

Deutscher Journalist; der Sohn eines Juweliers aus Frankurt am Main studierte Geschichte, Philosophie und Politische Wissenschaften, kam nach mehrjähriger journalistischer Tätigkeit für diverse Zeitungen zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) und arbeitete seit 1964 als Korrespondent der ARD im Bonner Studio des WDR. 1973 wurde er stellvertretender Studioleiter in Bonn und übernahm im September 1985 von seinem Vorgänger Friedrich Nowottny die Leitung des WDR-Studios Bonn. Der Journalist mit einer markanten Stimme und kurzgeschnittenen Haaren galt als unerschrocken: als er den SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner in einem Interview auf eine Frage Luegs nur "Sie wissen nichts und ich weiß auch nichts" antwortete und ihn mit “Herr Lüg” titulierte, redete er Wehner schlagfertig mit "Herr Wöhner" an.


Sog. Lindenwirtin; die besonders unter Studenten berühmte Wirtin übernahm nach dem Tode ihres Vaters im Alter von 18 Jahren den “Gasthof zum Godesberg” ihres Vaters Wilhelm Schumacher, obwohl sie lieber Lehrerin geworden wäre. Ihre liebenswürdige Art, gepaart mit rheinischem Frohsinn und einer ausgeprägten Musikalität, machten den Gasthof bald zu einem beliebten Treffpunkt für Studenten. Ihren Beinamen “Lindenwirtin” verdankt sie dem damals bekannten, von Rudolf Baumbach im Jahre 1877 verfaßten Studentenlied, “Keinen Tropfen im Becher mehr”, in dem eine namenlose “Lindenwirtin” auftritt (wobei die nachfolgend zweite Strophe - eigentlich die siebente) später hinzugefügt wurde):
Keinen Tropfen im Becher mehr,
Und der Beutel schlaff und leer,
Lechzend Herz und Zunge,
Angetan hat’s mir der Wein,
Deiner Äuglein heller Schein.
Lindenwirtin, du Junge!
Wißt ihr, wer die Wirtin war,
Schwarz das Auge, schwarz das Haar?
Ännchen war’s, die Feine.
Wißt ihr, wo die Linde stand,
Jedem Burschen wohlbekannt?
Zu Godesberg am Rheine.
Aufgrund dieses, mittlerweile auf ihre Person bezogenen bekannten Liedes nannte sie 1891 ihr Gasthaus in “Zur Lindenwirtin” um, das sie bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges führte. 1903 veröffentlichte sie unter dem Titel Kleines Kommerzbuch, das in einer späteren Ausgabe den Zusatz Ännchens Liederbuch im Titel führte, eine Sammlung von Studentenlieder. Ihre Popularität war so groß, daß sie anläßlich ihres 75. Geburtstags 5.000 Glückwunschkarten aus aller Welt erhielt.
Das Gasthaus existiert noch heute (“Zur Lindenwirtin Aennchen” am Aennchenplatz 2 in Bonn).
Bonn-Bad Godesberg, Burgfriedhof


München, Alter Südlicher Friedhof

Britische Frauenrechtlerin (Soufragette); die Tochter aus radikal-demokratischem Elternhaus besuchte ab 1873 die École Normale in Paris. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat im Jahre 1879 heiratete sie den 20 Jahre älteren Rechtsanwalt Richard Marsden Pankhurst, der sie in ihrem Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen unterstützte. 1889 gründete sie die Women’s Franchise League und 1903 zusammen mit ihrer Tochter Christabel die Women’s Social and Political Union (Soziale und Politische Frauenunion), die bis 1914 die radikalste Organisation der Frauenwahlrechtsbewegung war. Emmeline Pankhurst, die selbst immer militanter wurde. war zwischen 1908 und 1913 mehrmals u.a. wegen Störung der öffentlichen Ordnung inhaftiert; wegen eines Bombenanschlags auf das Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George
wurde sie am 3.4.1913 zu drei Jahren Haft verurteilt. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 stellten die Suffragetten ihre Frauenwahlrechtskampagne ein und wandelten sich in eine militärisch-nationalistische Organisation um. Emmeline Pankhurst starb kurz nachdem die britischen Frauen das volle Wahlrecht erhalten hatten.
Verhaftung 1914
Ferdinand von Miller (seit 1875)

Deutscher Erzgießer; entstammte einer oberbayerischen Familie aus Aichach; Vater von Ferdinand und Oskar von Miller; arbeitete zunächst unter seinem Onkel als Hilfsarbeiter in der Königlichen Erzgießerei, besuchte dann die Akademie der Bildenden Künste München und die Kunstakademie in Paris. Als er von Alexander von Humboldt, der sich damals dort aufhielt, hörte, daß in München geplant sei, eine überlebensgroße Figur, die Bavaria, die Ludwig Schwanthaler entworfen hatte, zu gießen, kehrte nach München zurück,
übernahm die Königliche Erzgießerei in Nachfolge seines Onkels als Erster Inspektor, wurde 1844 deren Direktor und widmete sich 15 Jahre lang diesem Projekt, das nach 15 Jahren realisiert wurde. Die Bavaria wurde schließlich 1850 auf dem Gelände des Oktoberfestes feierlich enthüllt. 1878 erwarb von Miller, der 1863 auf einem Auge als Folge einer Netzhautablösung erblindete, die Erzgießerei vom bayerischen Staat, aus der im Laufe der Zeit über 175 große Gußwerke hervorgingen, neben der Bavaria u.a. das 1857 geschaffene Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar.

Miller vor dem Kopf der Bavaria

Ruhmehalle mit Bavaria auf der Theresienhöhe in München (pinxit Rudolf Epp, ca. 1900

Bild nach der Verhaftung
US-amerikanischer Attentäter; gilt als Mörder des US-Präsidenten John F. Kennedy während dessen und seiner Frau Jacquelines Aufenthaltes in Dallas. In seinen stundenlangen Verhören unmittelbar nach seiner Verhaftung bestritt er allerdings immer wieder, die Tat begangen zu haben, behauptete sogar, als Sündenbock herhalten zu müssen (“I'm just a patsy!"). Zwei Tage nach seiner Verhaftung - noch bevor Anklage gegen ihn erhoben werden konnte - wurde er seinerseits Opfer eines Mordanschlages: der Nachtclub-Besitzer Jack Ruby erschoß Oswald um 1130 Uhr bei einer Überführung in das Staatsgefängnis von Dallas vor laufenden Kameras inmitten eine großen Ansammlung von Polizisten und
Journalisten. Die Umstände des Mordes sowie die Tatsache, daß Oswald keinen Beitrag zur Aufklärung des Attentats an Kennedy mehr leisten konnte, hat in der Folgezeit und bis auf den heutigen Tag zu zahlreichen Spekulationen geführt. 1981 wurde Oswald exhumierte, weil es Zweifel an der Identität gab; es war der Verdacht aufgekommen, an Oswalds Stelle sei ein anderer Mann begraben worden - ein Verdacht, der sich nicht bestätigte.
Privatphoto Oswalds vom 31.3.1963, aufgenommen im Hinterhof seines Hauses in Dallas.
Fort Worth, Shannon Rose Hill Memory Park



Franz Jägerstätter eigentl. Franz Huber
Österreichischer Kriegsdienstverweigerer; lehnte nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 das ihm angetragene Amt des Bürgermeisters ab und stimmte als einziger bei der Volksabstimmung gegen den Anschluß. Als er im Sommer 1940 zur Wehrmacht einberufen werden sollte, konnte er der Einberufung durch Intervention des Ortsbürgermeister entgehen. Einer weiteren Einberufung konnte er dadurch zunaächst entgehen, als er in den Dritten Orden des heiligen Franziskus eintrat und von diesem als unabkömmlich eingestuft wurde; zudem erklärte öffentlich, daß der Dienst mit der Waffe seiner Überzeugung als gläubiger Christ widerspräche. Als Jägerstätter im Februar 1943 eine erneute Einberufung zur Wehrmacht nach Enns erhielt, erschien er dort weisungsgemäß, wurde jedoch noch einer erneuten Verweigerung inhaftiert, nach Berlin-Tegel überführt, wegen Wehrkraftzersetzung vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Bekannt wurde Jägerstätter u.a. durch die Verfilmung Der Fall Jägerstätter von Axel Corti mit Kurt Weinzierl in der Hauptrolle. Jägerstätter wurde im Oktober 2007 von der katholischen Kirche selig gesprochen.
St. Radegund (Oberösterreich)
London, Brompton Cemetery


Bonn-Bad Godesberg, Burgfriedhof

Omnibus salutem!