
Heinrich V. Heinrich von Artois

Herzog von Bordeaux; Graf von Chambord, Enkel von Karl X., französischer Thronfolger, gilt den sogenannten Legitimisten unter dem Namen Heinrich V. als König von Frankreich. Er konnte jedoch die Regentschaft nicht mehr antreten, sondern mußte - obschon noch minderjährig - ebenso wie Karl X. und Ludwig XIX. ins Ausland fliehen. Es wurde zwar nach Beendigung der Julirevolution und ein weiteres Mal nach dem Sturz des Zweiten Kaiserreichs 1870 versucht, ihn auf dem Thron zu heben, aber vergeblich. Er war das letztes Mitglied der französischen Bourbonen-Dynastie.
Maria Theresia von Österreich-Este
Gemahlin Heinrichs V., Tochter von Herzog Franz IV. von Modena.
Ludwig XIX. Louis Antoine de Bourbon

Herzog von Angoulême; ältester Sohn Karls X. und dessen Ehefrau Maria Theresia von Sardinien-Piemont und Savoyen; Vermählte sich im Juni 1799 mit Prinzessin Marie Thérèse Charlotte, einzige Tochter Ludwigs XVI. und Marie Antoinettes. Er galt den sogenannten Legitimisten als König von Frankreich. Als 1830 die Julirevolution ausbrach und sein Vater abdanken mußte, verzichtete er auf Thronnachfolge, nachdem er gerade einmal eine knappe halbe Stunde als Ludwig XIX. König von Frankreich gewesen war, zugunsten seines Neffen Henri, duc de Bordeaux (Heinrich V.), des Sohnes seines 1820 ermordeten jüngeren Bruders Charles Ferdinand, Herzog von Berry. Die Hoffnung Karls X. und des bisherigen Dauphins, damit den Thron womöglich für die eigene Dynastie zu retten, erfüllte sich jedoch nicht, da in Frankreich nunmehr Ludwig Philipp aus dem Hause Orléans folgte. Er folgte dem abgedankten König ins Exil nach Holyrood, 1832 nach Prag und 1836 nach Görz, wo er unter dem Titel eines Grafen von Marnes mit seiner Frau in völliger Zurückgezogenheit lebte



Louise Marie Thérèse de Bourbon-Artois
Schwester von Heinrich V.; heiratete Karl III., Herzog von Parma; Regentin des Herzogtums Parma, Piacenza und Guastalla für ihren unmündigen Sohn, Herzog Robert I..

Pierre-Louis Jean Casimir Fürst von Blacas d'Aulps
Französischer Staatsmann und Diplomat; einer der wichtigsten Berater der Bourbonen. Hofminister Karls X., dem er ins Exil folgte, nachdem er nach dessen Sturz dem von der Deputiertenkammer im August 1830 zum neuen und letzten König von Frankreich ernannten Ludwig Philipp (Louis Philippe) den Eid verweigert hatte und aus der Pairsliste gestrichen worden war.



Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1558-64); Sohn von König Philipp I. und Königin Johanna der Wahnsinnigen von Kastilien und jüngerer Bruder Kaiser Karls V. 1521/1522 erhielt Ferdinand durch die mit seinem Bruder Karl geschlossenen habsburgischen Teilungsverträge die österreichischen Erblande mit Tirol sowie Württemberg. 1526 wurde Ferdinand als Nachfolger seines Schwagers Ludwig II., der kinderlos geblieben war, zunächst als Ferdinand II. zum König von Böhmen und 1527 von Ungarn gewählt und wurde somit Begründer der der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Die Wahl blieb jedoch in Ungarn nicht unwidersprochen: dort erhob sich Johann I. Zápolya als Gegenkönig, schloß ein Bündnis gegen Ferdinand mit den Türken, mit denen er 1529 zwar bis vor Wien zog, aber bereits im folgenden Jahr mit seinem Widersacher zunächst einen Waffenstillstand vereinbarte. Im Frieden von Großwardein (1538) anerkannte er ihn dann als König von Ungarn auf Lebenszeit. Bereits 1531 war Ferdinand, der seinen häufig abwesenden Bruder bereits mehrfach im Heiligen Römischen Reich vertreten hatte, zum römischen König gewählt und fungierte damit als dessen offizieller Stellvertreter. Aus dieser Position heraus gewann er rasch an Einfluß und gestaltete neben Karl V. die Geschicke des Reiches. So war er der Vermittler zwischen Reichsfürsten und Kaiser während der sogenannten Fürstenverschwörung von 1552 und bemühte sich um einen Ausgleich zwischen den Konfessionen (Passauer Vertrag [1552]; Declaratio Ferdinandea [1555]; Augsburger Religionsfrieden). Auch nach der Abdankung Karls V. im Jahre 1556 (seine Krönung erfolgte erst 1558), führte er seine versöhnliche Religionspolitik fort, so gewährte er u.a. bei Konzil von Trient, als er sich für die Aufhebung des Zölibats und die Gewährung des Laienkelchs einsetzte.
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Krönungsmahl 1558 in Frankfurt am Main (Ferdinand a.d. linken Stirnseite des Tisches)

Gattin Kaiser Ferdinands I.; Tochter des König Wladyslaw II. von Böhmen und Ungarn und dessen dritter Frau Anna von Foix-Candale. Als 3-Jährige wurde sie mit einem Enkel des Kaisers Maximilians I. verlobt. Die Entscheidung einer Ehe zugunsten Ferdinands fiel erst im Jahre 1520. 1521 heirateten sie in der Stadtpfarrkirche von Linz. Als Erbin von Böhmen und Ungarn brachte sie diese beiden Länder in die Monarchie der Habsburger ein. Eine ihrer Töchter, Katharina, heiratete 1553, Sigismund II. August von Polen. Anna starb bei der Geburt ihres 15. Kindes.

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1564-76), Sohn von Kaiser Ferdinand I. und Anna von Böhmen und Ungarn, heiratete 1548 in Valladolid Maria, die Tochter Karls V., war zunächst von 1549 bis 1551 Statthalter in Spanien für die im Reich weilenden Karl V. und Philipp II.; aufgrund des Einflusses seines 1538 Lehrers Wolfgang Schiefer, eines Schülers Martin Luthers, versuchte er eine zwischen den religiösen Strömungen der Zeit ausgleichende Politik zu betreiben und als Kaiser über den Parteien zu stehen, so gewährte er, nachdem er 1564 Kaiser geworden war, den protestantischen Adeligen freie Religionsausübung und trug damit entscheidend zur Wahrung des Religionsfriedens und einer Ruhe im Reich bei. Andererseits blieb er in den Türkenkriegen von 1566 bis 1568 erfolglos; ebenso scheiterte sein Versuch König von Polen zu werden. Zeit seines Lebens von schwächlicher Gesundheit und herzkrank setzte er 1575 die Wahl seines Sohnes Rudolfs II. durch.
Prag, St. Veitsdom


Nova Gorica, Gruft des Franziskanerklosters Kostanjevica
Nova Gorica, Gruft des Franziskanerklosters Kostanjevica
Nova Gorica, Gruft des Franziskanerklosters Kostanjevica
Nova Gorica, Gruft des Franziskanerklosters Kostanjevica
Nova Gorica, Gruft des Franziskanerklosters Kostanjevica
Prag, St. Veitsdom
Prag, St. Veitsdom

Omnibus salutem!