Bilder: Wolfgang Härer (1996)

Ursula Herking eigentl. Ursula Natalia Klein

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Deutsche Kabarettistin und Schauspielerin; Tochter der Theaterschauspielerin Lilli Herking und des Hofschauspielers Willi Klein; nach einer Schauspielausbildung hatte sie 1930 ihr Bühnen-, sowie 1932 ihr Leinwanddebüt; im Laufe ihrer Karriere war sie in ca. 120 Filmen - zumeist in Rollen von Frauen aus dem Volke - zu sehen. In der Theatersaison 1933/34 spielte sie am Staatstheater Berlin, und sie spielte bis zur Schließung 1935 im 1929 von Werner Finck gegründeten Kabarett Die Katakombe mit. Als im Herbst 1944 wegen des fortgeschrittenen Krieges und der zunehmenden Bombardierungen der Städte die Theater geschlossen wurde, wurde Ursula Herking zu einer Tätigkeit in einem Rüstungsbetrieb zwangsverpflichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging sie nach München und stand ab 1946 in Rudolf Schündlers Kabarett Die Schaubude, auf der Bühne. Neben Axel von Ambesser und Herbert Witt zählte dort auch Erich Kästner zu den Autoren, der für sie sein Marschlied 1945 (... Meine Schuh' sind ohne Sohlen, und mein Rucksack ist mein Schrank, meine Möbel ham die Polen und mein Geld die Dresdner Bank... ) verfaßte, dessen Interpretation sie bekanntmachte. 1948 war sie Mitbegründerin des Theaters Die Kleine Freiheit, und 1958 kam sie zur von Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt zwei Jahre zuvor gegründete Münchner Lach- und Schießgesellschaft, der sie bis 1957 angehörte, als Ursula Noack sie ablöste. Weitere Stationen waren u.a. das Kom(m)ödchen in Düsseldorf und die Berliner Kabarette Der Rauchfang sowie Die Hinterbliebenen. Außerdem gründete sie gemeinsam mit Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller den Nürnberger Trichter. Sie stand jetzt auch wieder auf der Theaterbühne, u.a. beim Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel, dem Jungen Theater Hamburg, der Komödie Berlin, dem Landestheater Tübingen und am Ernst-Deutsch-Theater. Auch als Diseuse wurde sie - besonders durch ihre frivolen, auf Schallplatte aufgenommen Lieder - bekannt.

Filme u.a.: Susanne im Bade (1936), Unter Ausschluß der Öffentlichkeit, Sherlock Holmes (beide 1937), Kora Terry (1940), Frau Luna, Frauen sind doch bessere Diplomaten (beide 1941), Akrobat Schööön! (1943), Wer fuhr den grauen Ford? (1950), Kinder, Mütter und ein General (1955), Kirschen in Nachbars Garten (1956), Münchhausen in Afrika (1958), Frau im besten Mannesalter (1959).

Memoiren: Danke für die Blumen (1974).

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München, Westfriedhof

Tilli Breidenbach

 

Deutsche Schauspielerin; vor ihrer Schauspielerausbildung an den Kölner Bühnen studierte sie Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte an der Kölner Universität; anschließend spielte sie an diversen deutschsprachigen Theaterbühnen, u.a. in Darmstadt, Kiel, Berlin, Hamburg, Kassel und Zürich und wirkte ab der 1960er Jahre in zahlreichen Fernsehproduktionen mit. Bekannt wurde sie allerdings durch ihre Rolle als Lydia Nolte in 102 Folgen der Fernsehserie Lindenstraße.

Filme u.a.: Septembergewitter (1964), Der Pott (1971), Haus ohne Hüter (1975), Die Stunde des Löwen (1982), Titanic (1984).

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Bilder: Wolfgang Härer (2001)

Syke OT Heiligenfelde, Gemeindefriedhof

Bilder: KN (28.07.2006)

Samuel Friedrich Hassel

Deutscher Volksschauspieler, Komiker und Sänger; in Frankfurt am Main sehr populär, wirkte er vor allen Dingen am Frankfurter Theater. Er kam im Spätherbst des Jahres 1814 als Bassist an das Frankfurter Theater; ein Jahr später, am 17.7.1815 fand sich sein Name erstmals auf einem Theaterzettel für die Oper Maria von Montalban, und 1816 sang er dort seine eine erste Solopartie. 1817 wechselte er als zweiter Bassist und später als Basso-Buffo nach Mainz, kehrte aber im Mai 1821 in seine Heimatstadt zurück und blieb dort am Frankfurter Theater bis zu seiner Abschiedsvorstellung, die er im Jahre 1866 gab. Freiwillig verließ er die Bühne allerdings nicht; Vielmehr kündigte die Theatergesellschaft seinen Vertrag, wobei er gleichzeitig zum “Ehrenmitglied des Frankfurter Theaters” ernannt wurde. Diese Bezeichnung wurde allerdings nicht einmal seinen Kollegen zur Kenntnis gegeben. Es war ihm auch nicht vergönnt, sich von der Bühne herab von seinem Publikum zu verabschieden. Er tat dies schließlich in einem Nachwort zu seinem Büchlein Die Frankfurter Localstücke auf dem Theater der freien Stadt, 1821-1866. Skizzen aus meinem Schauspielerleben, das 1867 in einem Frankfurter Verlag erschien und das er ausdrücklich dem Publikum widmete

 

Als Hampelmann in Die Landpartie nach Königstein

 

 

 

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bild: Rebekka Schmidt (05/2007)
Bild: Claus Harmsen (07/2008)

München, Westfriedhof

Heinz Schimmelpfennig

 

Deutscher Schauspieler; machte nach der Schulausbildung eine Ausbildung als Konstrukteur und war in diesem Beruf tätig, bis er 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach einer schweren Verwundung wurde er 1942 aus der Wehrmacht als kriegsuntauglich entlassen und erhielt nach Wiederherstellung der Gesundheit eine Anstellung als Kameraassistent bei der Ufa in Babelsberg, wechselte wenig später jedoch vor die Kamera, nachdem er eine 3-jährige Ausbildung zum Schauspieler am Max-Reinhardt-Seminar in Wien erfahren hatte. Sein Theaterdebüt hatte er 1946 am Stadttheater Baden-Baden; von 1949 bis 1951 stand er bei den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau unter Vertrag. Anschließend arbeitete er freischaffend als Schauspieler und Regisseur; als solcher inszenierte er 1971 für eine Südafrika-Tournee Friedrich Dürrenmatts Kommödie Die Physiker. Ab Mitte der 1950er Jahren war Schimmelpfennig zunehmend für den Film und dann auch das Fernsehen tätig. So war er in fünf Folgen des von der ARD produzierten TV-Krimiserie Tatort als Kommissar Gerber in Baden-Baden auf der Suche nach den Tätern. Er arbeitete aber auch immer für den Hörfunk. Seine markante Stimme lieh er nicht nur ausländischen Schauspielern, sie war auch in zahlreichen Hörspielen zu hören, so u.a. in der WDR-Sendereihe Paul Temple und der Fall ...

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Gernsbach (Ldkrs. Rastatt)

Bilder: Dott. Lodovico Buscatti (06/2011)

Turin, Cimitero Monumentale

Nino Angelo Agostino Adolfo Oxilia

Italienischer Filmregisseur und Autor; studierte an der Universität von Turin und arbeitete zunächst als Journalist für die Gazzetta di Torino. 22 Jahre alt war er erst, als er in Zusammenarbeit mit Sandro Camasio das Erfolgsstück Addio, Giovinezza! (1911, dt. Addio, Jugendzeit), eine Tragikomödie über das bohèmehafte Studentenleben, schrieb. Der Erfolg des Films war so groß, daß Oxilia schon bald ein Angebot der Savoia Filmgesellschaft erhielt, in das auch seine Verlobte, die Schauspielerin Maria Jacobini, eingeschlossen war. In den Jahren 1912 und 1913 entstand ein Dutzend von Filmen, an denen er gemeinsam mit Jacobini arbeitete. 1914 stieg Oxilia bei der Celio Film ein und führte dort Regie in dem historischen Melodram Sangue blue mit der Diva Francesca Bertini (*1892, †1985) in der Hauptrolle. Oxilia entwickelte sich zu einem der wichtigsten Vertreter des “Frack-Films”, einem in der oberen Gesellschaftsklasse angesiedelten Genres des Melodramas, und arbeitete mit zahlreichen der Film-Diven wie Pina Menichelli (*1890, †1984) oder Lyda Borelli (*1884, †1959) zusammen; letztere spielte in seinem 1915 entstandenen, 1917 uraufgeführten Film Rapsodia satanica, der nach der Vorlage des Versgedichts von Fausto Maria Martini entstand, die Hauptrolle.

Lyda Borelli in der Rolle in Oscar Wildes Salomé

Oxilia meldete sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Kriegsfreiwilliger. 1917 fiel er, durch eine Granate tödlich getroffen, am Monte Grappa, einem Gebirgsmassiv zwischen den Flüssen Brenta und Piave, in der ersten Schlacht an der Piave, die am 10.11.1917 begonnen hatte. Sein einziges literarisches Werk, Gli orti (Die Gärten), wurde posthum im Jahre 1918 veröffentlicht.

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Bild: Parisette (02/2009)
Bild: Parisette (02/2009)

Mademoiselle Clairon eigentl. Claire Josèphe Hippolyte Leris de LaTude

                 

Französische Schauspielerin; Tochter eines Serganten; trat schon im Alter von 12. Jahren in der Italienischen Komödie als Soubrette auf, war dann vier Jahre Mitglied der Bühne in Rouen und später an den Bühnen zu Lille, Dünkirchen und Gent engagiert, bevor sie 1743 Sängerin in der Großen Oper wurde. Von dort wechselte sie bereits fünf Monate später an die Oper der Comédie-Française. Nach ihrem Debüt als Phädra in Jean Racines Tragödie Phèdre entwickelte sie sich zu einer bedeutenden Nebenbuhlerin der Marie Dumesnil (*1713, †1803).

Besuch bei Voltaire in Ferney im Juli 1763

 Voltaire war voll des Lobes für sie: “Sie hat im Ton der Stimme, was die Dumesnil im Herzen”. Als sie sich 22 Jahre später aus Ärger über einen ihrer Kollegen weigerte, aufzutreten, wurde sie 1765 ins Gefängnis gebracht und kehrte danach nicht wieder auf die Bühne zurück. Bereits 50 Jahre alt, begab sie sich auf Einladung des Markgrafen Karl Alexander an dessen Hof nach Ansbach. 1791 kehrte sie schließlich nach Paris zurück.

       

Als Medea (pinxit Charles André van Loo, 1760)

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

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Rudi Carrell eigentl. Rudolf Wijbrand Kesselaar

 

Niederländischer Showmaster und Entertainer; die Karriere begann mit 17 Jahren, als Carrell in den Niederlanden die Robinson Crusoe Show, in der u.a. die junge Esther Ofarim mit ihm auftrat, erstmals 1959 auf den Bildschirm brachte. 1960 beim Grand Prix d’Eurovision kam er auf den vorletzten Platz. Mike Leckebusch (Produzent des Beat-Clubs) brachte ihn 1965 auf den deutschen Unterhaltungsmarkt, wo er mit der Rudi Carrell Show beim Fernsehsender Radio Bremen reüssierte. 1974 folgte die ebenfalls sehr erfolgreiche Samstagabendsendung Am laufenden Band. 1981 startete die ebenfalls vom RB produzierte Persiflage auf Nachrichten der ARD-Tagesschau: Rudis Tagesshow. Zu politischen Verwicklungen mit dem Iran kam es, als Carrell in der Sendung vom 15.2.1987 Ajatollah Khomeini in einer in die Orginalszene einmontierten Szene mit Damenunterwäsche bewerfen läßt: zwei deutsche Diplomaten wurden des Landes verwiesen, das Goethe-Institut mußte schließen. In seinen Shows bot er immer wieder Gesangseinlagen; bekannt wurde jedoch sein Lied Wann wird es endlich wieder Sommer, nach der Melodie des Schlagers A Train Called the City of New Orleans von Arlo Guthrie. Ab 1987 moderierte er in der ARD die Sendung Herzblatt, die später von Rainhard Fendrich u.a. in der Moderation weitergeführt wurde. Ab 1996 schließlich produzierte und moderierte er für den Privatsender RTL die Show 7 Tage, 7 Köpfe. Ende 2002 zog Carrell sich weitgehend aus seiner Tätigkeit vor den Kameras zurück, arbeitete aber weiterhin vom Schreibtisch aus. Der beim Publikum sehr beliebte Carrell war bei der Arbeit ein eher unbequemer Kollege, der nicht nur von sich selber sondern auch von den Mitarbeitern viel abverlangte

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Hinweis: Die Urne Ursula Herkings wurde 2012 in die Grabstätte ihrer Mutter Lilli auf den Friedhof III in Dessau umgebettet.

Ruth Hildegard Rosemarie Niehaus

 

 

Deutsche Schauspielerin und Regisseurin; Tochter eines Ingenieurs; besuchte nach dem Abitur die Schauspielschule in Düsseldorf, bevor sie ihr erstes Engagement 1947 am Theater in Krefeld erhielt. Nach Engagements in Hamburg, Oldenburg, Berlin und Basel kam sie 1952 zu Gustaf Gründgens nach Düsseldorf, wo sie ihre größten Erfolge feierte, die sie in der Zeit von 1964 bis 1968 bei Oskar Fritz Schuh am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.wiederholen konnte. 1959 wurde sie als Nathalie im Kleists Prinz von Homburg an das Wiener Burgtheater verpflichtet. Einem breiteren Publikum ist sie jedoch durch ihre Filmarbeit im Gedächtnis geblieben, die 1951 mit einer Rolle in der Komödie von Curt Goetz Das Haus in Montevideo begann. Ab Ende der 1960er Jahre arbeitete sie frei, zunehmend auch für das Fernsehen. Als in den 1980er Jahren die Angebote spärlicher wurden, wandte sie sich der Regiearbeit zu.

Filme u.a.: Weg ohne Umkehr (1953), Studentin Helene Willfüer (1956), Cavalcade (1960), Der erste Frühlingstag (1962).

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Bild: Matthias Jochem(03/2008) Wikipedia.de
Bild: Matthias Jochem(03/2008) Wikipedia.de

Meerbusch OT Büderich, Gemeindefriedhof

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Hinweis: Der Grabstein der Eltern (Hintergrund) wurde von Joseph Beuys geschaffen.

Brigitte Xander eigentl. Ksander

 

 

Österreichische Radio- und Fernsehmoderatorin; studierte in Wien Rechtswissenschaften und absolvierte eine Ausbildung zur Dolmetscherin. Während der Ausbildung verdiente sie sich das für das Studium notwendige Geld, indem sie nach der erfolgreichen Teilnahme an einem Sprechwettbewerb als Sprecherin beim ORF arbeitete. Später war ihre Stimme vielen Menschen in Österreich und Berlin (die Sendung wurde zeitweise auch dort ausgestrahlt) über 27 Jahre lang sehr vertraut: Von 1969 bis 1996 moderierte sie in aller Frühe den Ö3 Wecker. Daneben war Brigitte Xander, nicht nur durch ihre Stimme, sondern auch durch ihre Pagenfrisur bekannt, viele Jahre lang in Hans Rosenthals beliebter ZDF-Quizsendung Dalli, Dalli (1971-86), als Jurorin u.a. gemeinsam mit Ekkehard Fritsch, Mady Riehl (*1940) und Christian Neureuther (*1949) zu sehen, wo sie am Ende die von den Team im Spiel errungenen Punkte zusammenfaßte. Außerdem moderierte sie über 14 Jahre hinweg im österreichischen Fernsehen die Kochsendung Bitte zu Tisch mit prominenten Gäste und über mehr als ein Jahrzehnt hinweg die Fernseh-Nachrichtensendung Wien heute sowie insgesamt 16 Jahre zunächst auf Ö3, später dann auf Radio Niederösterreich Das 100.000 Schilling Quiz, bis sie im Jahre 2000 pensioniert wurde. 2001 war sie noch einmal für den ORF tätig; sie saß in der Jury bei der zweiten Staffel der ORF-Reality-SendungTaxi Orange war sie noch einmal für den ORF tätig.

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Wien, Sieveringer Friedhof

Bild: Karl Novovesky (2013)
Bilder: Frank Spyrka (08/2013)

Dessau, Friedhof III.

Bilder: Matthias Bauer (03/2014)
Theater / TV / Film / Show XCVII

Omnibus salutem!