Französischer Komponist und Jazzpianist; der an der sog. Glasknochenkrankheit leidende Sohn eines Jazzpianisten hatte seinen ersten Auftritt bereits im Alter von 13 Jahren. 1979 siedelte er nach Paris um, wo er 1980 sein Debütalbum Flash veröffentlichte. 1982 zog er nach Kalifornien und spielte in der Gruppe von Charles Lloyd, mit dem er u.a. beim Montreux Jazz Festival auftrat und auch in der Folge intensiv zusammenarbeitete. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren durch seine Mitwirkung in Roger Willemsens Fernsehsendung Willemsens Woche bekannt. Zu seinen besten Aufnahmen des modernen Mainstream Jazz zählt das Blue-Note-Album Power Of Three, bei dem er am Klavier spielte, seine Kollegen Wayne Shorter am Saxophon und Jim Hall an der Gitarre.
Paris, Cimetière du Père Lachaise


Bild: Alan Light
US-amerikanischer Sänger und Entertainer; der Sohn des Vaudeville-Künstlers Sammy Davis Sr., mit dem er bereits im Alter von drei Jahren erstmals auftrat, galt während seiner jahrzehntelangen Karriere als "The world's greatest entertainer living". Während seiner Zeit in der Armee schloß er sich einer “Entertainment Unit” an und stellte fest, daß er als “Farbiger” im Beruf des Künstler besser akzeptiert würde. Im Jahre 1941 lernte er Frank Sinatra, der damals Sänger in der Band Tommy Dorseys war, und mit dem ihn eine lebenslage Freundschaft verband, kennen. Sinatra war es auch, der ihm trotz des in den Vereinigten Staaten seinerzeit herrschenden Rassisimus zum Start in eine Weltkarriere verhalf. 1956 spielte Davis, der 1955 bei einem Autounfall sein linkes Auge verlor, in der Broadway Show Mr. Wonderful. 1959 wurde er Mitglied des Rat Packs, der aus Dean Martin, Frank Sinatra, Joey Bishop und Peter Lawford bestehenden Gruppe populärer Entertainer, die aufgrund glamouröser Shows und wilder Parties in Las Vegas von sich reden machte. Dort blieb er über viele Jahre hinweg einer der tragenden Entertainer im “The Frontier Casino” (in den frühen Jahren konnten er und andere Afro-Amerikaner wie Nat King Cole and Count Basie zwar auftreten, durften jedoch nicht in den Hotels, in den sie auftraten, wohnen). 1960 drehte das Rat Pack Ocean's Eleven, den ersten einer Serie von Rat-Pack-Filmen (1962 folgte der zweite und 1964 der dritte dieses Genres). 1961 heiratete Davis die schwedische Schauspielerin May Britt (*~1933), zog sich damit den Zorn des Ku Klux Klan zu und bekam große Probleme mit dem Teil der rassistischen amerikanischen Öffentlichkeit, so daß er es für opportun hielt, außer Landes zu gehen. In London trat er im Palladium auf. In den späten 1960er und 1970er Jahren trat er wieder verstärkt in Las Vegas auf. In den 1980er Jahren versuchte er mit seinen Freunden Frank Sinatra und Dean Martin die alten Rat-Pack-Konzerte wieder aufleben zu lassen; sie gingen gemeinsam auf Tournee. Legendär ist die Tournee von 1988/89, als Martin krank wurde und durch Liza Minnelli (*1946) ersetzt wurde. Im gleichen Jahr hatte Davis seinen letzten großen Filmauftritt. Weniger bekannt ist, das Davis ein begeisterte Fotograph war; mit einer ihm von Dean Martin geschenkten Rolleiflex photographierte er u.a. seine Kollegen und Kolleginnen aus dem Schaugeschäft.
Glendale (CA), Forest Lawn Memorial Park
US-amerikanischer Sänger; begann gemeinsam mit seinen Geschwistern in der Formation Soul Children und in der Gruppe Highway GQs, der er als Teenager angehörte. 1950 erreichte er mit der Gruppe The Soul Stirrers erste Erfolge und Ruhm in der Gospel-Gemeinde. Er schrieb seine eigenen Songs, was für einen Rhythm & Blues Sänger ungewöhnlich war, und gründete in den 1960er Jahren sein eigenes Plattenlabel, “SAR Record”, und mit beidem war er erfolgreich. Er war einer der ersten, die Songs weißer Musiker coverten, z.B. Bob Dylans Blowin‘ in the Wind. Cooke starb unter mysteriösen Umständen im Hacienda Motel in Los Angeles: Er wurde von Bertha Franklin, der Managerin des Hotels, erschossen; sie habe sich von ihm bedrängt gefühlt und daher in Notwehr auf ihn geschossen.
Songs u.a.: Twistin' the Night Away (1962), Ain't That Good News (1964), Try a Little Love (1965).



US-amerikanischer Sänger und Pianist; spielte bereits in den 1930er Jahren mit einer eigenen Band in Nachtclubs in und um Los Angeles. 1939 gründete er das legendäre “Nat King Cole Trio” - der Beginn seiner großen Karriere. Coles internationaler Erfolg als Sänger stellte sich 1948 schlagartig mit seiner Aufnahme des Songs Nature Boy, der einzigen bedeutenden Komposition des seinerzeit völlig unbekannten kalifornischen Aussteigers Eden Ahbez, ein. Cole trat auch in etlichen Spielfilmen auf u.a. 1941 in Citizen Kane, 1965 in Cat Ballou (dt. Hängen sollst du in Wyoming) an der Seite von Jane Fonda (*1937) und Lee Marvin. Coles erste Ehe mit Nadine Robinson endete 1948. Nur sechs Tage nach der Scheidung heiratete er am Ostersonntag 1948 die Sängerin Maria Hawkins Ellington († 2012), die Witwe eines Bomberpiloten, die er im New Yorker Club Zanziba kennengelernt hatte, wo sie 1946 eine Solokarriere begonnen hatte. Die Ehe hielt bis zu
seinem Tod; drei Kinder stammen aus der Verbindung, so die Sängerin Natalie Cole (*1950). Cole, der immer wieder mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen hatte, trat politisch für die Rechte der Afro-Amerikaner ein.
Bild: Library of Congress ![]()


Ljuba Welitsch eigentl. Ljuba Velickova
Österreichische Sängerin (Sopran); studierte in Sofia und Wien und debütierte 1936 in Sofia. Nach Engagements in Graz (1937–40), Hamburg und München war sie von 1946 bis 1964 Mitglied der Wiener Staatsoper. 1949 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York und sang an allen bedeutenden Opernhäusern und bei den Salzburger Festspielen. Die Titelpartie in Richard Strauss‘ Salome war eine ihrer Paraderollen und setzte bis heute geltende Maßstäbe. 1940 sang sie die Partie zum 80. Geburtstag des Komponisten unter dessen Leitung. Als Salome debütierte sie auch 1947 am Covent Garden in London und 1949 an der New Yorker Metropolitan Opera. Andere bekannte Rollen waren u.a. die der Tatjana in Eugen Onegin, der Tosca, der Donna Anna in Don Giovanni, der Musetta in La Bohème. Nachdem sie zunehmend Probleme mit ihrer Stimme bekam, wandte sie sich Operettenproduktionen zu und wirkte als Komikerin in Filmen mit.
Wien, Zentralfriedhof
Ritchie Valens eigentl. Richard Steven Valenzuela
US-amerikanischer Sänger; Sohn einer aus Mexiko stammenden Familie; Rock-’n’-Roll-Musiker. Zu den bekanntesten Hits in der kurzen Karriere von Ritchie Valens gehören Donna und La Bamba. 1987 wurde sein Leben unter dem Titel seines Hits La Bamba verfilmt. Im Jahre 2001 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und ihm wurde ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewidmet. Anfang 1959 war der erst siebzehnjährige Ritchie Valens mit anderen Künstlern auf einer Tournee. Nach einem Konzert am Vortag in Clear Lake, Iowa, stürzte er mit einem viersitzigen Flugzeug kurz nach dem Start in einem Schneesturm ab. Mit ihm starben seine Tour-Kollegen Buddy Holly und The Big Bopper J. P. Richardson sowie der Pilot Roger Peterson. Aufgrund der damaligen Popularität der gestorbenen Musiker wurde dieser Tag auch als “The Day the Music Died” bekannt.
Los Angeles (County), San Fernando Mission Cemetery



Deutscher Sänger (Bariton); Sohn eines Reichsbahnangestellten; bevor er in Frankfurt Gesangsunterricht genoß, war er in der Metropole am Main als Postbeamter tätig. Bereits zu Anfang des Ersten Weltkrieges in Belgien verwundet, konnte er nach Deutschland zurückkehren, entschloß sich, Opernsänger zu werden und debütierte 1915 in Hamburg als Heerrufer in Richard Wagners Lohengrin. Anschließend war er in Nürnberg und ab 1917 an der Berliner Staatsoper tätig, bis diese kriegsbedingt 1944 geschlossen wurde. Neben dieser Tätigkeit trat der gefeierte Opern- und Liedsänger u.a. in Chicago und Südafrika auf. Seine bekanntesten Partien waren der Wolfram in Tannhäuser, der Rigoletto und Germont in La Traviata. Obwohl kein Mitglied der NSDAP, wurde der populäre Sänger zum Reichskultursenator ernannt, was nach dem Ende des Regimes dazu führte, daß er auf der “Schwarzen Liste” der US-amerikanischen Militärregierung stand. 1947 wurde er allerdings als “nicht betroffen“ qualifiziert und konnte bald in der ausgelagerten Frankfurter Oper, die im Krieg zerstört worden war, als Rigoletto auftreten. Seinen letzten Auftritt hatte er 1951 am Koblenzer Stadttheater als Giorgio Germont in La traviata; im selber Jahr gab Schlusnus auch seinen letzten Liederabend.
Braubach (Rhein-Lahn-Kreis)
Glendale (CA), Forest Lawn Memorial Park
Glendale (CA), Forest Lawn Memorial Park
Deutscher Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller; Sohn eines Kaufmanns; studierte von 1910 bis 1915 in Wien und Graz Rechtswissenschaften und parallel dazu an der Wiener Musikakademie sowie später am Dresdner Konservatorium. Während des Ersten Weltkrieges war er Soldat und nahm u.a. an den Isonzoschlachten teil. Nach dem Ende des Krieges promovierte er sich 1918 an der Universität Graz. Er arbeitete anschließend kurzeitig als Rechtsreferendar, war dann aber seit 1919 als Konzertbegleiter und Musikkritiker in Breslau tätig. Ab 1921 war er zunächst Kapellmeister der Schauspielbühnen in Breslau, und als die Schlesische Funkstunde AG in Breslau im Mai 1924 ihren Sendebetrieb aufnahm (die Nebenstelle des Senders in Gleiwitz erlangte eine traurige Berühmtheit, als 1939 ein durch Hitler veranlaßter, fingierter Überfall auf den Sender zum Anlaß für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges genommen wurde), wurde er dort künstlerischer Leiter. Dort lernte er 1929 auch Erich Kästner kennen, und gemeinsam schrieben sie das Funkspiel Leben in dieser Zeit, das später sehr bekannt werden sollte. 1933 wurde Nick, der mit der jüdischen Konzertsängerin Kaete Jaenicke verheiratet war, nach dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" entlassen; er übersiedelte nach Berlin, komponierte Tonfilmmusik, Chansons für das Kabarett Die Katakombe sowie musikalische Lustspiele. Ab 1936 bis 1940 war Nick musikalischer Leiter am Theater des Volkes. Zum Kriegsdienst wurde er wegen “Wehrunwürdigkeit“ nicht herangezogen. Er verdiente sich in dieser Zeit seinen Lebensunterhalt durch gelegentlichen Kompositionsaufträgen für Bühnenmusiken. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verfaßte er Musikkritiken, u.a. für die Neue Zeitung, bei der Kästner als Feuilletonredakteur tätig war, das Münchner Tagebuch und die Zeitschrift Musica und wirkte parallel dazu als musikalischer Leiter des Münchener Kabaretts Die Schaubude, an deren Aufbau Erich Kästner beteiligt war. 1947 wurde Nick Chefdirigent der Bayerischen Staatsoperette in München, 1949 (bis 1952) Professor an der dortigen Staatlichen Hochschule für Musik, und von 1952 bis 1956 war er Leiter der Musikabteilung beim Westdeutschen Rundfunk in Köln, anschließend verfaßte er Musikkritiken u. a. für die Neue Zeitung, Die Welt und 1963 von 1973 für die Süddeutsche Zeitung.
Edmund Nick schrieb Lieder, Chansons, Bühnen- und Filmmusiken, Operetten. 1996 entstand wenige Jahre vor dem Tode Kästners in Zusammenarbeit mit diesem die Vertonung von dessen aus dreizehn Gedichten bestehenden Zyklus` Die 13 Monate, die bereits 1955 erschienen waren.
Werke u.a.: Das kleine Hofkonzert (1935), Paul Lincke (1953), Vom Wiener Walzer zur Wiener Operette (1954).


München, Westfriedhof

Omnibus salutem!