Bild: KN (2002)

Hans Philipp August Albers

1924 

Deutscher Bühnen- und Filmschauspieler; jüngstes von sechs Kindern eines Schlachtermeisters begann seine Laufbahn als Schauspieler nach einer nicht abgeschlossenen Ausbildung in einer Hamburger Chemikalien- und Farbhandlung und einer kurzzeitigen Tätigkeit in einer Seidenhandlung in Frankfurt am Main mit einem ersten Engagement in Bad Schandau an verschiedenen Provinzbühnen, u.a. am Neuen Theater Frankfurt am Main und zwei Jahre in Güstrow. Aber erst nach dem Wechsel nach Berlin stellte sich der Erfolg 1910 durch die Titelrolle in Franz Molnars Liliom ein; seine Karriere wurde während des Ersten Weltkrieges kurzzeitig unterbrochen, als er 1915 zur Infanterie eingezogen wurde. Allerdings blieb es bei einer “Episode”, denn nach einer Verwundung an der Schulter wurde er nach vier Monaten ausgemustert. Ende des Krieges ging der ehrgeizige Albers nach Berlin, wo ihn Claire Dux (*1880, †1967), die seit 1911 in Berlin an der Königlichen Oper sang, bei seiner Karriere unterstützte; so trat er dank ihrer Vermittlung u.a. im Theater des Westens in einer Zeitbesetzung und an der Komischen Oper in komischen Rollen auf. Während dieser Zeit drehte Albers, der damals wegen seines sich lichtenden Haupthaares bereits ein Toupet trug, erste Filme, bis 1929 hatte er dann bereits in ca. 100 Stummfilmen mitgewirkt. 1929 wirkte er dann im ersten deutschen Tonfilm Die Nacht gehört uns mit und spielte noch im selben Jahr einen Dieb in Joe Mays Film Asphalt und die Rolle des Artisten Mazeppa an der Seite von Marlene Dietrich und Emil Jannings in Der blaue Engel. Populär wurde Albers jedoch erst durch seine Filme in den 1930er Jahren, z.B. Bomben auf Monte Carlo (1931) oder F.P.1 antwortet nicht (1932), in denen er auch als Sänger reüssierte. Während des Dritten Reichs gehörte er zu den bestbezahlten deutschen Schauspielern und erlangte eine enorme Popularität. 1941 spielte er in dem gegen die engländer gerichteten Propagandafilm Carl Peters die Rolle des Begründers der Kolonie Deutsch-Ostafrika, was ihm bei Josepf Goebbels zu hohem Ansehen verhalf. Aber dennoch hielt Albers im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen zum NS-Regime im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen Distanz; so blieb er Preisverleihungen und offiziellen Einladungen nach Möglichkeit fern, indem er Drehtermine vorschob. Es gelang ihm sogar, weiterhin mit seiner Lebensgefährtin "halbjüdischer" Abstammung, der Stummfilmschauspielerin Hansi Burg (*1898, †1975) zusammenzuleben; als Goebbels ihn aufforderte, sich von ihr zu trennen, gab er zwar offiziell nach, lebte aber weiterhin mit ihr in seinem Haus in Garatshausen am Starnberger See zusammen (sie ging schließlich 1939 nach England, als sie die Hoffnung aufgegeben hatte, er würde ins Ausland gehen, lebte aber nach dem Ende des Krieges wieder mit Albers zusammen). 1943 drehte er gemeinsam mit dem Ufa-Star Ilse Werner unter der Regie Helmut Käutners in Babelsberg den Farbfilm Große Freiheit Nr. 7., dessen Dreharbeiten wegen der Bombenangriffe auf Potsdam und Berlin, wo die Dreharbeiten begonnen hatten, immer wieder unterbrochen und in Prag fortgesetzt wurden (der Film wurde jedoch wegen seiner düsteren Grundstimmung, abgesehen von seiner Ur- und weiteren Aufführungen in Prag, im Deutschen Reich nicht gezeigt, sondern erst nach Kriegsende im September 1945 im Westteil Berlins als erste Filmpremiere nach dem Zweiten Weltkrieg öffentlich aufgeführt). Auch in Prag - noch vor Kriegsende - begannen unter der Regie des Regisseurs Hans Steinhoff die Dreharbeiten zu Shiva und die Galgenblume, ein in Farbe gedrehte Kriminalfilm, der nicht mehr fertiggestellt werden konnte. 1946 spielte im Berliner Hebbeltheater noch einmal die Hauptrolle in Liliom. Seine erste Nachkriegsproduktion war der 1947 gedrehte und in Berlin spielende Film … und über uns der Himmel, in er einen Kriegsheimkehrer spielte. An seine ganz großen Film-Vorkriegserfolge anzuknüfen gelang ihm alledings nicht mehr, obwohl seine Popularität ungebrochen blieb; er trat nur noch in wenigen Filmen in Erscheinung, kämpfte auch mit seinem Alkoholproblem, das ihn seit seiner Trennung von Hansi Burg begleitete.

Filme u.a.: Peer Gynt (1934) Varieté (1935), Wasser für Canitoga (1939) Trenck, der Pandur (1940), Münchhausen (1943), Große Freiheit Nr. 7 (1944), Jonny rettet Nebrador (1953), Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1954), Vor Sonnenuntergang (1956).

       

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Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Bild: KN (2002)

Ida Ehre

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin; Tochter eines Oberkantors; nach einer Ausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, debütierte als 18-Jährige als Schauspielerin am Stadttheater im schlesischen Bielitz. Nach Engagements in verschiedenen Städten wirkte sie ab 1930 in Berlin am Lessingtheater. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war sie mit Berufsverbot belegt und arbeitete daher als Arzthelferin in der Praxis ihres Mannes. Nach der sogenannten Reichspogromnacht im Jahre 1938 beschloß das Ehepaar auszuwandern; allerdings schlug der Plan fehlt, da das Schiff auf dem sich beide bereits befanden, obwohl bereits ausgelaufen, wegen des Kriegsbeginns am 1.9.1938 wieder in den Hamburger Hafen zurückbeordert wurde. 1943 wurde sie in dem als KZ genutzten Außenlager der Strafanstalt Fuhlsbüttel inhaftiert. 1945 gab Ida Ehre den Anstoß zur Neugründung der Hamburger Kammerspiele, die sie bis zu ihrem Tod leitete. Dort inszenierte sie damals in Deutschland weitgehend noch unbekannte Stücke, so z.B. solche von Jean Anouilh, T.S. Eliot, Jean Giraudoux, Jean-Paul Sartre und Thornton Wilder. Außerdem stellte sie Wolfgang Borchert eindrucksvolles Werk Draußen vor der Tür vor. Für sie wichtige Rollen waren die Hauptrollen in Mutter Courage von Bertolt Brecht, die Hekuba in Die Troerinnen von Euripides und die Titelrolle in dem Stück Bernarda Albas Haus von Federico García Lorca, das sie auch inszenierte.

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Gustaf Gründgens

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutscher (Film-) Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter; Sohn eines kaufmännischen Angestellten; 1916 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger an die Westfront und wurde 1917 Mitglied der Fronttheatergruppe Saarlouis und ein Jahr später Leiter des Fronttheaters. Nach dem Ende des Krieges nahm er Schauspielunterricht an der Hochschule für Bühnenkunst des Düsseldorfer Schauspielhauses. Zwischen 1923 und 1928 wirkte er als Schauspieler und Regisseur bei den Hamburger Kammerspielen. Während dieser Zeit arbeitete er u.a. mit der Tochter von Frank Wedekind, Pamela, der er vergeblich einen Heiratsantrag machte - er heiratete statt dessen 1936 Marianne Hoppe - sowie mit Klaus und Erika Mann zusammen (mit Erika Mann war er von 1926 bis 1929 verheiratet). 1929 drehte er auch seinen ersten Film, 1930 holte ihn Fritz Lang für seinen Film M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) als den Ganoven mit dem Spitznamen “Schränker” in sein Team, für die Schnitzler-Adaption Liebelei (1933) holte ihn Max Ophüls vor die Filmkamera. Von 1928 bis 1932 gehörte er dem Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin an, dessen Intendant er 1934 wurde und 1937 dann Generalintendant des Preußischen Staatstheaters; berühmt sind seine Offenbach-Inszenierungen; er spielte u.a. Hamlet, Mephisto (Faust), Franz Mohr (Die Räuber). Er gilt wegen seiner Karriere während des Dritten Reiches als sehr umstritten (Klaus Mann hat sein Verhalten in dieser Zeit 1936 in seinem Roman Mephisto, der mit Klaus Maria Brandauer verfilmt wurde, verarbeitet), kam nach Ende des Krieges für neun Monate in Internierungshaft, wurde bereits 1947 zum Direktor der Städtischen Bühnen Düsseldorf berufen und leitete ab 1955 das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. 1963 legte er alle seine Ämter nieder. Gründgens starb während einer Weltreise in Manila.

Filme u.a.: Hokuspokus (1930), Pygmalion (1935), Tanz auf dem Vulkan (1938), Friedmann Bach, Ohm Krüger (beide 1941), Das Glas Wasser, Faust (beide 1960).

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2002

Hanns Lothar eigentl. Hanns Lothar Neutze

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Justizsekretärs; der jüngere Bruder von Horst-Michael und Günther Neutze (mit seinen Brüder trat er nur einmal gemeinsam in einem Film au, :in von Jürgen Rolan inzsenierten Kriminalfilm Polizeirevier Davidswache (1964). 1942 stand er in dem Stück Der standhafte Zinnsoldat erstmals auch auf der Bühne. Nach einer Schauspielausbildung bei bei Max Gaede wurde er 1947 an die Städtischen Bühnen in seiner Heimatstadt engagiert, bevor Lothar 1951 an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main kam, 1954/55 an das Landestheater Hannover. wechselte und schließlich von 1955 bis 1962 zum Ensemble des Thalia-Theaters von Willy Maertens in Hamburg gehörte. Erstmals vor der Filmkamera stand er in dem StreifenWege im Zwielicht (1948). Lothar, der als Darsteller sensibler Charaktere einer der beliebtesten und talentiertesten Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler der Nachkriegszeit war, erhielt 1955 seine erste Rolle beim Fernsehen in dem Film Das heiße Herz.. Für seine Rolle als Christian in Thomas Manns Buddenbrooks, die Alfred Weidemann 1959 verfilmte, erhielt er 1960 den Bundesfilmpreis. 1961 war er dann in Billy Wilders Komödie One, Two, Three (dt. Eins, Zwei, Drei) an der Seite von James Cagney, Horst Buchholz und Liselotte Pulver zu sehen.

Verheiratet war Lothar von 1959 bis 1965 mit Ingrid Andree (*1931). Die gemeinsame Tochter Susanne (*1960, †2012) war die dritte Ehefrau des Schauspielers Ulrich Mühe.

Film- und Fernseproduktionen u.a.: Der letzte Zeuge, An heiligen Wassern (beide 1960), Schloß Gripsholm (1963), Flug in Gefahr (1964), 4 Schlüssel (1965).

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2002

Richard Ohnsorg

 

Deutscher Schauspieler und Theaterleiter; von Haus aus Bibliothekar, gründete er 1902 eine Liebhaberbühne, aus der 1920 die Hamburger Niederdeutsche Bühne hervorging; 1936 wurde das frühere Kleine Lustspielhaus an der Großen Bleichen, das seit 1945 als Ohnsorg-Theater - besonders, nachdem die Aufführungen ab 13. März 1954 (Seine Majestät Gustav Krause) erstmals durch das Fernsehen übertragen wurden - weit über Hamburg hinaus bekannt wurde, erworben. Ohnsorgs unmittelbarer Nachfolger war Hans Mahler.

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John Wayne eigentl. Marion Michael Morrison

US-amerikanischer Filmschauspieler; der Sohn eines Apothekers wuchs in einfachen Verhältnissen in Kalifornien auf, studierte an der University of Southern California Jura und Volkswirtschaft, brach das Studium jedoch nach drei Semestern ab; 1927 kam er als Komparse zum Film; für die Darstellung in Der Marshal (1969) wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. Wayne wirkte in mehr als 170 Filmen mit.

Filme u.a.: Der große Treck (1930), Haus der sieben Sünden (1940), Bis zum letzten Mann (1948), Der Teufelshauptmann (1949), Rio Grande (1950), Spuren im Sand (1949), Red River (1948), Der Mann, der Liberty Valance erschoß (1961), Rio Bravo (1959), El Dorado (1966).

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Newport Beach, Corona del Mar (CA), Pacific View Memorial Park

Hinweis: Auf dem oberen Bild ist im Hintergrund das Grab Ida Ehres zusehen.

Bild: Matthias Bauer (08/2006)
Bild: Matthias Bauer (08/2007)
Bild: Matthias Bauer (08/2007)

Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

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Bild Mitte/unten: Claus Harmsen (stones & art, 10/2011)
Bild: KN (2002)
Theater / TV / Film / Show IV

Omnibus salutem!