tel Aviv in der ersten Profi-Boxveranstaltung, die in Israel stattfand, mit einem Punktsieg über den Italiener Piero Rollo den EBU-Europameistertitel, verlor diesen Titel aber bereits am 28.10.1962 in Cagliari gegen denselben Boxer . Es folgten über zwei Jahre weitere Kämpfe mit wechselndem Ausgang; seinen letzten Kampf bestritt Alphonse Halimi gegen den Kolumbianer Victor Cano in Bogotà am 27.11.1964 und verlor ihn.

Noch während seiner Laufbahn als Profi zog Alphonse Halimi nach Vincennes und betrieb dort eine Bar "Castle Avenue". Als es ihm nach seiner Boxerlaufbahn wirtschaftlich nicht mehr gut ging, erhielt er vom französischen National Institut of Sport INSEP eine Anstellung als Box- bzw. Schwimmtrainer. In seinen letzten Lebensjahren, die von Armut geprägt waren, litt er an der Alzheimer-Krankheit.

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Pantin, Cimetière parisien de Pantin

Bilder: Herbert Herterich (05/2015)

Karl Maria Herrligkoffer

 

 

Deutscher Arzt und Bergsteiger; Sohn eines Eisenbahners; jüngerer Halbbruder Willy Merkls; studierte ab 1935 Medizin an der Universität in München und arbeitete ab 1940 als Assistenzarzt, bevor er 1943 eingezogen wurde, jedoch wegen einer Herzmuskelschwäche nicht an der Front, sondern im Polizeikrankenhaus zum Einsatz kam. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als praktischer Arzt, ab 1948 in seiner eigenen Praxis in München. Parallel zu seiner Tätigkeit als Arzt studierte er zehn Semester Psychologie. 1953 organisierte Herrligkoffer - nicht ganz ohne Widerstand seitens der Fachleute (Spiegel 50/1952) -- im Rahmen der Willy Merkl-Gedächtnisexpedition seine erste Expedition nach Pakistan zum 8.125 m hoch aufragenden Nanga Parbat, dem “Schicksalsberg der Deutschen”, an dem sein Halbbruder Willy, der Bergsteiger Alfred Drexel und sechs Sherpas 1934 ihr Leben verloren. Im Rahmen dieser Expedition gelang Hermann Buhl am 3. Juli 1953 die Erstbesteigung dieses Berges. Bis 1986 organisierte Herrligkoffer als Expeditionsleiter zahlreiche weitere Expeditionen von Besteigungen von Achttausendern im Himalaya und Karakorum, darunter 1962 auch die erste Besteigung über die Diamirflanke (Westwand des Nanga Parbat sowie 1970 die dritte, 4.500 m nach Süden abfallende Wand des Nanga Parbat im Rahmen der Siegi-Löw-Gedächtnisexpedition (Siegfried Löw war 1970 bei der Besteigung der Westwand ums Leben gekommen) In den 1970er Jahren war er in der Arktis unterwegs; 1978 leitete er eine Expedition zum Mount Everest, bei der sieben Bergsteiger, darunter die Deutschen Hillmaier, Engl und Mack, den Gipfel erreichten, und letztmalige leitete er 1986 anläßlich seines 70. Geburtstag noch einmal persönlich eine Expedition in das Karakorum-Gebirge zum K2.

1936 gab er die Aufzeichnungen seines Halbbruders unter dem Titel Ein Weg zum Nanga Parbat heraus.

2010 war die Siegi-Löw-Gedächtnisexpedition zum Nanga Parbat im Jahr 1970, bei der Reinhold Messners Bruder Günther ums Leben kam, Thema des Spielfilms Nanga Parbat von Joseph Vilsmaier.

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Bilder: Bern Schwibbe (07/2015)

Rottach-Egern, Alter Friedhof

Gerhard Mayer-Vorfelder

 

 

Deutscher Sportfunktionär und Politiker (CDU); Sohn eines badischen Oberregierungsrats, der 1935 seinen Familiennamen um den Namensteil Vorfelder, den Geburtsnamen seiner Großmutter, erweiterte, um Mißverständnisse durch Namengleichheit zu vermeiden. Mayer-Vorfelder begann seine politische Karriere als persönlicher Referent des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger und wurde 1976 politischer Staatssekretär im Staatsministerium. Von 1976 bis 1978 war Mayer-Vorfelder, der von 1980 bis 2001 als Vertreter seines Wahlkreis Stuttgart II als Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg saß, Staatssekretär mit Kabinettsrang im Finanzministerium. 1980 wurde er als Nachfolger des ins Innenministerium gewechselten Roman Herzog baden-württembergischer Minister für Kultus und Sport; dieses Amt hatte er bis zu Späths Rücktritt im Jahr 1991 inne. Unter Ministerpräsident Erwin Teufel übernahm er 1991 das Finanzministerium in Stuttgart, in dem ihm 1998 Gerhard Stratthaus nachfolgte.

Bundesweit bekannt aber wurde Gerhard Mayer-Vorfelder durch seine Aktivitäten als Sportfunktionär. Neben seinen politischen Ämtern war er bereits seit 1975 Präsident beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Ab 2001 (bis 2006) fungierte er als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Seit 2000 war er Mitglied des UEFA- und seit 2002 des FIFA-Exekutivkomitees.

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Bilder: Markus Herrmann (09/2015)

Stuttgart, Hauptfriedhof

Carl Paul Albert

 

Deutscher Radrennfahrer; Sohn von Heinrich Albert; begann seine Radsportkarriere 1897 als Mitglied des Radsportbezirks Nassau, wurde bereits im August des Folgejahres in der Disziplin Sprint Weltmeister der Amateure und im selben Jahr deutscher Meister und gewann 1898 und 1899 in der “Meisterschaft von Hannover“ und auch die englische Meisterschaft über die Distanz von 880 Ellen (ca. 1.000 Meter). Seine aussichtsreiche Karriere endete abrupt, nachdem ihm sein Vater die Teilnahme an weiteren Konkurrenzen teilzunehmen, verboten hatte; Paul Albert setzte daraufhin sein Studium des Maschinenbaus am Polytechnikum in Berlin fort und schloß es im Dezember 1902 ab. Aber er wandte sich jetzt dem Automobilsport zu. Er verunglückte, als er mit seinem Mercedes Simplex Rennwagen, den sein Monteur Georg Saaler steuerte, am 15.5.1903 am frühem Morgen gegen 5 Uhr auf dem Weg zu einer Automobil-Fernfahrt ”Paris-Madrid“ nach Paris war, auf der sogenannten Steig zwischen Wackernheim und Nieder-Ingelheim; er zog sich schwere Verletzungen zu, denen er im Nieder-Ingelheimer Ludwigsstift erlag, während Saaler trotz seiner ebenfalls schweren Verletzungen das Unglück überlebte.

Sein Tod löste in den damaligen Zeitungen Spekulationen aus, da nach dem Unfall festgestellt worden war, daß von den 100.000 Mark, die sein Vater ihm für den Erwerb des Rennwagens gegeben hatte. die nach dem Kauf des Wagens übrbrig gebliebenen 40.000 Mark, die er in französische Francs umgetauscht hatte, verschwunden waren und die untersuchende Staatsanwaltschaft Nachforschungen einleitete.

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Wiesbaden, Nordfriedhof

Bilder: KN (02.06.2007)

Walter Zeman

 

 

Österreichischer Fußballspieler; wechselte 1942 vom Favoritner Fußballklub SV Wienerberger, wo er seine Karrire begonnen hatte, zum ebenfalls in Favoriten angesiedelten Erstligaklub FC Wien. und 1945 als Torwärter zum Hütteldorfer Spitzenverein SK Rapid Wien. Im selben Jahr stand er bei den ersten Spiel der nach dem Krieg wiedergegründeten österreichischen Fußballnationalmannschaft im Tor gegen Frankreich, wobei die Mannschaft aus Österreich das Spiel mit 4:1 für sich entschied. 1950 gewann er mit der Mannschaft in Glasgow gegen die Schotten 1:0. Im selben Jahr wurde er als erster Fußballspieler als “Sportler des Jahres” ausgezeichnet. Am 23.4.1953 besiegte die Mannschaft der Alpen-Republik in Budapest die legendäre “Goldene Elf” der Ungarn mit Ferenc Puskás, und noch im selben Jahr wurde der “Tiger”, wie Zeman wegen seiner geradezu leichtathletischen Wendigkeit genannt wurde, in die Weltauswahl berufen, die im Oktober 1953 im Londoner Wembley-Stadion anläßlich des 90-jährigen Jubiläums des englischen Fußballverbandes gegen England spielte und dort ein Ergebnis von 4:4 erreichte. In der Heimat gewann Zeman mit Rapid Wien gewann er achtmal die österreichische Meisterschaft, kam im Europapokal der Landesmeister bis in das Halbfinale und gewann 1951 den Zentropapokal, eine Neuauauflage des Mitropacups. Insgesamt kam er bis 1961 auf 235 Ligaspiele für Rapid. In der Saison 1961/62 spielte er zehnmal für den Salzburger AK 1914 in der österreichischen Staatsliga. Nach dem Abstieg der Salzburger beendete Walter Zeman, der als einer der besten Torleute in der Geschichte des österreichischen Fußballs gilt, 1962 seine Profikarriere.

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Bild: Heinz Knisch (08/2009)

Wien, Baumgartner Friedhof

Fritz Sdunek

Bild; Udo Grimberg

 

Deutscher Amateurboxer und Boxtrainer; begann seine Karriere als Boxer bei der BSG Lokomotive Greifswald, 1969 wechselte er zum SC Traktor Schwerin, für den er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahre 1972 als Boxer in den Ring stieg, wobei sein größter Erfolg - er absolvierte insgesamt 129 Kämpfen mit 99 Siegen - die Erlangung des Titel eines Studentenmeisters der DDR war. Danach blieb er bei seinem Verein, arbeitete jetzt aber für diesen als Trainer noch bis 1989. In dieser Zeit trainierte er u.a. Andreas Zülow, der 1988 ibei den XXIV. Olympischen Sommerspiele in Seoul Sieger in der Disziplin Leichtgewicht wurde. Sdunek, der an der an der Deutschen Hochschule für Körperkultur 1979 seinen Abschluß als Diplom-Sportlehrer absolviert hatte, war zudem über mehrere Jahre hinweg Assistent des DDR-Auswahltrainers Günter Debert. 1988 erhielt er in der DDR für seine Leistungen als Trainer den Orden Banner der Arbeit (Stufe I). Nach der “Wende” wechselte er 1993 als Trainer zu TSV Bayer Leverkusen, wo er u.a. Dariusz Michalczewski betreute und mit ihm 1991 in Göteborg Amateureuropameister wurde. Außerdem war er während seiner Zeit in Leverkusen 1991 und 1992 Trainer der niederländischen Nationalmannschaft. Unter seiner Führung gewann Arnold Vanderlyde die Silbermedaille im Schwergewicht bei den Amateurweltmeisterschaften 1991 in Sydney. 1993 bis 1994 war er außerdem Bundestrainer beim Deutscher Boxsport-Verband (DABV).

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Bild: Matthias Röhe (12/2015)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Bild: Udo Grimberg (05/2016)

Johannes HannesLöhr

 

 

Deutscher Fußballspieler und - trainer; begann seine Fußballkarriere im Juli 1948 in der Jugendabteilung von SV 09 Eitorf. und spielte dann zunächst f+r die SportFreunde Saarbrücken. Von 1964 bis 1978 spielte er als Stürmer in Bundesliga und schoß 381 Tore; für seinen Verein, den 1. FC Köln, erzielte er 166 Tore. Löhr gewann mit dem 1. FC Köln 1978 die Deutsche Meisterschaft und in den Jahren 1968, 1977 und 1978 den DFB-Pokal, gehörte im wohl berühmtesten DFB-Pokalspiel allerdings zu den Verlierern, als sein Klub 1973 Borussia Mönchengladbach 1:2 unterlag und Günter Netzer in seinem letzten Spiel für die Borussia den Siegtreffer erzielte. 1967 holte ihn Helmut Schön in die Nationalmannschaft, mit der er 20 Spiele absolvierte und der Löhr, "De Nas", bis 1970 angehören wird. Im WM-Viertelfinale 1970 in Mexiko gewann er mit der Mannschaft gegen das englische Team, das als Titelverteidiger einer der Favoriten für die WM war, im Viertelfinal nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 in der Verlängerung und verlor im Halbfinale gegen Italien, in den sogenannten Jahrhundertspiel, 3;4. Nachdem er seine aktive Karriere beendet hatte, war Löhr bis 1986 Trainer und Manager in Köln, bevor er zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechselte und dort u.a. für die U21-Auswahl zuständig war. 1988 betreute er die deutsche Auswahl bei den Olympischen Spielen in Seoul und gewann mit den Neulingen Jürgen Klinsmann und Thomas Häßler die Bronzemedaille.

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Köln-Junkersdorf, Friedhof

Bilder: Ulrich Farwick (07/2017)
Sportler XVI

Omnibus salutem!