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Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1576-1612); Sohn und Nachfolger Maximilians II.; seine ersten Jahre verbrachte er am Hof Kaiser Ferdinands I. und Maximilians II., später kam er an den Hof seines Onkels Philipp II. von Spanien, wo er streng katholisch erzogen wurde. 1771 kehrte er nach Österreich zurück, 1572 wurde er König von Ungarn, 1575 von Böhmen und römischer König, am 12.10. 1576 Kaiser. Er begünstigte die Gegenreformation, sicherte jedoch den böhmischen Ständen im “Majestätsbrief” von 11.7.1609 Religionsfreiheit zu, ließ den Jesuiten freien Spielraum. Mit zunehmendem Alter zog er sich mehr und mehr von seinen politischen Aufgaben zurück und wandte sich seinen Vorliebe für die Alchemie und Astronomie zu. So zog er u.a. die Astronomen Tycho Brahe und Johannes Kepler an seinem Prager Hof. Kepler, zunächsr Assistent Brahes, wurde sein Hofmathematiker und Leiter der kaiserlichen Sternwarte und diente dem Kaiser als Astrologe. Allerdings hatte seine politische Inaktivität erhebliche Auswirkungen auf die Situation im Reich; schließlich befand sich das Land noch im im seit 1593 andauernden Krieg mit den Türken und ungarische Aufstand von 1606 harrte einer Lösung. Schließlich mußte der geistig nicht gesunde Rudolf seinem Bruder Matthias am 29.6.1608 Österreich, Ungarn und Mähren, am 11.4.1611 auch Böhmen, Schlesien und die Lausitz abtreten. Rudolf blieb nominell zwar weiterhin Kaiser, war aber faktisch entmachtet. (Franz Grillparzer hat sich diesem Thema in seinem Trauerspiel Ein Bruderzwist im Hause Habsburg angenommen).
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Rudolf erhält zu Basel die Mitteilung seiner Wahl zum deutschen Könige (pinxit Julius Schnorr von Carolsfeld)

Prag, St.Veitsdom, Krypta
Hinweis: Der Sarkophag Rudolfs II. befindet sich unmittelbar hinter demjenigen Kaiser Karls IV..


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Königin von England (Queen consort); zweite Gattin Heinrichs VIII. und Mutter der späteren Königin Elisabeth I. von England. Als Heinrich sich von Katharina von Aragonien gegen ihren Willen und den des Papstes trennte, da der Verbindung kein männlicher Nachkomme beschieden war, und er seine Geliebte Anna heiratete, kam es zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche und der Bildung der anglikanischen Kirche in England. Als auch der neuerlichen Ehe, trotz aller Wünsche und Hoffnungen1, kein Thronfolger beschert war, fiel Anna in Ungnade. 1536 wurde ein Prozeß wegen Hochverrats gegen sie lanciert, in dem sie zum Todes verurteilt wurde. Obwohl die Ehe noch kurz vor Beginn des Prozesses für ungültig erklärt wurde, wurde das Urteil im Londoner Tower durch Tod durch den Henker vollstreckt. Heinrich heiratete bereits 11 Tage nach der Vollstreckung des Urteils seine dritte Frau, Jane Seymour.
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1 Schon vor der Niederkunft Anna Boleyns war eine Mitteilung vorbereitet worden, in der die Geburt eines prince vermeldet wurde. Als sich herausstellte, daß eine Mädchen zur Welt gekommen war, wurde das Wort prince durch Hinzufügen eines “s” zu princes[s] entsprechend korrigiert.. Der Vorgang zeigt, wie sehr Heinrich und Anna sich den ersehnten Sohn als Thronfolger herbeiwünschten.
London, Chapel Royal of St Peter ad Vincula

Herzog von Böhmen; Sproß der Premysliden-Dynastie, Enkel der bereits zum Christentum übergetretenen, heiligen Ludmilla, die ihn auch erzog. Nach dem frühen Todes seines Vaters Vratislav I. (*828, †921) führte seine heidnische Mutter Drahomira für ihn zunächst die Geschäfte im Fürstentum. Als Ludmilla im September 921 ermordet worden war, vertrieb ihre Tochter die bayerischen Missionare aus dem Herrschaftsgebiet Mittelböhmen. Wenzel förderte jedoch nach Übernahme der Regentschaft die Christianisierung, während gleichzeitig die Auseinandersetzungen mit seinen heidnischen Verwandtschaft anhielten. 822 ließ Wenzel die Gebeine der Großmutter 822 nach Prag umbetten. 929 unterwarf er sich König Heinrich I., womit der Beginn des Anschlusses an das Heilige Römische Reich begann, der endgültig nach 1004 erfolgte. Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde er auf Veranlassung seines jüngeren Bruders Boleslaw I. ermordet. Am 4.3.838 wurden seine Gebeine in den St. Veitsdom überführt, den er auf der Prager Burg gegründet hatte. Seine Verehrung als ein Heiliger setzte vermutlich erst nach dem Tod seines Bruder ein; als Schutzpatron und Symbol für die staatliche Einheit Böhmens gilt Wenzel seit dem 11. Jahrhundert. Die anläßlich der Krönung Karls IV. gefertigte Krone wird als Wenzelskrone bezeichnet. Heiliger Tag: 28.9.

Ernst August III. von Hannover

Herzog von Braunschweig und Prinz von Hannover (1913-18); Enkel König Georgs V. von Hannover, heiratete am 24.5.1913 Viktoria Luise, die einzige Tochter Wilhelms II. Nach dem Verzicht des 3. Herzog von Cumberland am 27. Oktober 1913 übernahm sein Sohn, nachdem zuvor ein förmlicher Beschluß des Bundesrats ergangen war, am 1.11.1913 die Geschäfte des Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Der Herzog, der im Ersten Weltkrieg im Range eines Generalmajors stand, mußte, wie alle anderen deutschen Fürsten auch, nach der Ablösung des deutschen Kaiserreichs durch die Weimarer Republik auf sein Herzogtum Braunschweig verzichten.
Prinzessin von Preußen, Herzogin von Braunschweig; einzige Tochter des deutschen Kaisers, Wilhelms II. und Ehefrau Ernst Augusts III.. Durch diese Verbindung wurde ein seit 1866 schwelender Konflikt zwischen dem Hause Hohenzollern und den hannoverschen Welfen, die an der Seite Österreichs im Krieg gegen Preußen zu einer dessen Provinzen geworden war, beigelegt.
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König von Großbritannien und Irland (1714-27), als Georg Ludwig Kurfürst von Hannover (1698-1727); Vater von Georg II.; gewann das Fürstentum Lüneburg (1705) sowie die Herzogtümer Bremen
(1720) und Verden (1712/19) für Hannover. Auf den britischen Thron gelangte er 1714 durch seine Mutter, Sophie von der Pfalz, die die Enkelin Jakobs I. von England war; er hielt sich ungern in England auf, war oft monatelang in seinem Kurfürstentum Hannover, dem sein Hauptinteresse galt Sein geringe Interesse an England bekundete er auch durch seine nur rudimentären Kenntnisse der englischen Sprache, wohingegen er Latein, Französisch und Italienisch sprach. Er war daher in England wenig beliebt. Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend dem Leiter seines Kabinetts, ab 1721 war das Sir Richard Walpole (*1676, †1745), der allerdings das Kabinett nicht mehr ausschließlich vom Monarchen abhängig machte, sondern in erster Linie vom Parlament. Im Jahr 1715 versuchten die Jakobiten Georg unter Beteiligung führender Torries zu stürzen, um den “Old Pretender” (Alten Prätendenten) James Edward Stuart, den Sohn Jakobs II.
auf den Thron zu bringen; das Vorhaben mißlang jedoch. 1717 brachte Georg zur Wahrung des Kräftegleichgewichts in Europa die Tripelallianz zwischen England, Frankreich und den
Niederlanden gegen Spanien zusammen.
Verheiratet war Georg seit 1682 mit seiner Cousine Sophia Dorothea von Celle, Die Ehe wurde am 2812.1694 aufgelöst und Sophia Dorothea auf das Schloß Ahlden abgeschoben, während Georg nicht wieder heiratete, sondern sich u.a. mit seiner Mätresse Melusine von der Schulenburg (*1667, †1743) vergnügte, die er 1716 zur irischen Herzogin von Munster und 1719 zur Herzogin von Kendal machte.

Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Kurfürstin von Hannover; Tochter des Kurfürsten Friedrichs V., des böhmischen Winterkönigs, und der Elisabeth Stuart, Tochter König Jakobs I. (VI.) von England und Schottland. Seit 30.8.1658 verheiratet mit Ernst August. Aus dieser Ehe ging u.a. Georg Ludwig hervor, der spätere König Georg I. von Großbritannien und Irland. Sophie wurde dadurch zur Stammutter der hannoverschen Linie des englischen Königshauses: die folgende Personalunion zwischen England und Hannover währte 123 Jahre – bis zur Thronbesteigung Königin Victorias im Jahre 1837.
Kurfürst von Hannover (1692-98); wurde 1679 Herzog von Braunschweig-Calenberg-Göttingen, setzte 1682 die Primogenitur (Nachfolgeordnung nach dem Erstgeburtsrecht) im Welfenhaus durch und erwarb 1692 die neunte Kurwürde für Hannover. Heiratete am 30.8.1658 in Heidelberg Sophie von der Pfalz, die Enkelin König Jakobs I. von England, die seinem Haus die Anwartschaft auf den englischen Thron (1701) einbrachte.

König von Hannover (1837-51), Herzog von Cumberland (1799-1851); Sohn König Georgs III. von Großbritannien und Hannover; als 1837 die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien endete, trat er die Regierung in Hannover an; hob gegen den Protest der Göttinger Sieben das Staatsgrundgesetz von 1833 auf, mußte aber 1848 eine liberale Regierung berufen.
Friederike von Mecklenburg-Strelitz
Königin von Hannover; Tochter Karls II. von Mecklenburg-Strelitz und Schwester von Luise, der späteren Königin von Preußen. Sie heiratete nach dem Tod ihres ersten und dem ihres zweiten Mannes im Jahre 1815 Ernst August, den Herzog von Cumberland und künftigen König von Hannover.

Hannover-Herrenhausen, Berggarten
Hinweis: die linke Grabplatte ist die Ernst Augusts, die rechte die von Viktoria
Auflistung der im Mausoleum beigesetzten Personen

Prag, St.Veitsdom
Hannover-Herrenhausen, Berggarten

Omnibus salutem!