Renate Ewert

 

Deutsche Schauspielerin; die Tochter eines deutschen Getreidehändlers und einer Polin floh mit ihren Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg nach Hamburg; nahm dort Schauspielunterricht bei Ida Ehre. Ab Mitte der 1950er Jahre war sie in zahlreichen Filmproduktionen zu sehen. 1963 wurde sie erstmals auch in internationalen Produktionen eingesetzt. Diese Karriere fand jedoch ein baldiges Ende, da sie tablettenabhängig geworden war. Ihre Freundin, die in Hollywood lebende Schauspielerin Susanne Cramer, fand sie anläßlich eines Besuches in München in deren Wohnung tot auf: Renate Ewert war bereits Tage zuvor an der Einnahme einer Überdosis an Tabletten in Verbindung mit Alkoholkonsum gestorben.

Filme u.a.: 08/15 - In der Heimat (1955), Lumpazivagabundus (1956), Gräfin Mariza (1958), Axel Munthe - Der Arzt von San Michele (1962), Agent 505 - Todesfalle Beirut (1966).

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Karin Brandauer

 

Österreichische Regisseurin und Autorin; Ehefrau des Schauspielers Klaus Maria Brandauer (*1943). Sie arbeitete in ihren Filmen als Chronistin der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert, setzte u.a. Romanstoffe z.B. von Arthur Schnitzler ins Visuelle um.

Filme u.a.: Der Weg ins Freie (1983), Das Totenreich (1986).

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Bilder: Matthias Bauer (2004)
Bilder: MAtthias Bauer (2004)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Altaussee (Steiermark)

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Wien, Zentralfriedhof

Liselotte Schreiner eigentl. Liselotte Purrucker

 

Deutsche Schauspielerin; wuchs in Mannheim auf. NAch ihrem ersten Engagement am Landestheater Gotha nahm sie Schauspielunterricht in Weimar. In der Folge war sie an diversen Bühnen engagiert, so u.a. von 1928 bis 1931 in Karlsruhe, von 1933 bis 1934 in Wiesbaden und anschließend bis 1937 in Essen, bevor sie 1937 an das deutsche Schauspielhaus in Hamburg engagiert wurde, wo sie große Triumphe als klassische Tragödin feierte. 1940 ging sie dann zunächst an die Volksbühne in Berlin und anschließend nach Wien, wo sie bis 1973 als Kammerschauspielerin am Burgtheater spielte. 1954 wirkte sie bei den Bregenzer Festspielen 1954 in Johann Strauss’ (Sohn) Operette Fledermaus mit. Sie stiftete den L.-Schreiner-Ring.

Auszeichnungen u.a.: Grillparzer-Ring (1972).

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Walther Reyer

 

Österreichischer Kammer- und Filmschauspieler; Sohn eines Offiziers; begann nach dem Abitur ein Medizinstudium, nahm dann jedoch Schauspielunterricht und arbeitete zunächst als Rundfunksprecher bei Radio Innsbruck. 1947 hatte er sein Bühnendebüt in Bregenz an der Vorarlberger Landesbühne. 1948 und 1949, sowie erneut von 1951 und 1952 spielte er an der Exl-Bühne in Innsbruck, sowie von 1949 bis 1952 am Landestheater Innsbruck und von 1952 bis 1954 an den Vereinigten Bühnen in Graz. In Wien trat er mitte der 1950er Jahre sowohl am Theater in der Josefstadt als auch dem Burgtheater in Erscheinung. Von 1960 bis 1968 verkörperte er in Hoffmannsthals Jedermann die Titelrolle. Auf der Leinwand verkörperte er hauptsächlich Offiziere, so war er m zweiten und dritten Teil der Sissi-Trilogie der Darsteller des ungarischen Grafen Andrassy, in dem Film Der Arzt von Stalingrad (1958) einen Assistenzarzt an der Seite von O.E Hasse und und Eva Bartok und in Fritz Langs Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal den Maharadscha. Zuletzt übernahm er in der Fernsehserie Der Bergdoktor (1992-99) den Part des Bergdoktosr.

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Wien, Zentralfriedhof

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Evelyn Florence Nesbit

1901   

US-amerikanisches Modell und Schauspielerin; Tochter eines wenig ambitionierten Anwalts, der mit 40 Jahren plötzlich verstarb und seine Tochter, seinen zwei Jahre jüngeren Sohn und seine Frau mittellos zurückließ. Evelyn war die einzige, die in jener Zeit die Familie durchbrachte; sie war bereits als Jugendliche durch ihre einzigartige Schönheit aufgefallen und stand zunächst lokalen Künstlern Modell. 1998 zog die Mutter mit den Kindern in der Hoffnung nach Pittsburgh, dort Arbeit zu finden. Es gelang ihr, eine Beschäftigung als Verkäuferin in einem Kaufhaus zu finden, so daß sie die Kinder, die zunächst bei einer Tante untergebracht waren, nachholen konnte. Beide Kinder konnten dann ebenfalls dort arbeiten: 12 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Auch dort fiel das junge Mädchen Künstlern auf und verdiente durch Modellsitzen Geld, mit dem sie die Familie unterstützen konnte. 1901 ließ sich ihre Mutter mit den Kindern in New Yorks Stadtteil Manhattan nieder. Finanzielle Nöte führten schließlich dazu, daß sie ihre Mutter überreden konnte, einer Karriere als Modell zustimmte. Die Bekanntschaft mit dem Maler und Lehrer an der Art Students League James Carroll Beckwith, einem Protegé von John Jacob Astor, öffnete ihr den Zugang zu Frederick S. Church, Herbert Morgan sowie dem Photographen Rudolf Eickemeyer und dem Illustrator Charles Dana Gibson; innerhalb kürzester Zeit avancierte Nesbit zu einem der gefragtesten Modelle in New York und den Vereinigten Staaten und wurde auf den Titelseiten der Frauenmagazine wie Vanity Fair, Harper’s Bazaar, The Delineator, Women’s Home Companion, Ladies’ Home Journal und Cosmopolitan präsent. Ihr Gesicht war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allgegenwärtig, es zierte Postkarten, Kalender u.a. von Coca-Cola, und erschien auf Anzeigen für Zahnpasta, Gesichtscreme etc.. Gelangweilt von dieser Tätigkeit, wandte sie sich bald dem Theater zu. 1901 - sie war gerade 16 Jahre alt - gelang es ihr, angetan als ein “Spanish maiden” Mitglied in Stanford Whiteder Tänzerriege der Show Florodora, die schon seit längerer Zeit erfolgreich im Casino Theatre am Broadway lief, zu werden. Dort fiel sie dem verheirateten, 47 Jahre alten Architekten Stanford White auf, der sie in die Reihe der jungen Mädchen einreihte, mit denen er sich umgab, der sie aber wieder fallen ließ, nachdem er ihr ihre Unschuld genommen und von ihr erotische Photos gemacht hatte. Nach einer Affaire mit John Barrymore, von Harry Kendall Thawdem sie schwanger wurde (der Fötus wurde abgetrieben), heiratete sie 1905 den extrem eifersüchtigen Harry Kendall Thaw, Erbe eines Millionenvermögens, der im Juni 1906 während einer Theateraufführung ihren ehemaligen Geliebten Stanford White mit den Worten: “Du wirst diese Frau nie wieder sehen?” durch einen Schuß mitten ins Gesicht auf der Stelle tötete. Nach dem Skandal und ihrer Scheidung von ihrem Mann, die ohne jeglichen finanziellen Ausgleich erfolgte, arbeitete sie als Vaudeville–Darstellerin und Stummfilmschauspielerin mit nur mäßigem Erfolg. 1916 heiratete sie noch einmal, trennte sich von ihrem Mann aber 1918 wieder. Alkohol- und morphinabhängig, unternahm sie mehrere Selbsttötungsversuche. Während des Zweiten Weltkrieges lebte sie in Los Angeles, wo sie an der Grant Beach School of Arts and Crafts im Fach Keramik unterrichtete.

Für einen Film über ihr Leben, der unter dem Titel The Girl in the Red Velvet Swing (dt. Das Mädchen auf der Samtschauke) mit Joan Collins in der Hauptrolle 1955 in die Kinos kam, zog man sie als Beraterin hinzu; der Schriftsteller Edgar L. Doctorow floch Teile ihrer Lebensgeschichte in seinen Roman Ragtime (1975) ein, der 1981 von Milos Forman verfilmt wurde.

1913

Aufnahme aus dem Jahre 1913

Memoiren: The Story Of My Life (1914), Prodigal Days (1934).

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Culver City, Holy Cross Cemetery

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Heinz (Heinrich August) Bennent

 

 

Deutscher Schauspieler; sechstes Kind eines Buchhalters; begann zunächst 1938 eine Schlosserlehre, die er 1939 abbrach, sich freiwillig zum Wehrdienst meldete und beim Bodenpersonal der Luftwaffe eingesetzt wurde. Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges legte er die Eignungsprüfung für den Schauspielerberuf ab, aber erst nach dem Krieg machte er bis 1946 eine Schauspielausbildung in Göttingen, bevor er sein erstes Engagement 1947 am Badischen Staatstheater Karlsruhe in der Rolle des Don Carlos in dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller erhielt. Es folgten Engagements quer durch die bundesrepublik, u.a. am Schauspielhaus Bochum, am Stadttheater Basel, am Theater Bonn, am Niedersächsischen Staatstheater Hannover und am Thalia-Theater in Hamburg; später wirkte er als freier Schauspieler. Bennent, der in mehr als 150 Rollen auf der Theaterbühne und vor der Film- und der Fernsehkamera.stand, stellte oft die Sonderlinge, Außenseiter und Existenzen am Rande der Gesellschaft dar, aber auch Prinzen wie bei Schiller, Narren bei Shakespeare oder Samuel Becketts Clowns. Zu seinen größten Erfolgen gehörte Auftritte in Francois Truffauts Meisterwerk Le Dernier Métro (1980, dt. Die letzte Metro) und in Ingmar Bergmans Film The Serpent’s Egg (1977, dt. Das Schlangenei). Mit seinem 1966 geborenen Sohn David stand er in Volker Schlöndorffs Verfilmung von Günter Grass' Blechtrommel (1978) vor der Kamera. Seine letzten Rolle in einem Film war die des Sigmund Freud in dem Streifen Marie Bonaparte (2004) an der Seite von Catherine Deneuve.

Verheiratet war Bennent seit 1963 mit der Schweizer Tänzerin Paulette Renou, die unter ihrem Künstlernamen Diane Mansart an der Pariser Oper aufgetreten war und sich nach der Geburt der gemeinsamen Kinder Anne und David ins Privatleben zurückzog.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975), Der Anwalt (1976), Die Wildente (1976), ,Clair de femme (1979, dt. Die Liebe einer Frau), Die letzte Metro (1980), Espion, lève-toi (1981, dt. Der Maulwurf), Der Fall Maurizius (1981), Im Jahr der Schildkröte (1989), Kalt ist der Abendhauch (2000).

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Bilder: Matthias Bauer (08/2012)

Anniviers OT Chandolin, Schweiz), Gemeindefriedhof

Therese Renz

 

Deutsche Kunstreiterin; begann im väterlichen Zirkus als Parforce-Reiterin. 1882 heiratete sie Robert Renz (*1843, †1897), dessen Onkel  Ernst Renz den Zirkus Renz gegründet hatte und ihn leitete. Dort trat sie gemeinsam mit ihrer Schwägerin als Kunstreiterin auf, ritt die Hohe Schule, führte aber auch Elefanten vor. Nachdem Ernst Renz und vier Jahre später auch seine Frau gestorben waren, gelang es dem Sohn Franz nicht, das Unternehmen weiterhin auf Erfolgkurs zu halten; 1897 mußte es geschlossen werden. Therese Renz, deren Mann 1897 gestorben war, gab jetzt zahlreiche Gastspiele u.a. im Appollo-Haus, im Wintergarten als ”Weiße Dame“ auf dem Pferd oder im Zirkus Sarrasani als Schulreiterin mit englischen Vollblütern. Erst im Alter von 70 Jahren stieg sie aus dem Sattel.

 

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Bilder: Hans-Christian Seidel (09/2012)

Berlin, Alter Domfriedhof St. Hedwig

Gudrun Okras

 

 

Deutsche Theater- und Filmschauspielerin; nach privatem Schauspielunterricht arbeitete sie zunächst beim Rundfunk uns als Synchronstimme, bevor sie 1952 an der Westberliner Vagantenbühne als Schauspielerin engagiert wurde und dort bis 1959 blieb .Nach dem Bau der Berliner Mauer blieb sie in der DDR, arbeitete in Eisleben, Leipzig, Eisenach, Dessau, Prenzlau und in Stralsund und war von 1977 bis 1992 am Schauspiel in Dresden engagiert. Parallel zu ihrer Ttheaterarbeit nahm sie auch immer wieder Rolle im Film an, ab Mitte der 1980er Jahre auch solche im Fernsehen. Im Laufe ihrer Karriere war sie in über 50 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter auch in Gastrollen in Fernsehkrimis, wie in Der Alte, Ein Fall für Zwei und Adelheid und ihre Mörder, der Erfolgsserie mit Evelyn Hamann. Zwischen 1997 und 2004 war sie als Haushälterin Hanna Schulze in der TV-Serie Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen zu sehen. Für ihre Rolle in Für Jetzt oder Nie – Zeit ist Geld (2000), den Til Schwaiger produzierte, erhielt Gudrun Okras gemeinsam mit ihren Kolleginnen Christel Peters und Elisabeth Scherer den Ernst-Lubitsch-Preis. Aufmerksamkeit erfuhr sie auch in dem niederländisch-luxemburgischen Film Die Zwillinge (2004), der 2005 Oscar-nominiert war.

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Bild: Klaus Ernst (09/2010)

Berlin-Lichtenrade, Kirchhof der ev. Kirchengemeinde

Vivi Bach

 

 

Dänische Schauspielerin und Schlagersängerin; Tochter eines Bäckers; erlernte ebenfalls das Bäcker- und Konditorenhandwerk, wandte sich dann aber bald der Bühne zu und trat in einem Jazz Club in ihrer Geburtsstadt auf. Im Alter von 19 Jahren spielte sie erstmals in einem Film mit, in dem dänischen Streifen Kurdt Og Klunker. 1959 trat sie dann erstmals in einem deutschen Spielfilm in Erscheinung, an der Seite von Hans-Joachim Kulenkampff in dem Film Immer die Mädchen, dem im Laufe ihrer Karriere über 40, meist seichte Musik- und Unterhaltungsfilme, oftmals mit Peter Alexander oder Peter Weck, folgten. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann heiratete sie 1966 den Österreicher Dietmar Schönherr, den sie bei Filmaufnahmen kennengelernt hatte. Mit ihm gemeinsam war sie dann auch im Fernsehen zu sehen, so beimGala-Abend der Schallplatte oder im Night-Club; sie nahm aber auch Schlager auf Platte auf. Ihre Gesangskarriere in Deutschland begann 1960 mit einem Duett mit Rex Gildo; bis 1964 entstanden elf Schallplatten, die alle nur mäßig erfolgreich waren. Nur ihr Duett mit Gerhard Wendland Hey Vivi – Hey Gerhard, eine Coverversion des US-amerikanischen Hits Hey Paula von Paul & Paula, brachte es in die deutsche Hitparade zu einigem Erfolg. Der wirklich große Durchbruch für sie kam 1969, als die erste Sendung Wünsch Dir was über die Fernsehsender von ZDF, ORF und SRG lief. Die Show, die bis 1972 ausgestrahlt wurde, wurde von Vivi Bach und ihrem Ehemann gemeinsam moderiert und war beim Publikum sehr populär – es wurden Einschaltquoten von 30 Millionen Zuschauern registriert (wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß es zu jener Zeit noch keine Privatsender gab). Ende der 1960er Jahre gingen Vivi Bach und Dietmar Schönherr mit August Strindbergs Tragödie Fräulein Julie auf Theatertournee. Im Januar 1973 bekam Vivi ihre eigene Fernsehshow, Vivat Vivi, die allerdings wenig erfolgreich war; eine weitere Show folgte 1974 unter dem Titel Heute Abend bei Vivi . Ende der 1970er Jahre zog sich Vivi Bach aus dem Rampenlicht zurück, arbeitete aber noch einige Zeit für das dänische Fernsehen und engagierte sich in zahlreichen sozialen Stiftungen, die sie und ihr Mann ins Leben gerufen hatten. 1990 siedelte das Paar von der Schweiz nach Santa Eulalia auf Ibiza um.

Filme u.a.: Gitarren klingen leise durch die Nacht (1959), Schlagerparade 1960 (1961), Wir wollen niemals auseinandergeh'n (1960), Die Abenteuer des Grafen Bobby (1961), Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n (1961), Wenn die Musik spielt am Wörthersee (1962), Laß die Finger von der Puppe (1966), Herrliche Zeiten im Spessart (1967), Ein Tag ist schöner als der andere (1969).

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Asche im Mittelmeer vor Ibiza verstreut

Dietmar Otto Schönherr

 

 

Österreichischer Schauspieler und Moderator; Sohn eines Offiziers der k.u.k. Armee, später - nach dem “Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich - der deutschen Wehrmacht; begann in Innsbruck zunächst ein Studium der Architektur. Bereits im Jahre 1944 wirkte er in dem FilmJunge Adler, den Alfred Weidenmann in Potsdam für die Ufa drehte, in der Rolle des Theo Brakke, als Sohn des Direktors eines Flugzeugwerkes, mit. Kurz vor Kriegsende meldete er sich noch freiwillig zum Kriegsdienst, desertierte aber im April 1945 aus der Wehrmacht. Nach einer Schauspielausbildung arbeitete er ab 1947 als Sprecher, Schauspieler, Regisseur, Reporter und Autor beim Österreichischen Rundfunk, bevor er als Hörfunkdramaturg und Moderator zum WDR nach Köln wechselte; da hatte er sein Studium bereits abgebrochen. In dem ersten österreichischen Nachkriegsfilm Wintermelodie (franz. Les amours de Blanche Neige), dessen Dreharbeiten bereits Mitte der 1940er Jahre in französischer Co-Produktion begannen, der aber wegen produktionstechnischer Schwierigkeiten erst 1949 und nach einem Neustart 1951 in die Kinos kam, spielte er neben dem Skirennfahrer Rudi Matt, Weltmeister im Slalom 1936. Seinen Durchbruch als Schauspieler hatte er aber erst im Jahr 1955 mit dem FilmRosenmontag in der Rolle des Leutnant Hans Rudloff an der Seite des Publikumslieblings Willy Birgel. Es folgte eine Reihe weiterer Spielfilme, darunter u.a. 1956 Bonjour Kathrin mit Caterina Valente (*1931), Nacht fiel über Gotenhafen (1959) oder Schachnovelle (1960). Insgesamt wirkte er bis zum Ende seiner Karriere als Schauspieler in 70 Film- und Fernsehproduktionen mit. Einem breiteren Publikum wurde er allerdings bekannt durch seine Fernsehshow Wünsch Dir was, mit deren Ausstrahlung das ZDF 1970 begann. Die Show, die bis 1972 ausgestrahlt wurde, wurde von ihm und seiner Frau Vivi Bach gemeinsam moderiert und war beim Publikum sehr populär – es wurden Einschaltquoten von 30 Millionen Zuschauern registriert Anschließend moderierte er die erste Talkshow im deutschsprachigen Fernsehen: Je später der Abend. In der Science-Fiction-Serie Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion, die ab September 1966 im Rhythmus von 14 Tagen jeweils an den Sonnabenden im Anschluß an dieTagesschau von der ARD in sieben Teilen ausgestrahlt. wurde, verkörperte er den Commander Cliff Allister MacLane; ihm zur Seite stand Eva Pflug als Leutnant Tamara Jagellovsk, GSD-Sicherheitsoffizier. Im Fernsehen übernahm er auch immer wieder Gastrollen in Episoden der KriminalserieTatort der ARD. Außerdem lieh er seine Stimme als Synchronsprecher u.a.James Dean und Stephen McQueen, spielte aber auch immer wieder Theater; so war er einer der Mitbegründer derTiroler Volksschauspiele, zunächst in Hall und ab 1982 in Telfs und leitete sie fünf Jahre lang. 1983 inszenierte er dort das Drama Der Weibsteufel von Karl Schönherr. Daneben trat er auch als Sänger in Erscheinung - allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Im Alter von 83 Jahren zog er sich schließlich vom Fernsehen zurück und widmete sich der Schriftstellerei und seinem gesellschaftlichen Engagement. Schönherr, der auch schon einmal öffentlich harsche Kritilk am damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan äußerte - er nannte ihn einen Verbrecher -, unterstützte in den 1980er Jahre die deutsche Friedensbewegung. Seit 1985 engagierte er sich vor allem in Nicaragua. Dort initiierte er gemeinsam mit dem Dichter Ernesto Cardenal (*1925) in der Stadt Granada die Casa de los Tres Mundos, ein Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche. 1994 gründete er eine Stiftung, aus der 1994 der Verein Pan y Arte hervorging; sie diente der Finanzierung des Projekts

Schönherr war zunächst von 1950 bis 1964 mit Ellen verheiratet, seit 1966 dann mit der Schauspielerin Vivi Bach, die er bei Filmaufnahmen kennengelernt hatte. Mit ihr verbrachte er seine letzten Lebensjahre auf der Insel Ibiza.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Nacht am Mont-Blanc (1951), Kleines Zelt und große Liebe (1956), Das Mädchen Marion (1956), Der liebe Augustin (1959), Schau heimwärts, Engel (1961), Der längste Tag (1962), Sein bester Freund (1962), Die Nylonschlinge (1963), Ferien mit Piroschka (1965), Königliches Abenteuer (1966), 1968: Otto ist auf Frauen scharf (1968), Bin ich schön? (1997), Der Schrei des Schmetterlings (1998),

Auszeichnungen u.a.: Deutscher Fernsehpreises für sein Lebenswerk (2005).

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Asche im Mittelmeer vor Ibiza verstreut

grabstaette keine2
Bild: Klaus Ernst (09/2011)

Berlin, Städt. Friedhof Zehlendorf

Herbert Jhering

 

 

Deutscher Dramaturg, Journalist und Theaterkritiker; Sohn eines Assessor am Amtsgericht Springe. begann nach dem Abitur 1906 ein Studium der Germanistik in Freiburg im Breisgau sowie in München auf, bevor er sich im Oktober 1907 an der Universität Berlin immatrikulierte. Ab 1909 begann er seine Karriere zunächst als Mitarbeiter an der von Siegfried Jacobsohn herausgegebenen Wochenzeitschrift Die Schaubühne. Von August bis Dezember 1913 war er Theaterkritiker bei derVossischen Zeitung und von 1914 bis 1918 Dramaturg an der Wiener Volksbühne, an der er auch als Regisseur, unter anderem inszenierte er die Uraufführung von Carl Sternheims Komödie Der Kandidat. 1918 wurde er freier Mitarbeiter des Berliner Börsen-Couriers, für den er bereits 1913/14 tätig gewesen war und entwickelte sich in den Jahren zwischen 1922 und 1933 neben Alfred Kerr, Hermann Bahr, Karl Kraus und Alfred Polgar zu einem namhafte deutschsprachige Literatur-, Theater- und Filmkritiker der Weimarer Republik und des 20. Jahrhunderts.

Von 1918 bis 1920 war er daneben auch als Lektor für den Verlag Felix Bloch Erben tätig. 1919 wurde er Nachfolger von Alfred Kerr als Theaterkritiker der im Scherl Verlag erscheinenden Tageszeitung Der Tag. Im Jahr 1920 gab er illustrierte Wochenschrift Der kleine Roman heraus, die allerdings noch im selben Jahr wieder eingestellt wurde, und gab 1920/21 die im Verlag Erich Reiß erschienene Buchreihe Der Schauspieler heraus. 1921 traf er am Vereinigten Städtischen Theater Kiel, an dem zu dieser Zeit Gustaf Gründgens ein kurzes Engagement hatte, den jungen Ernst Busch und spielte mit ihm in Friedrich von Schillers Schauspiel Wihelm Tell und des Drames Die Braut von Messina. Im Dezember 1921 lernte Jhering den jungen Bertolt Brecht kennen, für den er sich einsetzte und den er 1922 als Vertrauensmann der Kleist-Stiftung für den Kleist-Preis vorschlug. Bis im Oktober 1932 seine Tätigkeit ein Ende fand, hatte er in der Weimarer Republik über viele Jahre hinweg auch Rundfunksendungen mitgestaltet. Ende 1933 mußte auch der Berliner Börsen-Courier sein Erscheinen einstellen. Er wurde jetzt Theaterkritiker des Berliner Tageblatts - Alfred Kerr, der Theaterkritiker des Berliner Tageblatts, war bereits am 15.2.1933 ins Exil gegangen. Auch während der Zeit des Nationalsozialismus führte er seine Tätigkeit als Theaterkritiker weiter, was Klaus Mann veranlaßte, ihn 1936 in seinem Roman Mephisto in der Figur des opportunistischen Journalisten und Schwätzers “Dr. Ihrig”, kritisierte; auch Kerr verspottete ihn in einem Gedicht als Rezensenten Hering. Schließlich schloß ihn das Nazi-Regime 1938 aus der Reichsschrifttumskammer aus; auch die Reichspressekammer untersagte ihm die weitere Tätigkeit als Kritiker. Er arbeitete daraufhin als Besetzungschef bei der Tobis Filmgesellschaft, 1941 wurde ihm die Produktion mehrerer Schauspieler-Biographien genehmigt. Im Folgejahr wurde er von Lothar Müthel an das Wiener Burgtheater engagiert. Diese Arbeiten als Publizist und Dramaturg schadeten seinem Ruf nach dem Ende der Nazi-Herrschaft erheblich, als er ab 1945 unter Intendant Gustav von Wangenheim Chefdramaturg des Deutschen Theaters Berlin wurde, das im von der Roten Armee besetzten Teil Berlins lag; er selbst wohnte in Westberlin. Erst 1954 mußte er seine Posten am Deutschen Theater aufgrund von Differenzen mit Wolfgang Langhoff, dem Nachfolger von Wangenheims, räumen.

Jhering schrieb, obwohl er in Westberlin lebte, fast ausschließlich für die Presse der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), besonders für die Berliner Zeitung, den Sonntag und die Wochenzeitung des Kulturbundes der DDR. Dort erschienen ab 1955 regelmäßig auch seine Bemerkungen über Theater und Film. 1950 wurde Herbert Jhering ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste; Anfang der 1950er Jahre war Jhering eines der Gründungsmitglieder der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste Ost. 1956 wurde er zum ständigen Sekretär der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste Ost berufen; dieses Amt bekleideter er bis 1962.

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Theater / TV / Film / Show LXI

Omnibus salutem!