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Walther Kiaulehn

 

 

Deutscher Schriftsteller und Journalist; arbeitete nach einer Ausbildung zum Elektromonteur ab 1924 als Journalist zunächst beim Berliner Abendblatt, dann von 1930 bis 1933 bei der B.Z. am Mittag. Seine Behauptung, er sei nach der “Machtübernahme” durch die Nationalsozialisten von Repressionen ausgesetzt gewesen und 1935 sogar in Haft genommen worden, lassen sich nicht belegen; angeblich soll auch seine 1932 bei Rowohlt in Berlin erschienenes Werk Lehnaus Trostfibel und Gelächterbuch Feuilletons. 1933 von den Nationalsozialisten verboten und beschlagnahmt worden sein; auf jeden Fall war Kiaulehn Mitglied der Reichskulturkammer und arbeitete ab Ende der 1930er Jahre gelegentlich als Wochenschausprecher und Sprecher in NS-Kulturfilmen. Während des Zweiten Weltkrieges war er eingezogen und war Mitglied einer Propagandaeinheit, und arbeitete in den von der deutschen Wehrmacht besetzten Ländern an der illustrierten Zeitschrift Signal mit, die dort verbreitet wurde. 1943 wurde Kiaulehn, der Angehöriger der Waffen-SS war, uk (unabkömmlich) gestellt und vom Propagandaministerium für Drehbucharbeiten zu NS-Kulturfilmen herangezogen. Das Kriegsende erlebte er in Berlin. Nach dem Ende des Dritten Reiches arbeitete er zuerst als Schauspieler und als Kabarettist; so spielte er u.a. an der “Kleinen Komödie” und im Volkstheater, wirkte dann 1946 in einem Programm des Kabaretts “Die Schaubude” mit, das er auch gleichzeitig conferierte und bestritt gemeinsam mit Werner Finck und Hellmuth Krüger Das Schmunzelcolleg, und er trat gelegentlich im Nachkriegsdeutschland in Spielfilmen in Erscheinung. Seine Versuche, bei der Neuen Zeitung wieder journalistisch Fuß zu fassen, scheiterten, obwohl er Erich Kästner sich für ihn verwandte, zunächst am Widerstand von Hans Habe (*1911, †1977) und führten erst nach Habes Ablösung zum Erfolg. Anfang der 1950er Jahre wurde er Feuilletonchef beim Münchner Merkur, wo er bis zu seinem Tod 1968 als leitender Redakteur und Theaterkritiker arbeitete. Kiaulehns in seiner Artikeln verwendetes Kürzel war “Lehnau”.

Werke u.a.: Die eisernen Engel. Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen von der Antike bis zur Goethezeit (1935), Lesebuch für Lächler (1938), Berlin. Schicksal einer Weltstadt (1958), Mein Freund, der Verleger. Ernst Rowohlt und seine Zeit (1967).

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München, Nordfriedhof

Franz Karl Ginzkey

 

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Österreichischer Schriftsteller; war bis 1897 Berufsoffizier in der österreichischen Armee, anschließend bis 1914 Beamter am Militärgeographischen Institut in Wien, sodann im Kriegsarchiv tätig. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1920 war er als freier Schriftsteller tätig. Zu jener Zeit verfaßte er u.a. Werke, die seine starke ginzkey_haitschVerbundenheit mit Salzburg und dem Salzburger Land widerspiegeln, u.a. Salzburg und das Salzkammergut (1934) oder Das Antlitz Salzburgs (1933). Bekannt wurde er aber v.a. durch sein 1904 erschienenes Kinderbuch Hatschi Bratschis Luftballon. , das bis in die jüngste Zeit immer wieder Neuauflagen erfuhr.

Ausgabe von 1922 im Rikola Verlag

Während der Zeit des Austrofaschismus war er von 1934 bis 1938 Mitglied des Staatsrats; nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 sympathisierte er mit den Machthabern des Nationalsozialismus, arrangierte sich mit der neuen Macht in Österreich, ein Verhalten, für das er nach dem ende des Zweiten Weltkrieges heftig kritisert wurde, Dennoch wurde er Mitte der 1950er Jahre mehrfach ausgezeichnet. Ginzkey, den neuromantischen Lyrikern und Novellisten zugerechnet, war in den 1920er Jahren u.a. mit Max Mell und Stefan Zweig und Carl Zuckmayer befreundet. Er war an der Gründung der Salzburger Festspiele beteiligt, deren Kuratorium er eine lange Zeit angehörte.

Werke u.a.: Der von der Vogelweide (1912), Der Gaukler von Bollogna (1916), Florians wundersame Reise über die Tapete (1931), Prinz Tunora (1934).

Auszeichnungen u.a.: Großer Österreichischer Staatspreis, Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (beide 1957).

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Wien, Zentralfriedhof

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Wien, Zentralfriedhof

Maximilian Mell

 

 

Österreichischer Dichter; kam 1886 mit seinem Vater, einem Juristen, der dort die Leitung eines Blindenheim übernommen hatte, nach Wien. Nach Absolvierung eines humanistischen Gymnasiums studierte er an der Universität Wien Germanistik und Kunstgeschichte. Bereits während des Studiums, das er 1905 mit einer Dissertation über Wilhelm Waiblinger abschloß, veröffentlichte er erste Gedichte. Mell, der u.a. mit Hans Carossa, Hugo von Hofmannsthal und Anton Wildgans befreundet war, kam 1916 als Einjährigfreiwilliger zum Militär und 1917 an die Front in Galizien und der Bukowina. Die Kriegserlebnisse und der Verlust der vertrauten k.u.k Monarchie führten zu einer entscheidenden Wandlung vom ausgeprägtem Realismus zum Mystisch-Religiösen. Er wandte sich auf Anregung von Viktor von Geramb Fest- und Volksschauspielen zu. Eher “Großdeutsch” gesinnt, begrüßte er zunächst den “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich, war aber später eher ablehnend, publizierte jedoch nach dem Anschluß seine Werke auch in diversen NS-Anthologien. Ab 1945 zählte Mell zu den prominentesten Vertretern der katholischen Dichtung in Österreich.

Werke u.a.: Die drei Grazien des Traumes (1906), Jägerhaussage und andere Novellen (1910), Das Apostelspiel (1925), Das Nachfolge-Christi-Spiel (1927), Das Donauweibchen (1938), Adelbert Stifter (1939),

Auszeichnungen u.a.: Literaturpreis der Stadt Wien (1927), Grillparzerpreis (1929 und 1940), Mozart-Preis der Goethe-Stiftung (1937), 1952 Rosegger-Preis (1952), Österreichischer Staatspreis (1954), und 1957 Stiftermedaille (1957).

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Wien, Zentralfriedhof

Felix Braun

 

 

Österreichischer Schriftsteller; schrieb Lyrik, Romane (Agnes Altkirchner, 1927; 1957 unter dem Titel Herbst des Reiches), Erzählungen, Dramen, Essays. 

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Prinz Emil von Schönaich-Carolath-Schilden

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Deutscher Lyriker und Novellist; nach dem Besuch des Gymnasiums in Wiesbaden studierte er 1870/71 Literatur- und Kunstgeschichte in Zürich. Anschließend diente er als Leutnant bis 1874 in einem im elsässischen Colmar stationierten Dragonerregiment. Nach seiner Demission aus dem Militärdienst unternahm er Reisen u.a. nach Rom und Ägypten. 1887 heiratete er Katharina von Knorring und lebte auf seinen Schlössern in Haseldorf und Palsgaard in Dänemark. Gefördert wurde seine literarisches Interesse nicht nur durch die Familie, besonders seine Mutter, sondern auch durch den Kontakt seiner Familie zu dem ebenfalls aus Breslau stammenden Schriftsteller Karl von Holtei. Schönaich-Carolath, auch “Der Dichterprinz aus der Haseldorfer Marsch” genannt, wird der Neuromantik zugerechnet. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichte und Novellen. Späte Werke sind geprägt von religiösem Inhalt. Von Schoenaich-Carolath trat auch als Förderer anderer Schriftsteller in Erscheinung, so unterstützte er u.a. die Dichter Rainer Maria Rilke und Detlev von Liliencron.

Inschrift: Nimm Herr hin mein Lebensgut, zerbrich mir Ehre, Stolz und Mut, doch neig’ dich meinem Bangen. Vergönne, dass mein letzter Schrei ein dennoch. Herr dir glaub’ ich’s. Mehr will ich nicht verlangen.

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Haseldorf (Krs. Pinneberg), Friedhof der St. Gabriel Kirche

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Lalla (Graziella) Romano

 

Italienische Poetin, Schriftstellerin und Journalistin; entstammte einer bekannten piemontesischen Familie; sie studierte Literaturwissenschaften an der Universität von Turin bei den Professoren Ferdinando Neri und Lionello Venturi, die ihre Entwicklung fundamental beeinflußten. Zwischen 1925 und 1928 war sie häufiger Gast im Atelier des Malers John Guarlotti und unternahm zahlreiche Reisen nach Paris, und sie lernte Cesare Pavese kennen. Nach Abschluß des Studiums im Jahre 1928 arbeitete sie zunächst in der Bibliothek von Cuneo als Bibliothekarin und anschließend in Turin als Lehrerin für Kunstgeschichte. Während des Zweiten Weltkrieges war sie im Widerstand aktives Mitglied; Erfahrungen aus dieser Zeit flossen in ihre Werke ein. 1941 trat sie mit ersten Gedichten an die Öffentlichkeit. Nachdem der Gedichtsband Fiore 1941 bei Frassinelli veröffentlicht worden waren, sandte sie ein Exemplar an Giulio Einaudi, dessen Verlag die Veröffentlichung abgelehnt hatte, mit der Widmung: ”A chi non ha voluto stampare questo libro [An denjenigen, der das Buch nicht veröffentlichen wollte”]. Anfang der 1950er Jahre begann sie Romane zu schreiben; 1951 erschienen Le metamorfosi, gefolgt 1953 von Maria. 1953 erschien eine Sammlung von Gedichten unter dem Titel L'autunno, 1960 das Reisetagebuch Diario di Grecia. Ihr bekanntestes Werk ist der 1962 erschienene Roman Le parole tra noi leggere, der ihr 1969 eine Auszeichnung mit dem Premio Strega einbrachte. Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit war sie auch immer wieder für Zeitungen tätig, u.a für Giorno, Corriere della sera und Giornale Nuovo. 1971 war sie Mitunterzeichnerin eines Aufrufs in dem Nachrichtenmagazin L'Espresso, der sich mit dem Fall des “Pino“ Pinelli befaßte [(Pinelli war im Polizeigewahrsam ums Leben gekommen; der Fall inspirierte Dario Fo (*1926) zu dem Theaterstück Morte accidentale di un anarchico (dt. Zufälliger Tod eines Anarchisten)].

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Demonte (Prov. Cuneo), Ortsfriedhof

Schriftsteller CXXXV

Omnibus salutem!