Jean-Baptiste Kléber

             

Französischer General; wie viele der höheren Offizieren in der Zeit der Französischen Revolution aus einfachen Verhältnissen stammend, verlor seinen Vater, einen Steinmetzen, im Alter von drei Jahren. Seine Mutter heiratete einen Bauunternehmer, mit dem sich der kleine Jean-Baptiste nicht vertrug, so daß er zur Erziehung einem Pfarrer gegeben. Im Alter von 16 Jahren “rückte” er aus, d.h. er ging zu den Husaren, wurde aber von seiner Mutter zurückgeholt. Nach einer Ausbildung an der Straßburger L’école de dessin pour les arts et métiers begann er in Paris 1772 eine Ausbildung unter der Leitung des Architekten Jean-François Chalgrin, kehrte 1774 aber vorzeitig nach Strßburg zurückund nahm Arbeit im Betrieb seines Stiefvaters auf. 1777 ging er an die Militärhochschule in München, war von 1776 bis 1783 Offizier in österreichischen Diensten, dann Bauinspektor in Belfort; 1792 schloß er sich den Freiwilligen vom Oberrhein an, kämpfte 1793 als Divisionsgeneral in der Vendée, wo er in den sog. Vendéekriege den royalistischen Aufstand niederschlug. Von 1794 bis 1796 diente er unter dem französischen Marschall Jourdan (*1762, †1833) bei der Nordarmee und nahmpinxit Antoine-Jean Gros mit ihr an der  Schlacht bei Fleurus teil. 1798 folgte er Naploléon Bonaparte nach Ägypten und übernahm nach dessen Abreise 1799 den Oberbefehl. Am 20.3.1800 vernichtete er die Türken bei Heliopolis. Kléber wurde in Kairo von einem aus Aleppo stammenden türkischen Fanatiker namens Soleyman ermordet.

Ermordung Klébers

 

 

 

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Bilder: Alexander Krischnig (07/2005)

Straßburg, Place Kléber

Hinweis: Das Grab befindet sich in einer Gruft unter dem Denkmal.

Bonn, Poppelsdorfer Friedhof

Adrian Dietrich Lothar von Trotha

Deutscher General (Infanterie); trat 1865 in die preußische Armee ein, nahm am Deutsch-Österreichischen (1866) und Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) teil. Am 17. August 1900 wurde ihm im Boxeraufstand das Kommando der 1. Ostasiatischen Infanteriebrigade übertragen. Am 3.5.1904 erfolgte seine – u.a. in der Truppe umstrittene - Ernennung zum Oberbefehlshaber in Deutsch-Südwest-Afrika (heutiges Namibia) mit dem Auftrag, den in den Jahren von 1903 bis 1907 währenden Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Herrschaft niederzuschlagen. Nach erst heute kritisch diskutiertem Regime der deutschen “Schutztruppen” und dem Tod des Nama-Führers Hendrik Witbooi am 29.10.1905 im Gefecht bei Fahlgras hielt Trotha seine Aufgabe für beendet, bat um seine Abberufung und verließ am 19.11.1905 das Land.

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Robert Ritter von Greim

(Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-2004-1220-500) Jan.1939 

Deutscher Generalfeldmarschall; war im Ersten Weltkrieg Flieger bei verschiedenen Jagdstaffeln. Während des Kapp-Putsches im März 1920 übernahm er die Flugdienste zwischen München und Berlin, schied im selben Jahr auf eigenen Wunsch aus dem Militärdienst im Rang eines Hauptmanns aus und studierte in München Jura, arbeitete ab 1922 bei einer Bank und hielt sich Mitte der 1920er Jahre in China auf, wo er mit dem Aufbau einer Luftwaffe für die chinesische Nationalregierung beschäftigt war. Nach seiner Rückkehr war er Leiter der Fliegerschule in Würzburg, wo u.a. Elly Beinhorn zu seinen Schülern gehörte. 1934 trat er wieder in die Reichswehr ein, wurde wenig später Mitarbeiter im neu gegründeten Reichsluftfahrtministerium. Nach Beendigung des Polenfeldzuges wurde er Kommandierender General des V. Fliegerkorps, und nach der Beendigung des Westfeldzuges im Juli 1940 General der Flieger. Anschließend waren die zu seinem Korps gehörenden Geschwader an der Luftschlacht um England beteiligt. 1942 übernahm Greim den Oberbefehl über das Luftwaffenkommando Ost. Nachdem Hitler am 23.4.1945 Göring wütend aller Ämter enthoben hatte, wurde Greim von Hanna Reitsch am 26. April in das bereits von Truppen der Roten Armee eingeschlossene Berlin geflogen, wo er von Hitler in seinem politischen Testament zu Görings Nachfolger als Oberbefehlshaber der Luftwaffe und gleichzeitig zum Generalfeldmarschall ernannt wurde. In Süddeutschland in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten und nach Salzburg gebracht, erfuhr er, daß er an die Sowjets übergeben werden sollte und tötete sich selbst durch Einnahme einer Giftkapsel.

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Bild: Alexnader Krischnig (9/2005)

Karl Dönitz

Deutscher Großadmiral (seit 1943); am Ende des Ersten Weltkrieges (1918) U-Boot-Kommandant, wurde er nach vielseitiger Verwendung in der Reichsmarine 1936 Befehlshaber der U-Boote (BdU). Um die Versorgung der Alliierten Truppen in Europa von Übersee aus durch sog. Geleitzüge zu unterbinden bzw. zu stören, schlug er einen massiven Einsatz von U-Booten auf den Atlantikrouten vor, konnte seine Vorstellungen jedoch bei Hitler und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Erich Raeder, zunächst nicht durchsetzen. Erst als er Raeder zu Beginn des Jahres 1943 als Befehlshaber der Kriegsmarine abgelöst hatte, setzte er die U-Boote in Rudeltaktik in der sog. Atlantikschlacht ein. Obwohl der geheime deutsche Funkcode seitens der Alliierten aufgedeckt war und durch die Entwicklung technischer Möglichkeiten (Radar) immer mehr U-Booten verloren gingen, hielt Dönitz am Einsatz der U-Boot-Waffe unvermindert fest und opferte unzählige Seeleute in einem sinnlosen Kampf. Dönitz, der treu zu Hitler stand, wurde von diesem kurz vor seinem Selbstmord mit Wirkung vom 1.5.1945 zu seinem Nachfolger ernannt und war somit der letzte deutsche Reichspräsident. Von Flensburg-Mürwik aus versuchte er, in den Kapitulationsverhandlungen soviel Zeit zu gewinnen, daß es möglichst vielen Menschen und Truppenteilen gelingen sollte, aus den Ostgebieten in den Machtbereich der westlichen Alliierten zu gelangen. Am 7.5.1945 unterzeichnete das OKW (Oberkommando der Wehrmacht) in seinem Auftrag die Gesamtkapitulation in Reims, am 8./9.5.1945 in Berlin-Karlshorst. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der westlichen Alliierten, General Eisenhower, ließ die Regierung Dönitz am 23.5.1945 verhaften; Dönitz wurde 1946 vom Internationalen Militärtribunal in Nürnberg wegen Verbrechens gegen den Frieden und gegen das Kriegsrecht zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er im Gefängnis in Berlin-Spandau verbüßte. (Quelle: Brockhaus)

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Bilder: Ulrich Bork (9/2005)

Salzburg, Kommunalfriedhof

Aumühle

August von Mackensen (seit 1899)

                   

Preußischer Generalfeldmarschall (seit 1915); entstammte einem bürgerlichen Haus; Sohn eines Gutsverwalters; verließ das Gymnasium vorzeitig und wurde, nachdem er zunächst wegen körperlicher Schwäche ausgemustert worden war, im zweiten Anlauf 1869 Einjährig-Freiwilliger Soldat im 2. Leib-Husaren-Regiment “Königin Viktoria von Preußen“ Nr. 2 in Lissa in der Provinz Posen; anschließend begann er ein Studium der Agrarwissenschaft an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale, das durch seine Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg unterbrechen mußte, um es danach wieder aufzunehmen. 1873 wurde er Berufsoffizier. Im Ersten Weltkrieg war er Oberbefehlshaber der 9. und 11. Armee, eroberte Ende 1915 Serbien, 1916/17 Rumänien, war dort bis Kriegsende Militärgouverneur. Als Verkörperung des preußischen Husaren und Reitergenerals schlechthin war Mackensen zeitlebens antidemokratisch eingestellt (von ihm stammt das Wort: Gegen Demokraten helfen nur Soldaten!). Hitler nutzte seine unkritische Art und seine Beliebtheit beim Volk, berief ihn 1933 zum preußischen Staatsrat und ernannte ihn 1936 zum Chef des Kavallerieregiments Nr.5 in Stolp. 1941 nahm er noch an der Beisetzung des letzten deutschen Kaisers, Wilhelms II., im holländischen Doorn teil.

Aufnahme anläßlich der Beisetzung Kaiser Wilhelms II. in Doorn (Juni 1941). von Mackensen vorne in der Mitte, links außen Admiral Canaris.

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Celle, Städtischer Friedhof

Bilder: Werner Farwick

Wilhelm Franz Canaris

1905 als Seekadett               Bundesarchiv, Bild 146-1979-013-43 / unbekannt / CC-BY-SA

 

Deutscher Admiral; jüngster von drei Kindern des Ingenieurs und Technischen Leiters der Apelbecker Hütte Carl Canaris; trat am 1.4.1905 als Seekadett in die Kaiserliche Marie ei, wurde nach einer Ausbildung in der Seekadettenschule in Kiel zum Fähnrich befördert und kam im Herbst 1907 auf den KreuzerSMS Bremen, der als Stationsschiff auf der mittel- und südamerikanischen Station eingesetzt war. 1908 wurde er zum Leutnant befördert und trat seinen Dienst als Adjutant des Kommandanten an. 1912 wurde er dem 1908 in Dienst gestellten Kleinen Kreuzer SMS Dresden zugeteilt, der sich 1914 mit dem Geschwader des Admirals Maximilan Graf von Spee (*1861) bei den SMS Dresden in New York (1909)Osterinseln vereinigte und an dem siegreichen Gefecht mit einer britischen Kreuzerdivision bei Coronel teilnahm. Nachdem das Geschwader Kap Hoorn umrundet hatte, stieß es am 8.12 bei den Falklandinseln auf überlegene britische Flottenverbände. Während der Panzerkreuzer SMS Gneisenau, der Kleine Kreuzer SMS Leipzig, der Kleine Kreuzer SMS Nürnberg  und das Flaggschiff SMS Scharnhorst mit dem Kommandanten des deutsche Ostasiengeschwader Graf Spee versenkt wurden und über 2.200 deutsche Marinesoldaten den Tod fanden, entkam die Dresden. in neutrale chilenische Gewässer und war wegen Kohlenmangels gezwungen, bei Mas a Tierra vor Anker zu gehen. Dort wurde es von dem englischen Kreuzer Glasgow, der als einziges Schiff bei Coronel entkommen war, angegriffen. Canaris wurde daraufhin als Parlamentär an Bord des Kreuzers entsandt, um dessen Kommandaten darauf aufmerksam zu machen, daß sich dieDresden in neutralem Gewässer befinde. Der englische Kommandat ignorierte diesen Hinweis und feuerte weiter auf den Kreuzer, so daß sich dessen Kommandant entschloß, es am 14.3.1915 selbstzuversenken; Canaris und die Besatzung wurden durch die chilenischen Behörden auf der Insel Quiriquina interniert. Wenig später gelang es Canaris nach Deutschland zu fliehen. Am 30.11.1915 wurde er nach Spanien in die “Etappe Madrid”, wie er es nannte, beordert, um dort eine Nachschuborganisation für die im westlichen Mittelmeer operierenden U-Boote zu schaffen sowie über V-Leute Informationen über feindliche Schiffe zu beschaffen. Am 21.2.1916 verließ er - wie schon bei seiner Flucht aus Chile als Chilene Reed Rosas getarnt - Madrid, reiste über Frankreich und Italienund wurde kurz vor der Schweizer Grenze enttarnt und verhaftet. Wieder gelang ihm die Flucht und er kehrte nach Spanien zurück, wo er am 1.9. bei Cartagena von dem deutschen U-Boot U 35 aufgenommen wurde. Zurück in Deutschland wurde er der U-Boot-Inspektion zugeteilt und nach einer entspr. Ausbildung als U-Boot-Kommandant am 16.11.1916 zum Kapitänleutnant befördert und dem Führer der Unterseeboote im Mittelmeer als U-Boot-Kommandant zugeteilt. Am 28.11.1917 erhielt er zunächst das Kommando über das Transport-U-Boot UC 27, wenig später das stellvertretende Kommando über U 34. Im Mai 1918 übernahm er in Kiel sein eigenes U-Boot, das Boot UB 128, mit dem er durch die scharf bewachte Sraße von Gibraltar in das Mittelmeer einlief und dort von dem österreichischen Stützpunkt Cattaro Handelskrieg ausführte. Nachdem die Lage dort aussichtslos wurde, brach die dort stationierte Flottille die Heimreise an. Als die Boote vor der norwegischen Küste des Skagerak eintrafen, erreichte sie dort die Nachricht von der Matrosenrevolte auf der in Kiel liegenden Hochseeflotte. Am 8.11. traf die Flottille in Kiel ein, ein Tag bevor Kaiser Wilhelm II. nach Holland floh. Im Sommer 1920 wurde Canaris, der als Unterstützer der sog. Dolchstoßlegende gilt, als Admiralstabsoffizier beim Kommando der Marinestation der Ostsee nach Kiel versetzt. 1922 wurde er 1. Offizier des Kreuzers Berlin, eines Schulkreuzers für Seekadetten, auf dem Reinhard Heydrich, der späterer Chef des Recihssicherheitshauptamtes (RSHA), sein Untergebener war, und den er, als er 1935 Chef der Abwehrabteilung des Kriegsministeriums wurde, wiedertraf. Später übernahm Reichswehrminister Noske Canaris in seinen persönlichen Stab.  Bei der Hauptverhandlung gegen die Mörder Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts im Mai 1926 gehörte Kapitänleutnant Canaris als Beisitzer dem Gericht an. Als der Angeklagte Vogel befreit wurde, warf man Canaris daran eine Beteiligung vor. Reichswehrminister Geßler bzw. das Ministerium dementierten jedoch wiederholt dessen Beteiligung an der Befreiung und auch eine geheime Unterstützung der Organisation Consul mit Geld und Waffen. 1935 wurde er als Konteradmiral zum Chef der Abwehrabteilung des Kriegsministeriums und seit 1938 in das Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht berufen, das er bis 1944 innehatte. Dabei gelang es ihm, die wiederholten Versuche Heydrichs abzuwehren, auch die Abwehr unter seine Kontrolle zu stellen (obwohl die Familien der beiden gesellschaftlich miteinander verkehrten, war das Verhältnis der beiden Männer von starkem Mißtrauen geprägt). Im Spanischen Bürgerkrieg, unterstützte Canaris den “Caudillo” Franco, den er schätzte, und war für die Entsendung der Legion Condor nach Spanien mitverantwortlich.

Spätestens seit 1938 war er in Kontakt mit dem militärischen Widerstand um Generalleutnant Ludwig Beck auf, versorgte ihn - u.a. über Generalmajor Hans Oster - mit Informationen, deckte dessen Aktionen und schützte Verfolgte, darunter auch Juden, indem er sie mit Abwehraufgaben betraute. Zunächst schützten Canaris, der 1940 zum Admiral befördert wurde, seine Erfolge in der Spionageabwehr und Aufklärung. Im Februar 1944 wurde er - als “politisch unsicher” eingestuft - entlassen, nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verhaftet und kurz vor dem Eintreffen von US-amerikanischen Truppen nach einem improvisierten Standgericht der SS gemeinsam mit Hans Oster, Hans von Dohnanyi und anderen um 6 Uhr morgens im KZ Flossenbürg gehenkt. Canaris’ Tätigkeit als Geheimdienstchef und Hintergrundfigur des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Wilhelm Canaris war u.a. Gegenstand des von Alfred Weidenmann inszenierten Spielfilm Canaris aus dem Jahre 1954, wo er hervorragend, wenn auch stark idealisiert von O.E. Hasse dargestellt wurde.

Bundesarchiv, Bild 146-1976-088-40 / unbekannt / CC-BY-SA

Offiziere des Marinekommandoamtes (Canaris 2. in der 2. Reihe von rechts; 5. von rechts der spätere Konteradmiral Karl August Nergercc_somerightsreserved

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Bild: Concordiadomi (06(2008) Wikipedia.de
Bildr: Concordiadomi (06(2008) Wikipedia.de

Flossenbürg, Konzentrationslager, Gedenktafel

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Bild: Concordiadomi (06(2008) Wikipedia.de

Hans Paul Oster

Bundesarchiv, Bild 146-2004-0007 / CC-BY-SA cc_somerightsreserved

Deutscher Offizier, Generalmajor (seit 1941) der Wehrmacht; Sohn des Pfarrer der reformierten französischen Gemeinde in Dresden. 1907 trat er als Fahnenjunker in das 4. Königlich-Sächsische Feldartillerie-Regiment Nr. 48 ein, nahm, zuletzt als Generalstabsoffiziers in der 23. Division (1. Königlich Sächsische), am Ersten Weltkrieg teil und wurde nach Kriegsende in das 100.000-Mann Heer der Reichswehr übernommen. 1933 war er in der Spionageabwehr des Reichswehrministeriums, seit 1935 unter Admiral Canaris, der ihn 1938 zum Chef des Stabes Ausland/Abwehr beim Oberkommando der Wehrmacht machte. Oster, der bereits seit dem sogenannten Röhm-Putsch Material über die Verbrechen der Regimeführung gesammelt hatte, wurde ein entschiedener Gegner des nationalsozialistischen Regierungssystems war beteiligt am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, indem er Kontakte - er war mit Ludwig Beck befreundet - zu anderen Oppositionellen knüpfte, Hilfe für Verfolgte organisierte und das Ausland über die Angriffspläne Adolf Hitlers informierte. Nachdem er unter Verdacht geraten war, wurde er 1943 zunächst beurlaubt und dann am 31.3.1944 aus der Wehrmacht entlassen. Am 21.7., einen Tag nach dem fehlgeschlagenen Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler, wurde er verhaftet und zusammen mit Canaris, dem Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, mit dem er ebenfalls eng zusammengearbeitet hatte, und anderen um 6 Uhr morgens im KZ Flossenbürg gehenkt -. kurz vor dem Eintreffen von US-amerikanischen Truppen, die das Lager befreiten.

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Bild: DynaMoToR  (12/2007) Wikidepia.de

Dresden, Nordfriedhof, Gedenkstätte für Hans Oster

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Flossenbürg, Konzentrationslager, Gedenktafel

Bilder: D. Buhre (08/2012)
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Nikolaj Nikolajewitsch Judenitsch [russ. Николай Николаевич Юденич]

                    

 

Russischer General; absolvierte 1881 zunächst die Offiziersschule und 1887 dann die Akademie des russischen Generalstabes. Im Russisch-Japanischen Krieg wurde er zweimal verwundet. Im Ersten Weltkrieg war er als Generalleutnant Stabschef der russischen Kaukasusarmee und befehligte die russischen Truppen in der Schlacht von Sarıkamış. Am 24.1.1915 wurde er zum General der Infanterie befördert und Oberbefehlshaber der Armee. In dieser Position führte er die erfolgreichen Operationen bei Erzurum und Trapezunt, wofür er mit dem St. Georgs-Orden ausgezeichnet wurde. Im März 1917 übernahm er den Oberbefehl der gesamten Kaukasusfront. Wegen "Widerstand gegen die Anweisungen der Provisorischen Regierung" wurde Judenitsch im Mai 1917 von Alexander Kerenskij n den Ruhestand versetzt. Nach der Oktoberrevolution war er für über ein Jahr im Untergrund. Ende 1918 gelang ihm die Flucht nach Helsinki, von wo aus er versuchte, den finnischen Reichsverweser Carl Gustav Mannerheim, den er seit der Generalstabs-Akademie her kannte und der als Kavalleriegeneral der russischen Armee bis 1917 am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, für einen Vormarsch auf Petrograd (heute wieder Sankt Petersburg) zu gewinnen; der Plan zerschlug sich jedoch, als Mannerheim im Juli 1919 eine Wahlniederlage erlitt. Auch alle weiteren seiner Versuche, erfolgreich in das Geschehen in Rußland einzugreifen, scheiterten letztlich, obwohl es ihm gelungen war, als Oberbefehlshaber aller im Nordwesten Rußlands eingesetzter Truppen der Weißen Armee anerkannt zu werden und er, als in Tallinn (heute Estland) eine russische Nordwest-Regierung gebildet wurde, zum Kriegsminister ernannt wurde.

Nikolaj Judenitsch (sitzend) als Befehlshaber an der Kaukasusfront während des Ersten Weltkrieges.

Am 22.1.1920 sah er sich gezwungen, die Nordwest-Armee aufzulösen, da ihm eine weitere Unterstützung verweigert wurde. Seine Flucht per Schiff nach Helsinki wäre beinahe gescheitert: Kurz bevor er sich am 28.1.1920 nach Helsinki einschiffen wollte, drang einer seiner bisherigen Untergebenen mit sechs Offizieren in das Hotelzimmer Judenitschs ein, und verschleppten diesen per Eisenbahn in Richtung Tartu (heute zu Estland) verschleppt um die Herausgabe der Kriegskasse zu erzwingen. An einem Bahnhof konnten die Entführer jedoch entwaffnet werden und Judenitsch gelang es zunächst nach Großbritannien, dann nach weiter Frankreich zu fliehen, wo er sich in Nizza niederließ.

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Bilder: Bernd Wolter (05/2015)

Nizza-Caucade, Cimetière Orthodox-Russe

Militär X

Omnibus salutem!