Bild: Alexander Krischnig (11/2005)

Maria Olszewska

 

Deutsche Sängerin (Alt/Mezzosopran); studierte Gesang bei Karl Erler in München. Anschließend wirkte sie zunächst als Konzert- und Operettensängerin, bis der Dirigent Artur Nikisch ihr riet, ins Opernfach zu wechseln und ihr ein Engagement am Stadttheater in Krefeld vermittelte, an dem sie als Page in Richard Wagners Tannhäuser debütierte. Nach einem kurzen Engagement am Stadttheater in Leipzig, ging sie 1920 an die Staatsoper Hamburg, an der sie bis 1923 blieb. Anschließend war sie bis 1930 an der Staatsoper in Wien engagiert und kam parallel dazu Verpflichtungen an der Städtischen Oper Berlin und an der Bayerischen Staatsoper in München nach. Anfang 1930 unternahm Olszewska eine erfolgreiche Gastspielreise durch die Vereinigten Staaten. International gefeiert, sang sie auf den großen Opernbühnen der Welt, sang in Spanien, in der Schweiz, in Belgien und Italien und den USA, wo sie 1933 an der Metropolitan Oper in New York debütierte, sowie in Argentinien. Außerdem wirkte sie in einigen Spielfilmen neben Irene von Meyendorff, Maria Schell, Oskar Sima und Attila Hörbiger mit. Von 1947 bis 1949 unterrichtete sie als Professorin für Gesang an der Akademie für Musik in Wien und wurde 1948 Lektorin an der Staatsoper Wien. Von 1951 bis 1955 trat sie an der Wiener Volksoper auf.

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Rottenstein (Kärnten)

Bilder: Hartmut Riehm (10/2008)

Ferenc Fricsay

 

Österreichischer Dirigent ungarischer Herkunft; trat bereits mit sechs Jahren in die Budapester Musikhochschule ein, die berühmte Franz-Liszt-Musikakademie, an der zu jener Zeit u.a. Béla Bartók (Klavier), Zoltán Kodály (Komposition) und Ernst von Dohnányi (Klavier) lehrten. Er erlernte nahezu sämtliche Orchesterinstrumente und studierte zusätzlich Komposition. Mit fünfzehn Jahren sprang er für den Vater, ein Militärkapellmeister, als Dirigent ein. Nach erfolgtem Studienabschluß nahm er 1933 eine erste Festanstellung als Kapellmeister der Militärkapelle in Szeged an. 1934 wurde er zugleich Dirigent des dortigen städtischen Philharmonischen Orchesters. 1939 gastierte er erstmals an der Budapester Oper und dirigierte Rigoletto von Giuseppe Verdi an der Oper von Szeged. Während der Besatzungszeit während des Zweiten Weltkrieges mußte er als Halbjude, obwohl katholischen Glaubens, mit seiner Familie in Budapest untertauchen, um einer Inhaftierung oder den Deportationen ungarischer Juden zu entgehen. Nach der Befreiung wurde er im Januar 1945 Erster Kapellmeister an der Staatsoper Budapest. Bereits im April 1945 dirigierte Fricsay eine Aufführung von Verdis La Traviata. und Ende 1946 dirigierte er der Wiener Staatsoper und war anschließend Assistent Otto Klemperers, den er bereits in Budapest kennengelernt hatte, bei den Salzburger Festspielen. 1948 kam er nach West-Berlin, dirigierte an der Städtischen Oper und die Berliner Philharmonikern und wurde 1949 Generalmusikdirektor der Städtischen Oper Berlin und Chefdirigent des kurz zuvor gegründeten RIAS-Symphonie-Orchesters. 1952 löste er seine Verpflichtungen bei der Städtischen Oper, 1954 beim RIAS. Von der Schweiz aus, wohin er 1952 gezogen war, entwickelte er eine rege Reisetätigkeit (USA, Frankreich, Israel etc.). Nach einigen anderen Stationen kam er schließlich 1956 nach München an die Bayerische Staatsoper. Ab 1959 bis zu seinem Tod war Fricsay, der zahlreiche Plattenaufnahmen für die Deutsche Grammophon Gesellschaft machte, erneut Chefdirigent des RIAS-Symphonie-Orchesters.

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Ermatingen (CH, Kt. Thurgau)

Bild: Norma Fincher  (06/2007)

Alexander Sergejewitsch Dargomyschskij

Russischer Komponist; lernte erst mit fünf Jahren sprechen, begann aber schon mit sechs Jahren das Klavier, mit acht Jahren das Geigenspiel und mit elf bereits zu komponieren. Einen großen Einfluß auf sein musikalisches Schaffen hatte der Komponist Michail Glinka, den Dargomyschskij 1834 kennengelernt hatte. Dargomyschskij lernte 1857 César Cui kennen, der seinerseits von dessen ariosem Vokalstil in seinen späteren Werken beeinflußt wurde. Dargomyschskij schrieb Opern, Orchesterstücke und Lieder und gilt als Wegbereiter der russischen Nationalmusik und der modernen Oper.

Werke u.a.: Russalka (1856), Baba Jaga (1861-62), Der steinerne Gast (1866-68, vollendet von Cui und Rimskij-Korsakow).

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Sankt Petersburg, Tichwiner Friedhof am Aleksander Newskij Kloster

Bilder: Peter Malaschitz (10/2008)

Lucia Popp eigentl. Lucia Poppová

 

Sängerin (Sopran); Tochter eines Ingenieurs und einer Sopranistin; studierte zunächst Medizin und anschließend Schauspiel. 1957 hatte sie bereits in dem Film Štyridsatštyri (dt. Vierundvierzig) mitgewirkt und 1962/63 die weibliche Hauptrolle in Jánošik übernommen. Von 1959 bis 1963 absolvierte sie ein Gesangsstudium bei Anna Hrušovská in Bratislava und debütierte 1963 am dortigen Opernhaus als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte.und an der Musikakademie in Prag. Noch im gleichen Jahr erfolgte eine Verpflichtung an die Wiener Staatsoper, nachdem man auf sie bei einem Auftritt am Theater an der Wien aufmerksam geworden war. Es folgten Engagements an die Kölner Oper, das Nationaltheater in Prag und nach Covent Garden in London. Sie sang 1967 an der Metropolitan Opera imn New York und an zahlreichen Opern in Europa. Aber sie war auch als Konzert-, Oratorien- und Liedsängerin erfolgreich.

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Bratislava, Slavicie udolie

Bilder: Hajo Rackel (10/2008)

Winfried Petrus Ignatius Zillig

 

Deutscher Komponist und Dirigent; studierte nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium in seiner Heimatstadt Rechtswissenschaften und nahm parallel dazu an Kursen des staatlichen Konservatorium teil. In Wien war er Privatschüler Arnold Schönbergs, dem er später nach Berlin folgte und dessen Zwölftontechnik er sich verpflichtet fühlte. 1927 wurde er Assistent Erich Kleibers an der Berliner Staatsoper. Weitere Stationen vor dem Zweiten Weltkrieg waren die eines Solorepetitor an der Oldenburger Oper, Kapellmeister an der Oper in Düsseldorf, in Essen und in Posen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er als Erster Kapellmeister an die Düsseldorfer Oper zurück. Von 1947 bis 1951 war er als Dirigent beim Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks tätig und seit 1959 als Leiter der Musikabteilung beim Norddeutschen Rundfunk. Zillig war sehr produktiv: Sein kompositorisches Schaffen umfaßt u.a. Opern, Oratorien, Passionen, Choräle, Serenaden, Streichquartette sowie Lieder; außerdem schrieb er Theater- und Rundfunkmusik, so z.B. für den zweiteiligen Dokumentarfilm Traumstrasse der Welt und Traumstrasse der Welt - 2. Teil. Als Dirigent setzte er sich besonders für die Werke Gustav Mahlers und der 2. Wiener Schule ein. Außerdem vollendete er die von Schönberg unvollendete hinterlassene Partitur zum Oratorium Die Jakobsleiter.

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Würzburg, Hauptfriedhof

Bild: Horst Stechschulte (11/2008)

Franz Doelle

 

Deutscher Komponist und Militärkapellmeister; nach einer Ausbildung zum Militärkapellmeister und einem Tournee-Intermezzo mit einem eigenen Orchester ab 1907 war Franz Doelle ab 1918 zunächst als musikalischer Leiter und Hauskomponist an verschiedenen Berliner Theatern tätig, darunter das Apollo-Theater, das Metropol-Theater und die Komische Oper an der Weidendammer Brücke. Anfang der 1930er Jahre nahm ihn die Ufa als einzigen Komponisten unter Vertrag. Er dirigierte dort seine Werke mit dem Orchester der Ufa selbst. Viele seiner Titel wurden zu Evergreens. Seine - auch international - bekannteste Komposition ist der Slow-Fox Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1928). Weitere bekannte Filmkompositionen sind An einem Tag im Frühling aus dem Film Viktor und Viktoria (1933) mit Hermann Thimig und Renate Müller, Aus den Wolken kommt das Glück aus Amphitryon (1935) mit Willy Fritsch, Käthe Gold, und Paul Kemp, sowie Wie ein Wunder kam die Liebe aus Königswalzer (1935) mit Willi Forst, Heli Finkenzeller und Paul Hörbiger. Im Nachkriegsdeutschland erlebten Doelles Stücke durch Neuverfilmungen eine Renaissance, so etwa in dem Streifen Wenn der weiße Flieder wieder blüht, der 1953 unter der Regie von Hans Deppe mit Willy Fritsch, Magda Schneider, ihrer Tochter Romy Schneider und Hertha Feiler in den Hauptrollen entstand.

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Leverkusen, Friedhof am Scherfenbrand

Musiker LXXIV

Omnibus salutem!