Brigitte Mira

 

Deutsche Schauspielerin, Sängerin, Soubrette und Kabarettistin; die Tochter eines russischen Pianisten wurde schon mit 15 Jahren von Franz Lehar zur Erstaufführung seiner Operette Giuditta engagiert. 1941 zog sie nach Berlin. Nach dem Krieg sang sie u.a. bei Walter Felsenstein an Ost- und West-Berlinern Theatern. 1972 spielte sie für Peter Zadek im Bochumer Schauspielhaus Kleiner Mann - Was nun? Ihren Durchbruch feierte sie als Charakterdarstellerin 1973 in dem Film Angst essen Seele auf von Rainer Werner Fassbinder. Für die Rolle einer Putzfrau, die einen viel jüngeren Gastarbeiter heiratete, erhielt sie den Bundesfilmpreis. Mit Fassbinder drehte sie 1980 auch Berlin Alexanderplatz und Lili Marleen. Den meisten Fernsehzuschauern wurde sie in einer Serie als eine der Drei Damen vom Grill bekannt, in der sie eine Ur-Berlinerin verkörperte.

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Berlin, Friedhof III der ev. Luisenkirchen-Gemeinde

Carl-Heinz Schroth

 Bild: Herbert Greite

Österreichischer Schauspieler und Regisseur; einer Schauspielerfamilie entstammend - sein Vater war der Schauspieler Heinrich Schroth, seine Mutter die Schauspielerin Else Ruttersheim, seine Halbschwester die Schauspielerin Hannelore Schroth - studierte er Rechts-, Literatur- und Theaterwissenschaften in München, nahm Schauspielunterricht bei Arnold Marlé und stand ab 1922 auf der Bühne; 1931 debütierte er in dem Film Der Kongreß tanzt neben Lilian Harvey und Willy Fritsch. In den 1950er und 1960er Jahren produzierte der NWDR mit Schroth im Hörfunk die Straßenfeger Dickie Dick Dickens und Gestatten, mein Name ist Cox. Im Fernsehen war er erfolgreich in den Fernsehserien Alle Hunde lieben Theobald (1969) und Jacob und Adele (1983) mit Brigitte Horney.

Filme u.a.: Gauner im Frack (1937), Krach im Vorderhaus (1941), Das Mädchen Juanita (1945), Der grosse Fall (1945), Meine Nichte Susanne (1950), Engel im Abendkleid (1951), Wenn der Vater mit dem Sohne (1955), Liebe auf krummen Beinen (1959).

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München, Nordfriedhof

Harald Juhnke eigentl. Harry Heinz Herbert Juhnke

 

Deutscher Schauspieler und Entertainer; der Sohn eines Polizeibeamten wuchs im Berliner Arbeiterviertel Wedding auf. Nach dem Abitur und einem Studium, das er abbrach, nahm er 1950 ein Engagement nach Neustrelitz und danach 1953 eine erste Filmrolle in Berlin an. Viele Jahre wirkte er als der etwas schnoddrige Typ in Boulevardstücken und Kinofilmen mit. Ab 1977 spielte er zusammen mit Grit Böttcher in Ein verrücktes Paar für das Fernsehen und übernahm nach dem Tod Peter Frankenfelds 1979 die Musiksendung Musik ist Trumpf, die er 1981 verlor, als das ZDF ihm fristlos kündigte, weil er zur Sendung nicht erschien. 1987 drehte er zusammen mit Eddi Arent die Sketchreihe Harald & Eddi für den NDR. Er konnte aber sein schauspielerisches Talent auch in seriösen Rollen zeigen; so erlangte er in den 1990er Jahren Anerkennung durch die Darstellung ernsthafter Charaktere wie z.B. in Der Hauptmann von Köpenick, in Schtonk (1992), eine Satire um die Hitler Tagebücher und besonders in Der Trinker (1995), nach dem Roman von Hans Fallada, in dem er sozusagen sein eigenes Leiden an der Alkoholkrankheit verarbeitete. Besonders während der Dreh- und Theaterpausen verfiel er dieser Sucht, die ihm sein Publikum, trotz der Exzentrik, nicht ernsthaft übelnahm. So mußte er auch schon mal für einige Monate in den Knast, als er sich 1959 mit der Polizei in alkoholisiertem Zustand eine Verfolgungsjagd leistete, die in Handgreiflichkeiten endete. Ins Gerede kam Juhnke 1997 auch durch eine unter Alkoholeinfluß gemachte rassistische Bemerkung gegenüber einem schwarzen Wachmann während eines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten. Diese angebliche Äußerung führte zur vorübergehenden Trennung zwischen Juhnke und der ARD. Die Alkoholabhängigkeit führte bei dem beliebten Schauspieler letztlich zur körperlichen Zerrüttung. Juhnke starb in einem Heim für Demenzkranke.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Der tolle Bomberg (1957), Piefke, der Schrecken der Kompanie (1958), U 47 - Kapitänleutnant Prien (1958), Wenn Mädchen ins Manöver ziehen (1958), Familie Buchholz (1958), Der verkaufte Großvater (1962), Allotria in Zell am See (1963), Klein Erna auf dem Jungfernstieg, (1969), Preußenkorso (1974), Harry & Sunny (1993), Klinik unter Palmen (1997),

Auszeichnungen u.a.: Goldene Kamera (zweimal), mehrere Bambis, Ernst-Lubisch-Preis (1993).

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Lil Dagover née Marie Antonie Sieglinde Martha Seubert

Bild; Alexander Binder, 1929 no_copyright

Deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin; die Tochter eines Forstbeamten in holländischen Diensten besuchte nach dem Tod ihrer Mutter ein Mädchenstift in Tübingen. 1919 nahm sie den Künstlernamen Lil Dagover an und debütierte in dem Film Harakiri von Fritz Lang und spielte im selben Jahr in Robert Wienes (*1873, †1938) Film Das Cabinet des Dr. Caligari die Hauptrolle. 1930 gelang ihr mit Va Banque der Sprung in den Tonfilm. 1931 ging sie für den Film The Woman from Monte Carlo (1932), den Michael Curtiz drehte, nach Hollywood, aber der Traum von einer Karriere dort erfüllte sich nicht; sie kehrte enttäuscht in ihre Heimat zurück. Dort war sie als UFA-Star jedoch sehr erfolgreich: Alleine zwischen 1933 und 1944 war sie in 23 Spielfilmen zu sehen. Als Goebbels die Filmbranche in seine Politik einzubinden begann, zog sie sich zunächst mehr auf das Theaterspielen zurück. Dennoch leistete sie nach Beginn des Zweiten Weltkriegs Truppenbetreuung für die Wehrmacht. Mit einem eigenen Tourneetheater gastierte sie 1943 an der Ostfront und 1944 auf den von den Deutschen okkupierten Kanalinseln Jersey und Guernsey. Für ihren Einsatz erhielt sie das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse. Nach Ende des Krieges und der Entnazifizierung konnte sie an ihre Vorkriegserfolge beim Film anschließen.

Filme u.a.: Der müde Tod (1921), Phantom (1922), Der Kongreß tanzt (1931), Lady Windermeres Fächer (1935), Fridericus (1937), Friedrich Schiller – Triumph eines Genies (1940), Kronprinz Rudolfs letzte Liebe (1956), Karl May (1974), Der Richter und sein Henker (1975).

Auszeichnungen u.a.: Deutscher Filmpreis in Gold (1962)

Autobiographie: Ich war die Dame (1979).

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Grünwald (Ldkrs. München), Waldfriedhof

Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Bild: Claus Harmsen (07/2005, stones & art)
Bilder: Holger Redieske (2006)
Bild: Josef Aschenbrenner (02/2006)

Inschrift auf der Rückseite des Stein.

Bilder: Matthias Bauer (05/2006)
Bild: Matthias Bauer (2002)

Anna Magnani

 

Italienische Schauspielerin; Tochter eines ägyptischen Vaters (umstritten) und einer italienischen Mutter; wuchs bei ihrer Großmutter in einem der Armenviertel der italienischen Hauptstadt auf. Im Alter von 15 Jahren erhielt sie Schauspielunterricht an der Accademia d'Arte Drammatica, wobei sie sich die Gebühren für den Unterricht durch Auftritte als Sängerin in Nachtklubs verdiente. 1926 spielte sie ihre erste größere Rolle am Theater. Im Jahr 1934 folgte mit einer kleinen Rolle ihr Filmdebüt in La cieca di Sorrento (dt. Die Blinde von Sorrent). Sie blieb zunächst vornehmlich Theaterschauspielerin, war aber ab Anfang der 1940er Jahre immer öfter auch im Kino zu sehen, wobei sie oft den Typ der warmherzigen und sinnlichen “Frau aus dem Volk” verkörperte. Als ihren ersten “richtigen“ Film bezeichnete Vittorio De Sica Teresa Venerdì (1941, dt. Verliebte Unschuld), der unter seiner Regie entstand; es folgten weitere kleinere Rollen z.B. in Mario Bonnards Campo de' Fiori (1943) oder Mario Mattòlis L'ultima carrozella (1943), bis mit Roberto Rossellinis neorealistischem Film Roma, città aperta (1945, dt. Rom - offene Stadt) ihr künstlerischer Durchbruch erfolgte. Nach einigen weiteren in Italien gedrehten Filmen ging sie nach Hollywood, wo sie in einigen Spielfilmen mitwirkte. Unter der Regie von Jean Renoir drehte sie die Komödie Le carrosse d'or (1952, dt. Die goldene Karosse). Für ihre darstellerische Leistung in der Tennessee Williams-Adaption The Rose Tattoo (1955, dt. Die tätowierte Rose), wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet. Auch in Pier Paolo Pasolinis Sozialdrama Mamma Roma (1962), in dem sie eine Prostituierte spielte, die sich für ihren Sohn aufopfert, glänzte sie durch eine überragende Darstellung des Charakters. Ihren letzten kurzen Filmauftritt hatte sie in Federico Fellinis semi-autographischem Film Roma (1972, dt. Fellinis Roma).

Seit 1936 war Magnani, die als eine der bedeutendsten Schauspielerinnen des italienischen Films gilt, mit dem italienischen Filmregisseur Goffredo Alessandrini verheiratet.

Filme u.a.: Abbasso la ricchezza (1946, dt. Zum Teufel mit dem Reichtum), L’amore (1948, dt. Amore), Wild Is The Wind (1957, dt. Wild ist der Wind), The Fugitive Kind (1960, dt. Der Mann in der Schlangenhaut). 

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San Felice Circeo, Cimitero Comunale

Peter Michael Falk

 

US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent; Sohn eines aus Polen stammenden Vaters und einer russischstämmigen Mutter, die gemeinsam in New York ein Bekleidungsgeschäft betrieben. Nach einer kurzen Zeit auf einem College und einer wegen seiner Behinderung vergeblichen Bewerbung bei der Navy (sein rechtes Auge war aufgrund einer Erkrankung bereits im Alter von drei Jahren durch ein Glasauge ersetzt worden) war er dann 18 Monate lang Koch bei der Handelsmarine. 1951 schloß er an der Syracuse University in New York ein Studium der Betriebswirtschaft ab. 1953 bewarb er sich bei der CIA, wurde aber abgelehnt, da er sich zuvor in Jugoslawien, einem seinerzeit zum kommunistischen Ostblock gehörenden Land, aufgehalten hatte. Er arbeitete dann bei einer Finanzbehörde in Hartford (Connecticut) und spielte in seiner Freizeit in einer Laienspielgruppe Theater. Nach einer Schauspielausbildung im Jahre 1955 war er 1956 erstmals auf Theaterbühnen zu sehen und wirkte ab 1958 dann auch in verschiedenen Nebenrollen in Filmen mit, in denen er meistens Kleinkriminelle verkörperte. Schon wenig später wurde er für seine schauspielerischen Leistungen in Murder Inc. (1960, dt. Unterwelt) und in A Pocketful of Miracles (1961, dt. Die unteren Zehntausend) für den Oscar nominiert; es folgten zahlreiche andere Spielfilme. Weltweit bekannt aber wurde Peter Falk durch seine kauzige Darstellung des Inspektor Columbo, Kriminalbeamter beim Los Angeles Police Department (LAPD) in der Fernsehserie, die in Amerika Lieutenant Columbo heißt und die zwischen 1971 und 1977 produziert und ab 1989 mit neuen Folgen fortgesetzt wurde. Eine der besten Episoden aus der Columbo TV-Serie war How to Dial a Murder (1978, dt. Mord per Telefon), in dem zwei Dobermänner auf das antrainierte Stichwort “Rosebud” (aus Orson Welles’ Film Citizen Kane (1941), als er in der Rolle des Charles Foster Kane das Wort zu Beginn des Filmklassiker verwendete, bevor er sein Leben aushauchte), einen Menschen töten, oder indem er in der Episode Butterfly in Shades of Grey (1993, dt. Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter) William Shatner als Bösewicht überführt. Ein einziges Mal ermittelte Falk als Columbo außerhalb von Los Angeles, in dem 1972 gedrehten Film Dagger Of The Mind (dt. Alter schützt vor Torheit nicht); in dieser Episode löste er einen Mordfall in London. 1987 holte der Filmregisseur Wim Wenders Peter Falk für den Film Der Himmel über Berlin (1987) nach Deutschland, der 1993 unter dem Titel In weiter Ferne, so nah fortgesetzt wurde. 

Falk war mit John Cassavetes und Ben Gazzara (*1930, †2012) eng befreundet. Unvergessen deren gemeinsamer Film Husbands (1970, dt. Ehemänner), für den Cassavetes das Drehbuch geschrieben hatte und auch die Regie führte und in dem sie erstmals gemeinsam auftraten. 2007 wurde bekannt, daß Falk an der Alzheimer-Krankheit leidet.

Filme u.a.: Robin and the 7 Hoods (1964, dt. Sieben gegen Chicago), The Great Race (1965, dt. Das große Rennen rund um die Welt), A Woman Under the Influence (1974, dt. Eine Frau unter Einfluß), Murder by Death (1976, dt. Eine Leiche zum Dessert),

Auszeichnungen u.a.: 3 Emmys als bester TV-Darsteller in seiner Rolle als Columbo.

Inschrift: I’m not here, I’m home with Shera [Ich bin nicht hier, ich bin zuhause bei Shera].

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Westwood (CA), Village Memorial Park

Bild: Matthias Bauer (06/2011)

Alice Martha Treff

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Kammermusikers; nach Besuch einer Handelsschule nahm sie Schauspielunterricht am Max-Reinhardt-Seminar in Berlin und kam 1932, nachdem sie an einigen Theaterbühnen gespielt hatte, zum Film, wo sie an der Seite von Willi Forst und Paul Hörbiger Peter Voß, der Millionendieb die Rolle der Polly verkörperte. Es folgten bis in die 1990er Jahre ca. 150 weitere Filme, darunter erfolgreiche Streifen wie Canaris (1954) neben dem unvergessenen O.E. Hasse, dem Anti-Kriegsfilm Kinder, Mütter und ein General (1955), gemeinsam mit Ewald Balser. Später wirkte sie auch in Fernsehfilmen und einigen Episoden in TV-Serienproduktionen mit, war aber auch eine vielbeschäftigte Synchronsprecherin.

Fernseh- und Filmeproduktionen u.a.: In jenen Tagen (1947), Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957), Feuerzangenbowle (1970), Der Winter, der ein Sommer war (1976), Rheingold (1978), Der Fall Maurizius (1981)

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Berlin-Steglitz-Zehlendorf, Friedhof Lichterfelde (anonym)

Curth Flatow

 

Deutscher Bühnen- und Drehbuchautor; Sohn eines Humoristen und Vortragskünstlers und einer Chansonsängerin; war nach Mittlerer Reife und einer kaufmännischen Lehre zunächst in der Bekleidungsindustrie. tätig, bevor er als Verkäufer und Modezeichner arbeitete. 1945, nach einem erfolgreichen Auftritt bei einer Nachwuchsmatinee, gründete er die Berliner Kabarettgruppe Die Außenseiter und war als Kabarettschauspieler im Kabarett der Komiker beschäftigt. Nach einem Erfolg mit der Revue Melodie der Straße im Jahre 1947, die er gemeinsam mit Bruno Balz schrieb, blieb er dem Boulevardtheater treu und verfaßte mehr als 20 Stücke, von denen die Stücke Das Fenster zum Flur (1960) mit Rudolf Platte und Inge Meysel, die Komödie Das Geld liegt auf der Bank (1968) sowie Vater einer Tochter und Der Mann, der sich nicht traut (1973), in denen Georg Thomalla in der Hauptrolle zu sehen war, erfolgreich. Sein Roman Ich heirate eine Familie wurde zu einer erfolgreichen ZDF-Fernsehserie umgearbeitet, in dem Thekla Carola Wied und Peter Weck die Hauptrollen besetzten.

Außerdem schrieb Flatow, der mit Hans Rosenthal seit Ende des Zweiten Weltkrieges eng befreundet war, für dessen erfolgreiche Fernsehratesendung Dalli Dalli Beiträge zu einige Sendungen.

Auszeichnungen u.a.: Bundesverdienstkreuz (1980).

Autobiographie: Am Kurfürstendamm fing’s an (2000).

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Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Bild: Hans-Christian Seidel (11/2011)
Bilder: Holger Schulte Zurhausen (06/2013)

Rechts das Grab Billy Wilders

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Hinweis: Shera Danese war Falks zweite Ehefrau.

Theater / TV / Film / Show XXXIV

Omnibus salutem!