Bild: Wolfgang Prokosch (09/2006)

Janos Veiczi

 

Ungarischer Regisseur; drehte in der DDR für die DEFA vor allem Filme, in denen zeitgeschichtliche Ereignisse reflektiert wurden. Unter den unter seiner Regie entstandenen Filmen ragt vor allen Dingen der Agenten-Thriller For Eyes Only heraus, sozusagen die sozialistische Antwort auf James Bond. Als der Film im Juli 1963 in der DDR in die Filmtheater kam, entwickelte er sich schnell zu einem Kassenschlager. Ein weiterer, sehr erfolgreicher Leinwandstreifen war der 1971 entstandene Film Anflug Alpha 1.

Filme u.a.: Zwischenfall in Benderath (1956), Reportage 57 (1958/59), Schritt für Schritt (1959/60).

Zurück zur Personenliste           

Berlin, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Weiß Ferdl eigentl. Ferdinand Weisheitinger

 

Deutscher Komiker; Sohn einer alleinstehenden Kellnerin; wuchs bei seiner Großmutter auf und absolvierte in Altötting eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Nach der Beendigung der Lehre ging er nach München, wo er 1907 seinen ersten Auftritt auf der Münchner Volkskunstbühne Platzl hatte. Dort trat er dann immer wieder auf. Populär und in Bayern bis heute in Erinnerung geblieben ist insbesondere sein Gesangsvortrag Ein Wagen von der Linie 8. Im Ersten Weltkrieg war er an der Front, wo er seine Kamerade oftmals mit seinen humorvollen Liedern aufheiterte. 1921 wurde er Direktor des Platzls. Ende der 1920er und in den 1930er Jahre wirkte er auch in Filmen mit, zunächst in zwei Stummfilmen, dann aber auch in Tonfilmen. Nach dem Zusammenbruch Nazi-Deutschlands wurde Weiß Ferdl, der mit dem Nationalsozialismus sympathisierte und 1940 Mitglied der NSDAP wurde, in einem Entnazifizierungsverfahren 1946 als Mitläufer klassifiziert und zu einer Gelstrafe verurteilt. Bereits 1943 hatte er seine aktive Karriere wegen einer Herzschwäche beendet.

Zurück zur Personenliste

München, Waldfriedhof Solln

Bilder: Alexander Krischnig (09/2006)

Walter Brandon Thomas

 

Englischer Schauspieler und Bühnenschriftsteller; aus ärmlichen Verhältnissen stammend, arbeitete er schon in früher Jugend als Werftarbeiter und wurde zunächst Schiffszimmermann. Anschließend begann ein Studium des Schiffs- und Maschinenbaus, ging aber dann entgegen des Willens seines Vaters nach London, um Schauspieler zu werden. Ab 1870 arbeitete er als Darsteller, Verfasser von einem guten Dutzend Theaterstücken und Autor von Revuen. Das einzige Stück, das auch heute noch bekannt ist und mehrmals verfilmt wurde, ist die 1892 entstandene Travestiekomödie Charleys Tante

Zurück zur Personenliste

London, Brompton Cemetery

Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Hamburg-Volksdorf, Waldfriedhof

Ernst Vollrath von Klipstein

 

Deutscher Schauspieler und Sychronsprecher; während er ein Studium der Rechtswissenschaften und Theaterwissenschaften begann, nahm er parallel dazu Schauspielunterricht. 1925 hatte er sein Bühnendebüt am Landestheater Darmstadt. Nach Arbeiten an Theatern (u.a. in Köln, Frankfurt am Main und Leipzig) debütierte er 1939 beim Film in Flucht ins Dunkel. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges spielte er zunächst wieder Theater, trat in den 1950er Jahren aber wieder auf der Leinwand in Erscheinung u.a. in Die Barrings (1955) und in dem Anti-Kriegsfilm Hunde, wollt ihr ewig leben (1958). Ab der 1970er Jahre arbeitete er überwiegend für das Fernsehen, so z.B. in der erfolgreichen Verfilmung von Walter Kempowskis Roman Tadellöser & Wolff (1975) und trat in einigen Episoden von Fernsehserien auf (u.a. in Tatort, Großstadtrevier, Der Landarzt).

Verheiratet war er viermal, u.a. mit der Schauspielerinnen Lotte Koch und Marianne Kehlau (*1925, †2002).

Filme und Fernsehprodukttionen u.a.: Aufruhr in Damaskus (1939), Die 3 Codonas (1940), Stukas (1941), Besatzung Dora (1943), Schicksal am Strom (1944), Der Stoff, aus dem die Träume sind (1972), Bonzen und Bomben (1973), Der Winter, der ein Sommer war (1976), Der Winter, der ein Sommer war (1976), Ein Kapitel für sich (1978/79), Nirgendwo ist Poenichen (1980), Die Pawlaks. Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet (1982).

Zurück zur Personenliste

Udo Thomer

 Bild: Udo Grimberg

Deutscher Schauspieler; nach einer Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg-Schule wirkte er zunächst an diversen deutschen Bühnen, darunter u.a. in Hannover am Staatstheater und in Hamburg am Thalia-Theater; seit Ende der 1970er Jahre war er dann in zahlreichen Fernsehserien in Nebenrollen zu sehen z.B. in Der Millionenbauer, Forsthaus Falkenau, Derrick, Siska. Einen größeren Bekanntheitsgrad erlangte er in der TV-Serie Der Bulle von Tölz als Wachtmeister Anton Pfeiffer. Thomer starb an den Folgen eine unglücklichen Sturzes in einem Restaurant.

Filme u.a.: Ödipussi (1988), Pappa ante portas (1991), Café Meineid (1996), Die Geierwally (2005).

Zurück zur Personenliste                             

Bilder: Matthias Bauer (08/2006)
Bilder: Franz-Josef Mörsch jr. (08/2005)

München, Neuer Südfriedhof

Siegfried Nestriepke

 

 

Deutscher Intendant und Journalist; Sohn eines Staatsanwalts; wuchs zunächst in seiner Geburtsstadt auf, wo er auch die Volksschule besuchte, bevor die Familie nach Bremen zog. Nach dem Abitur an einem dortigen Gymnasium studierte er von 1905 bis 1909 Nationalökonomie, Geschichte und Literaturgeschichtean an den Universitäten von Berlin und Marburg. Bereits während seiner Studienzeit engagierte er sich in der Deutschen Freien Studentenschaft und wurde politisch aktiv. 1908 wurde er Mitglied der Demokratischen Vereinigung und war Parteisekretär für Rheinland und Westfalen sowie 1912/13 als Wirtschaftsfachmann und Redakteur für eine Organisation als technischer Beamter tätig. Anschließend betätigte sich Nestriepke, der inzwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) beigetreten war, als Journalist, arbeitete in der Redaktion der sozialdemokratisch ausgerichteten Fränkischen Tagespost, zeichnete ab 1912 für politische Leitartikel verantwortlich und war dort Feuilletonredakteur, bevor er 1914 zum Vorwärts, dem Zentralorgan der SPD wechselte. 1918 verließ er die SPD und schloß sich der von ihr 1917 abgespalteten Unabhängigen Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) an, wo er zeitweise als Chefredakteur deren Parteizeitung Freiheit. fungierte, gefolgt von einer kurzen Periode als Chefredakteur der Hamburger Volkszeitung. Es folgten Beschäftigungen bei diversen Provinzzeitungen. 1920 kehrte er in die SPD zurück und Nestriepke, der sich bereits seit der Studienzeitauch mit den Gewerkschaften beschäftigt hatte, sein dreibändiges Arbeit Die Gewerkschaftsbewegung. Ende der 1920er Jahre war er Generalsekretär der Volksbühne Berlin und seit 1930 auch Direktor des Theaters am Bülowplatz. Mit der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten verlor er seine Posten, wurde außerdem temporär mit Schreibverbot belegt und war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges für einen privaten Filmtheater-Konzern tätig. Nach 1945 war Nestriepke zunächst Intendant des Schlosspark Theater in Berlin. Als Mitglied der SPD wurde er in der Landesregierung von Groß-Berlin unter Otto Ostrowski 1946 Stadtrat für Volksbildung und Kunst, jedoch im Juli 1947 wegen angeblicher Verstöße gegen die vorläufige Verfassung und Anordnungen der Alliierten von der Kommandantur entlassen. Noch im selben Jahr war er einer der Gründer der Freien Volksbühne Berlin und bis 1954 und erneut von 1957 bis 1961 Vorsitzender der Freien Volksbühne in Berlin. Er war auch Vorsitzender des Verbandes deutscher Volksbühnen und als solcher ein führender Vertreter der Volksbühnenbewegung. Außerdem fungierte er von 1949 bis 1955 als Intendant des Theaters am Kurfürstendamm. Daneben trat Siegfried Nestriepke auch als Theaterschriftsteller und -historiker hervor; er war Dozent an der Freien Universität.

Werke u.a.: Geschichte der Volksbühne Berlin (1. Teil: 1890 bis 1914, 1930),

Zurück zur Personenliste                   

Bilder: Heiko Bockstiegel (2005)

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Christiana Friederike Augustine Conradine Bethmann-Unzelmann

 

Deutsche Schauspielerin und Sängerin; Tochter eines sächsischen Regierungsregistrators; erhielt ihre Gesangsausbildung von ihrem Stiefvater, dem Schauspieler und Sänger Gustav Friedrich Großmann und konnte im Alter von 17 Jahren am Stadttheater in Mainz debütieren. 1803 ging sie mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler und Sänger Karl Wilhelm Ferdinand Unzelmann, den sie 1786 in Mainz geheiratet hatte, nach Berlin und wurde wie er Mitglied des Ensembles am Hoftheater und spielte dort mit großem Erfolg. Nach ihrer Scheidung von Unzelmann im Jahre 1803 heiratete sie 1805 den Schauspieler Heinrich Eduard Bethmann. Es folgten kleinere Tourneen, die sie an die Theater in Hamburg, Leipzig und Wien, außerdem war sie an den Bühnen von Braunschweig, Frankfurt am Main, München und Prag tätig und sang ab 1804 die Konstanze in Die Entführung aus dem Serail, die Gräfin in Figaros Hochzeit und die Fiordiligi in Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart. 1810 erlebte Friederike Bethmann-Unzelmann einen Eklat im Berliner Theater, als ihre Tochter Wilhelmine bei einer Aufführung der Oper Sargines auf der Bühne vom Publikum ausgepfiffen wurde und sie . die Bühne stürmte, ihre Tochter aus Empörung darüber mit sich nahm und schwor, nie wieder aufzutreten. Durch Vermittlung von August Wilhelm Iffland nahm sie ihre Entscheidung allerdings wieder zurück.

Zurück zur Personenliste                   

Bild: OTFW, Berlin (09/2012) Wikipedia.de
bethmann-unzelmann_friederike2_gb
cc_somerightsreserved

Berlin, Friedhof II der Gemeinde Jerusalems- und Neue Kirche

Joachim Teege

 

 

Deutscher Schauspieler und Kabarettist; Sohn eines Oberstudienrats; besuchte die Oberrealschule und begann anschließend ein Studium der Literaturgeschichte und Germanistik, das er aufgrund seiner Einberufung zur Wehrmacht beenden mußte. Während des Zweiten Weltkrieges geriet Teege in englische Kriegsgefangenschaft und kam in ein Kriegsgefangenenlager in Ascot, wo er sich an einer Arbeitsgemeinschaft für Hörspiele beteiligte, die dort gegründet worden war. Nach seiner Entlassung 1945 blieb er zunächst in England und arbeitete beim Rundfunk als Sprecher und Autor des German Prisoners Program der BBC (Home Service, London). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er als Regieassistent in der Hörspielabteilung des Nordwestdeutsche Rundfunks (NWDR) und beim Radio im amerikanischen Sektor (RIAS) in Berlin tätig. 1947 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Schule des Hebbeltheaters in Berlin und debütierte im selben Jahr auf der Bühne des Theaters am Waldsee als junger Schäfer in William Shakespeares Ein Wintermärchen. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Ensembles am Renaissance-Theater. Er spielte außerdem in Berlin am Theater am Kurfürstendamm, Theater der Jugend, den Kammerspielen des Deutschen Theaters und der Tribüne am Knie sowie qan Theater in München und Wien. 1949 und 1950 spielte er unter der Regie von Bert Brecht, Erich Engel und Caspar Neher am Berliner Ensemble in den Stücken Mutter Courage und ihre Kinder, Herr Puntila und sein Knecht Matti und Der Hofmeister. Zudem war Teege 1949 einer der Gründer des Kabaretts Die Stachelschweine, das zuerst im Jazzkeller Badewanne auftrat. Erste Filme drehte er bereits Ende der 1940er Jahre; denen in den folgenden Jahren zahlreiche Filem folgten; so war er u.a. in Carl Zuckmayers Komödie Der fröhliche Weinberg, (1961) in Bernhard Wickis Das Wunder des Malachias, (1961) in Edgar Wallace-Kriminalfilm Der Bucklige von Soho (1966), neben Heidelinde Weis in Liselotte von der Pfalz, i(1966) und neben Gert Fröbe in der Komödie Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen (1967) zu sehen. Ab der frühen 1950er Jahre war er dann auch im Fernsehen zu sehen.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Die lustigen Weiber von Windsor (1950), Die Dubarry (1951), Blume von Hawaii (1953), Tonio Kröger (1964), Herrliche Zeiten im Spessart (1997), Zum Teufel mit der Penne (1968), Am Ziel aller Träume (1970).

Zurück zur Personenliste                   

München, Nordfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (05/2006)

Michèle Morgan  née Simone Renée Roussel

 

 

Französische Filmschauspielerin;; verließ im Alter von 15 Jahren ihre Familie, die 1933 nach Dieppe gezogen war, und ging mit der Absicht nach Paris, Schauspielerin zu werden; 1935 nahm sie dann Schauspielunterricht bei René Simon an der Cours Simon, der 1925 von ihm gegründeten privaten Schauspielschule. Im März 1937 wurde sie dem Regisseur Marc Allégret empfohlen, der gerade Vorbereitungen für seinen Film Gribouille traf Nach Probeaufnahmen entschied der Produzent des Films, der Schweizer Milliardär Max Stoffel, sie in der Hauptrolle zu besetzen. Sie erhielt ihren ersten Vertag, der mit 12.500 Franc dotiert war. Als der Film zu einem Erfolg wurde, bot ihr die in Hollywood basierte RKO Pictures einen Vertrag mit einer wöchentlichen Gage von 2.000 Franc an, den sie jedoch ablehnte; vielmehr drehte sie an der Seite von Charles Boyer Ende des Jahres 1937 in Frankreich unter der Regie von Allégret den Film Orage (1938). 1938 stand sie unter dem Regisseur Marcel Carné in einem ihrer berühmtesten Filme neben Jean Gabin und Pierre Brasseur vor der Kamera – in Quai des brumes (dt. Hafen im Nebel). Als am 3.9.1939 Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, wurde Gabin in Cherbourg zur Marine eingezogen, erhielt jedoch eine Ausnahmegenehmigung, die es ermöglichte den Film fertigzustellen. Schließend gingen die beiden Schauspieler nach Hollywood. Morgan schloß 1941 einen Vertrag mit RKO Pictures und drehte u.a. den Film Joan of Paris (1942), und an der Seite von Frank Sinatra dem Musikfilm Higher and Higher (1943) - aber ihre Erfolg in den Vereinigten Staaten war eher enttäuschend. 1946 kehrte sie nach Frankfeich zurück. Aufgrund der in Hollywood gedrehten Filme war sie in Frankreich bekannt geblieben, und kehrte so problemlos an den Filmset zurück. Für den französischen Film La Symphonie pastorale (1946, dt. Und es ward Licht) von Jean Delannoy wurde sie sie bei den ersten Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. In den 1950er Jahren wurde sie in ihrer Heimat zur beliebtesten Schauspielerin und drehte nicht nur wieder mit Jean Gabin, sondern mit vielen ihrer berühmten Kollegen wie Pierre Brasseur, Gérard Philipe, Yves Montand und Jean Marais sowie mit Humphrey Bogart, mit dem sie in Hollywood beinahe in Casablanca gespielt hätte - Ingrid Bergman erhielt schließlich die Rolle.der Ilsa Lund. So war sie in Yves Allégrets Oscar-nominierter Film Les Orgueilleux (1953, dt. Die Hochmütigen) zu sehen oder in Historienfilmen, in denen sie u.a. Marie Antoinette und Joséphine de Beauharnais verkörperte. 1955 spielte sie unter Regie von René Clair die Hauptrolle in dessen Filmklassiker Les Grandes Manœuvres (dt. Das große Manöver) an der Seite von Brigitte Bardot (*1934) und Gérard Philipe. 1959 war sie in Grand Hôtel (dt. Menschen im Hotel), einer Verfilmung von Vicki Baums gleichnamigen Roman, als Primaballerina Grusinskaja neben O. W. Fischer und Heinz Rühmann zu sehen, die Artur Brauer produzierte. Mit über 60 Filmen vor allem in den 1940er- und 1950er Jahren zählte Michèle Morgan zu den beliebtesten Filmschauspielerinnen ihres Landes, war aber auch im internationalen Film gefragt.

Michèle Morgan war seit 1942 mit dem US-amerikanischen Sänger, Bandleader und Schauspieler William Marshall verheiratet, von dem sie sich 1948 scheiden ließ. 1950 heiratete sie den Schauspieler Henri Vidal und nach dessen Tod den Schauspieler und Regisseur Gérard Oury.

Filme u.a.: Quai des brumes (1938, dt. Hafen im Nebel), :Passage to Marseille (1943, Fahrkarte nach Marseille).

Zurück zur Personenliste                   

Paris, Cimetière du Montparnasse

Hinweis: Michèle Morgan wurde im Grab ihres dritten Ehemanns Gérard Oury beigesetzt. .

Michael Ballhaus

 

 

Deutscher Kameramann; Sohn der Theaterschauspieler Oskar und Lena Ballhaus, née Hutter; lebte ab 1943 in Coburg, wo seine Eltern den Coburger Kulturkreis gründeten; war nach einer Photographenlehre vorübergehend als Bühnenphotograph tätig, bevor er 1959 zunächst Kameraassistent und später Chefkameramann beim Südwestfunk wurde. In den 1960er Jahren stand er für zahlreiche Fernsehfilme und drei Kinofilme hinter der Kamera. 1970 begann die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem deutschen Regisseur Rainer Werner Fassbinder. dessen bevorzugter Kameramann er wurde und für ihn insgesamt 15 Spielfilme realisierte, darunter mit Hanna Schygulla (*1943) in den Hauptrollen Warnung vor einer heiligen Nutte (1970), Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972), Die Ehe der Maria Braun (1978) sowie Faustrecht der Freiheit (1974), Bolwieser (1976), und Deutschland im Herbst (1978). Für seine Kameraarbeit bei den Fassbinder-Filmen Die bitteren Tränen der Petra von Kant und Despair - Eine Reise ins Licht (1977) wurde er mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

Anfang der 1980er Jahre arbeitete er in den Vereinigten Staaten und wurde ab dem Film After Hours (1985, dt. Die Zeit nach Mitternacht) von Martin Scorsese Director of Photography of Hollywood. In der Folge entstanden unter seiner Bildregie über 80 Kinofilme. Ballhaus arbeitete unter anderen mit Mike Nichols, Volker Schlöndorff, Wolfgang Petersen, Francis Ford Coppola, Jeanine Meerapfel und Peter Stein zusammen. 1988 erhielt er für seine Arbeit an Broadcast News (1987, dt. Nachrichtenfieber) seine erste Oscar-Nominierung. Zwei Jahre später wurde er für The Fabulous Baker Boys (1989, dt. Die fabelhaften Baker Boys ein weiteres Mal nominiert; eine dritte Nominierung erhielt er im Jahr 2003 für Gangs of New York (2002). 2007 wurde er als erster Deutscher mit dem begehrten Preis für sein Lebenswerk von der American Society of Cinematographers (US-amerikanischer Verband der Kameraleute) ausgezeichnet. 1997 wurde Michael Ballhaus als Professor für Bildregie an die Universität Hamburg berufen.

.Michael Ballhaus entwickelte die 360°-Kamerafahrt, auch Ballhaus-Kreisel genannt, bei der die Filmkamera in einem Zug um einen Darsteller herumgeführt wird.

Verheiratet war Ballhaus seit 1958 mit der Schauspielerin und Filmausstatterin Helga, née Betten

Autobiographie; Bilder im Kopf – Die Geschichte meines Lebens (2014).

Zurück zur Personenliste                   btn_up

Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Bilder: Herbert Herterich (06/2017)
Bild: Matthias Bauer (07/2017)
Bild: Matthias Bauer (07/2017)
Bild: Klaus Meinert (07/2017)
Theater / TV / Film / Show CIII

Omnibus salutem!