
Ann Harding eigentl. Dorothy Walton Gatley
US-amerikanische Schauspielerin; die Tochter eines Hauptmanns (Captain) der US-Army spielte schon im Laientheater der High School. Da sich ihre Eltern für sie keine weitere Ausbildung an einem College leisten konnten, arbeitete Harding in einer Versicherungsgesellschaft, bevor sie nach einem Zwischenspiel bei der Famous-Players-Lasky Company, bei der sie Texte korrekturlas, 1921 in New York für ihre Darstellung in Inheritors viel Lob seitens der Kritiker erntete. Nachdem sie 1929 bei den Pathé Studios einen Vertrag unterzeichnet hatte, verließ sie den Broadway und drehte ihren ersten Film, Paris Bound, an der Seite von Frederic March (*1897, †1975), gefolgt von einem Film mit ihrem Mann Harry Bannister, den sie 1926 geheiratet hatte, Her Private Affair; noch im gleichen Jahr drehte sie bei United Artists Condemned. Nach ihrer zweiten Heirat im Jahre 1937 unterbrach sie ihre Karriere, kehrte erst 1942 auf die Leinwand mit dem Streifen Eyes in the Night zurück. 1947 unterbrach sie hre Arbeit erneut, drehte nur noch drei Film und schließlich 1956 ihren letzten Film wie einst ihren ersten mit Frederic Marc: The Man in the Gray Flannel Suit (Der Mann im grauen Flanell); sie trat aber weiterhin noch an Theatern auf.
Filme u.a.: Holiday, The Girl of the Golden West (beide 1930), East 1930's (1931), Prestige, The Animal Kingdom (beide 1932), Love From a Stranger (1937)
Los Angeles, Hollywood Hills, Forest Lawn
Ange Philippe Paul André Léotard-Tomasi
Französischer Schauspieler und Sänger; Bruder des Diplomaten und ehemaligen Verteidungsministers François Léotard; drehte während seiner über drei Dekaden dauernden Karriere mehr als 70 Filme für das Kino und das Fernsehen unter so berühmten Regisseuren wie Francois Truffaut und Claude LeLouch (*1937), arbeitete aber auch selbst als Regisseur und publizierte vier Musikalben und 1992 den Lyrikband Pas un jour sans une ligne. Letztlich verlor er seinen Jahre langen Kampf gegen seine Drogen- und Alkoholsucht, den er in seinem 1997 veröffentlichten Buch beschrieb.
Filme u.a.: Max et les ferrailleurs (1971, dt. Das Mädchen und der Kommissar), Un belle fille comme moi (1972, dt. Ein schönes Mädchen wie ich), The day of the Jackal (1973, dt. Der Schakal), French Connection II (1975),
Auszeichnungen u.a.: César (1983) für seine Darstellung in dem Film La Balance.
Paris, Cimetière du Montparnasse


Deutscher Schauspieler; der Sohn eines Flickschusters schlug sich nach dem Schuleabschluß als Gelegenheitsarbeiter, Bürobote und Hausdiener durch. 1929 trat er der KPD bei und spielte in kommunistischen Laienspiel-, Agitprop- und Kabarettgruppen; 1931 hatte er in dem nach einem Drehbuch von Bert Brecht gedrehtem Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? eine erste kleine Filmrolle. Nach der “Machtübernahme” durch die Nationalsozialisten verließ er Deutschland, emigrierte über Polen in die Sowjetunion. 1938 wurde er vom sowjetischen Geheimdienst NKWD abgeschoben und in Prag im März 1939 verhaftet, an die Gestapo ausgeliefert und durchlitt die Konzentrationslager Sachsenhausen, Dachau und Neuengamme. Am 3.5.1945 war er einer der wenigen Überlebenden KZ-Schiffes “Cap Arcona”, das nach der Bombardierung durch britischen Flugzeugen in der Lübecker Bucht unterging und ca. 4.600 KZ-Häftlinge mit in die Tiefe riß. 1947 wirkte er in Hamburg bei Ida Ehre in einer Nebenrolle in Wolfgang Borcherts Antikriegsstück Draußen vor der Tür bei der Uraufführung mit. Aus Hamburg holte ihn Brecht 1949 an das Berliner Ensemble, in dem er bedeutende Rollen verkörperte, u.a. den Matti in Herr Puntila und sein Knecht Matti, den Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochne Krug oder den Don Juan in Molières gleichnamigem Stück. Zu jener Zeit begann auch seine Karriere beim Film der DDR: So spielte Geschonneck unter der Regie von Frank Beyer 1974 in dem nach einem Roman von Jurek Becker entstandenen Streifen Film Jakob der Lügner, dem einzigen, jemals für den Oscar nominierten DEFA-Film. Ab 1960 arbeitete er nur noch für Film und Fernsehen. Geschonneck war seit 1949 Mitglied der SED, und blieb es, obwohl er auch immer wieder die Zustände in der DDR kritisierte und in das Visier der Staatsschützer geriet. Anschließend war er bis 2007 Mitglied der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)., Vorgänger der Partei Die Linke.
Filme u.a.: Liebe 47 (1948), Das kalte Herz (1950), Das Beil von Wandsbek (1951), Sonnensucher (1958), Nackt unter Wölfen (1963), Karbid und Sauerampfer (1964), Jeder stirbt für sich allein (1970), Bankett für Achilles (1975), Levins Mühle (1980).

Berlin, Friedhof d. Dorotheenstädt. u. Friedrichswerdersche Gemeinde

Loretta Young eigentl. Gretchen Michaela Young
US-amerikanische Schauspielerin; als Statistin wirkte sie bereits im Alter von vier Jahren in Stummfilmen mit; ihre erste Nebenrolle bekam sie 1927 für den Film Naughty But Nice (dt. Susannes erstes Abenteuer). Von den Scouts der First National Pictures wahrgenommen, wurde sie unter Vertrag genommen, ihr Vorname in Loretta geändert, und sie änderte ihre Haarfarbe wieder von blond in den Originalfarbton brunett; sie drehte jetzt mehrere Filme pro Jahr, allerdings als Darstellerin von Nebenrollen. Anfangs drehte sie an der Seite von Douglas Fairbanks jr.. 1929 gehörte sie zu den WAMPAS1. Den Übergang vom Stumm- zum Tomfilm schaffte sie nicht nur mühelos, sie wechselte jetzt auch von einer Neben- zu einer Hauptdarstellerin. 1934 wechselte sie zu der neugegründeten 20th Century, die bald darauf mit dem alten Fox Studio zur 20th Century Fox verschmolz. Dort drehte sie gemeinsam mit Tyrone Power fünf Filme: Ladies in Love (1936), Love Is News, Second Honeymoon, Café Metropol (alle 1937), Suez (1938). 1935 begann die attraktive Schauspielerin während der Dreharbeiten zu dem Film Call of the Wild, der ihre Beliebtheit beim Publikum steigerte, eine Affäre mit Clark Gable; aus dieser Beziehung ging eine Tochter hervor, die in Europa geboren wurde, wohin sie mit ihrer Mutter gegangen war, um die Schwangerschaft geheimzuhalten. 1940 löste sie sich von ihrer Vertragspartner und arbeitete erfolgreich als free-lancer, d.h. freischaffend). Schon ihr erster Streifen, eine Komödie unter dem Titel The Doctor Takes A Wife mit Ray Milland wurde ein finanzieller Erfolg. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sie ihre Karriere erfolgreich fortsetzen: mit The Stanger (1946, dt. Die Spur des Fremden) neben Orson Welles und mit The Bishop's Wife mit Cary Grant (1947). Für ihre Darstellung in The Farmer's Daughter (1947, dt. Die Farmerstochter) erhielt sie einen Oscar und für Come to the Stable (1949, dt. ...und der Himmel lacht dazu) eine Oscar-Nominierung). Ab 1953 wandte sie sich mehr dem Fernsehen zu: sie trat nicht nur über acht Jahre hinweg in ihrer eigenen Fernsehsendung The Loretta Young Show auf, sondern erhielt für ihren Fernsehfilm Christmas Eve (1986) einen Golden Globe Award und für Lady in a Corner (1989) eine Nominierung. Zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Jane Wyman war sie auch in Wohltätigkeitsorganisationen und in Kirchengemeinde aktiv.
Filme u.a.: Platinum Blonde (1931, dt. Vor Blondinen wird gewarnt), Zoo in Budapest, Midnight Mary (beide 1933).__________________________________________________________
1 Jährlich zwischen 1922 und 1934 wurden von der Western Association of Motion Picture Advertisers jeweils (mit einer Ausnahme im Jahr 1932) dreizehn junge Frauen ausgewählt, von denen man glaubte, sie wüden in der nächsten Saison zu Leinwandstars reüssieren. Ihnen zu Ehren wurde unter dem Namen “WAMPAS Frolic” eine Party ausgerichtet, um sie der Presse vorzustellen. Zu den WAMPAS gehörten neben Loretta Young u.a. Clara Bow (1924), Joan Crawford (1926), Dolores Costello (1926), Janet Gaynor (1926), Mary Astor (1926), Fay Wray (1926), Sally Rand (1927), , Anita Page (1929), Joan Blondell (1931) und Ginger Rogers (1932).
Culver City, (CA), Holy Cross Cemetery
Hinweis: Beigesetzt wurde ihre Urne in dem Grab ihrer Stiefmmutter Gladys Belzer.

Géza Hofi eigentl. Géza Hoffmann
Ungarischer Schauspieler und Humorist; war ab 1960 im Csokonai-Theater in Debrecen als Schauspieler tätig, aber erst nach einem Auftritt in der Silvestersendung des ungarischen Radios im Jahre 1968 wurde er einem breiteren Publikum bekannt. Später wurde seine Teilnahme an den Sivestersendungung zur festen Einrichtung auch des Fernsehens. Ab 1969 bis 1982 trat der begabte Unterhaltungskünstler mit Sketchen und Parodien - auch zur aktuellen Politik (“Gulaschkommunismus”) des KP-Führers und Ministerpräsidenten unter János Kádár und über Parteibonzen der Regierung - in dem kleinen Theater “Mikroszkóp Színpad“ in Budapest auf, aus dem das Fernsehen später auch Übertragungen machte, sowie im Madách-Theater. Heute erinnert eine Bronzestatue in der Budapester Innenstadt an den beliebten Künstler.

Budapest, Farkasréti-Friedhof

Deutsche Schauspielerin; nahm nach dem Besuch des Lyzeums bei Albrecht Schoenhals von 1930 bis 1932 Schauspielunterricht und hatte ihr Debüt 1932 in Hamburg als Brunhild in Friedrich Hebbels Die Nibelungen. Nach Stationen in Frankfurt an der Oder, Wuppertal, Stuttgart und Düsseldorf kam sie 1937 an das Deutsche Theater in Berlin. Dort verkörperte sie bis 1945 viele klassische Frauengestalten. Anschließend war sie bis 1953 Mitglied des Ensembles des Residenztheaters in München und gastierte an verschiedenen Bühnen, u. a. bei den Bad Hersfelder Festspielen. In Kinofilmen wirkte Anna Dammann nur sporadisch. Verheiratet war sie mit dem Unternehmer und Kunstwissenschaftler Dr. Walter Geese.
Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedhof Heerstr.


Omnibus salutem!