Bilder: Klaus Decker

Christie, Agatha Mary Clarissa née Miller Dame (seit 1971)

 

  • geb. 15.9.1890 in Torquay (Graftschaft Devon)
  • gest. 12.1.1979 in Wallingford (Grafschaft Oxfordshire)

Englische Schriftstellerin; die Tochter eines Amerikaners wurde bis zu ihrem 16. Lebensjahr von ihrer Mutter, einer Engländerin, unterrichtet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges gab sie ihr in Paris begonnenes Musikstudium auf und stellte sich als Krankenschwester dem Britischen Roten Kreuz zur Verfügung. 1914 heiratete sie Archibald Christie, einen Oberst der britischen Armee. Nach der ‘Scheidung im Jahre 1928 heiratete sie 1930 den englischen Archäologen Max Mallowan, den sie auf einer Reise durch den Nahen Osten kennengelernt hatte. Ihn begleitete sie auf seinen jährlichen Reisen in den Nahen Osten (Irak und Syrien). Auf diesen Reisen sammelte sie Material für ihre Romane Murder in Mesopotamia (1930, dt. Mord in Mesopotamien), Death on the Nile (1937, dt. Tod auf dem Nil) und Appointment with Death (1938, dt. Verabredung mit dem Tod). Begonnen hatte ihre Karriere als erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen mit The Mysterious Affair at Styles (1920, dt. Das geheimnisvolle Verbrechen in Styles). Sie schrieb neben Kurzgeschichten, unter dem Pseudonym Mary Westmacott auch Liebesromane, vor allen Dingen jedoch sehr erfolgreiche Kriminalromane. In diesem Metier sind ihre bekanntesten Kreationen der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot und die ältere Hobbydetektivin Miss Jane Marple und deren schrullen Freund Mr. Jim Stringer (in zahlreichen S/W-Filmen dagestellt von Margaret Rutherford und ihrem Ehemann Stringer Davis). Aber auch andere ihrer Romane wurden - hochrangig besetzt - verfilmt, u.a. The Alphabet Murders (1966, dt. Die Morde des Herrn ABC) mit Tony Randall und Anita Ekberg; Murder on the Orient Express (1974, dt. Mord im Orient Express) mit Albert Finney, Lauren Bacall und Ingrid Bergman ; Death on the Nile (1978, dt. Tod auf dem Nil) mit Jane Birkin, Bette Davis, Mia Farrow, Peter Ustinov; Evil Under the Sun (1982, dt. Das Böse unter der Sonne) mit Jane Birkin, James Mason und Diana Rigg, Peter Ustinov. Ihr Kriminalstück The Mousetrap (1947, dt. Die Mausefalle) wird seit der Uraufführung am 25. 11.1952 ununterbrochen in London gespielt und hält damit einen einsamen  Rekord in der Theatergeschichte.

Werke u.a.: Murder on the Links (1923, dt. Der Mord auf dem Golfplatz), Mord im Pfarrhaus (1930), Murder on the Orient Express (1934, dt. Mord im Orientexpress), Zehn kleine Negerlein (1939; auch unter dem Titel Und dann gab's keines mehr), Zeugin der Anklage (1956), Die Fuchsjagd (1956), Lauter reizende alte Damen (1968).

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Cholsey, Churchyard

Bild: Klaus Decker

Eliot, T(homas) S(tearns)

 

  • geb. 26.9.1888 in St. Louis (Missouri)
  • gest. 4.1.1965 in London

US-amerikanisch-englischer Schriftsteller und Kritiker; studierte in Harvard, später an der Sorbonne in Paris Mathematik, Philosophie sowie europäische und asiatische Sprachen. Seit 1914 lebte er in London, nachdem er an der Marburger Universität an einem Ferienkurs teilgenommen hatte, und arbeitete zunächst als Bankbeamter. 1927 wurde er britischer Staatsbürger. 1928 konvertierte er zur anglikanischen Kirche. Von 1922 bis 1939 gab er die von ihm mitgegründete literarische Zeitschrift The Criterion heraus. Ab 1926 bis zu seinem Lebensende war er Direktor des Verlages Faber & Gwyer (später Faber & Faber). Seine Dichtung The Waste Land (1922, dt. Das wüste Land), in der er die aus den Fugen geratene Welt der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg reflektierte, und die unter Mitwirkung Ezra Pounds entstand, begründete Eliots Ruhm.

Werke u.a.: Ash Wednesday (1930, dt. Aschermittwoch), The family reunion (1939, dt. Der Familientag), Old Possums (1939, dt. Katzenbuch), Four quartets (1943, dt. Vier Quartette), The cocktail party (1950, dt. Die Cocktailparty).

Auszeichnungen u.a.: Literaturnobelpreis (1948).

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East Cocker, St. Michael’s Church

Bild: Kaedele (09/2007)

Goncourt, Edmond Huot de

 Brüder Goncourt: Edmond (links) und Jules

  • geb. 25.5.1822 in Nancy
  • gest. 16.7.1896 in Champrosay (heute zu Draveil Dép. Essone)

Französischer Schriftsteller; Bruder von Jules Huot de Goncourt; studierte Jura und arbeitete einige Jahre zunächst als Ministerialbeamter. Viele Aktivitäten unternahmen die Brüder gemeinsam; so sammelten sie früh Kunstobjekte und schrieben die Werke meist gemeinsam. Sie verfaßten auf historisches Quellenmaterial gestützte biografische, kunst- und kulturhistorische Studien über das 18. Jahrhundert sowie Studien über japanische Kunst, die sie in Europa einem größeren Kreis bekannt machten. Die Goncourts gelten als Wegbereiter des französischen Naturalismus.  Ihre Romane sind wegen der Wiedergabe augenblickhafter Eindrücke und flüchtiger Details dem literarischen Impressionismus zuzurechnen. 1851 begannen beide ihr Journal (ein Tagebuch), das Edmond nach dem Tode seines Bruders alleine weiterführte. In ihm manifestiert sich das geistige und literarische Leben Frankreichs ihrer Zeit. Die von Edmond testamentarisch begründete Académie Goncourt, bestehend aus zehn Schriftsteller, von denen keiner der Académie française angehören dürfen, vergibt die seit 1903 jährlich den Prix Goncourt, dessen Ziel ist es ist, die umfangreichen Tagebücher der Brüder zu betreuen und junge Autoren zu fördern.

Werke u.a.: L’art du XVIIIe siècle (1859-75, dt. Die Kunst des 18. Jahrhunderts), Soeur Philomène (1861), La femme au XVIII. siècle (1862), Renée Mauperin (1864), Manette Salomon(1867), L'amour au XVIIIe siècle (1875), L'oeuvre de Prudhon (1877), La maison d'un artiste (1881).

Goncourt, Jules Huot de

 

  • geb. 17.12.1830 in Paris
  • gest. 20.6.1870 in Paris

Französischer Schriftsteller; Bruder von Edmond de Goncourt. Einzelheite s.o.

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Bild: Kaedele (09/2007)

Paris, Cimetière de Montmartre

Paris, Cimetière de Montmartre

Verhaeren, Émile Adolphe Gustave

 

 

  • geb. 21.5.1855 in Sint-Amands bei Antwerpen
  • gest. 27.11.1916 in Rouen

Belgischer Dichter und Kunstkritiker; der Sohn wohlhabender Eltern, der in ländlicher Umgebung zweisprachig aufwuchs, besuchte das französischsprachige jesuitische Internat Sainte-Barbe in Gent und studierte Rechtswissenschaft an der Katholieke Universiteit Leuven. Dort - angeregt durch den Kontakt mit Literaten aus dem Umkreis - veröffentlichte er in der von ihm mitbegründeten Zeitschrift La Jeune Belgique 1879 erste Artikel. In Brüssel, arbeitete er zunächst als Anwalt. Als er u.a. den sozialistischen Schriftstellers Edmond Picard kennenlernte und Künstler der Avantgarde traf, wandte er sich jedoch endgültig der Literatur zu; er veröffentlichte in französischer Sprache Gedichte und kritische Artikel in belgischen und ausländischen Zeitschriften. Seine 1883 veröffentlichte Sammlung Les flamandes von realistisch-naturalistischen Gedichten rief in seiner ländlichen Heimat einen Skandal hervor: seine Eltern versuchten sogar, die gesamte Auflage aufzukaufen und zu vernichten. Ab der 1890er Jahren zeichnete sich sein Werk durch humanitäres Engagement im Sinne einer Neugestaltung der Welt durch industriellen Fortschritt und Sozialismus aus und verarbeitete die Atmosphäre der Großstadt und deren zunehmenden Gegensatz zum Landleben. Düstere symbolistische Gedichte kennzeichnen die Bände Les moines, Les soirs, Les débâcles und Les flambeaux noirs. Durch seine Gedichtsammlungen Les campagnes hallucinées, Les villes tentaculaires, Les villages illusoires und sein Theaterstück Les Aubes wurde er berühmt. Sein Werk fand große Widerhall bei zeitgenössischen kommunistischen und anarchistischen russischen Dichtern, im deutschen Expressionismus, im italienischen Futurismus und im Unanimismus von Jule Romains. Schriftsteller und Künstler wie Georges Seurat, Auguste Rodin, Edgar Degas, Henry van de Velde, Maurice Maeterlinck, Stéphane Mallarmé, André Gide, Rainer Maria Rilke und Stefan Zweig, mit dem er bereundet war, bewunderten ihn und übersetzten seine Werke in viele Sprachen. Während des Ersten Weltkrieges verfaßte er pazifistische Gedichte und setzte sich mit seinen Gedichtsammlungen La Belgique sanglante, Parmi les cendres und Les ailes rouges de la Guerre gegen den Krieg ein. Sein Werk Toute la Flandre (5 Bde., 1904-11) machte ihn zum Nationaldichter der Flamen. Verheiratet war Verhaeren ab 1891 mit der Malerin Marthe Massin, die er zwei Jahre zuvor kennengelernt hatte. Verhaeren starb auf tragische Weise: als er nach einem seiner Vorträge auf dem Bahnhof von Rouen auf einen abfahrenden Zug springen wollte, rutschte er aus und wurde von dem Zug überrollt.

 

Eine Lesung von Émile Verhaeren (Théo van Rysselberghe, 1901)

 

Werke u.a.: Les villes tentaculaires (1895, dt. Die Verführung der Städte), Les heures claires (1896, dt. Lichte Stunden), Les heures d’après-midi (1905, dt. Die Nachmittagsstunden), Les heures du soir (1911, dt. Die Abendstunden).

Inschrift:

               Le jour que m’abattra le sort
               c’est dans ton sol. C’est sur tes bords
               qu’on cachera mon corps
               pour te sentir meme a travers la mor encor.
               Toute la Flandre        L’escaut

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Sint-Amands b.Antwerpen

Bilder: Mark Van Mullem (04/2007) filckr.com

Brown, George Mackay

 

  • geb. 17.10.1921 in Stromness (Orkney-Inseln)
  • gest. 13.4.1996 in Stromness

Schottischer Dichter; der Sohn eines Postbeamten verbrachte abgesehen von seiner Studienzeit an der Universität von Edinburgh und dem Newbattle Abbey College die meiste Zeit seines Lebens auf den Orkneys. Er schrieb Gedichte, Dramen, Romane, Kurzgeschichten, Essays, Kindergeschichten, Hörspiele und Märchen. Ein Teil seines über 80 Titel umfassenden Werks liegt in deutscher Übersetzung vor.

Werke u.a.: The Storm (1954), The Year of the Whale (1965), Fishermen with Ploughs (1971), Magnus (1973), Pictures in the Cave (1977), Six Lives of Fankle the Cat (1980), Beside the Ocean of Time (1994).

Autobiograpie: For the Islands I Sing (posthum veröfentlicht).

Inschrift: Carve the runes then be content with silence.

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Bilder: Andy McAlpine

Stromness (Orkney-Inseln)

Schriftsteller CVIII