Bilder: Michael Femia (10/2004)

Samuel Adams

US-amerikanischer Politiker; Cousin von John Adams, des 2. US-Präsidenten; der Sohn eines Kaufmanns und Bierbrauers besuchte das Harvard College und studierte anschließend Jura. Nach Abschluß des Studiums arbeitete er als Büroangestellter und als Kaufmann, u.a. auch in der väterlichen Brauerei. Ab 1756 war er als Steuereinnehmer in Boston tätig; 1765 wurde in die Parlament von Massachusetts gewählt, dem er bis 1774 angehörte. Als radikaler Wegbereiter der amerikanischen Revolution organisierte er 1773 die Boston Tea Party, bei der Ladungen von Tee der englischen East India Trading Company in das Hafenbecken geworfen wurden. Durch diese Aktivität rückte er in den Fokus der Öffentlichkeit und erlangte eine große Popularität. Als Mitglied des Kontinentalkongresses (1774-81) war er am Entwurf der Konföderationsartikel beteiligt; die Verfassung von 1787 unterstützte er allerdings nur zögernd. Von 1794 bis 1797 war Adams Gouverneur von Massachusetts. Als George Washington die Befugnisse der Zentralgewalt auszuweiten trachtete, trat Adams aus Protest zu den Demokraten über.

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Boston, Granary Burying Ground

Bild: Mike (09/2005)

Arthur Wellesley, Herzog von Wellington (seit 1814)

  pinx. Francisco Goya

Britischer Politiker und Feldmarschall; war zunächst Offizier in Ostindien; kämpfte als Oberbefehlshaber des britischen Expeditionskorps in Portugal und Spanien (1808-14) erfolgreich gegen die napoleonischen Truppen. 1815 vertrat Wellington sein Land beim Wiener Kongreß; im gleichen Jahr besiegte er zusammen mit Feldmarschall Blücher Napoléon bei Waterloo (“Ich wollte, es wäre Nacht und die Preußen kämen.”). Als Premierminister (1828-30) setzte er die Katholikenemanzipation durch; 1834/35 war er Außenminister.

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London, St. Paul’s Cathederal, Krypta

Bild: Alexander Krischnig (01/2007)

Gyula (Julius) Graf Andrássy

Ungarischer Politiker; war der Sohn des ersten ungarischen Ministerpräsidenten Gyula Andrássy d. Älteren und war der letzte Außenminister von Österreich-Ungarn, jedoch nur 7 Tage - vom 27.10. bis 2.11.1918 - im Amt. Am 28.10.1918 bot er der Entente einen Sonderfrieden an. Seine Stieftochter Katinka heiratete 1914 den späteren ersten Präsidenten der Republik Ungarn, Graf Mihaly Károlyi von Nagykároly.

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Polgárdi, Park des Schloßes

Hinweis: Das Schloß selber existiert nicht mehr. Das Grab liegt im Rahmen von Familiengräbern auf einem Hügel des verwahrlosten Schloßparks.

Bilder: Jason Rowland (08/2006)

Independence (Missouri), Harry S. Truman Library

Harry S.Truman

                links als 13-Jähriger

33. US-amerikanischer Präsident (1945-53); übte verschiedene berufliche Tätigkeiten aus, arbeitete u.a. als Bankangestellter, bewirtschaftete von 1906 bis 1917 die Farm der Familie. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in Frankreich. Danach gründete ein Konfektionsgeschäft in Kansas City, das 1921 Bankrott ging. Danach schloß er sich der Demokratischen Partei an, wurde im Januar 1923 Richter und 1927 Vorsitzender Richter in Jackson County. Von Januar 1934 bis Anfang 1945 war er Senator des Staates Missouri. Obwohl bar jeder Erfahrung, erwarb er sich bald Ansehen in verschiedenen politischen Ämtern. 1944 wurde er als Kompromißkandidat Franklin D. Roosevelts Vizepräsident und nach dessen Tod unmittelbar vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa am 12.4.1945 als dessen Nachfolger Präsident der USA. In den Verhandlungen der Alliierten über die weitere Vorgehensweise nach dem bevorstehenden Kriegsende hielt er zwar insbesondere an der Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands fest, widersetzte sich jedoch zunehmend den territorialen Ansprüchen der sowjetischen Regierung unter Stalin in Bezug auf Ost-, Südost- und Mitteleuropa. 1945 wurde dann auf der Potsdamer Konferenz ein Kompromiß mit Stalin und dem britischen Premierminister Clement Attlee (*1883, †1967) über die Behandlung Deutschlands in der Nachkriegszeit gefunden. Da sich im Fernen Osten der Krieg aufgrund des starken Wiederstands japanischer Truppen weiter hinzog, befahl Truman im August 1945, um weitere Verluste zu vermeiden, den Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima (6.8., 8h15) und anschließend einer zweiten Bombe über Nagasaki (9.8., 11h02), wobei die beiden Bomben ca. 70.000 Menschen ad hoc und geschätzte 90.000 bis 140.000 an den unmittelbaren Folgen. Dieser grausame und menschenverachtende, überwiegend die japanische Zivilbevölkerung treffende Einsatz der Atombombe war zweifellos zugleich ein gewolltes Signal der Stärke gegenüber der gefürchteten Sowjetmacht, zumal diese zu jener Zeit noch nicht über nukleare Waffen verfügte. Innenpolitisch kämpfte Truman v.a. mit ökonomischen und sozialen Spannungen; das Ende des Krieges brachte eine Reihe von Problemen mit sich: Inflation, Arbeitslosigkeit, Streiks, Rassenkonflikten. Trotz dieser Probleme und einem von den Republikanern beherrschten Kongreß wurde Truman 1948 überraschend wiedergewählt. Seine zweite Amtperiode war jedoch von zahlreichen Niederlagen im Kongreß gekennzeichnet. Weiterhin aber galt seine Aufmerksamkeit in Zeiten der zunehmenden Konfrontation zwischen Amerika und der UdSSR der Entwicklung besonders in Europa. Um die “freie Welt” zu stabilisieren, gab es zahlreiche Unterstützungs- und Hilfsprogramme im Rahmen der amerikanischen weltweiten Militär- und Wirtschaftspolitik: Truman-Doktrin, Marshallplanhilfe, Aufbau der North Atlantic Treaty Organization (NATO). Zudem schuf er 1947 die Central Intelligence Agency (CIA). Um ein Aushungern der durch einen Korridor von Westdeutschland getrennten Berliner Bevölkerung, durch von der sowjetischen Besatzungsmacht eingerichtete “Berliner Blockade” zu verhindern, wurde 1948 eine Luftbrücke von Westdeutschland nach West-Berlin eingerichtet, über die die Bevölkerung der Inselstadt über Monate hinweg mittels sog. Rosinenbomber versorgt wurde. Nachdem die UdSSR 1949 das Atomwaffenmonopol der USA gebrochen hatte, initiierte er eine beschleunigte Entwicklung der Wasserstoffbombe und griff bewaffnet in den Konflikt in Korea (Koreakrieg) ein. Als Koreas nördlicher Nachbar in den Krieg eingriff, wollte MacArthur China angreifen, zur Not auch mit einer Atombombe; daraufhin entließ Truman den General. Unter seiner Präsidentschaft entwickelte sich in den USA zunehmend eine Atmosphäre der Angst vor dem Kommunismus, die nicht nur zu einem Wettrüsten führte, sondern auch die gesellschaftliche Situation durch Mißtrauen der Amerikaner besonders gegenüber Intellektuellen und Hollywoodschauspielern, untereinander vergiftete. In dieser teilweise hysterischen Atmosphäre schwächten Senatoren wie Joseph R. McCarthy Trumans Regierung zunehmend, so daß er 1952 auf eine weitere Präsidentschaftskandidatur verzichtete. Als sein Nachfolger im Amt wurde der von ihm zunächst bewunderte, dann verachtete Dwight D. Eisenhower gewählt.

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Bild: Lewis Browder (10/2006) flickr.com/photos/zadalew/287811541

Abilene (Kansas), Eisenhower Center

Bild: Jan Muehlhauser (09/2005)

Benjamin Franklin

 pinx. Jean-Baptiste Greuze

US-amerikanischer Politiker, Wissenschaftler und Schriftsteller; der 10. und jüngste Sohn und das 15. Kind eines Seifen- und Kerzenmachers arbeitete als Lehrling in der Druckerei seines Brudes James, nachdem er die Boston Latin School ohne Abschluß abgebrochen hatte, bildete sich jedoch durch intensives Lesen autodidaktisch weiter. Ab 1724 hielt er sich auf Wunsch des Gouverneurs von Pennsylvania, Sir William Keith, in London auf, angeblich um neue Ausrüstung zum Druck von Zeitungen zu erwerben. Nach seiner Rückkehr 1726 arbeitete er zunächst bei Thomas Denham als “Mädchen für Alles”. Ab 1729 gab er in Philadelphia als eigenständiger Verleger die Pennsylvania Gazette und von 1732 bis 1757 den Poor Richard's Almanack heraus und übte damit eine großen Einfluß auf die Entwicklung des Pressewesens aus. 1731 war er Mitglied der Freimaurer geworden; 1750 wurde er in das Abgeordnetenhaus von Pennsylvania, die Pennsylvania Assembly, gewählt, deren Mitglied er bis 1764 blieb. 1743 gründete er die American Philosophical Society. Von 1757 bis 1762 sowie von 1764 bis 1775 lebte er erneut überwiegend in England, zunächst als Repräsentant für Pennsylvania und später auch für die Staaten Georgia, New Jersey und Massachusetts. 1776 gehörte er mit 54 anderen Repräsentanten der damals 13 Vereinigten Staaten zu den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli. Nach Beginn des Unabhängigkeitskrieges (1775-83) gegen die britische Herrschaft beauftragte ihn der Kongreß, die Interessen der nordamerikanischen Kolonien in Frankreich als Diplomat zu vertreten. Als einer der drei Beauftragten leitete er in den Jahren von 1776 bis 1779 die Verhandlungen, die letztlich zu einer Allianz mit Frankreich führten. Während seines Aufenthalts in Paris schloß er sich der Freimaurerloge Les Neufs Sœrs an und war in der Loge von 1779 bis 1782 sog. Stuhlmeister. 1786 kehrte er schließlich in die inzwischen Vereinigten Staaten zurück und wurde Präsident des Supreme Executive Council of Pennsylvania. 1787 wurde er zum ersten Präsidenten der Gesellschaft gegen Sklaverei gekürt. Er war zudem war er maßgeblich an der Ausbildung des Postwesens der Kolonien beteiligt. Franklin tat sich auch als Erfinder hervor: seine bekannteste Erfindung ist die des Blitzableiters, aber auch Erfindungen wie bifokales Glas, wie es in Brillen verwendet wird, und der Schaukelstuhl wurden populär.

Franklins Konterfeit auf der 100 US-Dollar-Note

1767

Franklin 1767 in London (pinxit David Martin, White House, Washington)

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Philadelphia, Christ Church Burial Ground

Bild: Ira (04/2005)
Bild: Patti Kinlock (07/2006)

Dwight David Eisenhower

1952   03/1957 The Natiomal Archives UKno_copyright

34. US-amerikanischer Präsident (1953-61); genannt “Ike”; das drittes Kind der deutsch-amerikanischen Familie David Jacob Eisenhower (eigentlicher Familienname lautete "Eisenhauer") und Ida Elizabeth (née Stover) war im Generalstabsdienst ausgebildet, wurde 1941 Brigadegeneral und nach kurzer Tätigkeit im Planungsstab während des Zweiten Weltkrieges im Juni 1942 Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Im November 1942 übernahm Eisenhower den Befehl über die alliierten Truppen in Nordafrika, leitete 1943 die Landungen auf Sizilien und dem italienischen Festland, bevor er im Dezember 1943 Oberster Befehlshaber der verbündeten Landungsarmee (SHAEF) wurde. Als solcher leitete er im Juni 1944 die Invasion in Frankreich. Am 7.5.1945 erfolgte in seinem Hauptquartier in Reims die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Bis November 1945 war er Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland und zeitweilig Mitglied des Alliierten Kontrollrats, anschließend Generalstabschef des Heeres, bis er 1948 aus dem aktiven militärischen Dienst ausschied und Präsident der Columbia University wurde. Von 1950 bis 1952 war er Oberbefehlshaber der Streitkräfte der noch von seinem Vorgänger Truman ins Leben gerufenen North Atlantic Treaty Organization (NATO). 1952 wurde Eisenhower als Kandidat der Republikanischen Partei zum Nachfolger Harry S. Trumans, dessen militärischer Berater er 1949 zeitweilig war, in das Amt des Präsidenten gewählt (zu einer 2. Amtsperiode wurde er 1956 wiedergewählt). Unter dem Schlagwort “modern republicanism” verfolgte er eine Innenpolitik, die den USA nach einer Phase einschneidender Veränderungen Ruhe und Stabilität geben sollte. Er verband eine konservative Wirtschaftspolitik, die v.a. auf den Abbau der Staatsverschuldung abzielte, mit einem vorsichtigen Ausbau der von Franklin D. Roosevelt und Truman begonnenen sozialstaatlichen Maßnahmen und des Bildungswesens. An den Auswüchsen der Untersuchungstätigkeit Joseph R. McCarthys übte er relativ spät vorsichtige Kritik. Er ergriff erste Maßnahmen zum Abbau der Rassenschranken (Bürgerrechtsgesetz vom 9.9.1957) und entsandte im September 1957 Bundestruppen zur Beendigung von Rassenunruhen in Little Rock (Arkansas). Die Außenpolitik seiner Amtszeit wurde stark durch John Foster Dulles bestimmt. Obwohl Eisenhower dessen erklärte Ziele (“liberation”, “roll back”) unterstützte, war er bestrebt, militärische Auseinandersetzungen mit der UdSSR zu vermeiden. Außenpolitisch profilierte sich Eisenhower besonders durch die Beendigung des Koreakriegs (1953), die Erweiterung des westlichen Paktsystems um die SEATO (1954), die Unterstützung der UNO gegen Großbritannien und Frankreich in der Suezkrise (1956) und die Eisenhower-Doktrin (1957). West-Ost-Gipfeltreffen in Genf (1955) und Camp David (1959) sollten der Entspannung dienen; die Pariser Gipfelkonferenz (1960) scheiterte nach dem U-2-Zwischenfall. In seiner Abschiedsbotschaft warnte Eisenhower vor dem Einfluß des “militärisch-industriellen Komplexes”.

mit Ehefrau Mamie (1916)

 

Inschrift: “Every gun made, every warship launched, every rocket fired signifies, in a final sense, a theft from those who hunger and are not fed, those who are cold and are not clothed.... This is not a way of life at all ... Under the cloud of threatening war, it is humanity hanging from a cross of iron.” The Chance for Peace Address. Washington DC, April 16, 1953”

[Jede hergestellte Waffe, jedes vom Stapel gelaufenes Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete ist letzten Endes ein Diebstahl an denjenigen, die Hunger leiden, aber nicht gefüttert werden, denjenigen, denen kalt ist, aber nicht gekleidet werden ... Das ist keiner Weise eine Art zu leben ... Unter der Wolke eines drohenden Krieges, ist es die Menschlichkeit, die von einem Eisenkreuz hängt].

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Bild: Peter Windisch (01/2013)
Politiker XXXVII

Omnibus salutem!