
Abschiedsbrief von Charlotte Corday, der Marat-Attentäterin, an ihren Vater vom 16. Juli 1793. (Archives Nationales, Paris)
Übersetzung:
Verzeihen Sie mir, mein lieber Papa, daß ich ohne Ihre Erlaubnis über mein Leben verfügt habe. Ich habe viele unschuldige Opfer gerächt und bin anderen Untaten zuvorgekommen. Das Volk, eines Tages seinen Irrtum erkennend, wird sich freuen, von einem Tyrannen befreit zu sein. Wenn ich versucht habe, Ihnen einzureden, ich ginge nach England, so nur, weil ich hoffte, das Inkognito zu wahren. Aber ich habe die Unmöglichkeit vorausgeahnt. Hoffentlich wird man Sie nicht foltern, auf alle Fälle glaube ich, Sie werden in Caen Verteidiger finden. Ich habe Gustave Doulcet zum Verteidiger genommen, aber ein solches Attentat erlaubt keine Verteidigung. Es ist nur der Form halber, lieber Papa. Ich bitte Sie, mich zu vergessen oder besser noch, sich über mein Los, dessen Ursache so schön ist, zu freuen. Ich umarme meine Schwester, die ich von ganzem Herzen liebe ebenso wie meine Verwandten. Vergessen Sie nicht den Vers von Corneille: Das Verbrechen bringt Schande, nicht das Schafott.
Morgen um acht Uhr werde ich gerichtet. am 16. Juli Geprüft, unterschrieben in Anwesenheit des revolutionären Straftribunals am 17. Juli 1973 der Französischen Republik durch die unterzeichneten Gerichtsschreiber.

Der Brief an ihren Schwager wurde am Mittwoch, dem 8. Februar 1587, um 2 Uhr früh verfaßt, sechs Stunden vor ihrer Hinrichtung auf Schloß Fotheringhay


Omnibus salutem!