


Englischer Tischler und Uhrmacher; löste das insbesondere für Navigation auf See wichtige Problem der Längenbestimmung, indem er einen präzise gehenden Chronometer entwickelte. Für die Entwicklung einer entsprechende Lösung hatte das Parlament der Seemacht England die erhebliche Summe von 20.000 Pfund Preisgelds ausgelobt. Es gelang ihm, die den exakten Zeitablauf verändernden Temperaturschwankungen und Zeitverluste während des Aufzugs der Uhr etc. zu beseitigen. Harrison gilt mit seinen revolutionären Uhren als "Vater der Zeit". Um das Preisgeld mußte er allerdings kämpfen, obwohl sein Chronometer auf einer 81 Tage währenden Seereise nur 40 Sekunden abgewichen war: das Ergebnis galt als eines des Zufalls. Schließlich erhielt er 10.000 £ und dann noch einmal 8.750 £ kurz vor seinem Tode, nachdem König Georg III., der seinen Chronometer begutachtet hatte, damit drohte, persönlich vor dem Parlament zu erscheinen.
Inschrift: In Memory of Mr. John Harrison, late of Red Lion Square, London. Inventor of the Time-Keeper for ascertaining the Longitude at Sea. He war born at Foulby in the County of York, and was the Son of a Builder at that Place, who brought him up to the fame Profession.
Before he attained the age of 21 He without any Instruction employed himself in cleaning & repairing Clocks & Watches & made a few of the former chiefly of Wood. At the Age of 25 He employed his Whole Time in Chronometrical Improvements. He was the Inventor of the Gridiron Pendulum and the Method of preventing the Effect of Heat and Cold upon Time keepers by Two Bars of different Metals fixed together. He introduced the Secondery Spring to keep them going while winding up and was the Inventor of most (or all) Improvements in Clocks 6 Watches during his Time. In the Year 1735 his first Time keeper was sent to Lisbon, and in 1764 his then much Improved fourth Time keeper having been sent to Barhodoes. the commissioner of Longitude certified that it had determined the Longitude within one Third of Half a Degree of a great Circle, having erred not more than 40 Seconds in Time. After near fixty Years close Application to the approved Pursuits he departed this Life on the 24th Day of March 1770, Aged 83...
London, Saint John's Old Churchyard

Österreichischer Erfinder; der Sohn eines böhmischen Steuereintreibers diente als Kartograph bei der österreichischen Artillerie. Nach seiner Militärzeit begann er ein technisches Studium an der Universität von Wien, das er allerdings abbrechen mußte, als er aufgrund des Verlustes des väterlichen Vermögens die Studiengebühren nicht mehr entrichten konnte. Der Antrag auf ein Stipendium für die Forstakademie in Mariabrunn wurde dort zunächst abgelehnt, das Stipendium dann aber doch gewährt (Kaiser Franz Joseph bezahlte ihm aus seiner Privatschatulle das Stipendium, nachdem er Ressel in einerAudienz kennengelernt hatte). 1817 schloß Ressel sein Studium mit Prädikat ab, war ab 1817 Forstbeamter, von 1821 bis 1835 in Triest, ab 1839 im Dienst der Kriegsmarine in Venedig, ab 1852 als Marineforstintendant. Ressel, der sich neben seinem Beruf für die Lösung technischer Probleme interessierte, machte zahlreiche Erfindungen, u.a. anderem erfand er Pressen, Dampfmaschinen, eine funktionierende Rohrpost, eine Dampfmühle und eine Methode der Seifenherstellung. Seine bedeutendste Erfindung aber war die einer Schiffsschraube. Bereits während seiner Wiener Zeit hatte er sich über Schiffsantriebe Gedanken gemacht und dazu einen Propeller erdacht; aber erst 1827 gelang ihm der entscheidende Durchbruch mit der Erfindung der Schiffschraube. 1829 wurde sie in einem Großversuch im Hafen von Triest erfolgreich am Dampfschiff “Civetta” erprobt.

Inschrift: Magnus inventor, clarus doctus, pars cinium (Großer Erfinder, glänzender Gelehrter, Teil des Staubes).
Triest, Cimitero Cattolico di Sant' Anna



Hinweis: Ressel war ursprünglich in Laibach begesetzt worden. Als der Friedhof sekularisiert wurde, wurden vermutlich seine zu Staub zerfallenen Überreste (pars cinium = Teil des Staubes) nach Triest auf den dortigen Friedhof überführt.

Deutscher Flugzeugkonstrukteur; war 1924 als Partner von Georg Wulf Mitbegründer der Focke-Wulf Flugzeugbau AG, Bremen, die Schul-, Sport- und Verkehrsflugzeuge (u.a. Fw 200) sowie Jagdflugzeuge (u.a. Fw 190) und Bomber entwickelten und bauten. Von 1932 bis 1937 arbeitete er an der Entwicklung des ersten gebrauchsfähigen Hubschraubers (Fw 61) und gründete 1937 eigens dafür mit dem Kunstflieger Gerd Achgelis die Firma Focke, Achgelis & Co. GmbH in Hoykenkamp, einem Ortsteil von Delmenhorst. Nach 1945 war er zunächst in Kriegsgefangenschaft und bis 1948 in Frankreich als beratender Ingenieur zwangsverpflichtet. Zurück in Bremen konstruierte er kleinere Schiffe, da die Alliierten den Bau von Flugzeugen untersagt hatten, und war bis 1958 u.a. technischer Berater im Hubschrauberbau für das britische Luftfahrtministerium, Konstrukteur bei den Norddeutschen Fahrzeugwerken in Wilhelmshaven sowie in Amsterdam tätig. Außerdem war er an der Entwicklung und dem Bau eines zweisitzigen Leichthubschraubers in Brasilien und anschließend nach seiner Rückkehr nach Deutschland (1956) bei Borgward in Bremen beteiligt. Nach dem Konkurs der Firma Borgward war er beratender Ingenieur bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VfW) in Bremen und der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt bis 1965.

Bremen, Riensberger Friedhof

Deutscher Unternehmer; arbeitete nach einer Banklehre als Korrespondent für Englisch und Französisch und nach seiner Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 als kaufmännischer Angestellter in Barmen und war Teilhaber einer Knopffabrik. 1877 veröffentlichte Schrey, der 1874 das stenografische System nach Franz Xaver Gabelsberger erlernt hatte, die sogenannten “Solinger Thesen“, in denen er vorschlug, das Gabelsbergersche System in eine Korrespondenz- und eine Redeschrift aufzuteilten, konnte sich mit diesem Vorschlag jedoch nicht durchsetzen. Daher entwickelte er ein eigenes, deutlich vereinfachtes System, das er bereits 1887 in einem Lehrbuch publizierte und das sich aufgrund der leichten Erlernbarkeit schnell verbreitete. Da sein System mit dem von Wilhelm Stolze konkurrierte, einigte man sich schließlich am 9.8.1897 auf das Einigungssystem Stolze-Schrey, das sich v.a. in Norddeutschland durchsetzte und heute noch in der deutschsprachigen Schweiz das führende Stenografiesystem ist, während in Deutschland und Österreich 1924 die Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift erfolgte, die einen Kompromiß zwischen den Systemen Stolze-Schrey und Gabelsberger darstellt. Schrey, der 1885 die Agentur für die Hammond-Schreibmaschine übernommen hatte und Alleinvertreter dieser Firma war, gründete 1891 ein eigenes großes Schreibmaschinengeschäft in Berlin und später einen stenografischen Verlag. Er richtete die erste Ausbildungsstätte für Stenotypistinnen ein. Die Wortschöpfung “Stenotypistin“ geht auf ihn zurück.
Berlin, Städt. Friedhof Dahlem



Englischer Ingenieur; der Sohn des aus Frankreich vor der Französischen Revolution erst in die USA und 1799 nach Großbritannien geflohenen Ingenieurs Marc Isambard Brunel entwarf als 20-Jähriger als leitenden Ingenieur im Büro seines Vaters den ersten Tunnel unter der Themse. 1831 wurde er Chefingenieur der Bristol-Docks und entwarf und baute in der Folge diverse Dockanlagen in Großbritannien, u.a. in Plymouth, Cardiff und Milford Haven. Außerdem plante und konstruierte Brücken, darunter die Clifton Suspension Bridge bei Bristol und die Royal-Albert-Brücke in Saltash (Cornwall), sowie Eisenbahnstrecken und Bahnhöfe. Seine herausragende Pionierleistungen waren aber besonders der Bau von drei Transatlantikschiffen: Great Western (1837), die 1838 als erste Dampfschiff überhaupt 1838 in 15 Tagen den Atlantik von Bristol nach New York überquerte; 1843 die Great Britain, die als erstes Schiff einen Eisenrumpf
besaß und von einer Schiffsschraube angetrieben wurde sowie 1858 schließlich die Great Eastern, mit 18.915 BRT für mehrere Jahrzehnte das größte Eisenschiff.
Great Eastern
London, Kensal Green Cemetery

Deutscher Erfinder; der Sohn eines in einer Glasfabrik in Glashütte beschäftigten Arbeiters ging als 15-Jähriger nach Berlin, um dort bei C.A.F. Geissler & Sohn eine Lehre zu absolvieren. Nach einigen Jahren bei Siemens & Halske reiste er 1890 in die Vereinigten Staaten und arbeitete dort u.a. in New York, Philadelphia und Chicago. Nach seiner Rückkehr gründete er 1894 die erste Glasinstrumentenfabrik ihrer Art in Berlin, die Firma R. Burger & Co., in der technische Glasprodukte wie Thermometer, medizinische Gerätschaften wie Glaszylinder, aber auch Wasserstandsröhren, Vakuumpumpen und -gefäße, Gasentladungsröhren etc. hergestellt wurden. In Zusammenarbeit mit Wilhelm Conrad Röntgen, entwickelte Burger die sog. Röntgenröhre, die 1901 patentiert wurde; außerdem wird ihm die Erfindung der Thermoskanne zugeschrieben.
Berlin-Pankow, III. Städt. Friedhof

Omnibus salutem!