Andrzej Tadeusz Bonawentura Kościuszko

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Polnischer Offizier und Freiheitskämpfer; Sohn eines Beamten; ab 1755 besuchte er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Józef ein Piaristenkolleg in Lubieszów, ab 1765 studierte er an der königlichen Militärhochschule Szkoła Rycerska in Warschau. Ein königliches Stipendium gab ihm 1769, die Gelegenheit, nach Paris zu gehen und dort an der Akademie der schönen Künste zu studieren. 1775 kehrte er in seine seit 1772 geteilte Heimat zurück. Da die Armee keine Bedarf an aktiven Soldaten hatte, ließ er sich für die im US-amerikanischen Unabhängigkeit gegen die Kolonialmacht Großbritannien kämpfenden Kontinentalarmee rekrutieren; 1776 traf er in Philadelphia ein. Er nahm an mehreren Schlachten teil, stieg bisin den Rang eines Brigadegenerals auf und erhielt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, bevor er 1784 nach Polen zurückkehrte. Dort wurde er als General in die Armee übernommen. 1794 trat Kościuszko an die Spitze des letzten Aufstands gegen die Teilungen Polens; er schlug die Russen bei Raclawice (4.4.), zwang die Preußen zur Aufhebung der Belagerung Warschaus, unterlag aber am 10.10. bei Maciejowice der russischen Übermacht und geriet verwundet in russische Gefangenschaft. 1796, nach der Begnadigung durch den Zaren, ging er als Exiliant erneut in die Vereinigten Staaten, kam später in die Schweiz, von wo aus er seinen Kampf für die Sache der polnischen Unabhängigkeit - wenngleich vergeblich - fortsetzte. Den Polen blieb Kościuszko als eine Heldengestalt
im kolektiven Gedächnis.
Bildnis Kościuszkos auf dem polnischen 500 Sloty-Schein.

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Kryta der St. Leonhardskapelle

Karthagischer Heerführer; Hamilkar, aus dem Hause der Barkiden, befehligte das karthagische Heer von 236 bis 228 in Spanien, das ab 237 sukzessive erobert worden war, und als sein Schwiegersohn und Nachfolger Hadrubal, der an der Ostküste der iberischen Halbinsel die Stadt Carthago Nova (heute Cartagena) gegründet hatte, 221 starb, wählte das Heer Hannibal, Hamilkars ältesten Sohn zu seinem Führer. Sofort begann Hannibal das Heer für einen Krieg gegen Rom zu rüsten. Bevor er zu diesem Feldzug aufbrach, zerstörte er Saguntum, mit dem sich die Römer gegen die Expansionsbestrebungen Karthagos verbunden hatten. Denn als die Stadt mit ihren Grenznachbarn in Streit geriet und diese sich Hilfe suchend an Karthago wandten, griff Hannibal gegen die ausdrückliche Warnung der Römer den Ebro-Vertrag zu brechen (in ihm war der Fluß als Grenze zwischen den Interessenssphären beider Mächte festgelegt) ein und eroberte Saguntum nach 8-monatiger Belagerung (damit war den Römer eine evtl. Nachschubbasis in Spanien entzogen). Rom forderte daraufhin Karthago auf, ihren Feldherrn auszuliefern. Nachdem sich die Verhandlungen ergebnislos hingezogen hatten, erklärte schließlich der Führer der römischen Gesandtschaft, er bringe im Bausch seiner Toga Krieg oder Frieden; die Karthager antworteten, er solle geben, was er für gut halte: Die Römer erklärten daraufhin Karthago den Krieg. Da nun die Gefahr eines Direktangriffs der Römer auf Karthago zu befürchten war, zog Hannibal im Frühjahr 218 von Carthago Nova aus in Eilmärschen über die Pyrenäen, fiel in Südgallien ein und zog von dort unmittelbar mit 60.000 Mann und 60 Kampfelefanten weiter über die Alpen nach Norditalien. Rom - jetzt gezwungen sich auf die eigenen Verteidigung zu konzentrieren - war es jetzt nicht mehr möglich, den Plan durchzuführen, nämlich den Konsul Tiberius Sempronius Gracchus mir 160 Schiffen und zwei Legionen nach Afrika überzusetzen und den Konsul Publius Cornelius Scipio mit 60 Schiffen und einer Legion nach Spanien zu entsenden, damit dort in Gemeinschaft mit Massalia (heute Marseille) der Kampf aufgenommen werden würde. Aber sie konnten nicht einmal die Alpenpässe ausreichend sichern, so daß Hannibal 217, wenn auch unter schweren Verlusten, nicht nur an Soldaten und Pferden, sondern auch unter den Kampfelefanten, die Hannibal mit sich führte, in Oberitalien einfallen konnte; in der Nähe des heutigen Turins erreichte sie die Ebene des Po, und nachdem Hannibal erstmals am Ticinus (heute Ticino im Tessin) römische Reiterabteilungen zum Rückzug gezwungen hatte, strömten jetzt die Gallier scharenweise dem karthagischen Heer zu und ersetzten so deren Verluste aus dem Alpenübergang. Vor der Schlacht am Ticinus hatte er seine Männer an ihre Pflichten erinnert: “Vobis necesse est fortibus viris esse et, omnibus inter victoriam mortemque certa desperatione abruptis”1 (Livius, Ab urbe condita, liber 21,45). An der Trebia (heute Trebbia) schlug die punische Reiterei die unter Sempronius und Scipio geführten Römer. Hannibal drang jetzt weiter nach Süden vor, umging das bei Arretrium stehende römische Heer und verwüstete das Land. Am Trasimenischen See gelang es Hannibal den Konsul Gaius Flaminius in einen Hinterhalt zu locken und ihn vernichtend zu schlagen. Unter diesem Schock wich Rom von dem bisher geübten Verfahren der jährlichen Ernennung neue Konsuln ab und ernannte einen Diktator: Quintus Fabius Maximus und stellte ihm den Reiteroberst Marcus Minutius Rufus zur Seite. Da es Hannibal nicht gelang die in Völker in Mittel- und Süditalien auf seine Seite zu ziehen, versuchte er immer wieder die Römer zu einer Schlacht zu zwingen. Fabius Maximus stellte sich in der Folge jedoch keiner Schlacht, was ihm den Beinamen cunctator (Zögerer) einbrachte - vielmehr führte er einen Erschöpfungskrieg. Nur einmal bestand eine Möglichkeit zur Vernichtung der punischen Truppen: Als sie, in einer Talschlucht eingeschlossen waren. Nur durch eine List Hannibals entkamen sie; er ließ nachts Rinder mit brennenden Bündeln über die Höhen treiben, so daß die Römer glaubten, das Heer sei aus dem Tal ausgebrochen und die Sperrung des Tals aufgaben. Im folgenden Jahr versuchten die Römer noch einmal das Glück zu drehen: Mit 80.000 Mann, doppelt so stark wie das Heer Hannibals, lieferten Anfang Juni die Konsuln Lucius Aemilius Paulus und Gaius Ternetius Varro bei Cannae eine Schlacht, in der sie durch die zahlenmäßig überlegene punische Reiterei vernichtend geschlagen wurden. 50.000 Römer kamen in dieser Schlacht ums Leben. Daraufhin trat nun der Süden Italiens an die Seite Hannibals. Statt sich nun Rom zuzuwenden, bezog Hannibal 215 seine Winterquartiere. Einer der karthagische Unterführer, Maharbal, warf ihm daraufhin vor: “Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis”2 (Livius, Ab urbe condita, liber 22,51). Vermutlich wollte er den erschöpften Truppen die Möglichkeit bieten, sich zu regenerieren. Der Erfolg Hannibals in Cannae veranlaßte den Makedonier Philipp V. mit jenem ein Bündnis einzugehen. Allerdings wurde Philipp durch die Ereignisse in Griechenland (eine von Rom initiierte Koalition unter der Führung der Ätoler gegen Philipp) daran gehindert, seinen Bündnisverpflichtungen nachzukommen. Auch in Sizilien schloß nach dem Tod des römerfreundlichen Hierons II. dessen Nachfolger Hieronymos einen Freundschaftsvertrag mit den Karthagern. Als Marcus Claudius Marcellus Syrakus belagerte, scheiterte der Versuch der Erstürmung aufgrund der Verteidigungsmaßnahmen des Mathematikers und Ingenieurs Archimendes. Erst aufgrund der Bestechung eines spanischen Söldnerführers gelang es 212 die Stadt einzunehmen und die Einwohner grausam zu bestrafen. Auch Archimedes wurde - gegen die ausdrückliche Weisung Macellus‘ - erschlagen, da ihn der römische Soldat nicht erkannt hatte. In der Folge der Eroberung Syrakus‘ wurde alle punischen Streitkräfte von der Insel vertrieben. Jetzt wurden die Karthager auch aus Kampanien vertrieben, Capua wurde von der Römern zurückgewonnen und in Spanien geriet Karthago durch Publius Cornelius Scipio unter Druck, der den Oberbefehl über das in Spanien stehende Heer erlangt hatte. Hannibal war nun klar, daß nur eine Entscheidungsschlacht ein Ausweg aus der für ihn schwierigen Situation sein würde. Er rief daraufhin seinen Bruder
Hasdrubal mit seinem Heer aus Spanien herbei. Diesem gelang es jedoch nicht, sich mit dem Heer Hannibals zu vereinigen, da sich seinem Bruder am Metaurus in Umbrien 207 v.Chr. ein römisches Heer entgegenstellte und ihn vollständig schlug. 20.000 verloren ihr Leben, unter ihnen Hasdrubal; sein Kopf Hannibal vor die Füße geworfen.
Hannibal den Kopf seines Bruders betrachtend (pinixt Tiepolo, ~1725-1730)
Jetzt konnten die Römer den Krieg nach Afrika hinübertragen. Scipio setzte von Sizilien nach Afrika über. Hannibal verließ Italien, um nun die Heimat zu verteidigen. Schließlich aber endete der 2. Punische Krieg mit der Hilfe Masinissas, König der Nubier, mit der Niederlage in der Schlacht von Zama, in der Hannibal erstmals geschlagen wurde. Hannibal entkam mit wenigen Reitern nach Karthago und leitete Friedensverhandlungen ein, die seitens der Sieger hart ausfielen. Hannibal entzog sich schließlich dem römischen Einflußbereich und war u.a. als Feldherr für Antiochos III. den Großen von Syrien tätig. Als der Seleukidenkönig den Kampf um die Herrschaft über Griechenland gegen Rom annahm, schlug ihm Hannibal vor, einen Zweifrontenkrieg zu führen, in ein Teil der römischen Streitkräfte in Griechenland gebunden werden sollte, während Hannibal mit karthagischen und fremden in Italien landen würde. Statt diesem Plan zuzustimmen, übertrug Antiochos ihm den Bau einer Flottille in Phönizien, welche die seleukidische Hauptflotte in der Ägäis verstärken sollte. Hannibals Schiffe wurden dann aber in der Seeschlacht von Side durch eine rhodische Flotte geschlagen. Nachdem Antiochos den Kampf gegen Rom verloren hatte, verließ Hannibal 190 v .Chr. das Seleukidenreich, hielt sich ein Jahr lang in Kreta auf und floh dann nach Kleinasien. Nach Tätigkeiten beim armenischen Königs Artaxias, floh er – immer von Rom als Erzfeinds unnachgiebig verfolgt - weiter nach Bithynien, wo er in einer kriegerischen Auseinandersetzung des bithynischen Königs Prusias I. mit Eumenes II. von Pergamon, einem Bundesgenossen der Römer, als Flottenkommandant eingesetzt wurde. Als 183 v. Chr. Rom Hannibals Auslieferung forderte und dieser keine Möglichkeit mehr zu entweichen sah, da die zahlreichen Ausgänge der Festung von Libyssa (heute Gebze, Türkei), welches ihm der König zum Geschenk gemacht hatte, umstellt waren, entzog er sich der Schmach einer Gefangennahme und nahm sich das Leben mit Gift, das er immer bei sich zu tragen pflegte. Seine letzten Worte sollen gelautet haben: “Liberemus diuturna cura populum Romanum, quando mortem senis exspectare longum censent”3. (Livius, Ab urbe condita, liber 39,51).
Das Niederringen Hannibals und die Zerstörung Karthagos gehört zu denjenigen geschichtlichen Ereignisse, die die Entwicklung Europas entscheidend beeinflußten.
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1 Ihr müßt tapfere Männer sein, alle Auswege zwischen Sieg und Tod sind versperrt.
2 Zu siegen verstehst du, Hannibal, den Sieg auszunutzen, nicht!
3 Wir werden das römische Volk von einer fortgesetzten Sorge befreien, da ihnen das Warten auf den Tod eines alten Mannes lang vorkommt.


Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster
Bild: Bundesarchiv![]()
Deutscher Marineoffizier; Sohn eines Richters; trat nach der Schulausbildung 1923 in die Handelsmarine ein. Als er 1932 sein Kapitänspatent erlangt hatte, fand er wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage keine Anstellung als Kapitän in der Handelsmarine. Daher bewarb er sich im Januar 1933 bei der Reichsmarine. Da nach dem Sieg der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl der Flottenausbau vorangetrieben und Personal benötigt wurde, wurde er übernommen; am 1. Oktober 1934 erfolgte eine Kommandierung als Wach- und Divisionsleutnant zum Leichten Kreuzer Königsberg und anschließend bis April 1936 eine U-Ausbildung an der U-Bootschule Kiel sowie ein Torpedo-B-Lehrgang auf U 3. Prien stieg rasch in der militärischen Laufbahn auf, bis er am 17.12.1938 als Kommandant im Range eines Oberleutnants z. See das auf der Germaniawerft in Kiel gebauten und gerade in Dienst gestellte U-Boot U 47 übernahm. Im Reich schlagartig bekannt wurde der am 1.2.1939 zum Kapitänleutnant beförderte Prien, nachdem er in der Nacht auf den 14.10.1939 in die stark überwachte und abgeriegelte Bucht von Scapa Flow eingedrungen war, wo die britische Home Fleet ihren Heimathafen hatte, und nach zwei Topedoversagern das britische Schlachtschiff HMS Royal Oak versenkt und zwei weitere Kriegschiffe beschädigt hatte. Als U 47 am 17.10.1939 wieder in Wilhelmshaven einlief, wurden Kapitän und Mannschaft mit EK 1 bzw. EK 2 ausgezeichnet; später verlieh Hitler in Berlin Günther Prien persönlich das Ritterkreuz des eisernen Kreuzes. Außerdem gab es eine gewaltige Propagadakampagne, in der der “Stier von Scapa Flow“, wie Prien jetzt genannt wurde, als Held herausgestellt wurde. Sein Buch Mein Weg nach Scapa Flow machte Prien zum Erfolgsautoren. Seinen letzte Feindfahrt hatte das Boot am 6. März 1941; es sichtete den Geleitzug OB 293; gemeinsam mit den U-Booten U 70, U 99 und U A griff U 47 den Geleitzug in der Nacht zum 7.3. an, wobei U 70 versenkt und die
beiden anderen Boote abgedrängt wurden. Priens U 47 setzte letztmalig gegen 5h00 einen Funkspruch mit Informationen über den Konvoi ab. Die Spur von Kommandant und 45 Mann Besatzung verlor sich dann. Die Ursache für den Verlust von U 47 ist bis heute ungeklärt.
Nach dem Heimkehr aus Scapa Flow
Auch nach dem Krieg war die Popularität Günther Priens, der auf 10 Feindfahrten weit über 200.000 BRT alliierten Schiffsraums versenkte, ungebrochen: 1958 wurde unter der Regie von Harald Reinl der Spielfilm Kapitänleutnant Prien gedreht, in dem Dieter Eppler die Rolle des Prien übernahm.

Bei den Rockall Banks im Nordatlantik westlich der Insel Irland.
Alexej Alexejewitsch Brussilow
Russischer General; nahm am Russisch-Türkischen Krieg von 1877/78 teil. 1906 erfolgte seine Ernennung zum General. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges gelang es der russischen 8. Armee unter seiner Führung, in Galizien Siege zu erringen, und 1916 leitete er als Oberbefehlshaber an der Südwestfront die nach ihm benannte Brussilow-Offensive gegen die Österreicher in Galizien und Wolhynien. Vom 4.6. bis 1.8.1917 war er - von Alexander Kerenskij, dem Kriegsminister der Übergangsregierung nach der Februarrevolution von 1917 ernannt - Oberster Befehlshaber des russischen Streitkräfte. Nach der Oktoberrevolution wurde er vorübergehend verhaftet. 1920 trat er in die Rote Armee ein und nahm an der sowjetischen Offensive gegen Polen teil. Von 1923 bis 1924 war Brussilow Generalinspekteur der Kavallerie.
Georgij Konstantinowitsch Schukow [russ. Георгий Константинович Жуков]
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Russischer Marschall der Sowjetarmee; der Sohn streng gläubiger, aber armer Kleinbauernfamilie diente während des Ersten Weltkrieges in der zaristischen Armee. 1918 schloß er sich der Roten Armee an und kommandierte im russischen Bürgerkrieg eine Abteilung der Kavallerie. Nach Ende des Bürgerkrieg durchlief er eine Generalstabsausbildung. 1939 befehligte er als Kommandeur der sowjetischen Truppen an der Grenze zur Mandschurei eine sowjetisch-mongolische Armeegruppe gegen die Japaner. Während des Finnisch-Sowjetischen Winterkrieges, wurde er 1940 zum Stabschef befördert und 1941, nach dem Überfall deutscher Truppen auf die UdSSR, zum Generalstabschef der Roten Armee ernannt. 1941/42 gelang ihm als Befehlshaber des mittleren Frontabschnitts, die bereits bis kurz vor Moskau vorgestoßenen Truppen am weiteren Vorrücken bis in die Hauptstadt abzuwehren. Endgültig zum Held des sowjetischen Volkes wurde er, als er 1942/43 die Leitung der sowjetischen Truppen bei der Schlacht um Stalingrad übernahm und die dortigen wie auch militärischen Aktionen am Kursker Bogen koordinierte. Seiner Initiative war es außerdem zu verdanken, daß nach langer Belagerungszeit durch die Deutschen deren Blokadering um das hungernde Leningrad (heute Sankt Petersburg) im Januar 1943 durchbrochen werden konnte. Als Oberbefehlshaber der 1. Weißrussischen Front ab 1944 stieß Schukow mit seinen Truppen nach Berlin vor und führte 1945 den entscheidenden Angriff auf Berlin durch. Am 8.5.1945 nahm er als sowjetischer Vertreter in Karlshorst die deutsche Kapitulation von General Hans Krebs (*1898, †1945), dem letzten Generalstabschef Hitlers, der aus seiner Zeit in Moskau u.a. als Assistent des Militärattachés, fließend russisch sprach, entgegen. Krebs berichtete auch über Hitlers letzte Stunden und dessen Todesumstände; so konnten die Russen den Ort der Verbrennung die Leichen Hitlers und der im letzten Moment von diesem geehelichten Eva Braun im
Hof der Reichskanzlei leicht identifizieren. Schukow ließ die Leichen sicherstellen. Obwohl sich der Fund rasch herumgesprochen hatte, behauptete Stalin noch viel später, die Leichen seien nicht gefunden worden, vielmehr seien Hitler und Eva Brau wohl mit einem Flugzeug aus Berlin und dann ab Hamburg mit einem U-Boot unbekannt entkommen. Vom 9. Juni 1945 bis 12. März 1946 war Schukow Oberkommandierender der Westgruppe der Roten Armee und Chef der Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), bis er am 10. April von Wasili Sokolowskij abgelöst würde. Stalin, gegen jedermann mißtrauisch, besonders gegenüber Personen, die im Volk Popularität genossen, enthob ihn seiner Ämter und schob ihn am 3.6.1946 auf den unbedeutenden Posten eines Kommandeurs des Militärbezirks Odessa ab; im Februar 1948 wurde er schließlich in den Militärbezirk Ural versetzt. Erst nach Stalins Tod im Jahre 1953 wurde er nach Moskau zurückbeordert, wurde stellvertretender Verteidigungsminister und bekleidete den neueingerichteten Posten des Oberbefehlshabers der Landstreitkräfte. Von 1955 bis 1957 war er Verteidigungsminister, 1957 wurde er Mitglied des Präsidiums des ZK der KPdSU, im selben Jahr seiner Ämter erneut enthoben. Nach Stalins Tod 1953 wurde Schukow zunächst stellvertretender Verteidigungsminister, 1955 dann unter Bulganin Verteidigungsminister und im Juli 1957 Vollmitglied des Politbüros der KPdSU, aber bereits drei Monate später musste er unter dem Vorwurf, militärischen Angelegenheiten Vorrang vor den Interessen der Partei einzuräumen, von allen Ämtern zurücktreten. Unter Leonid Breschnew and Alexeij Kosygin wurde Schukow zwar rehabilitiert, erhielt jedoch kein Amt zurück. In der Sowjetunion blieb Schukow jedoch bis zu seinem Tode beim Volk populär.
Werk: Erinnerungen und Gedanken (1969).

Während der Kapitulation in Karlshorst.
Moskau, Kremlmauer


Norwegischer Marineoffizier in dänischen Diensten; nahm an der Eroberung Helgoland im Jahre 1684 teil, kam Jahre nach dem niederländischen Marine im Jahr 1687 wurde er zum Leutnant befördert und war dann für eine kurze Zeit in französischen Diensten. Im Jahre 1690 nahm er an der Schlacht von Beachy Head, wo er mit der anglo-holländischen Flotte gegen die französische unterlag. Als er in französischen Diensten stand, erlitt die anglo-holländische Flotte 1692 erneut eine Niederlage. In Norwegen wurde er 1697 zum Hauptmann ernannt und fungierte dort bis 1707 als Chef der Einberufungsbehörde. Während des Großen Nordischen Krieges war er Chef der Marine und befehligte ab 1709 das dänische Linienschiff Dannebroge. Huitfeldt fiel während der Schlacht gegen die Schweden in der Køge Bucht, als er versuchte das brennende Schiff von einem anderen abzukoppeln und währenddessen eine Pulverkammer explodierte. Von der annähernd 600 Mann umfassenden Schiffsbesatzung überlebten lediglich 9 Personen.

Hurum (Norwegen), Kirche

Bild: Google Earth
Gebze, Prov. Kocaeli (Türkei)
Hinweis: Ob die Annahme, es handele sich um die Grabstätte Hannibals richtig ist, ist zweifelhaft. Der deutsche Archäologe Theodor Wiegand (* 1864, †1936), der dort 1906 grub, war in Bezug auf diesen Ort sehr skeptisch.

Omnibus salutem!