Klemens XI. Giovanni Francesco Albani

Papst (23.11.1700-1721); der aus einer Albanien zugewanderten adelige Familie stammende Giovanni Francesco Albani studierte in Rom alte Sprachen und Rechtswissenschaften. Papst Innozenz XI. ernannte ihn zum Sekretär der Breven. Im Jahr 1690 wurde er Kardinaldiakon. 1700 wurde er Nachfolger von Innozenz XII. auf dem Apostolischen Stuhl. Klemens, dem exzellente Kenntnisse in Rechtswissenschaft, Theologie und in den klassischen Wissenschaften nachgesagt wurde, setzte sich insbesondere mit dem Jansenismus, auseinander, den er verurteilte und gegen den er zwei Erlasse veröffentlichte: Vineam Domini (1705) und Unigenitus (1713). Außerdem verbot er mittels Erlassen die in China durch dortige Christen geduldete Verehrung der Ahnen und der Duldsamkeit gegenüber der Lehren des Konfuzius. Im Spanischen Erbfolgekrieg neigte er sich der Seite des französischen Königs Ludwig XIV. zu, der seinem Enkel, Philipp V. von Bourbon, geholfen hatte, den spanischen Thron zu besteigen. Als Kaiser Josephs I. Truppen 1708 in Kirchenstaat eindrangen und sich Rom näherten, sah sich Klemens genötigt, mit dem Kaiser am 15.1.1709 einen Vertrag schließen, in dem er sich verpflichtete, dessen Bruder Karl VI. als rechtmäßigen König von Spanien anzuerkennen und diesem als Lehen das Königreich Neapel zu geben. Philipp V. brach daraufhin den Kontakt zu Klemens ab. Als 1713/14 der Rastatter Friede geschlossen wurde, blieb Philipp, der auf die französische Erbfolge für sich und seine Nachkommen verzichtet hatte, König von Spanien. Nachfolger Klemens’ XI. wurde Innozenz XIII.

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Rom, Basilica S. Pietro (Peterskirche)

Bilder: Hartmut Riehm (04/2008)

Romano Guardini

 

Deutscher Religionsphilosoph und Theologe (kath.) italienischer Herkunft; Guardini, der in Mainz aufwuchs, dort 1903 am Humanistischen Gymnasium das Abitur machte und 1911 die deutsche Staatsbürgerschaft erwarb, studierte zunächst Chemie in Tübingen und Staatswissenschaften in München und Berlin, ab 1906 dann in Freiburg und Tübingen Theologie, um Priester zu werden. Nach Beendigung des Studiums und Promotion übernahm er 1923 in Berlin die Professur für Religionsphilosophie und katholische Theologie, die er bis zu der 1939 von den Nationalsozialisten verhängten Zwangsemeritierung innehatte. Erst nach dem Ende des Dritten Reichs konnte er wieder unterrichten: Zunächst in Tübingen an der Philosophischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität und dann ab 1948 an Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er bis 1962 wirkte. Außerdem bekleidete er ab 1952 das Amt eines päpstlichen Hausprälaten. Als Papst Paul VI. ihn zum Kardinal ernennen wollte, lehnte Guardini ab. Bereits in den 1920er Jahren engagierte Guardini sich in der katholischen Jugendbewegung, vor allem im Quickborn auf der Burg Rothenfels am Main, deren Leiter er war.

Werke u.a.: Christliches Bewußtsein (1935), Die Bekehrung des Aurelius Augustinus (1936), Hölderlin (1939), Der Mensch und der Glaube, Versuche über die religiöse Existenz in Dostojewskijs großen Romanen (1933), Das Ende der Neuzeit (1950).

Auszeichnungen u.a.: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1952), Mitglied der Friedensklasse des Ordens Pour le Mérite (1958), Erasmuspreis (1962), Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland (1965).

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München, St. Ludwig (Ludwigskirche)

Hinweis: Guardini wurde erst 1998 vom Priesterfriedhof des Oratoriums des Hl. Philipp Neri in München (St. Laurentius) in die Ludwigskirche umgebettet..

Nikolaus von Kues eigentl. Nikolaus Chrypffs, latinisiert: Nicolaus Cusanus

Deutscher Philosoph und Theologe; der Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns und Schiffers studierte zunächst 1416/17 in Heidelberg, dann ab 1417 Mathematik, Physik, Astronomie, Medizin, antike Philosophie und Rechtswissenschaften in Padua, wo er mit den führenden Vertretern des italienischen Humanismus in Kontakt kam. Erst nach Abschluß der Studien in Padua, studierte er ab 1425 in Köln Theologie. 1427 wurde er Dekan am Florinstift in Koblenz, von 1435 bis 1445 war er Probst von Münstermaifeld. Als vom Trierer Erzbischof bevollmächtigter Teilnehmer des von 1432 bis 1437 in Basel stattfindenden Konzils bemühte er sich um Ausgleich mit den Hussiten und der griechischen Kirche; so reiste er 1437/38 nach Konstantinopel und traf sich auf der Rückreise u.a. mit dem oströmischen Kaiser und dem Patriarchen der griechischen Kirche. Der an Mathematik und Astronomie interessierte Kues war von der deutschen Mystik beeinflußt, hier besonders von Meister Eckhart von Hochheim (*~1260, †1328), er war bemüht um Reformen im Reich und setzte sich für die Einheit der Kirche ein. Obwohl er sich zunächst 1433 in einer Schrift dafür einsetzte, daß das Konzil und nicht der Papst die höchste Instanz der Kirche sei, änderte er später seine Meinung und setzte sich vehement für den Supremat des Heiligen Stuhles ein. Als Kues - 1448 bereits von Papst Nikolaus V. zum Kardinal erhoben - 1450 zum Bischof von Brixen geweiht wurde, widersetzte sich der habsburgische Erzherzog Sigismund dessen Berufung. Kues entzog sich schließlich der andauernden Auseinandersetzungen mit ihm, indem er nach Rom ging, wo ihn der Nachfolger Nikolaus’ V., Pius II., ihn 1459 zum Legaten und Generalvikar für den Kirchenstaat bestellte, ein Amt, das Nikolaus von Kues bis zu seinem Tode innehielt. Als er 1460 nach Brixen zurückkehrte, konnte er sich auf der Burg Buchenstein vor der Verfolgung durch Sigismund vorübergehend in Sicherheit bringen, wurde jedoch schließlich gefangengenommen, so daß er sich der Gewalt beugte, indem er zwar nach Rom zurückkehrte, aber weiterhin Bischof von Brixen blieb. 1433 wies er erstmals darauf hin, daß die Konstantinische Schenkung, eine bislang als authentisch angesehene Urkunde Kaiser Konstantins des Großen, auf die sich die Kurie seit dem 11. Jahrhundert zur Begründung ihrer territorialen Ansprüche stützte, eine Fälschung sei - eine Vermutung, die wenig später von dem Humanisten Lorenzo Valla bestätigt wurde.

Werke u.a.: De concordantia catholica (1434), Von der gelehrten Unwissenheit (1440).

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Rom, S. Pietro in Vincoli

Hinweis: Nikolaus von Kues’ Herz wurde nach Kues gebracht und dort in der Kapelle des St.-Nikolaus-Hospitals beigesetzt, das er 1458 als Schenkung gegründet und den Armen vermacht hatte.

Balduin von Luxemburg

 Kopf der Statue (Nähe Hauptbahnh)

Erzbischof und Kurfürst von Trier (seit 1307); der jüngste Sohn des Grafen Heinrich VI. von Luxemburg studierte in Paris Theologie und kanonisches Recht. Bereits im Alter von 22 Jahren wurde er vom Trierer Domkapitel zum Erzbischof gewählt und 1308 von Papst Klemens V. in Poitiers zum Bischof geweiht. Im gleichen Jahr bewirkte er zusammen mit dem Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt als “Königsmacher” die Wahl seines Bruders Heinrich VII. zum römisch-deutschen König und begleitete ihn anschließend nach Italien, wo er als erster deutscher König seit fast einem Jahrhundert zum Kaiser gekrönt wurde. Nachdem Heinrich am 24.8.1313 in der Nähe von Siena an Malaria gestorben war, unterstützte Balduin 1314 zunächst die Wahl Ludwigs IV., des Bayern. Nachdem er sich jedoch bald von entfremdete, präferierte er schließlich 1346 die seines Großneffen Karl IV. Obwohl auch das Verhältnis zu diesem gespannt war, war er ihm bis zu seinem Tode die wichtigste Stütze im Westen des Reiches. Balduin war führend am Kurverein von Rhense beteiligt, stärkte die Königswahlrechte der Kurfürsten und wies die päpstlichen Approbationsrechte zurück. Insofern prägte seine Diplomatie die europäische Politik in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ganz entscheidend.

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Trier, Hohe Domkirche, Westchor

Bilder: Jürgen Pferdekamp (05/2008)

Willibrord

Angelsächsischer Missionar; Heiliger; der Schüler Wilfrids trat nach seiner Erziehung im Benediktinerkloster Ripon 678 in das irische, heute nicht mehr existierende Benediktinerkloster Rathmelsig ein. Zusammen mit anderen - unter ihnen Suitbert (*~637, †713) - zog er im Jahr 690 nach Friesland. Gestützt auf die Hausmeier Pippin II. (*635, †714) und Karl Martell konnte Willibrord zunächst in der fränkisch beherrschten Fresia citerior, dann in Westfriesland (dort von 719 bis 721 zusammen mit Bonifatius) missionieren und wurde so zum “Apostel der Friesen”. 695 wurde er in Rom von Papst Sergius I. zum Bischof geweiht und zum Missionserzbischof der Friesen ernannt. 698 gründete er das Kloster Echternach als Missionsstützpunkt, wohin er sich am Lebensende zurückzog und in dem er starb.

Tag: 7.11.

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Echternach, Basilika (Luxemburg)

Bilder: Jürgen Pferdekamp (05/2008)

Eingang zur Krypta

Bilder: Thomas Haas (07/2009)

 Bernkastel-Kues, Kapelle des St.-Nikolaus-Hospital

Religion / Kirche  XXV

Omnibus salutem!