Bilder: Klaus Ernst

Joana Maria Gorvin eigentl. Maria Gerda Glückselig

Bild: Klaus Ernst

Deutschstämmige Theaterschauspielerin; kam im Alter von 17 Jahren nach Berlin, absolvierte die Schauspielschule des Berliner Staatstheaters und hatte ihr erstes Engagement in Potsdam. Auf eine Empfehlung Jürgen Fehlings, den sie dort kennengelernt hatte, der ihr den Namen "erotische Nachtigall" anhängte, mit dem sie später verheiratet war und mit dem sie eine der erfolgreichsten Künstler- und Lebensgemeinschaften der deutschen Theatergeschichte bildete, gelangte sie bereits 1943 in das Gustaf Gründgens-Ensemble des Berliner Staatstheaters am Gendarmenmarkt, von wo aus ihre umjubelte Theaterkarriere ihren Lauf nahm. Als 1947 das Hebbel-Theater in Berlin wiedereröffnet wurde, wurde sie als Sabina in Thornton Wilders Wir sind noch einmal davongekommen engagiert. Sie und ihr Mann machten Berlin nach dem Kriege als Theaterstadt mit Inszenierungen wie Jean Paul Sartres Fliegen oder Henrik Ibsens Nora berühmt. Ende der 1950er Jahre folgte sie ihrem Entdecker und Förderer Gründgens nach Düsseldorf und Hamburg. Der mit 25.000 € dotierte Joana Maria Gorvin-Preis wird alle fünf Jahre vergeben.

Inschrift: Quod mortale fuit hic situm est ([Das,] was sterblich war, liegt hier [begraben]).

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Annette Freiin von Aretin eigentl. Marie Adelheid Elisabeth Kunigunde Felicitas Klein

 

Deutsche Fernsehmoderatorin; das älteste Kind des Freiherrn Karl von Aretin (*1884, †1945) erlernte den Beruf der Photographin, bevor es bei Radio München, dem späteren Bayrischen Rundfunk (BR), ab 1947 als freie Mitarbeiterin arbeitete. Anfang der 1950er Jahre verkörperte sie die Rolle “Ännchens von Kalau“ in in der populären Radioshow Fleckerlteppich. 1954 wurde sie erste Fernsehansagerin des BR. Von 1959 bis 1980 leitete sie dessen Besetzungsbüro. Dem breiten Publikum wurde sie allerdings erst durch ihre Mitwirkung an der populären ARD-Fernsehreihe Was bin ich? mit Robert Lembke, an der sie neben Guido Baumann und der Staatsanwalt Hans Sachs ab 1961 teilnahm, bekannt.

Verheiratet war Annette von Aretin seit 1956 mit dem Arzt Dr. Harald Klein (*1913, †1983).

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München, Nordfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Rudolf Noelte

 

Deutscher Fernseh-, Theater- und Opernregisseur; studierte zunächst Theaterwissenschaften, Germanistik, Philosophie sowie Kunstgeschichte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Regieassistent am Berliner Hebbel-Theater und inszenierte dort 1948 - zum ersten Mal in eigener Verantwortung - das Kriegsheimkehrerdrama Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert. Das Stück inszenierte er 1957 noch einmal für das NDR-Fernsehen mit Paul Edwin Roth als Heinkehrer Beckmann in der Hauptrolle. Noelte, der u.a. mit bedeutenden Regisseuren wie Jürgen Fehling oder Walter Felsenstein gearbeitet hatte, schuf mit seinen aufsehenerregenden Inszenierungen der Kassette (1960) und des Snobs (1964) eine Neubewertung Carl Sternheims. Vor allen bei Stücken von Anton Tschechow entwickelte er einen akribischen, intensiven Inszenierungsstil. Verheiratet war Noelten mit der Schauspielerin Cordula Trantow (*1942).

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Berlin, Friedhof a.d. Stubenrauchstraße

Heinz Hilpert

 

Deutscher Theaterregisseur und -leiter; kam nach dem Ersten Weltkrieg als Schauspieler an die Berliner Volksbühne, an der er auch als Regisseur debütierte. Ab 1923 arbeitete er am Schauspielertheater, am Kollektivtheater Die Truppe und an der Jungen Bühne. In dieser Zeit befreundete er sich mit Carl Zuckmayer, dessen Stücke er häufig inszenierte. 1926 holte ihn Max Reinhardt an das Deutsche Theater Berlin und machte ihn zu seinem Oberspielleiter. 1932 kehrte er noch einmal an die Volksbühne zurück. Als Max Reinhardt nach der “Machtergreifung” nach Österreich ins Exil ging, wurde Hilpert 1934 zum seinem Nachfolger als Intendant des Deutschen Theaters ernannt, eine Position, die er bis 1945 innehatte. Ab 1938 bis 1945 war er zugleich Direktor des WienerTheaters in der Josefstadt. Während dieser Zeit engagierte er sich für Verfolgte des Nazi-Regimes und propagierte künstlerische Freiheit für die von ihm geleiteten Bühnen. In sonntäglichen Dichterlesungen, die er ab 1939 veranstaltete, wurde immer wieder Kritik am Regime geübt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er 1947/48 als Intendant in Frankfurt am Main, von 1948 bis 1950 in Konstanz, von 1950 bis 1965 in Göttingen tätig, wo er v.a. Shakespeare-Komödien und Werke von Hugo von Hofmannsthal inszenierte. Hilpert war als bedeutender Regisseur vor allem Dingen für seine Werktreue in seiner Regieführung bekannt und geachtet.

Werke u.a.: Das Theater – ein Leben (1961), Liebe zum Theater (1963).

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Göttingen, Stadtfriedhof

Albert Steinrück

 

Deutscher Theater- und Filmschauspieler; wirkte, ohne jemals eine schauspielerische Ausbildung genossen zu haben, seit Anfang der 1890er Jahre an Theatern in Mühlhausen, Breslau und Hannover sowie ab 1901 in Berlin. 1906 stieß er dort zum Max Reinhardt-Ensemble an das Deutsche Theater. Von 1908 bis 1920 war er am Hof- und Nationaltheater in München engagiert, führte dort auch Regie und wurde dessen Intendant. Anschließend war er wieder an verschiedenen Bühnen in Berlin tätig. Ab 1919 war er in Stummfilmen zu sehen. Neben Rosa Valetti spielte er in Reinhold Schünzels (*1888, †1954) Sittenfilm Das Mädchen aus der Ackerstraße (1919). Paul Wegener besetzte ihn 1920 in Der Golem, wie er in die Welt kam als Rabbi Loew. Ein großer Erfolg für ihn war Fridericus Rex (1921) von Arzén von Cserépy (*1881, †1958), in dem er Friedrich Wilhelm I. von Preußen, den Vater Friedrich des Großen, den Otto Gebühr spielte, verkörperte. 1923 war er in Das Haus am Meer und 1925 inHedda Gabler Partner von Asta Nielsen und 1921 in Die Geierwally sowie 1924 in Das goldene Kalb von Henny Porten. Seine letzte Hauptrolle war die inJoe Mays (*1880, †1954) Film Asphalt (1929) als Vater des Oberwachtmeister Holk, gespielt von Gustav Fröhlich..

Filme u.a.: Die Nacht ohne Morgen (1921), Der Wetterwart (1923), Der rote Kreis (1928), Fräulein Else (1929).

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Berlin-Zehlendorf, Städtischer Friedhof, Onkel-Tom-Str.

Erik Schumann

 Bild: Herbert Greite

Deutscher Schauspieler; seine Karriere begann in Dresden, bevor er 1948 nach West-Berlin ging und dort im Schloßpark-Theater spielte. Außerdem wirkte er an Bühnen in Frankfurt am Main, Stuttgart und München, wo er am Bayerischen Staatsschauspiel auf der Bühne stand. Seine erste Filmrolle hatte er in dem DEFA-Film Semmelweis - Retter der Mütter in der Rolle eines Corps-Studenten. Seinen Durchbruch beim Film hatte er mit Helmut Käutners Film Himmel ohne Sterne (1955). 1981 spielte er in Rainer Werner Fassbinders Lili Marlen neben Hannah Schygulla (*1943) und in Die Ehe Sehnsucht der Veronika Voss (1982) neben Rosel Zech. Auch in Komödien wirkte er mit, u.a. in Natürlich die Autofahrer (1959) mit Heinz Erhardt. Im Fernsehen hatte er Gastauftritte in Serien wie Der Kommissar, Derrick und Tatort. Er spielte aber auch immer wieder Theater und ging auf Tourneen. Neben seiner Mitwirkung an fast 100 Leinwand- und Fernsehfilmen war Schumann ein vielbeschäftigter Synchronsprecher, u.a. lieh er seine Stimme Tony Curtis, Cary Grant und Jack Nicolson (*1937).

Filme u.a.: Ein Stück vom Himmel (1957), Vater, Mutter und neun Kinder (1958), Wir Kellerkinder (1960), Fabrik der Offiziere (1960), Durchbruch Lok 234 (1963).

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Straßlach-Dingharting, Friedhof Straßlach

Bilder: Hartmut Busch (05/2007)
Bilder: Klaus Hübner (07/2007)
Bilder: Ralph-Steffen Kruse (08/2007)
Bilder: Matthias Bauer (08/2007)

Berlin, Städt. Waldfriedhof Dahlem

Heinz Franz Ludwig Reincke

 Bild: Greite

Deutscher Schauspieler; machte auf Wusch des Vates, eines Schreiners, zunächst eine Ausbildung in der Verwaltung der Industrie- und Handelskammer Kiel, bevor er sich mit 17 Jahren der Schauspielerei zuwandte und 1943 erste Rollen am Stadttheater in Landsberg an der Warth erhielt, dann ab 1944 am Stadttheater in Zoppot und am Sommertheater in Minsk spielte. In französischer Kriegsgefangenschaft war er im Lager bis 1947 Teil einer Theatergruppe und gastierte anschließend 1948 und 1949 an Theatern in Schleswig und Bonn. Ab 1950 folgte ein Engagement am Württembergischen Staatstheater Stuttgart unter der Intendanz von Walter Erich Schäfer. 1955 wurde er Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg unter Gustaf Gründgens, der dort  Generalintendant war. Von 1968 bis 1985 gehörte er dem Ensemble des Burgtheaters in Wien an. Zu seinen herausragenden Rollen zählte die Figur des Leon in Weh dem, der lügt! und die des Einstein in dem Stück Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt. Ab 1965 wandte er sich vermehrt dem Fernsehen zu. Zu seinen bekanntesten Fernsehrollen gehörte die des Pastor Eckholm in der zwischen 1987 und 2010 ausgestrahlten Fernsehserie Der Landarzt. Außerdem war Reicke in zahlreichen Gastrollen zu sehen und war ein vielbeschäftigter Sychronsprecher.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Adrian der Tulpendieb (1966), Die Brücke von Remagen (1968), Das fliegende Klassenzimmer (1973), Jeder stirbt für sich allein (1975), Es muß nicht immer Kaviar sein (1977), Zwei Münchner in Hamburg (1989-93), Zwischen Tag und Nacht (1995).

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Wien, Zentralfriedhof

Bilder: Otto Prohaska (05/2012)

Oleg Konstantinowitsch Popow [russ. Oлег Константинович Попов]

 

 

Russischer Clow; Sohn eines Uhrmachers; zog mit seiner Familie nach Obiralowka, wo zu jener Zeit seine Großeltern lebten, dann in die Nähe des Dynamo-Stadions in Moskau. 1941 kam sein Vater wegen ständigem Alkoholmißbrauch ins Gefängnis und seine Mutter verheiratete sich wieder. 1943 begann er eine Lehre zum Schlosser in einem Druckereibetrieb bei der Prawda der Parteizeitung der KPdSU. 1944 besuchte er die Proben des Крылья Советовs (Schwingen der Sowjets), einer Zirkusschule, und nahm als Mitglied einer .Jugendsportgruppe des Betriebes an einer Sportveranstaltung teil. Dort entdeckte der anwesende Direktor des Moskauer Staatszirkus Popows Talent und bot ihm einen Platz an der renommierten Государственное училище циркового и эстрадного искусства (Staatliche Schule für Artistik), an. 1950 schloß er dort seine Ausbildung als “Drahtseil-Jongleur” erfolgreich ab. Im Folgejahr trat er erstmals als Clown in Erscheinung, und 1955 erhielt er sein erstes Engagement am Moskauer Staatszirkus. Dort trat er im Kostüm des russischen Iwanuschka auf, einer Figur, die etwa dem deutschen Hans im Glück entspricht, angetan: mit karierter Sportmütze, schwarzem Samtjäckchen, dunkel gestreifter, zu kurzer Hose, kleinen Stöckchen, roten Socken, vorne ganz spitzen Schuhe und nur mit wenigen Schminktupfen im Gesicht. Nachdem er während des Untergangs der Sowjetunion seine Ersparnisse verloren hatte und auch seinen Traum, Direktor des Staatszirkus zu werden, begraben mußte, wandte er sich enttäuscht von Rußland ab und ging 1991 nach Deutschland. Helmut Kohls Angebot, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, lehnte er mit der Begründung ab, er leide mit Rußland, ab.

Verheiratet war Oleg Popow seit 1952 mit Alexandra, einer Geigerin des Zirkusorchesters, die in Moskau im April 1990, während Popow in Marburg gastierte, ihrer Krebserkrankung erlag. 1991 lernte er die 32 Jahre jüngere Deutsche Gabriela Lehmann kennen und heiratete sie am 1. September in Breda (Niederlande). Gemeinsam bezogen sie im fränkischen Egloffstein einen Bauernhof, und er trat jetzt auch weiter als Clown auf. Nachdem Popow, 21 Jahre lang seiner Heimat nicht besucht hatte, reiste er ab 2012 zu Gastauftritten nach Rußland. Dort starb er während einer Tournee im Zirkuswohnheim von Rostow.

Inschrift: Твой свет всегда будет с нами (Sein Licht wird immer mit uns sein); Ich bin das Licht der Welt.

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Egloffstein (Ldkrs. Forchheim), Friedhof

Alexandra Kassen

 

 

Deutsche Theaterprinzipalin; verlor ihre Mutter mit fünf Jahren und kam in das Internat einer Klosterschule. 1947 lernte sie den 20 Jahre älteren Pianisten und einer der Sänger der nichtjüdischen Nachfolgegruppe Meister-Sextett, der von den Nazis aufgelösten Comedian-Harmonists Fred Kassen kennen und gründete mit ihm am Tegernsee die Pianobar Bei Fred. Als er 1955 die Künstlerkneipe Stachelschwein, in der auch die Kabarettgruppe Die Namenlosen auftrat, gründete, aus der am 12.12.1956 die Münchner Lach- und Schießgesellschaft hervorging, war sie mit dabei. Im Februar 1959 zog das Ehepaar Kassen nach Köln und eröffnete dort an der Pipinstraße das Kleinkunst-Theater Senftöpfchen, in dem mancher bekannter Künstler als Gast auf der Bühne stand, das sich zu einem der bekanntesten Kleinkunst- und Kabarettbühnen Deutschlands entwickelte. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1972 führte Alexandra Kassen, wegen ihrer Vorliebe für Hüte als “Et Hötche“ bezeichnet, das Theater allein weiter.

Auszeichnungen u.a.: Verdienstkreuz am Bande, Verdienstkreuz 1. Klasse, Verdienstorden des Landes NRW, Rheinlandtaler, Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.

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Köln, Friedhof Melaten

Erik Richard Michael Adalbert von Loewis of Menar

 

 

Deutscher Schauspieler und Regisseur; altem baltischen Adel entstammend; Sohn eines zaristischen Beamten; nach dem Abitur in Dorpat studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten von Kiel, Greifswald und Münster. Nach seinem Studienabschluß arbeitete er bis Mitte der 1930er Jahre als Assessor und Abteilungsleiter bei der Deutschen Bodenbank. 1935 wandte er sich der Schauspielerei zu und begann seine künstlerische Karriere beim Kurmärkischen Landestheater. Von 1936 bis 1938 nahm er in Berlin bei Lilly Ackermann Schauspielunterricht und übernahm paralle dazu kleinere Rollen beim Film. Nach Abschluß der Ausbildung trat er in verschiedenen Provinztheatern auf, u.a. in Magdeburg, Bremen und Gera. Sein Fach war das eines Bonvivants und Buffos. 1943 wurde von Loewis eingezogen und diente bis zum ende des Zweiten Weltkrieges in einer Transportkommandantur. Nach dem ende des Krieges kehrte er in seinen erlernten Beruf zurück, wirkte bis 1947 als Regisseur an Theatern in Düsseldorf und München, bevor er sich im selben Jahr in Berlin niederließ und dort an der Volksbühne spielte. Bis zur Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 war von Loewis vor allem für die DEFA tätig. Ab 1951 kamen Angebote vom bundesdeutschen Kinofilm und wenig später auch vom Fernsehen hinzu, wobei er häufig in die Rollen von Adeligen und Offizieren schlüpfte. Außerdem wirkte er in Hörfunksendungen des RIAS, des NWDR und des SFB auf und wirkte in zahlreichen Hörspielen mit und war für den Schulfunk war er tätig.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Fridericus (1936), Pour le Mérite (1938), Der Biberpelz (1949), Die Barrings (1955), Anastasia, die letzte Zarentochter (1956), Das Mädchen Rosemarie (1958), Hunde, wollt ihr ewig leben (1959), Der letzte Zeuge (1960), Jeder stirbt für sich allein (1962), Der Zinker (1963), Die fromme Helene (1965), Der Stechlin (1975),

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Bilder: Matthias Bauer (11(2007)

Berlin-Schmargendorf, Friedhof

Karl Hellmer

 

 

Österreichischer Schauspieler; Sohn des Maurers und späteren Betriebsleiters; studierte von 1911 bis 1914 an der Elektro- und Maschinenschule in Pola. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er ab 1918 Schauspielunterricht an der Wiener Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst und debütierte 1921 am Akademietheater in dem Stück Lumpazivagabundus. Bis Mitte der 1920er Jahren trat er an Theatern in Pilsen, Meißen, Bad Reinerz und Bielitz auf, bevor er 1926 nach Berlin kam. Nach verschiedenen Engagements an Berliner Bühnen erhielt 1935 ein Engagement am Deutschen Theater und verkörperte dort in Nebenrollen vorwiegend komisch-tragische Charaktere. Bereits seit Anfang der 1930er Jahre war er auch in zahlreichen Kinofilmen an der Seite vieler Stars zu sehen. -allerdings auch hier vorwiegend in Nebenrollen, u.a. an der Seite von Paul Hörbiger in dem Spielfilm Drei Mäderl um Schubert (1936). Kurz vor Kriegsende wurde er von Joseph Goebbels in die Gottbegnadeten-Liste aufgenommen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er sein Karriere beim Film fortsetzen, trat aber auch ab 1951 immer wieder am Schillertheater Berlin on Erscheinung..

Filme u.a.: Liebe, Tod und Teufel (1934), Kleiner Mann – ganz groß (1938), Es war eine rauschende Ballnacht (1939),

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Bilder: Matthias Bauer (11(2007)

Rolf Losansky

 

 

Deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor; Sohn eines Schriftenmalers und einer Krankenschwester; absolvierte von 1946 bis 1949 eine Buchdruckerlehre in Frankfurt (Oder), bevor er 1950 bis 1953 an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Ostberlin studierte und anschließend zunächst drei Semester Medizin an der Humboldt-Universität zu Berlin belegte. Während dieser Zeit organisierte er als pädagogischer Mitarbeiter im Pionierpark in der Berliner Wuhlheide Großveranstaltungen und Volksfeste. Schließlich studierte Losansky von 1955 bis 1960 an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg in der Fachrichtung Regie., wo er als Abschlußarbeit den DokumentationsfilmSoldat und Sportler (1959) vorlegte. 1961 begann Losansky als Regieassistent bei Frank Beyer (Königskinder, 1962, in dem er auch als Darsteller mitwirkte) und Günter Reisch (Ach, du fröhliche …, 1962), bevor er 1962/63 seinen Debütfilm Geheimnis der 17 über elfjährige Amateurhistoriker inszenierte, die eine Hussitenburg erforschen. Nach zwei wenig erfolgreichen Komödien für Erwachsene wandten er und der Drehbuchautor Günter Mehnert (*1930, †1998) sich in ihren nächsten Filmen den Probleme von Kindern und Jugendlichen in ihrer Gesellschaft zu. Losansky gilt als einer der erfolgreichsten Kinderfilmer der DDR-Filmgesellschaft DEFA in Potsdam-Babelsberg.

Nach der “Wende” realisierte Losansky noch drei Filme für Kinder und Jugendliche, aber er inszenierte auch am Theater, unter anderem Wilhelm Hauffs Märchen Zwerg Nase an Bühnen in Altenburg und Gera. Außerdem leitete er Drehbuchseminare. 2005 rief er ein Projekt mit dem Titel ”Die Kinder von Potsdam“ ins Leben. Ergebnis sollte ein dokumentarischer Film über das Miteinander im Stadtteil Am Stern aus der Sicht der Jugendlichen sein.

Filme u.a.: Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen (1964), Im Himmel ist doch Jahrmarkt (1969), Blumen für den Mann im Mond (1975), Moritz in der Litfaßsäule (1983), Das Schulgespenst (1968), Abschiedsdisco (1990), Zirri – Das Wolkenschaf (1993), Hans im Glück (1999).

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Berlin-Schmargendorf, Friedhof

Potsdam, Bornstedter Friedhof

Bild: Matthias Bauer (07/2017)
Bilder: Wilfried Paque (08/2018)
Bilder: Klaus Paap (04/2019)
Theater / TV / Film / Show CXVIII

Omnibus salutem!