Bilder: Bentley Smith (09/2006)

Lawson, Henry Archibald eigentl. Niels Hertzberg Larsen

 1902

  • geb. 17.6.1867 in Grenfell (New South Wales)
  • gest. 2.9.1922 in Sydney (New South Wales)

Australischer Lyriker und Erzähler norwegischer Abstammung; gilt mit seinen lakonisch-humorvollen Schilderungen des Lebens im Busch, auf den Goldfeldern u.a. als einflußreichster Begründer der australischen Kurzgeschichte; schrieb häufig für die demokratisch-nationalistische Zeitschrift The Bulletin.

Werke u.a.: Kurzgeschichten und Erzählungen: Short stories in prose and verse (1894); While the billy boils (1896); On the track (1900); Over the sliprails (1900); Joe Wilson and his mates (1901).

Inschrift: LOVE HANGS ABOUT THY NAME LIKE MUSIC AROUND A SHELL, NO HEART CAN TAKE A TAME FAREWELL.

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Sydney, Waverley Cemetery

Soseki, Natsume eigentl. Natsume Kinnosuke

 

  • geb. 9.2.1867 in Tokio
  • gest. 9.12.1916

Japanischer Schriftsteller; wurde als ungewolltes Kind von seiner Mutter gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben, da sie sich schämte, in reiferem Alter noch ein Kind bekommen zu haben. Nach Abschluß der Kaiserlichen Universität in Tokio unterrichtete er 1895 Englisch an der Matsuyama Junior High School und ab 1896 an der Kumamoto Fifth High School. 1900 ging er nach England, um dort zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Japan im Jahre 1902 war er Professor an der Kaiserlichen Universität, schrieb aber nebenher eine Serienroman mit dem Titel Ich, der Kater , der ab 1905 in Hototogisu erschien, die ihn bekannt machte. Er beschloß sich der Schriftstellerei zu widmen, verließ 1907 die Universität und wurde Mitarbeiter der Zeitung The Asahi Shimbun, für die er zahlreiche Geschichten schrieb.

Werke u.a.: Sanshiro (1908), And Then (1909), The Gate (1910), To the Spring Equinox and Beyond (1912), The Wayfarer (1912), Kokoro (1914), Grass on the Wayside (1915), Light and Darkness (1916).

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Tokio, Zoshigaya Friedhof

Tokio, Zoshigaya Friedhof

Koizumi, Yakumo eigentl. Patricio Lafcadio Tessima Carlos Hearn

 

  • geb. 27.7.1850 in Lefkas (Griechenland)
  • gest. 26.9.1904 in Tolio

Japanischer Schriftsteller irisch-griechischer Abstammung; kam 1890 nach Japan, wo er zunächst als Sprachlehrer in Matsue arbeitete.  1891 heiratete er die Tochter eines veramten Samurais und nahm den japanischen Namen an. Aus dieser Verbindung gingen drei Söhne und eine Tochter hervor. 1896 vermittelte ihm Basil Hall Chamberlain *1850, +1935), der seinerzeit einer der führernden Japanologen und Professor an der Kaiserlichen Universität in Tokio war, dort eine Stelle als Professor für englische Literatur. Koizumi prägte durch seine Berichte und Werke die Ansichtungen und Meinungen des Westen über Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz wesentlich.

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Bild: vdsvincent (2003)
Bild: vdsvincent (2003)

Hinweis: der linke Grabstein markiert Koizumis Grab, der rechte, kleinere ist der Grabstein der Familie Koizumis.

Hinweis: Natsumes Grabstein trägt zwei Namen: rechts sein buddhistischer Name, links der seiner Frau. Auf dem unteren Teil steht von rechts nach links: Natsu  Me (Sommer + Auge).

Bild: Sunhakim102 (2003)

London, Jack eigentl. John Griffith London

 

 

  • geb. 12.1.1876 in San Francisco
  • gest. 22.11.1916 in Glen Ellen (Kalifornien)

US-amerikanischer Schriftsteller; unehelich geboren, von seinem Vater, einem Astronomen, verlassen und  bei seiner Mutter Flora Wellman, die John London, eine Farmer und Tischler, heiratete, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, führte er ein abenteuerliches Leben, betätigte sich ab frühester Jugend als Gelegenheitsarbeiter, arbeitete als Fabrikarbeiter, Matrose sowie als Goldsucher in Alaska. Erfahrungen aus diesem bewegten Leben floßen in sein Werk ein, wobei sich auch seine wechselnden Weltanschauungen, die u.a. von Charles Darwin und Friedrich Nietzsche beeinflußt waren, sich darin niederschlugen. Sie pendelten zwischen einem extremen Individualismus und sozialistischen Idealen. London verfaßte naturalistische romantische Romane, Goldgräber- und Südseegeschichten sowie ausgezeichnete Tiergeschichten. In dem seinem stark autobiographischen Roman John Barleycorn (1913, dt. König Alkohol) zeichnete er Bilder seiner eigenen Entwicklung nach, die vom Alkohol geprägt war, seit er sich im Alter von 14 Jahren als Matrose auf eine “Wettsaufen” eingelassen hatte und im Gegensatz zu seinen Kumpanen noch aufrecht gehen konnte. Obwohl einerseits vom Alkohol abgestoßen, trank er andererseits hemmungslos weiter und setze seinem Leben auf seiner Farm in Glen Ellen schließlich selbst ein Ende.

Werke u.a.: The Cruise of the Dazzler (1902, dt. Frisco Kid), The Call of the Wild (1903, dt. Der Ruf der Wildnis), The Sea-Wolf (1904, dt. Der Seewolf), White Fang (1906, dt. Wolfsblut), Burning Daylight (1910, dt. Lockruf des Goldes), The Valley of the Moon (1913, dt. Das Mondtal), Martin Eden (1913).

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Glen Ellen, Jack London State Historic Park

Bilder: Peter Gassen (12/2006)

Haffner, Sebastian eigentl. Raimund Pretzel

 

  • geb. 27.12.1907 in Berlin
  • gest. 2.1.1999 in Berlin

Deutscher Publizist und Rechtsanwalt; seit 1934 journalistisch tätig, z.B. für die in Berlin erscheinende Vossische Zeitung. 1938 emigrierte er nach Großbritannien und wurde 1948 britischer Staatsbürger. Seit 1954 lebte er wieder in Berlin. Seine im Jahre 2000 posthum erschienene Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914-1933 löste eine Debatte darüber aus, ob die darin beschriebenen Ereignisse tatsächlich zur von Haffner angegegebenen Zeit verfaßt wurde, da sie geradezu hellsehrisch dargestellt wurden.

Werke u.a.: Winston Churchill (1967), Die verratene Revolution. Deutschland 1918/19 (1969), Anmerkungen zu Hitler (1978), Preußen ohne Legende (1978), Von Bismarck zu Hitler (1987).

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Berlin, Parkfriedhof (Thunerstr.)

Bild: Dyna9677

Neruda, Pablo eigentl. Neftalí Ricardo Reyes Basoalto

  1966 (LoC)

  • geb. 12.7.1904 in Parral
  • gest. 23.9.1973 in Santiago de Chile

Chilenischer Lyriker; der Sohn eines Eisenbahners nahm 1920 in Gedenken an den tschechischen Schriftsteller Jan Neruda das Pseudonym an. Er war Diplomat u.a. in Birma, Argentinien, Spanien und Mexiko. 1945 wurde er Mitglied der KP und Senator. Von 1949 bis 1952 lebte er im europäischen Exil. 1969/70 bis zur Nominierung von Salvador Allende war er Kandidat der Unidad Popular der KP für das Amt des Präsidenten; von 1971 bis 1973 vetrat er sein Land als Botschafter in Paris. Sein antiimperialistisches Engagement sowie die internationale Solidarität mit den von der Diktatur Augosto Pinochet Unterdrückten machten den zu einer Art nationalem Klassiker avancierten Neruda nach dem Putsch von 1973 weltweit zu einer Kultfigur der 1968er Generation. Neruda gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des amerikanischen Kontinents.

Werke u.a.: Veinte poemas de amor y una canción desesperada (1924, dt. Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung), Residencia en la tierra (1933-47, 3 Bde., dt. Aufenthalt auf Erden), España en el corazón (1937, dt. Spanien im Herzen), Canto general  (1950, dt. Der Große Gesang. Canto general).

Auszeichnungen u.a.: Nobelpreis für Literatur (1971).

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Isla Negra bei Santiago de Chile

Bilder: Loz Flowers (07/2006) flickr.com/photos/99245765@N00/

Eliot, George eigentl. Mary Ann Evans

 

  • geb. 22.11.1819 auf der Arbury Farm b. Nuneaton (Grafschaft Warwickshire)
  • gest. 22.12.1880 in London

Englische Schriftstellerin; die Tochter eines strenggläubigen Methodisten und Verwalter des Gutes Arbury Hall lebte nach dem frühen Tode ihrer Mutter bei ihrem Vater. Zu Spannungen zwischen beiden kam es, als sie Agnostikerin wurde, sich dem Freidenkertum zuwandte. Nach seinem Tod siedelte Eliot nach London um, wo sie in “wilder Ehe” mit George Henry Lewes, einem Goethe biographen und Essayisten zusammenlebte, was, zumal Lewes auch noch verheiratet war, zur damaligen Zeit ein ungeheurer Skandal war. In London begann sie auch mit der Übersetzung von Schriften von David Friedrich Strauß (*1808, +1874) und Ludwig Feuerbach. 1859 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym "George Eliot" ihren ersten Roman unter dem Titel Adam Bede . Dieser, wie weitere Romane wurden vom Publikum gut aufgenommen, so daß sie nach Aufhebung ihres Pseudonyms in die Lononer Gesellschaft aufgenommen wurde. Nach dem Tode ihres Lebensgefährten heiratete sie einen zwanzig Jahre jüngeren Mann. Eliot gehört zu den ersten bedeutenden Vertretern des psychologisch-sozialen Romans in England.

Werke u.a.: Die Mühle am Fluß (1860), Silas Marner (Erzählung, 1861).

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London, Highgate Cemetery

Bild: Pablo Fernández Carballada (03/2006) flickr.com
Schriftsteller XCI