Bild: Claus Harmsen (1996, stones & art)

Andersen Nexø, Martin

 

  • geb. 26.6.1869 in Kopenhagen
  • gest. 1.6.1954 in Dresden

Dänischer Schriftsteller; einer der armen Stadtviertel Kopenhagens entstammend, zog die Familie 1877 nach Nexø auf die Ostseeinsel Bornholm, wo Andersen eine Schuhmacherlehre begann, aber schließlich Volkschullehrer wurde. Nach der Besetzung Dänemarks wurde er 1941 als Mitglied der kommunistischen Partei, der er sich bereits nach dem Ersten Weltkrieg angeschlossen hatte, von den Nationalsozialisten verhaftet, konnte aber entfliehen. Nach Ende des Krieges zunächst nach Dänemark zurückgekehrt, ließ er sich nach mehreren Reisen in die DDR 1951 in Radebeul und 1952 schließlich in Dresden nieder. 1953 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dresden ernannt. Sein Entwicklungsroman Pelle der Eroberer (4 Bde., 1906-10) schildert das Leben eines Landarbeitersohnes.

Werke u.a.: Ditte Menschenkind (5 Bde., 1917-21).

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Kopenhagen, Assistens-Friedhof

Bodenstedt, Friedrich Martin von

 

  • geb. 22.4.1819 in Peine
  • gest. 18.4.1892 in Wiesbaden

Deutscher Schriftsteller; studierte Philosophie und Philologie, war 1841 Hauslehrer bei der Familie des Prinzen Gallitzin in Moskau, wo er das Russische erlernte, und anschließend Leiter einer Schule in Tiflis. Dort beschäftigte er sich u.a. mit der persischen Literatur. 1854 erfolgte seine Berufung zum Professor für slawische Sprachen nach München. Bodenstedt, der mit Mathilde, einer hessischen Offizierstochter, verheiratet war, war, bevor er sich 1878 in Wiesbaden niederließ, Intendant des Hoftheaters in Meiningen. Er übersetzte orientalische Dichtung, auch russische (u.a. Puschkin, Lermontow, Turgenjew) und ältere englische Literatur (Shakespeare); er war der Verfasser der orientalischen Gedichte Die Lieder des Mirza-Schaffy (1851), die man längere Zeit für eine Übersetzung orientalischer Lyrik hielt.

Werke u.a.: Die Völker des Kaukasus und ihre Freiheits-Kämpfe gegen die Russen (1848), Tausend und ein Tag im Orient (1850).

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Bild: Claus Harmsen (stones & art)

Wiesbaden, Nordfriedhof

Bin-Gorion, Micha Josef eigentl. Micha Josef Berdyczewski

 

  • geb. 1865 in Miedzyborzu (Ukraine)
  • gest. 1921 in Berlin

Schriftsteller, Publizist und Gelehrter; der Sohn eines orthodoxen chassidischen Rabbiners zog nach Woloszyn in Weißrußland, um an der dortigen Hochschule für Talmud zu studieren. 1890 verließ er Belarus und studierte an den Universitäten Berlin, Breslau und Bern, wo er 1895 promovierte. 1902, nach seiner Hochzeit mit seiner Studentin Rachel Ramberg, siedelte er sich in Breslau an, legalisierte sein bisheriges Pseudonym Bin Gorion, indem er ihn zu seinem amtlichen Nachname machen ließ. In Breslau begann er auch sein Lebenswerk: das Sammeln und Bearbeiten der Nationallegenden und jüdischer Märchen. Schnell erreichte er ein hohes Ansehen in der neuhebräischen Literatur als Autor von literarischen Essays und realistischen Erzählungen, inspirierten durch das tägliche Leben in den kleinen jüdischen Städtchen. Als Resultat seiner folkloristischen Forschungen entstanden seine beiden wichtigsten Werke: Die Sagen der Juden (1913-27) und Der Born Judas (1916-23) - beide teilweise posthum, durch seine Frau Rachel herausgegeben. 1911 zog die Familie nach Berlin um.

Werke u.a.: Die Erzväter. Jüdische Sagen und Mythen (1914).

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Bild: Hanns-Eckard Sternberg (2005)

Berlin-Weißensee, Jüdischer Friedhof

Hollaender, Felix

 

  • geb. 1.11.1867 in Leobschütz (Schlesien)
  • gest. 29.5.1931 in Berlin

Deutscher Schriftsteller; schrieb Dramen, Novellen und Romane, darunter 1911 den autobiographischen Roman Unser Haus und 1932 Lebendiges Theater, eine Berliner Dramaturgie . Er studierte Germanistik, Philosophie und Volkswirtschaft, kam 1894 nach Berlin, wurde 1902 Dramaturg am Deutschen Theater und zugleich an den Kammerspielen des Deutschen Theaters. Von 1920 bis 1924 leitete er die drei Berliner Reinhardt -Bühnen, das Deutsche Theater, das Kleine Theater Unter den Linden sowie das Neue Theater am Schiffbauerdamm. Außerdem war er am Großen Schauspielhaus als Rheinhardt -Nachfolger Intendant. Daneben wirkte er als Theaterkritiker des Acht-Uhr-Abendblattes. (Quelle: Brockhaus)

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Bild: Claus Harmsen (1997, stones & art)

Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedhof Heerstr.

Konsalik, Heinz Günther

 

  • geb. 28.5.1921 in Köln
  • gest. 2.10.1999 in Wals-Himmelreich b. Salzburg

Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Versicherungsdirektors; studierte zunächst Medizin, später Theaterwissenschaften und Germanistik; Konsalik, der ab 1939 bei der Gestapo tätig gewesen sein soll, war im Zweiten Weltkrieg zuerst als Kriegsberichterstatter in Frankreich eingesetzt, später als Soldat an der Ostfront, an der er in Rußland verwundet wurde. Nach dem Krieg arbeitete er als Lektor, dann als stellvertretender Chefredakteur der “Lustigen Illustrierten”. Seit 1956 arbeitete er als freier Schriftsteller und wurde rasch populär mit publikumswirksame Unterhaltungsromane mit klischeehafter Handlung, die z.T. auch verfilmt wurden so Der Arzt von Stalingrad (1956) mit O. E. Hasse, Strafbataillon 999 (1959) mit Sonja Ziemann (*1926), Liebesnächte in der Taiga (1967) mit Ivan Desny und Hellmut Lange (*1923).

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Köln, Friedhof Melaten

Rollenhagen, Georg

 

  • geb. 22.4.1542 in Bernau b. Berlin
  • gest. 20.5.1609 in Magdeburg

Deutscher Dichter; war in der Reformatonszeit Rektor und evangelischer Prediger in Magdeburg, hat als bekanntestes Werk das Tierepos Der Froschmeuseler (1595) als eine allegorisch-parodistische Darstellung der Reformationsgeschichte geschrieben, indem er die fälschlicherweise Homer zugeschriebene Batrachomyomache (= Froschmäusekrieg) des 5. oder 3. Jahrhunderts zum Vorbild nahm, in der Kämpfe zwischen Fröschen und Mäusen im Stile der Ilias parodistisch geschildert werden.

Werke u.a.: Vom reichen Manne und armen Lazaro (1590).

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Magdeburg, Sankt Ulrich-Kirche

Bilder: Dagmar Glaser (05/2008)
Schriftsteller LIV