Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel, 3. Herzog von Alba

          

Spanischer Staatsmann und Feldherr; begann seine Laufbahn als Offizier Kaiser Karls V.. Er nahm bereits 1525 im Alter von 18 Jahren an der Schlacht bei Pavia und 1535 an der erfolgreichen Belagerung von Tunis 1535 teil. Im Schmalkaldischen Krieg errang er als Befehlshaber 1547 bei Mühlberg für den Kaiser einen entscheidenden Sieg über Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen (*1503, †1554). Aufgrund seiner Verdienste entsandte ihn Karl V. an den englischen Hof, um dort seinen Sohn Philipp II. zu unterstützen, der zu jener Zeit mit der englischen Königin Maria I. verheiratet war und am englischen Hof das ungeliebte burgundischen Hofzeremoniell einführte. 1552 wurde er zum Generalkommandeur der kaiserlichen Truppen in Italien befördert, wurde Gouverneur von Mailand und Vizekönig von Neapel, kämpfte im Auftrage des Kaisers gegen die verbündeten französischen und päpstlichen Truppen und besetzte den Kirchenstaat, so daß der Papst gezwungen war, am 12.9. 1557 in den Frieden von Cave-Palestrina einwilligen. 1567 wurde er von Philipp II. zum Statthalter der Niederlande ernannt, um dort die immer wieder aufflammenden Aufstände gegen die spanische Herrschaft niederzuschlagen. Alba besiegte am 22.12.1568 die Flamen und marschierte in Brüssel ein. Sein dortiges brutales Vorgehen, insbesondere die Hinrichtungen Egmonts und Hoorns, entfachte jedoch erneut den Aufstand gegen die spanische Regierung. 1573 wurde er deshalb abberufen. 1580 eroberte er im Auftrage Philipps II. Portugal; nach der siegreichen Schlacht von Alcántara wurde Alba zum Gouverneur von Portugal ernannt.

Sowohl Goethe in seinem Trauerspiel Egmont (1788) als auch Schiller in seiner Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung (1788) beschäftigten sich mit den Ereignissen um Alba.

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Ernst Ludwig Karl Albrecht Wilhelm

1905 

Großherzog von Hessen und bei Rhein (1892-1918); Sohn Großherzog Ludwigs IV. und dessen Frau Alice von Großbritannien und Irland; mütterlicherseits Enkel von Königin Victoria; Bruder von Alix (*1872, †1918), die am 26.11.1894 Zar Nikolaus II. heiratete, den sie Viktoria Meliain Coburg Viktoria Melittaanläßlich der Hochzeit ihres Bruders mit seine Cousine Victoria Melita von Edinburgh, Tochter seines Onkels Herzogs Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha und Maria Alexandrowna Romanowa, kennengelernt hatte. Die Ehe wurde 1901 aufgelöst. Ihre gemeinsame, 1895 geborene Tochter Elisabeth, starb 1903 auf dem Jagdsitz des Zaren im polnischen Skierniewice. 1905 heiratete er Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich (*1871, †1937). 1897 ließ er für das durch Stiftung seiner Familie entstandene Kunst- und Naturalienkabinett, das bis dato im Neuen Schloß Eleonore ernst_ludwig_elisabeth_bduntergebracht war, einen Neubau errichten. 1899 gelingt es Ernst Ludwig, ein ausgesprochener Kunstfreund, Josef Maria Olbrich und sechs weitere Künstler des Jugendstils nach Darmstadt zu verpflichten, wo sie die Darmstädter Künstlerkolonnie Mathildenhöhe bildeten. 1901 fand unter der Leitung Ernst Ludwigs eine programmatische, von den Künstlern der Mathildenhöhe (benannt nach Mathilde Karoline Friederike, Gattin des Großherzogs Ludwigs III. von Hessen-Darmstadt)Eleonore durchgeführte Kunstausstellung statt, die sich inhaltlich gegen Kitsch und falsche Romantik wandte und auch im Ausland ein viel beachteter Erfolg wurde. Aber auch technisch war er aufgeschlossen, so schloß er 1896 für die Hessische Ludwigsbahn mit Preußen eine Eisenbahngemeinschaft. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in dem er 1916 als Verwandter des Zars einen Frieden mit Rußland zu vermitteln suchte, verlor er am 12.11.1918 während der Novemberrevolution Amt und Titel des Großherzogs, verweigerte sich jedoch einem offiziellen Thronverzicht. 1920 rief Ernst Ludwig die "Schule der Weisheit" ins Leben und setzte Hermann von Keyserling als deren Leiter ein. In den folgenden Jahren fanden an der Schule Tagungen statt, an denen u.a. auch Leo Baeck und Max Scheler (*1847, †1928) teilnahmen.

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Ludwig I.

Großherzog von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (1816-30); von 1790 bis 1806 als Ludwig X. Landgraf von Hessen-Darmstadt: mit dem Beitritt seines Landes zum Rheinbund ab dem 14.8.1806 wurde Ludwig I. Großherzog luise_hessen_ludwig1_bdvon Hessen. Verheiratet war er seit 1777 mit seiner Cousine Luise Henriette Karoline von Hessen-Darmstadt (*1761, †1829).

 

 

 

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Bild: Bernd Schwibbe (04/2006)

Salamanca, Iglesia del Convento de San Esteban

Hinweis: Die sterblichen Überreste Albas wurden 1619 von Alba de Tormes, der ursprünglichen Begräbnisstätte, hierher überführt.

Bilder: Hajo Rackel (08/2009)

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Fürstengräber im Park

Bild: Hajo Rackel (08/2009)

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Alte Mausoleum

Hinweis: Das alte Mausoleum ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Friedrich Wilhelm Ludwig IV. Karl

      

Großherzog von Hessen-Darmstadt und bei Rhein (1877-92); Vater von Alix von Hessen-Darmstadt, der späteren Gattin Zar Nikolaus’ II.; nach einer militärischen Ausbildung gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Heinrich ab 1854, begannen beide 1856 ein Studium an den Universitäten in Göttingen und Gießen. Am 1.7.1862 heiratete er auf der Isle of Wight Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland (*1843, †1878), die zweitälteste Tochter von Königin Victoria, Schwester der Prinzessin Viktoria, der späteren Gattin Kaiser Friedrichs III.. Nachdem Alice nur vier Wochen nach ihrer jüngsten Tochter Marie, wie diese auch an Diphtherie. verstorben war, heiratete Ludwig am 30.4.1884 in morganatischer (= nicht ebenbürtiger) Ehe Alexandrine (*1854, †1941), Tochter des Grafen Adam von Hutten-Czapski; sie wurde zwar anläßlich der Vermählung zur Gräfin von Romrod erhoben, dennoch wurde die Ehe noch im selben Jahr auf Druck auch seitens seiner Schwiegermutter, der englischen Königin, annulliert.

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Anna Maria Mauricia von Spanien gen. von Österreich

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Erzherzogin von Österreich; Regentin von Frankreich (1643–51); Infantin von Spanien und Portugal; ältestes von fünf Kindern Philipps III. von Spanien und Margaretes von Innerösterreich; Schwester Philipp IV. von Spanien und Maria Annas von Spanien; Mutter Ludwigs XIV.; heiratete am 21.11.1615 in der Kathedrale Saint-André in Bordeaux Ludwig XIII., nachdem zuvor am 18.10.1615 die Trauung in der Kathedrale anna_oesterreich_ludwig13_bdvon Burgos per procurationem stattgefunden hatte. Die Verbindung war durch Mutter Maria de’ Medici, auf Anregung deren Beraters Concino Concini arrangiert worden.

Ludwig XIII. begrüßt am 21.10.1615 in Bordeaux seine Braut Anna von Österreich

Für das Ausbleiben der Geburt des ersehnten Thronfolgers und mehrerer Fehlgeburten (1619 und 1621) schob ihr Gatte ihr die Schuld zu und strafte sie mit Nichtbeachtung. Als im Mai 1625 George Villiers, Herzog von Buckingham, nach Paris kam, um für seinen König Karl I. die jüngste Schwester Ludwigs, Henriette, nach England heimzuführen, verliebte sich die vernachlässigte Anna in ihn. Auf der Rückreise Buckinghams nach England, kam es auf dem Wege nach Boulogne-sur-Mer, wo die englische Flotte wartete, in Amiens zu einem Zwischenfall, der sich sozusagen unter den Augen von Maria de’ Medicis und der gesamten Begleitung abspielte: im nächtlichen Schloßpark von Amiens hatte sich Buckingham Anna genähert, was zu wilden Spekulationen führte, da diese aufgelöst und in Kleider in Unordnung ins Schloß zurückkehrte. Der KönigBuckingham zeigte sich empört und Kardinal Richelieu versuchte die Begebenheit aufzuklären, engagierte gar die ehemalige Geliebte Buckinghams, Lady Carlisle, zu einer konspirativen Aktivität; sie entwendete einen im Besitz Buckinghams befindlichen sog. Ferret(Teil einer Korsage), um damit einen Beweis für die Untreue Annas zu erlangen. Buckingham entdeckte jedoch den Diebstahl und verhinderte, daß Carlisle damit entkommen konnte. Ob es tatsächlich zu einem ehebrecherischen Verhalten Annas gekommen war, ist zweifelhaft. Sicher ist jedoch, daß Anna Buckingham mehrere solcher Ferrets geschenkt hatte. Jedenfalls bauschte Richelieu die Vorgänge zu einer Staatsaffäre auf, um die Königin zu kompromittieren. (Alexandre Dumas verwendet diese Ereignisse um Anna in seinem Roman Les trois mousquétaires (1843/44, dt. Die drei Musketiere), der später mehrmals Vorlage für Filme diente). Anna beteuerte stets ihre Unschuld; der König quittierte mit dem Satz: ”Madame, in meiner Stellung bin ich verpflichtet, Ihnen zu verzeihen. Nichts verpflichtet mich, Ihnen zu glauben”. Später näherten sich Anna und ihre Schwiegermutter, die die Macht Kardinal Richelieus besorgt beobachtete, wieder an. 1630 entließ sie ihn aus ihren persönlichen Diensten; der König aber setzte ihn wieder in Amt und Würden. Auch in den folgenden Jahren wurde Anna überwacht und Beziehung zwischen dem König und ihr waren sehr gespannt. Daran änderte sich auch nichts, als Anna am 5.9.1638, einem Sonntag, im Alter von knapp 37 Jahren ihr erstes gesundes Kind zur Welt brachte, den späteren König Ludwig XIV..

Anna mit ihren Söhnen Ludwig und Philipp.

Am 4.12.1642 starb Kardinal Richelieu; ein knappes halbes Jahr später auch der König, dem es schon seit einiger Zeit sehr schlecht gegangen war. Anna trat nun aus dem Hintergrund hervor und übernahm für ihren noch minderjährigen Sohn Ludwig XIV., zu dem sie stets ein inniges Verhältnis pflegte, die Verantwortung als Regentin, unterstützt allerdings durch Kardinal Mazarin als leitendem Minister. Zwischen den beiden entwickelte sich eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Obwohl noch der König selbst Mazarin zum Nachfolger Richelieus bestimmt hatte, gab es bald Gerüchte über eine engere Beziehung zwischen Anna und Mazarin. Ob sie mit ihm ein Verhältnis hatte, wie u.a.Marie de Rohan, duchesse dduchesse de Chevreusee Chevreuse zu wissen glaubte, bleibt ungeklärt (es ist allerdings eher unwahrscheinlich, daß eine am spanischen Hof streng katholische erzogene Prinzessin ihre Seele mit einer solche Sünde in Gefahr bringen würde). Aber Marie de Rohan berichtet auch von Gerüchten einer heimlichen Heirat (wie im Übrigen später ihr Sohn Ludwig seine Mätresse Françoise d'Aubigné, Madame de Madame de Maintenon heiratete).

Statt, wie von habsburger Seite erwartet, Anna nunmehr die Feindseligkeiten zwischen Frankreich einerseits und Österreich und Spanien andererseits zu beenden, beteuerte Anna gegenüber den Schweden, den protestantischen deutschen Fürsten und Burgund, Frankreich würde auch weiterhin zu seinen Bündnissen im Kriege (dem Dreißigjährigen) stehen. Ab Sommer 1648 sah sie sich im Zuge der Fronde mit Unruhe wegen einer allgemeinen Unzufriedenheit sowie der schlechten wirtschaftlichen Lage Frankreichs konfrontiert, die sie glaubte aussitzen zu können (“Eine Nachkommin Karls V. fürchtet nur Gott, sonst niemanden”). Anfang Januar 1649 floh sie allerdings mit ihren beiden Kindern und einige Getreuen nach St-Germaine-en-Laye. Da sie eine Aussprache mit dem Parlament ablehnte, wurde Mazarins Eigentum beschlagnahmt und er selbst abgesetzt. Erst als die unter Führung von Louis II. de Bourbon, prince de Anna im Alter (1666)Condé, stehende Armee Paris belagerte, konnte die Familie nach dem im März 1649 geschlossenen Frieden von Rueil nach Paris zurückkehren. Der Friede hielt jedoch nur kurzzeitig; Anfang des Jahres 1650 ließ Mazarin Condé, der die Fronde wieder aufleben lassen wollte, verhaften, so daß es erneut zu Aufständen kam, in deren Verlauf Mazarin ins Exil zum Kölner Erzbischof nach Brühl (1651) ging. Annas Regentschaft endete offiziell, als ihr Sohn Ludwig 1651 mit dreizehn Jahren für volljährig erklärt wurde. Sie und Mazarin übten jedoch weiterhin die Macht aus - Mazarin zunächst von Brühl aus, dann, als er 1653 zurückkehren konnte, von Paris aus. Als Ludwig nach dem Tod Mazarins 1661 die Regierungsgeschäfte selbst übernahm, zog sich Anna allmählich vom Hof zurück und lebte meist im Kloster Val-de-Grâce am südlichen Stadtrand von Paris, kehrte auf Rat der Ärzte aber in den Louvre zurück. Sie kümmerte sich um ihre Schwiegertochter Maria Theresia, die Ludwig bald nach der Hochzeit “links liegenließ, um sich mit seinen Mätressen zu amusieren. Am Tag vor ihrem Tod betrachtete Anna ihre Hände, die als die schönsten ihrer Zeit galten, und resümierte: ”Meine Finger sind geschwollen, es ist Zeit abzutreten.”

Anna mit ihren Söhnen, sowie Bededikt von Nursia und dessen Schwester Scholastica

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Bild: Hajo Rackel (08/2009)

Hinweis: Das neue Mausoleum ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Louise Clara Johanne von Lehzen

Gouvernante und Erzieherin der englischen Königin Victoria; Tochter eines protestantischen Pfarrers, Mitglied des Haushalts der Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld und Erzieherin deren erster Tochter Feodora zu Leiningen aus der Ehe mit dem Fürsten von Leiningen. Als dessen Gattin Viktoria Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld (*1786, †1861) nach seinem Tode den Herzog von Kent, einen Sohn des Königs Georg III. heiratete, zog Louise Lehzen mit der Herzogin nach London. Als die spätere englische Königin Victoria 1819 zur Welt gekommen war, wurde Louise Lehzen zur Erzieherin der kleinen Prinzessin ernannt. Sie versuchte dem isoliert aufwachsenden Kind Geborgenheit zu geben und vermittelte ihr Lebensregeln und Ideale und nahm später sogar den Platz von Victorias Mutter in Bezug auf Einfluß, aber auch Emotionalität ein. Als Victoria als Königin in den Buckingham Palast einzog, wurde Lehzen quasi deren inoffizielle Sekretärin und hatte einen starken Einfluß auf ihre politische Entscheidungen. Die enge freundschaftliche, vertraute Beziehung zwischen den beiden Frauen wurde erst gestört, als Victoria Albert, den Prinzen von Sachsen-Coburg und Gotha heiratete. Und als Albert nach der Geburt der Princess Royal Viktoria behauptete, Lehzen sei mit deren Erziehung überfordert und ihr nahegelegt wurde, zu kündigen, verließ diese 1842 den Hof und England und ließ sich in Bückeburg nieder. Ganz riß der Kontakt jedoch nicht ab; ein unlängst entdecktes Erinnerungsalbum der Louise von Lehzen belegt, daß die Beziehung ein Leben lang anhielt. Ihr Ableben bedauerte die Königin zutiefst und spendete das Grabdenkmal auf dem Friedhof in Jetenburg.

Inschrift: Der treuen Führerin ihrer Jugend, in dankbarer Erinnerung gewidmet, Victoria Königin.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (08/2009)

Bückeburg, Jetenburger Friedhof

Weimar, Mausoleum Fürstengruft

Saint-Denis, Basilika

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Neues Mausoleum

Carl August

1822 

Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1815-28); ältester Sohn von Herzog Ernst August II. Konstantin; seit 1758 Herzog; stand nach dem frühen tode seines Vaters bis 1775 unter der Vormundschaft seiner Mutter, der Herzogin Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er wurde u.a. von Christian Martin Wieland erzogen. Von einer Bildungsreise, die ihn 1774 unter Aufsicht des Grafen Görtz nach Frankreich geführt hatte, lernte er auf der Rückreise, nach einem Besuch am Darmstädter Hof, wo er sich mit Prinzessin Luise verlobte, nach einem Zwischenaufenthalt in Frankfurt am Main Johann Wolfgang Goethe kennen, der durch seinen Werther (1774) in aller Munde war war, und lud, von ihm beeindruckt, diesen nach Weimar ein. Bereits im November des folgenden Jahres traf der Dichter dort ein, und zwischen den beiden Männern entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Carl August übertrug Goethe hohe Regierungsämter und erwirkte für ihn 1782 einen kaiserlichen Adelsbrief. Beraten durch Goethe gelang es, Weimar und die Universität von Jena zu Zentren des deutschen Geisteslebens zu machen. Carl August förderte Wissenschaft und Kunst, gründete 1791 das Hoftheater und berief Johann Gottfried Herder und Friedrich von Schiller nach Weimar. Politisch schloß er sich eng an Preußen an; von 1806 bis 1813 gehörte er nur gezwungenermaßen dem Rheinbund an. Er führte bereits am 5.5.1816 eine landständische Verfassung ein, die den Untertanen u.a. Pressefreiheit und die freie Meinungsäußerung gewährte. Zuvor hatte er bereits die Bildung der deutschen Burschenschaften in Jena zugelassen. Sein Sohn, Erbprinz Carl Friedrich, heiratete 1804 die russische Großfürstin Maria Pawlowna, Tochter des 1801 ermordeten Zaren Paul I. und Schwester seines Nachfolgers Alexander I.

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Hinweis: Die Original-Grabstätte ist nicht mehr vorhanden. Die Gräber in der Basilika von Saint-Denis wurden während der Französischen Revolution aufgrund eines Dekrets vom 1. August 1793 geöffnet, und zwar, um dringend benötigte Metalle, v.a. aus den überwiegend aus Blei bestehenden Sarkophage, zu gewinnen. Dabei wurden auch die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen sowie anderer Personen entfernt und anschließend in zwei außerhalb der Kirche ausgehobene Gruben geworfen, mit Löschkalk überschüttet und dort belassen. Das Grab Annas von Österreich. wurde als eines der ersten am 15. Oktober 1793 geöffnet. Während der bourbonischen Restauration nach 1815 wurden die in den beiden Gruben außerhalb der Kathedrale beerdigten Gebeine und sterblichen Überreste erneut geborgen und, da sie den einzelnen Personen meistens nicht mehr zuzuordnen waren, in einem gemeinsamen Ossarium in einer Krypta der Kathedrale beigesetzt.

Adel / Regenten LXXVIII

Omnibus salutem!