Bild: Matthias Bauer (08/2007)

Günther Jerschke

Bild: Herbert Greite

Deutscher Schauspieler; absolvierte eine Ausbildung zum Pharmazeuten, bevor er während des Zweiten Weltkriegs privaten Schauspielunterricht nahm. Nach dem Krieg erhielt er erste Engagements an verschiedenen Hamburger Theatern. 1954 trat er in München als Kabarettist im Simplicissimus auf. Seine erste kleine Filmrolle hatte er bereits als 17-Jähriger 1938 in Pour le Merite, einem NS-Propagandafilm für die Luftwaffe. Im Nachkriegskino sah man ihn erstmals 1951 in der Revue Die verschleierte Maja unter der Regie von Géza von Cziffra. Jerschke war fortan abonniert für prägnante Nebenrollen, in denen er die unterschiedlichsten Charaktere verkörperte. 1957 spielte er in Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull nach Thomas Mann, im selben Jahr in Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche nach Ehm Welk und 1958 an der Seite von Curd Jürgens in Der Schinderhannes. Mit Heinz Erhardt sah man ihn in insgesamt vier Filmen, darunter Natürlich die Autofahrer (1959) und Das kann doch unsren Willi nicht erschüttern (1970). Seit den 1960er Jahren war er aber auch häufig in Fernsehspielen zu sehen, u.a. in Wolfgang Staudtes Die Rebellion (1962), ferner in den Dokumentarspielen Marinemeuterei 1917 und Der Fall Liebknecht-Luxemburg (beide 1969), sowie in Fernsehserien wie Tatort, Sonderdezernat K1, Ein Fall für TKKG, Großstadtrevier und Zwei Münchner in Hamburg. Vielen eifrigen Kinobesuchern ist er aus den Wochenschauen der Jahre 1964, 1965 und 1967 bekannt: In ihnen war er in Spots zu sehen, die vor den Gefahren unbedachten Handelns im Haus und auf der Straße warnen sollten. Die Spots endeten jeweils mit dem von Jeschke in der Rolle eines Leichenbestatter geäußerten Satz: ”Bei mir liegen Sie richtig!” Seine letzte Rolle hatte er in der Komödie Verdammt, er liebt mich an der Seite von Corinna Harfouch und Helmut Berger, und er arbeitete als Synchronsprecher. In Erinnerung bleiben wird er als “Professor Hastig“ aus der Sesamstraße.

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Hamburg-Niendorf, Alter Friedhof

Kurt Weinzierl

 

Österreichischer Schauspieler und Kabarettist; nach dem Besuch des Mozarteums in Salzburg von 1948 bis 1951 und einer Schauspielausbildung folgten Theaterengagements von 1953 bis 1970 in Klagenfurt und zwischen 1955 und 1960 und erneut von 1962 bis 1964 in Salzburg. Danach trat er im Fernsehen und in Filmen in Erscheinung. 1971 spielte unter der Regie von Axel Corti in dem für das Fernsehen produzierten Film Der Fall Jägerstätter. Für seine Darstellung des Franz Jäerstätter erhielt er den Österreichischen, den ab 1997 in Axel-Corti-Preis umbenannten Fernsehpreis. Von 1981 bis 1983 war er in der Rolle des Polizeipräsident in der österreichischen Kriminalserie Kottan ermittelt zu sehen. Zwischen 1976 und 1981 war er Mitglied im 1956 von Dieter Hildebrandt und Sammy Drechsels gegründeten politischen Kabarett “Lach- und Schießgesellschaft“ in München. Ab 1981 arbeitete Weinzierl als freischaffender Schauspieler. Von 1981 bis 1983 war er künstlerischer Leiter der Tiroler Volksschauspiele in Telfs.

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München, Nordfriedhof

Bilder: Hajo Rackel (11/2008)

Paul Taglioni eigentl. Paolo Nikola Taglioni

 Mit seiner Schwester Marie

Tänzer, Choreograph und Ballettmeister italienischer Abstammung; Sohn des Ballettmeisters und Tänzers Filippo Taglioni (*1777, †1871); Bruder von Marie Taglioni, einer der stilprägenden Ballerinen ihrer Zeit und Meisterin im Spitzentanz. Er studierte bei seinem Vater, sowie in Paris bei Jean-Francois Coulo. Ab 1829 trat er zusammen mit seiner Schwester in der Balletttruppe des Königlichen Schauspiels auf. 1831 choreographierte er mit Die Pagen des Herzogs von Vendôme nach der Musik von Carl Blum sein erstes Ballett. 1847 wurde er zum Ballettmeister an Her Majesty's Theatre in London ernannt. Ab 1849 war er Ballettmeister an der Königlichen Oper in Berlin, von 1853 bis 1856 Ballettmeister in Neapel und von 1856 bis 1883 in derselben Position an der Hofoper in Berlin. Außerdem war er zwischen 1853 und 1874 Gastballettmeister in Wien, 1869 kehrte an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück und wirkte dort bis 1883 als Ballettdirektor.

Auch seine Ehefrau Anna Amalie Galster (*1812, †1881) sowie seine in Berlin geborene Tochter Marie Taglioni die Jüngere (*1833, †1891) waren begabte Tänzerinnen.

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Berlin, Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinden

Dolores del Rio eigentl. Lolita Dolores Martínez Asúnsolo López Negrette

Mexikanische Filmschauspielerin; nahm Ballettunterricht am Konservatorium in Mexiko-Stadt und später auch in Europa. 1925 ging sie nach Hollywood, wo sie in dem Film Joanna von Edwin Carewe, mit dem sie weitere erfolgreiche Filme für United Artists drehte, debütierte. 1926 gehörte sie zu den WAMPAS1, und man wurde auch international auf sie aufmerksam, als sie in Raoul Walshs Antikriegsfilm What Price Glory? (dt. Rivalen) zu sehen war. Wegen ihres starken Akzents weigerte sie sich zunächst, in dem neuen Medium des Tonfilms mitzuwirken; tatsächlich war der 1930 gedrehte Tonfilm The Bad One wenig erfolgreich, so daß del Rio zunächst auf weitere Filme verzichtete. 1932 wechselte sie zu RKO und wurde unter der Regie von King Vidor noch im selben Jahr in Bird of Paradise besetzt, in dem ihre exotische Schönheit - Marlene Dietrich bezeichnete sie als “die schönste Frau Hollywoods” - zur Wirkung kam. Ein Jahr später wirkte sie an der Seite von Ginger Rogers und Fred Astaire (die sich während der Dreharbeiten kennengelernt hatten) in dem Film Flying Down to Rio mit, der durch seine flotte Musik, aber v.or allem aber durch die spektakulären Aufnahmen von auf den Flügeln fliegender Flugzeuge tanzender Mädchen Aufmerksamkeit erregte. Bis 1942 drehte sie weiterhin in den Vereinigten Staaten, zuletzt unter der Regie von Orson Welles die weibliche Hauptrolle in Journey into Fear (dt. Von Agenten gejagt) an der Seite von Joseph Cotten. Aber sie wurde mit den Rollenangeboten unzufrieden, so daß sie schließlich in ihre Heimat zurückkehrte, wo sie zu einer Ikone des mexikanischen Films und deren Industrie wurde. Mit ihrem erster Film dort, Flor Silvestre (1943), gelang ihr die Fortsetzung ihrer Karriere auch in Mexiko, die bis in die frühen 1970er Jahre andauerte. 1946 erhielt sie für die Darstellung der Hauptrolle in Las Abandonadas einen “Ariel”, den damals neugegründeten mexikanischen Filmpreis. In den 1960er Jahren trat sie noch einmal in US-amerikansichen Filmen auf: in Don Siegels Flaming Star (1960, dt. Flammender Stern) und John Fords Cheyenne Autumn (1964, dt. Cheyenne), arbeitete aber auch immer wieder an mexikanischen und US-amerikanischen Theatern sowie im Fernsehen.

Filme u.a.: The Man from Dakota (1940), The Fugitive (1947), More than a Miracle (1967).

Auszeichnungen u.a.: In Anerkennung ihrer 50-jährigen Filmkarriere der Goldenen Ariel (1975).

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1 Jährlich zwischen 1922 und 1934 wurden von der Western Association of Motion Picture Advertisers jeweils (mit einer Ausnahme im Jahr 1932) dreizehn junge Frauen ausgewählt, von denen man glaubte, sie würden in der nächsten Saison zu Leinwandstars reüssieren. Ihnen zu Ehren wurde unter dem Namen “WAMPAS Frolic” eine Party ausgerichtet, um sie der Presse vorzustellen. Zu den WAMPAS gehörten neben Dolores del Rio u.a. Clara Bow (1924), Joan Crawford (1926), Dolores Costello (1926), Janet Gaynor (1926), Mary Astor (1926), Fay Wray (1926), Sally Rand (1927), Loretta Young (1929), Anita Page (1929), Joan Blondell (1931) und Ginger Rogers (1932).

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Bilder: Anzor (12/2008)

Mexiko-Stadt, Panteón del Dolores, Rotonda de los Hombres Ilustres

George Orson Welles

1937

US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Autor; Sohn eines streng katholischen, wohlhabenden Geschäftsmannes und einer Konzertpianistin, die ihn frühzeitig u.a. an die Werke William Shakespeares heranführte und ihn mit dem Vaudeville vertrautmachte. Nach der Trennung der Eltern zog die Mutter mit dem 6-jährigen Orson nach Chicago, wo er mit der Oper- und Theaterszene in Berührung kam. Nachdem auch seine Mutter gestorben war, kam er in die Obhut des Arztes Maurice Bernstein. In den 1930er Jahren inszenierte Welles in New York Stücke von Shakespeare, u.a. 1936 eine “Voodoo”-Vorführung von Macbeth (1936) mit farbigen Schauspielern und das Dramas Julius Caesar, in dem auch Joseph Cotten mitwirkte, der Welles später in bedeutenden Filmen begleiteten wird. Welles Bearbeitung des Dramas, in dem er Bezug auf aktuelle Ereignisse herstellte und das Publikum mit einband, gilt bis heute als eine der bedeutendsten Shakespeare-Inszenierungen in den Vereinigten Staaten. Bekannt wurde er durch das Radio, in dem er als Protagonist in der Hörspielreihe The Shadow, die 1930 auf Sendung ging, in Erscheinung trat. 1937 war er einer der Gründungsmitglieder des “Mercury Theatre”, das sich mit experimentellen Theaterstücken und Hörspielen einen Namen machte. Am 11.7.1938 ging er mit der Theatertruppe mit dem Stück Dracula bei CBS auf Sendung. Dreieieinhalb Monate später, am 30.10.1938, ging er mit dem Hörspiel, das auf der Erzählung The War of the Worlds (1898, dt. Krieg der Welten) von dem englischen Schriftsteller H.G. Wells basiert und das Welles als Hörspielversion hatte umarbeiten lassen, auf Sendung. Parallel zu dieser Sendung lief im NBC Red Network die sehr populäre Sendung Chase and Sanborn Hour. Als diese Sendung durch eine Pause unterbrochen wurde, schalteten zahlreiche Hörer zu CBS um, und zwar in dem Moment, als dort gerade über die Landung von Marsianern berichtet wurde. Da die Hörerschaft die zwischendurch erfolgten Hinweise auf den fiktiven Charakter der Sendung nicht gehört hatte, wurden sie durch deren realistischen, im Stil einer Live-Reportage an diesem Halloweenabend gehaltenen Sendung dermaßen verunsichert, daß landesweit Panik ausbracht, weil angeblich in der Kleinstadt Grover's Mill in New Jersey das erste von einer Reihe von marsianischen Raumschiffen gelandet sei und deren Besatzungen sich aufmachten, das Land in ihre Gewalt zu bringen. Nicht nur erreichte er die ersehnten höheren Einschaltquoten, die Sendung war zugleich auch der Beginn einer steilen Karriere, die ihn nach Hollywood brachte. Dort nahm ihn das Hollywood-Studio RKO unter Vertrag, und er drehte 1941 den Film Citizen Kane, zu dem ihn das Leben des Medienmoguls William Randolph Hearst inspiriert hatte. Er schrieb das Drehbuch, führte die Regie und agierte als Hauptdarsteller. Bis heute gilt der Film als ein Meilenstein der Kinogeschichte. An das Sujet knüpfte er als Regisseur mit dem Film The Magnificent Ambersons (1942, dt. Der Glanz des Hauses Amberson) an; es folgte eine Reihe von Filmen mit Hollywoodgrößen, u.a. das düstere Kriminalmelodram The Lady from Shanghai (1947, dt. Die Lady von Shanghai), an der Seite seiner zweiten Ehefrau Rita Hayworth, oder The Stranger (1946, dt. Die Spur des Fremden) mit Edward G. Robinson und Loretta Young. Ende 1947 ging Welles, der wegen seiner linken politischen Einstellung und seiner Kontakte zu Mitgliedern der Kommunistischen Partei auf der schwarzen Liste des republikanischen Senators Joseph McCarthy stand, nach Europa, wo er 1949 die Rolle des Harry Lime in dem in Wien angesiedelten Agentenfim The Third Man (dt. Der dritte Mann) nach dem Roman von Graham Greene verkörperte. Neben anderen Filmarbeiten sowie Radioarbeit in England begann er 1949 mit den Arbeiten an dem auf dem Drama von Shakespeare basierenden Film Othello (1955), in dem er den eifersüchtigen Mohren Othello darstellte. Weller, der später immer wieder zwischen Hollywood und Europa pendelte, kehrte erst 1956 wieder in die USA zurück, wo er u.a. Touch of Evil (1958, dt. Im Zeichen des Bösen) mit Marlene Dietrich und Janet Leigh drehte. In Erinnerung bleibt auch seine Darstellung des Long John Silver in der Adaptation von Robert Louis Stevensons Erzählung Treasure Island (1883, dt. Die Schatzinsel), die 1973 in die Kinos kam. Größere Aufmerksamkeit erlangte Welles noch einmal 1975 mit dem Film-Essay Vérités et mensonges (F for Fake / F wie Fälschung). In seinen letzten Lebensjahren zog er sich zunehmend vom Filmgeschäft zurück. Eine jahrelange Affäre mit der mexikanischen Schauspielerin Dolores del Rio, die er 1932 kennengelernt hatte, endete kurz nachdem beide in dem Film Journey into Fear (1943, dt. Von Agenten gejagt) mitgewirkt hatten: del Rio kehrte sie in ihre Heimat zurück, und Welles heiratete 1944 Rita Hayworth.

Filme u.a.: Tomorrow Is Forever (1945, dt. Morgen ist die Ewigkeit), Touch of Evil (1958, dt. Im Zeichen des Bösen), Compulsion (1959, dt. Der Zwang zum Bösen), Ferry to Hong Kong (1959, dt. Fähre nach Hongkong), House of Cards (1968, dt. Jedes Kartenhaus zerbricht), Voyage of the Damned (1976, dt. Reise der Verdammten), Waterloo (1970, dt. Waterloo).

Auszeichnungen u.a.: Ehren-Oscar für sein Lebenswerk (1971), Life Achievement Award des American Film Institute (1972).

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Ronda (Prov. Málaga) Privatgelände des Stierkämpfers Antonio Ordoñez

Bilder: Ralph Steffen Kruse (05/2009)

Harold Eugene "Hal" Roach Sr.

 

US-amerikanischer Filmregisseur, -produzent und -schauspieler; Nachkomme irischer Einwanderer; kam, nachdem er eine Zeit seiner Jugendjahre in Alaska verbracht hatte, 1912 nach Hollywood, wo er zunächst als Statist in Stummfilmen mitwirkte. Eine Erbschaft ermöglichte es ihm, ab 1915 gemeinsam mit seinem Freund Harold Lloyd kurze Komödien zu drehen, in denen Lloyd in der Rolle des Lonesome Luke auftrat. Da er sein Studio aufgrund der in der Innenstadt von Los Angeles geltenden Bebauungsbeschränkungen nicht erweitern konnte, kaufte er in Culver City ein Gelände, auf dem er die Hal Roach Studios gründete. Während der 1920er und 1930er Jahre arbeitete für ihn neben Lloyd (der sein “Zugpferd” war, bis er das Unternehmen verließ), u.a. Will Rogers, Harry Langdon, Thelma Todd und Patsy Kelly und als die berühmtesten Stan Laurel und Oliver Hardy. 1925 warb er von seinem in den 1920er Jahren stärksten Konkurrenten, dem Produzent Mack Sennett, dessen Regisseur F. Richard Jones ab. Während er seine Filme zunächst über Pathé Exchange vertrieb, wechselte er 1927 zu Metro-Goldwyn-Mayer. Nach Aufkommen des Tonfilm ließ er diejenigen Filme, die auch ins Ausland verkauft werden sollten, auch in fremdsprachigen Versionen herstellen. So kamen z.B. Laurel- und Hardy-Filme in deutsche Kinos, in denen die beiden Komiker Deutsch sprachen, wobei die Texte von hinter der Kamera hochgehaltenen Tafeln abgelesen werden mußten. 1931 begann Roach neben Kurzfilmen, die weniger profitabel wurden, auch Filme in voller Kinolänge zu produzieren. Auch begann er, anspruchsvollere Komödie zu drehen, wie z.B. Topper (1937) und The Housekeeper's Daughter (1939) oder Streifen wie Captain Fury und One Million BC. (1940, dt. Tumak, der Herr des Urwalds). Sehr erfolgreich und gefeiert war sein nach einer Erzählung von John Steinbeck gedrehter Film Of Mice and Men (1939 dt. Von Menschen und Mäusen), während seine Laurel und Hardy-Komödien geschäftlich immer unwichtiger wurden und 1940 ausliefen. Als er im Juni 1942 zum Militär eingezogen wurde, produzierte er Ausbildungsfilme für die U.S. Army Air Forces. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm Roach die Produktion von Theaterstücken wieder auf. In wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet seine Produktionsfirma durch den totalen Einsatz von Farbfilmen, die zwar viel kosteten, aber wenig wirtschaftlichen Erfolg brachten, so daß er sich 1948 genötigt sah, sein Studio auf Fernsehproduktionen umzustellen. Gemeinsam mit seinem Sohn produzierte er zahlreiche TV-Shows und TV-Serien wie The Defenders für CBS. Außerdem konnten auch fremde Produktionsfirmen seine Studios benutzen. 1951 wurden in seinen Studios 1.500 Stunden TV-Programme im Jahr hergestellt - fast dreimal soviel wie in den Hollywood Studios. 1955 verkaufte er sein Unternehmen an seinen Sohn Hal Roach jr., dem allerdings der Geschäftsinn seines Vater abging, so daß das Unternehmen 1961 geschlossen werden mußte. Hal Roach sr.. betätigte sich jetzt gelegentlich als Berater. Im Jahr 1984 wurde der jetzt 92-jährige Roach mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Als er im Frühjahr 1992 bei der Feier anläßlich der Verleihung der Academy Awards sprechen wollte, aber das Mikrophon versagte, sagte Billy Crystal humorig: "I think that's fitting, after all - Mr. Roach started in silent film..." [Ich denke, das paßt letztendlich - Mr Roach fing (seine Karriere) ja mit einem Stummfilm an...]. Eine letzte Ehrung wurde ihm im Februar 1992 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin zuteil; hier wurde er mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Inschrift: After leaving Elmira he found success in Hollywood and motion pictures, but always loved his hometown and has returned.

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Bilder: Nick Reiter (07/2008)

Elmira (NY), Woodlawn Cemetery

Dirk Bach

Bild: Claus Harmsen (2004)

 

Deutscher Schauspieler und Komiker; Sohn eines Messingenieurs und Heimatforschers. Noch während seiner Schulausbildung, die er 1980 vorzeitig abbrach, wirkte Bach, der niemals eine Schauspielschule besucht hatte, 1978 erstmals bei einer Theateraufführung mit, der Adaption von Aischylos` Prometheus von Heiner Müllers. Seinen Durchbruch als Komödiant gelang dem kugelrunden und stets gut gelaunten Dirk Bach Mitte der 1980er Jahre in Walter Bockmayers Theaterstück Geyerwally.. 1992 wurde er Mitglied des Ensembles des Kölner Schauspielhauses. Einem breiten Publikum bekannt wurde er in der Fernsehserie Lukas, die zwischen 1996 und 2001 vom WDR ausgetrahlt wurde. Zwischen 2000 und 2007 trat er als ”Pepe” in der für Kinder produzierten Fernsehsendung Sesamstraße auf und fand durch seine Schlagfertigkeit viel Anerkennung 2004 und 2005 als Mitglied des Teams in der vom privaten Fernsehsender Sat.1 konzipierten und als Stehgreifkomödie angelegten TV-Sendung Schillerstraße. 2004 übernahm er gemeinsam mit Sonja Zietlow die Moderation der RTL-Produktion Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Bach wirkte auch in zahlreichen Hörbüchern mit, las u.a. aus Werken von Walter Moers, oder Terry Pratchett und trag aus Max Kruses Urmel aus dem Eis vor, wagte sich auch an Werke von Franz Kafka heran. Bach, der einer der ersten Prominenten war, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte, starb unvermittelt, während er sich in Berlin zu Proben zu dem Stück Der kleine König Dezember, das am Schloßpark Theater zur Aufführung gelangen sollte, aufhielt, in seiner dortigen Wohnung.

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Köln, Friedhof Melaten

Kurt Maetzig

 

 

Deutscher Filmregisseur; Sohn des Eigentümers einer Filmkopierfabrik; ging nach dem Abitur 1930 nach München, um dort u.a. Chemie und Volks- und Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Nach einem Aufenthalt zum Jura- und Studium der Soziologie und Psychologie an der Sorbonne in Paris promovierte er nach seiner Rückkehr in München 1935 mit der ArbeitDas Rechnungswesen einer Film-Kopieranstalt. Nachdem er zuvor bereits im Filmgeschäft tätig gewesen war und kleine Aufträge ausgeführt hatte, untersagte ihm die Reichsfilmkammer wegen der jüdischen Abstammung seiner Mutter 1934 jegliche weitere Tätigkeit beim Film. Er beschäftigte sich daraufhin bei diversen Firmen mit der Filmtechnik und der Photochemie und gründete dann selbst ein kleines Labor in der Nähe von Berlin. 1944 wurde er Mitglied der im Untergrund arbeitenden Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Terrorregimes gründete er im Januar 1946 die Wochenschau Der Augenzeuge, die von der DEFA produziert wurde, deren Mitbegründer er ebenfalls war, und drehte einige Dokumentarfilme. 1947 schuf er mit seinem Film Ehe im Schatten, in den Paul Klinger und Ilse Steppart die Hauptrollen spielten, .einen eindrucksvollen Film, der nicht nur an die Verbrechen der Nazi und deren Mitläufer erinnert, sondern auch an das Schicksal des beliebten Schauspielers Joachim Gottschalk, der mit seiner Familie nur den Tod als Ausweg vor der Nazi-Herrschaft sah. Dieser, nach einer Novelle Es wird schon nicht so schlimm von Hans Schweikart geschaffene Film, war einer der Höhepunkte seiner Nachkriegsarbeiten. Bereits 1949 nahm sein Film Die Buntkarierten als erster ostdeutscher Beitrag am Filmfestival Cannes teil. Maetzig, der seit 1950 Mitglied der Akademie der Künste der DDR war und 1954 die Deutsche Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg gründete, die er bis 1964 leitete und an der Filmnachwuchs im sozialistischen Sinne ausgebildet werden sollte, stellte sich in die Dienste der Ideologie der DDR, so besonders mit seinen beiden propagandistischen Filmen über den Kommunistenführer Ernst Thälmann, die Mitte der 1950er Jahre entstanden. Der 2-teilige Spielfilm Schlösser und Katen (1956 bzw. 1957) hat die Situation der Bauern und die zwangsweise Kollektivierung der privaten Landwirtschaft zum Thema. 1958 entstand der Monumentalfilm Das Lied der Matrosen, ein Loblied auf den Aufstand der Matrosen im Jahr 1917. Mit seinem nach einem Roman von Manfred Bieler gedrehten Film Das Kaninchen bin ich geriet er in den Fokus der Zensur der DDR-Führung; das Schicksal ereilte auch weitere seiner Produktionen des Jahres 1965. Allerdings konnte Maetzig bald wieder weiterarbeiten, während einige seiner Kollegen Berufsverbot erhielten.

Mitte der 1970er Jahre zog er aus der aktiven Filmgeschäft zurück. 1974 wurde er Vizepräsident des internationalen Verbands der Filmklubbewegung FICC, und 1979 verlieh man ihm die Ehrenpräsidentschaft auf Lebenszeit. Außerdem war er bis 1988 als Vorstandsmitglied des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden tätig, eine Position, die er 1967 eingenommen hatte. 

Filme u.a.: Ehe im Schatten (1947), Der Rat der Götter (1950), Das Mädchen auf dem Brett (1967), Die Fahne von Kriwoj Rog (1967),

Auszeichnungen u.a.: Nationalpreisträger, Vaterländischer Verdienstorden (1986), 

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Bilder: Hans-Christian Seidel (11/2012)

Berlin, Friedhof der Dorotheenstädtischen u. Friedrichwerderschen Gemeinden

Bilder: Bernd Schwibbe (06/2013)

Hildegard Krekel

 

 

Deutscher Schauspielerin; Halbschwester der Schauspielerin Lotti Krekel; war schon ab ihrem sechsten Lebensjahr als Sprecherin in Kindersendungen des Hörfunks des Westdeutschen Rundfunks Köln (WDR) beschäftigt. Im Sommer 1968 stand sie in der Verfilmung des Dramas Die Ratten von Gerhart Hauptmann, die Peter Beauvais für den WDR inszenierte, in der Rolle der Selma Knobbe vor der Fernsehkamera. Bekannt wurde sie jedoch in der Rolle der Tochter Rita des “Ekels” Alfred Tetzlaff, verkörpert von Heinz Schubert, in der in den 1970er Jahren vom WDR ausgestrahlten Fernsehserie Ein Herz und eine Seele von Wolfgang Menge, an der Seite von Diether Krebs und Elisabeth Wiedemann. In den 1990er Jahren spielte sie neben Rudi Carrell in der RTL-Serie Rudis Urlaubsshow und an der Seite von Hape Kerkeling (*1964) in Club Las Piranjas. Ab 1998 spielte Hildegard Krekel in der WDR-Serie Die Anrheiner die Kneipenwirtin Uschi Schmitz wie auch ab 2011 in der Nachfolgeserie Ein Fall für die Anrheiner.

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Köln. Friedhof Melaten

Bilder: Ulrich Farwick (02/2015)

Krista Keller Rosso, Principessa di Cerami

 

 

Deutsche Theater- und Filmschauspielerin und Theaterregisseurin; wurde 1958 im Alter von 27 Jahren in der Rolle der Anne Frank in der Theaterfassung des Tagebuch der Anne Frank, die an den Münchner Kammerspielen auf die Bühne kam, bekannt. Es folgten Gastspiele und Theaterengagements; so spielte sie 1965 Lady Milford in Schillers Kabale und Liebe an den Münchner Kammerspielen, 1966 Helena in Die Troerinnen am Thalia Theater Hamburg, 1968 Antoinette in Biographie Ein Spiel von Max Frisch an den Münchner Kammerspielen, 1969 die Königin in Don Carlos am Deutschen Theater München oder 1969 Marie Beaumarchais in Fritz Kortners Inszenierung von Goethes Clavigo am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Bei den Bad Hersfelder Festspielen 1971 verkörperte sie Elekra in Eugene O’Neills Trauer muß Elektra tragen.

Bereits ab Mitte der 1950er Jahre wirkte sie auch in einigen Filmen mit. so in Rose Bernd (1957) von Wolfgang Staudte, gedreht nach Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Bühnenstück. Nach dem Tod ihres Ehemannes Domenico Rosso, Fürst von Cerami, mit dem sie in Luzern im September 1959 die Ehe geschlossen hatte, ließ sie sich im Jahre 1972 in London nieder und wurde vor allem durch ihre zahlreichen Rollen in TV-Kriminalfilmen wie Der Alte. Tatort und Derrick bekannt. 1979 inszenierte sie im Münchner Off-Off-Theater Georg Büchners Leonce und Lena.

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Bilder: Matthias Bauer (06/2018)

Taormina (Sizilien), Cimiterio comunale

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Theater / TV / Film / Show CLII

Omnibus salutem!