Maria Margarete Anna Schell

 

Schweizerische Schauspielerin, die Tochter des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Margarete Noé von Nordberg sowie Schwester des Schauspielers und Regisseurs Maximilian Schell, wuchs ab 1938 in der Schweiz auf. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine kurze kaufmännische Ausbildung. Schon früh nahm sie Schauspiel- und Gesangsunterricht in Zürich. 1942 erhielt sie ihre erste Filmrolle in Steinbruch, 1949 folgte die erste Hauptrolle in Der Engel mit der Posaune. Sie war das “Seelchen” des deutschen Films, trat mit Dieter Borsche und O.W.Fischer in zahlreichen Nachkriegsfilmen auf, spielte aber auch in ihrer internationalen Karriere, die mit dem 1953 gedrehten Film Die letzte Brücke begründet wurde, mit vielen internationalen Stars u.a. Yul Brunner, Glenn Ford, Gary Cooper, Raf Vallone. Ihren letzten Auftritt hatte sie 2002 in dem von Maximilian Schell gedrehten Dokumentarfilm Meine Schwester Maria, für den sie und ihr Bruder jeweils einen “Bambi” erhielten. Insgesamt wurde sie als eine der beliebteste Schauspielerinnen in den 1950er Jahren mit sieben Bambis ausgezeichnet.

Verheiratet war Maria Schell von 1966 bis 1986 in zweiter Ehe mit der Schauspieler und Regisseur Veit Relin.

Filme u.a.: Die Ratten (1955), Rose Bernd (1956), Die Brüder Karamasow (1957), Schinderhannes (1958).

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Preitenegg, Friedhof

Camilla Horn

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Deutsche Schauspielerin; die Tochter eines Eisenbahnbeamten wurde zunächst Schneiderin, entschied sich dann jedoch zu einer Schauspielausbildung in Berlin. Als Statistin in einem UfA-Film wurde sie von Friedrich Wilhelm Murnau entdeckt und für seinen Film Faust - Eine deutsche Volkssage (1926), für den Robert Herlth die Bauten schuf, als Gretchen eingesetzt. Der Film machte sie über Nacht berühmt, so daß United Artists ihr einen 3-Jahres-Vertrag anbot, u.a. spielte sie 1928 in Ernst Lubitschs Film Der König der Bernina. Sie wurde zu einer gefeierten Schauspielerin der 1930er Jahre und trat immer wieder auch in französischen, englischen und italienischen Filmen auf. Nach einer Auseinandersetzung mit der Reichsfilmkammer Joseph Goebbels zog sie sich 1943 vom Film zurück. Ab 1949 drehte sie wieder. 1987 war sie noch einmal in Peter Schamonis Die letzten Tage von Schloß Königswald zu sehen.

Filme u.a.: Tempest (1927), Eternal Love (1929), Der rote Reiter (1934), Fahrendes Volk (1938).

Auszeichnungen u.a.: Filmband in Gold (1974).

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 Herrsching am Ammersee

Brigitte Horney

 

Deutsche Film- und Theaterschauspielerin; die Tochter der deutsch-amerikanischen Psychoanalytikerin Karen Horney (*1885, †1952) schloß sich - nach der Schule in Berlin-Zehlendorf und einem Internat in der Schweiz - der Trümpy-Tanzschule an. Später bei Mary Wigman lernte sie Ausdruckstanz, bei Ilka Grüning in Berlin nahm sie Schauspielunterricht. 1930 wurde sie mit dem Max-Reinhardt-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin geehrt und bekam bei der UfA ihre erste Filmrolle in Robert Siodmaks Film Abschied. Sie trat in zahlreichen Filmen auf, wurde der Star des deutschen Films der 1930er Jahre, spielte aber auch weiterhin Theater in Berlin und in Würzburg. Dem Ensemble der Berliner Volksbühne gehörte sie bis 1943 an. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie ihr Comeback 1948 in Die Frau am Weg. 1952 zog sie nach dem Tod ihrer Mutter nach Boston, trat aber weiterhin in Deutschland im Theater und in Filmen auf u.a. in Edgar-Wallace-Filmen und Fersehserien wie Die Güldenburgs, Derrick, Das Traumschiff. Verheiratet war sie u.a. mit Dr. Hans Swarzenski, dem Kulturkurator am Fine-Arts-Museum in Boston.

Filme u.a.: Liebe, Tod und Teufel (1934), Savoy Hotel 217 (1935), Das Mädchen von Fanö (1940), Münchhausen (1933), Nacht fiel über Gotenhafen (1959), Das Erbe von Björndal (1960), Der Ruf der Wildgänse (1961)

Auszeichnungen u.a.: Filmband in Gold (1972).

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Wilzhofen

Klaus Havenstein

 

Deutscher Schauspieler, Kabarettist und Moderator; der Sohn eines Lokomotivführers wuchs in Hamburg auf, wo er Kaufmann wurde. 1945 in amerikanischer Gefangenschaft geraten, wurde er in einem US-Gefangenencamp in Garmisch-Partenkirchen zur Unterhaltung der gefangenen Offiziere eingesetzt. Dort wurde er entdeckt und trat erstmals im Theater von Garmisch auf. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Auftritte zusammen mit Ursula Herking, Dieter Hildebrandt und Oliver Hassencamp in der 1956 gegründeten Münchner Lach- und Schießgesellschaft vertraut. Ab 1972 moderierte er im Fernsehen u.a. die Sendung Sport-Spiel-Spannung für Kinder; außerdem wirkte er in zahlreichen Filmen mit, lieh seine Stimme vielen Personen in Hörspielen und übernahm Gastrollen in verschiedenen TV Sendungen, so z.B. in Rudi Carrells Rudis Tagesshow neben Diether Krebs und Beatrice Richter.

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München, Nordfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (2001)

Adolf Gondrell eigentl. Adolf Grell

 

Deutscher Schauspieler und Kabarettist; Sohn eines Schauspielers; begann seine Bühnenlaufbahn kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Bekannt wurde er in den 1920er Jahren als Conférencier in der von ihm gegründeten Bonbonniere am Platzl. Er machte sich aber auch in Berlin einen Namen als Kabarettist an der Scala, beim Kabarett der Komiker und bei Auftritten im Wintergarten. 1935 erwarb Gondrell die Künstlerkneipe Simpl in München und eröffnete 1938 zusammen mit Theo Prosel die Bonbonniere. Er arbeitete auch als Conferencier und war Verfasser zahlreicher Rundfunksendungen. Seine bekannteste, heute noch aktuelle Interpretation ist die des Stückes Ein Münchner im Himmel von Ludwig Thoma.

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München, Ostfriedhof

Bilder: Alexander Krischnig (07/2005)
Bilder: Matthias Bauer (05/2007)
Bilder: Matthias Bauer (05/2007)
Bild: Michi (08/2007)
Bild: Matthias BAuer (2007)

Jean Gabriel Edmond Carmet

 

 

Französischer Schauspieler und Drehbuchautor; brach seine Ausbildung ab und ging schon als junger Mann nach Paris, wo er im Théâtre du Chatelet, dann in der Oper und als Regieassistent .im Théâtre des Mathurin bei Marcel Herrand tätig war. Sein Debüt beim Film gab er 1942 unter der Regie von Marcel Carné in Les visiteurs du soir (dt. Die Nacht mit dem Teufel). Im Jahr darauf war in der Nebenrolle des Inspizienten in dem erst 1945 aufgeführten Film Les enfants du paradis (dt. Kinder des Olymp neben Arletty und Jean-Louis Barrault zu sehen. Es folgten zunächst weitere kleine Rollen, bis er sich neben Gérard Philipe in Les Aventures de Till L’Espiègle (1956, dt. Die Abenteuer des Till Ulenspiegel).etablieren konnte. In Laufe seiner Karriere spielte er unter renommierten Regisseuren wie z. B. Jean Renoir in Le Caporal épinglé (1962, dt. Der Korporal in der Schlinge), Henri Verneuil in Mélodie en sous-sol (1963, dt. (Lautlos wie die Nacht), Claude Chabrol in Juste avant la nuit (1971, dt. Vor Einbruch der Nacht), Yves Robert in Le Grand Blond avec une chaussure noire (1972, dt. Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh), Jean-Jacques Annaud in La Victoire en chantant (1972, dt. Sehnsucht nach Afrika) oder 1981 in der deutsch-französichen Koproduktion Le Faussaire (dt. (Die Fälschung). unter Volker Schlöndorff. Insgesamt wirkte Jean Carmet in über 200 Filmen und Fernsehspielen mit. Kruz vor seinem Tode wirkte Carmet, der auch immer wieder auf der Theaterbühne stand, 1993 in der Balzac-Verfilmung Eugénie Grandet mit.

Auszeichnungen u.a.: César als bester Nebendarsteller (1983), César als bester Schauspieler (1992).

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Bilder: Herbert Herterich (04/2013)

Paris, Cimetière du Montparnasse

Coluche eigentl. Michel Gérard Joseph Colucci

 

 

Französischer Humorist und Schauspieler; Sohn eines aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Frosinone (Prov. Lazio) stammenden Italieners, der schon 1947 starb, und einer französischen Fleuristin; seine Leistungen in der Schule waren wenig vielversprechend, so daß er sich nach dem Ende der Schulzeit mit zahlreichen Aushilfstätigkeiten durchs Leben schlug. Schließlich wurde er Infanterist in der Armee, wurde aber bald schon wegen Insubordination entlassen. Danach arbeitete er bei seiner Mutter, die ein kleinen Blumenladen auf dem Boulevard Montparnasse betrieb, als Fleurist. Am Ende der 1960er Jahre versuchte er sich - nicht sehr erfolgreich - als Sänger in Cafés, so daß er sich dem Humor zuwandte. Als 1969 der Humorist, Sänger und Schauspieler Romain Bouteille sein Café de la Gare eröffnete, war Coluche, so nannte er sich nach dem Beginn seiner Karriere, zur Stelle, denn dort gab es eine Bühne, auf der sich junge Humoristen ausprobieren konnten. C'est l'histoire d'un mec war der erste Sketch, den er zum Besten gab, und rasch wurde Coluche bekannt. Alkoholprobleme zwangen ihn dann jedoch, sich von dieser Bühne zurückzuziehen. Er gründete die Gruppe Le vrai chic parisien und lernte in dieser Zeit Véronique Kantor, die er 1975 heiratete .Das Paar hatte zwei Söhne, aber, als sie mit seinem Verhalten und seiner Trunksucht nicht mehr umgehen konnte, verließ sie ihn. Ab dieser Zeit trat er mit dem Ausfit in Erscheinung, das für ihn typisch wurde: Weiße Tennisschuhe, blaugestreife Overalls, grell-gelbe T-Shirts und Brillen mit runden Gläsern. Im Oktober 1980 verblüffte er die Franzosen, als er sich als Kandidat für die bevorstehende Präsidentschaftswahl aufstellen ließ. Keiner nahm seine Bewerbung ernst; eine Wahlprognose des Le Journal du Dimanche sagte jedoch für ihn 14% der Stimmen voraus; .Er scheiterte schließlich aufgrund des Parteien-Lobbyismus. Bereits vor 1976 war Coluche - wenig auffallend - in Filmen in Nebenrollen aufgetreten. Bekannt wurde er allerdings in diesem Metier aufgrund durch seine Hauptrolle in dem Thriller Tchao Pantin (1983, dt. Am Rande der Nacht), für die er mit einem César ausgezeichnet wurde. 1985 gründete er die Association Les Restos du Cœur, eine Organisation, die sich um arme Leute kümmert.

Colucci starb im Jahr 1986 im Alter von nur 41 Jahren an den Folgen eines Genickbruch, den er sich bei einem Motorradunfall in Südfrankreich zuzog.

Filme u.a.: Laisser aller… c'est une valse (1971, dt. Der große Coup des Kommissars ), L'aile ou la cuisse (1976, dt. Brust oder Keule) ,Le bon roi Dagobert (1984, dt. Der dicke König Dagobert).

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Bilder: Axel Haas (04/2013)

Paris, Cimetière de Montrouge

Theater / TV / Film / Show XLIV

Omnibus salutem!