William Butler Yeats

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Irischer Schriftsteller; Sohn des bekannten irischen Kunstmalers John Butler Yeats; verbrachte seine Kindheit bei seiner Großmutter, studierte nach dem Schulabschluß zunächst Kunst in Dublin, wandte sich dann jedoch der Literatur zu, mit der er sich ab 1887 hauptberuflich beschäftigte. Angeregt vor allen Dingen von der keltischen Mythologie, japanischen Literatur, traditionellen englischen Dichtern aber auch von den Werken Shakespeare, Shelleys und dem dichterischen Werk William Blakes, sowie den französischen Symbolisten, besonders Paul Verlaine, schuf Yeats national-irische, mythisch-mystische, naturalistische und expressionistische Werke. 1904 gründete er zusammen mit der irischen Schriftstellerin Lady Isabella Augusta Gregory das berühmte Abbey Theater, das er bis zu seinem Tode leitete. Während des Ersten Weltkrieges war der US-amerikanische Schriftsteller Ezra Pound sein Sekretär; Pound war es, der Yeats mit der fernöstlichen Literatur bekannt machte. Bei einem seiner Aufenthalte in Irland lernte Yeats die Schauspielerin und irische Freiheitskämpferin Maud Gonne (die spätere MacBride) kennen, in die er sich verliebte. Beide hatten eine turbulente Romanze, aber sie lehnte mehrere seiner Heiratsanträge ab, er schloß sich ihr zuliebe den irischen Nationalisten an. Nach der Unabhängigkeit der Republik Irland war er in den Jahren von 1922 bis 1928 Senatsmitglied im Seanad Éireann, dem irischen Senat.

Werke u.a.: The Green Helmet (1910, dt. Der goldene Helm), The Celtic Twilight (1893), The Secret Rose (1897, dt, Die chymische Rose), The Wind Among the Reeds (1899), The Shadowy Waters (1900, dt. Die schattigen Wasser).

Auszeichnungen u.a.: Nobelpreis für Literatur (1923).

Inschrift:

        Wirf einen kalten Blick
        Auf Leben, auf Tod.
        Reiter, reite vorbei.

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August Strindberg

strindberg2_1886bdSelbstportrait (1886)strindbergaugustbdpinxit Carl Larsson         

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Schwedischer Schriftsteller; viertes von insgesamt acht Kindern eines durch einen Bankrott (1853) verarmten Adeligen und dessen zwölf Jahre jüngerer Frau Ulrika Eleonora (Nora) née Norling, einer Dienstmagd, die 1862 an Tuberkulose starb; nach dem Abitur im Mai 1867 begann er in Uppsala ein Medizinstudium, das er aus Geldmangel und Enttäuschung über seine Lehrer bereits nach einem Semester wieder abbrach, sich dann zunächst als Schullehrer und Hauslehrer betätigte und Schauspielschüler war; in dieser Zeit entstanden erste Dramen. 1870 nahm er sein Studium wieder auf, belegte jetzt allerdings die Fächer Philosophie, Literatur- und Kunstgeschichte und wurde nach Beendigung des Studiums (1872) Mitarbeiter an Stockholmer Zeitungen u.a. bei der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter. 1874 gelang es ihm schließlich, den Posten eines Bibliothekars an der Königlichen Bibliothek zu ergattern, den er bis 1882 bekleidete und der ihm ein gesichertes Einkommen bot. Im Alter von 26 Jahren lernte er das Ehepaar von Wragel kennen, die im ehemaligen Haus seiner Eltern wohnten und großes Interesse am Theater hatten; da sie ihm ein Gefühl gaben, das er bei seinen Eltern vermißt hatte, zog er zu ihnen, aber er verliebte sich in die Frau des Barons von Wrangels, Siri von Essen (*1850, †1912) und heiratete sie ein Jahr später (31.12.1877) nach strindberg_siri_bd  der Scheidung von ihrem Mann. Stets quälte ihn, ob das Kind, das sie zu jener Zeit erwartete, von ihm sei. Während der folgenden Jahre schrieb Strindberg das kulturhistorische und sozialhistorische Werk Svenska folket (dt. Das schwedische Volk), das bei Kritikern und dem Publikum höchst kontrovers aufgenommen wurde. Und als er in den satirischen Erzählungen Det nya riket (1882, dt. Das neue Reich) seine Angriffe gegen die schwedische Gesellschaft fortsetzte und zu einer Ikone der schwedischen Arbeiterbewegung wurde, nahmen die Angriffe auf ihn weiter zu; schließlich wurde er aufgrund seiner Ehenovellen Giftas (2 Bde., 1884-86, dt. Die Verheirateten) der Blasphemie beschuldigt, allerdings in einem anschließenden Prozeß freigesprochen. 1883 verließ er Schweden mit der Absicht, niemals wieder zurückzukehren. Er ging nach Paris, wo er sich mit Alchemie beschäftigte und dort in einen Strudel von Wahnsinn und Halluzinationen geriet. Auch wurde er in dieser Zeit zu einem Anhänger Swedenborgs, als er erkannte, daß auch dieser solche Erlebnisse hatte, ohne wahnsinnig zu sein. Schließlich schloß er sich mit seiner Familie der skandinavischen Künstlerkolonie im französischen Grez-sur-Loing an. Dort lernte seine Frau die Dänin Marie David, kennen, zu der sie homosexuelle Gefühle hegte und mit der sie nach der Scheidung von Strindberg nach 15-jähriger Ehe (1891) zusammenzog. 1899 zog es ihn wieder nach Stockholm. 1908 zog Strindberg schließlich in die Drottninggata 85, in den sogenannten ”Blauen Turm”, der heute ein Museum und den Sitz der Strindberg-Gesellschaft beherbergt. Strindberg war außerdem von 1892 bis 1894 mit der Österreicherin Frida Uhl und von 1901 bis 1904 mit Harriet Bosse verheiratet, alle seine Ehe verliefen unglücklich. Tiefe Einblicke in den Zustand seiner Seele lassen seine Werke zu, insbesondere sein Theaterstück Fadren (1887, dt. Der Vater).

Werke u.a.: Fräulein Julie (1889), Totentanz (1904), Till Damaskus (1898-1904, dt. Nach Damaskus), Advent (1899), Ostern (1900), Die Kronbraut (1901), Schwanenweiß (1901), Wetterleuchten (1907), Brandstätte (1907).

Inschrift: Ave Crux spes unica (Sei gegrüßt Kreuz, einzige Hoffnung).

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Drumcliff (Sligo, Irland)

Henry Fielding

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Englischer Romancier, Dramatiker und Jurist; einer adligen Familien entstammend; Sohn eines Colonels, war Fielding Eton-Schüler und studierte Jura in London und Leyden. Von 1729 bis 1737 war er in London als Dramatiker und Theaterdirektor tätig. 1740 erhielt er eine Zulassung als Anwalt, war ab 1748 als Friedensrichter in Manchester und ab 1749 in Middlesex tätig. Fielding engagierte sich für die Verbesserung der soziale Mißstände und versuchte gegen die zunehmende Kriminalität in London anzukämpfen. Der bis heute bekannteste Roman Fieldings, der die Tradition des englischen Romans begründete, ist The History of Tom Jones, a Foundling (6 Bde., 1749, dt. Tom Jones - Die Geschichte eines Findelkindes), von John Osborne zu seinem Drehbuch zu dem Film Tom Jones (1963, dt. Tom Jones - Zwischen Bett und Galgen) adaptiert.

Werke u.a.: The Life and Death of Tom Thumb The Great (1730, dt. Leben und Tod von Tom Däumling, dem Großen), The History of the Adventures of Joseph Andrews and of His Friend Mr. Abraham Adams (1742, dt. Joseph Andrews), Amelia (1752).

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Solna (Stockholms län), Narra Begravnigplatsen

Sir Walter Scott

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Schottischer Schriftsteller, Dichter, Historiker, Übersetzer, Verleger und Kritiker; der Sohn eines Anwalts arbeitete nach Beendigung des Jurastudiums in dessen Kanzlei und war ab 1799 Sheriff der Grafschaft Selkirk. Bereits 1796 übersetzte Scott Balladen Gottfried August Bürgers und 1799 den Goetz von J.W. von Goethe ins Englische, sammelte zugleich schottische Volksballaden, die er unter dem Namen Minstrelsy of the Scottish Border zwischen 1802 und 1803 herausgab. Seine Werke sind zumeist in der Geschichte Schottlands, des englischen Mittelalters und der Frankreich des 14. Jahrhunderts angesiedelt. Seine Werke wurden seinerzeit sehr zügig ins Deutsche übertragen und fanden eine interessierte Leserschaft. Durch seine literarische Tätigkeiten zu Wohlstand gelangt, baute er den prunkvollen Herrensitzes Abbotsford, der zu einem Zentrum des kulturellen Lebens im damaligen Schottland wurde; 1820 Verleihung der Würde eines Barons. Als Scott durch den Bankrott des Verlagshauses J. Ballantyne im Jahre 1826, an dem er beteiligt war, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, mußte er seine hohen Schulden durch umfangreiche literarische Arbeit abtragen.

Werke u.a.: Lady of the Lake / Das Fräulein vom See (1810), The Bridal of Triermain (1813), The Lord of the Isles (1815), Waverley (1814), Waverley-Novels, Guy Mannering (1815), Old Mortality (1816), The Heart of Midlothian (1818), Rob Roy (1818), The Bride of Lammermoor (1819, Die Braut), Ivanhoe (1819), Kenilworth (1821), Quentin Durward (1823) und The Fair Maid of Perth (1828).

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Lissabon, Englischer Friedhof

Georg Trakl

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Österreichischer Lyriker; fünftes von insgesamt sieben Kindern eines Eisenwarenhändlers und einer drogenabhängigen Mutter mit tschechischen Wurzeln; er wurde gemeinsam mit seinen Geschwistern von einer französischen Gouvernante aufgezogen, bevor er ab 1897 das humanistische Staatsgymnasium in Salzburg besuchte. 1905 ging er vom Gymnasium ohne Matura (Abitur) ab, machte zunächst eine Apothekerlehre in Salzburg, wo er bereits erste Drogenerfahrungen machte. 1906 wurden erste Theaterstücke am Stadttheater in Salzburg, allerdings ohne großen Erfolg, aufgeführt. 1908 erschien mit Das Morgenlied erstmals eines seiner Gedichte in einer Zeitschrift. 1908 schloß er auch sein Apothekerpraktikum ab. Er ging nach Wien und studierte dort bis 1911 Pharmazie, um ab 1912 als Apotheker am Garnisonsspital in Innsbruck zu arbeiten; als er 1914 eingezogen und Militärapotheker an der Front wurde, war er zwar bereits seelisch und körperlich durch exzessiven Drogenmißbrauch angegriffen, andererseits jedoch literarisch höchst aktiv. Er brach unter den Erlebnissen der Schlacht bei Gródek zusammen und starb im Lazarett nach mehreren vorausgegangenen Selbsttötungsversuchen an einer Überdosis Kokain. In seiner von Baudelaire und Rimbaud beeinflußten Dichtung dominieren Metaphern der Trauer und des Weltekels. Geprägt ist seine Lyrik von einer resignativen Haltung und Untergangsahnung. Trakl zählt neben Georg Heym, Ernst Stadler und Franz Werfel als bedeutender Vertreter des deutschen Frühexpressionismus.

     Der Herbst des Einsamen

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Geberde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.
Trakl: Sebastian im Traum

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Melrose, Dryburgh Abbey

Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderrode

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Deutsche Dichterin; verlor ihren Vater, einen badischen Regierungsrat, bereits im Alter von sechs Jahren. Ihre Mutter zog mit ihr und ihren Geschwistern nach Hanau, wo die Familie in beengten Verhältnissen leben mußte. Nach 1797 lebte sie als Stiftsfräulein im evangelischen Cronstetten-Hynspergischen Adeligen Damenstift in Frankfurt am Main, das mittellosen weiblichen Angehörigen der Alten-Limpurger Familien einen materiell gesicherten Lebensunterhalt bot. Eine enge Freundschaft verband sie mit Achim und besonders mit Bettine von Arnim (née Brentano), Freunde des damaligen Jurastudenten Carl von Savignys, in den sie sich verliebte, der aber 1804 Kunigunde (Gunda) Brentano (*1780, †1863), die Schwester von Bettine und Clemens Brentano, heiratete. Im selben Jahr lernte sie auf einer Teegesellschaft den verheirateten Heidelberger Philologen Georg Friedrich Creuzer kennen, und zwischen den beiden entwickelte sich eine heftige Liebesbeziehung; sie versprachen sich Liebe bis in den Tod. ”Den Verlust unserer Liebe könnte ich nicht ertragen”, schrieb Günderrode in einem ihrer zahlreichen Liebesbriefe. Dennoch wollte Creuzer aus gesellschaftlichen Gründen seine Ehe nicht lösen. Bis zuletzt sandte sie ihm Briefe - noch Anfang Juli 1806 ein Schnupftuch, in das sie einen Tropfen ihres Blutes gedrückt hatte. Als sie im Juli 1806 in Winkel seinen Abschiedsbrief erhielt, setzte sie ihr Versprechen in die Tat um: nachdem sie einen Brief erhalten hatte, brach sie scheinbar fröhlich zu einem Spaziergang auf, kehrte noch einmal in das Haus zurück, um einen ihren Schal zu holen. Am Rheinufer bei Winkel aus Kummer über das Ende der Beziehung nahm sich Karoline von Günderrode, Vertreterin der literarischen Romantik in Deutschland, mit einem Messer, das ihr Clemens Brentano einst geschenkt hatte, durch einen Stich ins Herz das Leben. Neben ihr fand man eine Reihe von Steinen, mit denen sie sich offenbar, falls die Tat mißlingen sollte, beschweren wollte, um im Rhein unterzugehen.

Werke: Gedichte und Phantasien, Poetische Fragmente.

Inschrift: Erde Du meine Mutter, und Du mein Ernährer der Lufthauch, heiliges Feuer, mir Freund und Du o Bruder der Bergstrom und mein Vater der Äther. Ich sage Euch allen mit Ehrfurcht freundlichen Dank. Mit Euch hab ich hinieden gelebt, und ich gehe zur anderen Welt Euch gerne verlassend. Lebt wohl denn Bruder und Freund, Vater und Mutter, lebt wohl.

        O reiche Armuth! Gebend, seliges Empfangen!
        In Zagheit Muth! In Freiheit doch gefangen.
        In Stummheit Sprache,
        Schüchtern bei Tage, Siegend mit zaghaftem Bangen.


        Lebendiger Tod, in Einem sel’gen Leben
        Schwelgend in Noth, im Widerstand ergeben,
        Genießend schmachten,
        Nie satt betrachten
        Leben im Traum und doppelt Leben.

Aus: K.v.Günderrode, Der Schatten eines Traumes, Hrg. Christa Wolf, Darmstadt und Neuwied 1979, ISBN 3-472-86494-X

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Innsbruck, Friedhof Mühlau

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Winkel (Krs. Rüdesheim), Friedhof an der Kirchen

Hinweis: Es handelt sich hier um einen Gedenkstein für Karoline von Günderrode. Selbmörder(innen) durften damals nicht auf geweihtem Boden beigesetzt werden. Wo sie tatsächlich beerdigt wurde, ist unbekannt.

Schriftsteller X

Omnibus salutem!