Johann I. (port. João I.)

 

  • geb. 11.4.1357 in Lissabon
  • gest. 14.8.1433 in Lissabon

König von Portugal (1357-1433); unehelicher Sohn aus der Verbindung Peters I. (Dom Pedro I.) und dessen Geliebter Teresa Lourenço; übernahm nach seiner Beteiligung an der portugiesischen Erhebung gegen die Einflußnahme von Seiten Kastiliens, 1384 die Regentschaft und wurde am 6.4.1385 auf einer Zusammenkunft der Cortes (Kronrat) in Coimbra - trotz des Anspruchs Johanns I. von Kastilien und Léon auf die portugiesische Krone - zum König gewählt. Durch den Sieg bei Aljubarrotta (1385) über Kastilien erlangte er die portugiesische Unabhängigkeit und begründete damit die Dynastie Avis, die bis 1580 Bestand hatte. Um das Bündnis mit England zu sichern, heiratete er am 11.2.1387 Philippa von Lancaster, eine Tochter von John of Gaunt und Enkeltochter König Eduard III. von England. Johann war ein beliebter Herrscher; er reformierte das Verwaltungswesen, und unter seiner Herrschaft erlebte die portugiesische Kultur eine Blütezeit. Dank der Initiative seines jüngeren Sohnes, Heinrichs des Seefahrers, eroberte er 1415 die nordafrikanische Stadt Ceuta von den Mauren, leitete damit die portugiesische Ausdehnung in Afrika ein. Ferner wurden die Inseln Porto Santo und Madeira während seiner Regierungszeit entdeckt. Seine Nachfolge trat sein Sohn Eduard an.

 

Philippa von Lancaster

 

  • geb. 13.3.1360 in Leicester
  • gest. 19.7.1415 in Odivelas

Prinzessin von England und Königin von Portugal; Tochter des John of Gaunt, eines Sohns König Eduard III. und der Herzogin Blanche von Lancaster; Schwester von König Heinrich IV. von England und Halbschwester von Katharine von Lancaster, Königin von Kastilien (der Ehefrau König Heinrich III. von Kastilien); entstammte dem Hause Anjou-Plantagenet (Haus Lancaster). 1387 heiratete sie Johann I. von Portugal. Die Ehe diente der Absicherung des englisch-portugiesischen Bündnisses gegen Kastilien. Philippa starb an der Pest.

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Batalha, Mosteiro da Santa Maria da Vitória

Bild: César Augusto (07/2006)
Bild: Joaquín Hernández (10/2006)
Bild: César Augusto (07/2006)
Bild: Jonay CP (10/2006)

Johanna von Kastilien und Leon gen. Johanna die Wahnsinnige (span. Juana la Loca)

 

  • geb. 14.11.1479 in Toledo
  • gest. 12.4.1555 in Tordesillas

Tochter der Katholischen Könige Ferdinands II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien. Im Zuge seiner Bündnispolitik gegen Frankreich verheiratete Ferdinand seine Tochter 1496 mit Kaiser Maximilians I. Sohn Philipp dem Schönen von Burgund. Nach dem Tod ihrer beiden älteren Geschwister Johann (†1497) und Isabella (†1498) wurde Johanna Erbin der spanischen Königreiche, und nach dem Tod ihrer Mutter reklamierte Johanna das Königreich Kastilien für sich. Nach Philipps plötzlichem Tod 1506 verfiel Johanna in eine tiefe Depression, wohl auch ausgelöst durch Vereinsamung in der fremden flandrischen Umgebung, in der sie sich lange Jahre aufhalten mußte; sie weigerte sich, während des Begräbnisses Trauerkleider zu tragen und soll sich sogar geweigert haben, den Sarg mit dem Leichnam ihres Gatten zur Beisetzung herauszugeben, sie sprach nur noch selten, aß wenig und unregelmäßig und kleidete sich oftmals tagelang nicht mehr an. Sie weigerte sich aber zugleich, die Regierungsgeschäfte in andere Hände zu legen. Im Dezember 1506 verlangte sie unvermittelt, den Sarg ihres Mannes zu öffnen, den einbalsamierten Leichnam herauszunehmen und ließ ihn ausstellen. Dann begab sich die hochschwangere Johanna auf den Weg nach Granada, um ihren Mann dort beisetzen zulassen. Allerdings ließ ihr Vater Ferdinand den makabren Zug anhalten und seine Tochter zunächst in Arcos, dann in Tordesillas unterbringen. Ihr Sohn Karl ließ eine Kopie des Sarges herstellen, der bei Johanna verblieb, und entführte das Original und ließ seinen toten Vater schließlich in der Capilla Real in Granada, der Stadt, in der die Vertreibung der Mauren ihren Abschluß gefunden hatte, beisetzen. Ferdinand führte für seine Tochter zunächst die Regentschaft in Kastilien, dann, ab März 1516, nach seiner Königsproklamation in der Kathedrale von Sancta Gudula in Brüssel (“Doña Juana y Don Carlos por la gracia de Dios reyes católicos”), ihr Sohn Karl, der spätere Kaiser Karl V.. Obwohl sie also bis zu ihrem Tod formal Königin blieb, wurde sie, angeblich wegen ihres Zustandes unter der Obhut der Klosterfrauen des Klosters Santa Clara in der Festung von Tordesillas gefangengesetzt.

mit ihrem Sohn Karl (V.)

 

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Hinweis: Links  befindet sich der Sarg von Isabella der Katholischen, Johannas Sarg befindet sich rechts hinten, derjenige Miguels rechts vorne.

Granada, Kathedrale, Capilla Real, Krypta

Alfons I. der Eroberer (port.: Alfonso Henriques

 

  • geb. 25.7.1109 in Guimarães (Distrikt Braga)
  • gest. 6.12.1185 in Coimbra

König von Portugal (1139-85); Abkömmling einer Seitenlinie des Königshauses der Kapetinger; der Sohn Heinrichs von Burgund (*1069, †1112), des Grafen von Portugal, erbte schon im Kindesalter im Jahr 1112 den Titel seines Vaters, stand jedoch bis zu seiner Mündigkeit unter der Obhut der Mutter Theresia als Regentin von Portugal, die er 1128 in der Schlacht von São Mamede besiegte. Er übernahm selbst die Regierung und setzte die Unabhängigkeit Portugals von Kastilien-León durch. 1147 gelang es ihm, Santarém zu erobern und - mit Hilfe der auf dem Weg ins Heilige Land befindlichen Teilnehmern des 2. Kreuzzuges- Lissabon. Noch im gleichen Jahres errang er einen entscheidenden Sieg über die Mauren bei Ourique und rief sich daraufhin selbst zum König von Portugal aus. 1179 wurde Alfons von Papst Alexander III. offiziell als König bestätigt. Damit war er der erste König der Burgunder-Dynastie in Portugal sowie der Begründer der Ritterorden Ala und Avis. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Sancho I. (*1154, †1211).

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Coimbra, Mosteiro de Santa Cruz

Bilder: Alexandre Sianto (06/2007)

Pahlewi, Leila

 

  • geb. 27.3.1970 in Teheran
  • gest. 10.6.2001 in London

Prinzessin von Iran; das jüngste Kind von Mohammed Resa Pahlewi, dem letzten Schah von Persien, und seiner dritten Frau Farah Diba (*1938). Am 16.1.1979 floh ihre Familie infolge der islamischen Revolution in die USA. Sie verließen das Land wenig später, lebten einige Zeit in Panama und schließlich in Ägypten, wo der Schah 1980 starb.

Nach dem Tod ihres Vaters kehrte sie mit ihrer Familie wieder in die USA zurück und besuchte eine Schule in Massachusetts, studierte anschließend an der Brown University und schloß ihr Studium 1992 ab. Sie heiratete nie und verbrachte die meiste Zeit mit Reisen. Sie litt unter Magersucht und Depressionen, nach Aussagen ihrer Mutter angeblich, weil sie den Tod ihres Vaters nie verkraften konnte. Sie wurde leblos in einem Schlafzimmer des Leonard-Hotel in London gefunden, in dem sie Stammgast war; nach offizieller Darstellung war die Ursache für ihren Tod die Einnahme einer Überdosis an Tabletten.

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Bilder: Egbert May (06/2007)

Paris, Cimetière de Passy

Bild: Alexander Krischnig (06/2007)

Heinrich II. Jasomirgott

 

  • geb. 1107
  • gest. 13.1.1177 in Wien

Pfalzgraf bei Rhein (1140-41), Markgraf von Österreich (1141-56), Herzog von Bayern (1143-56), Herzog von Österreich (1156-77); dem Geschlecht der Babenberger entstammend; der Sohn Markgraf Leopolds III. und Bruder Ottos von Freising (*~1112, †1158), einem der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters, verzichtete 1156 zugunsten Heinrichs des Löwen auf Bayern, wofür Österreich zum Herzogtum erhoben wurde. 1145 erhob er Wien zu seiner Residenz, wodurch Wien Städte wie Krems, Melk oder Klosterneuburg überflügeln konnte und seither ununterbrochen die Hauptstadt des Landes blieb. Verheiratet war er seit dem 1.5.1142 in erster Ehe mit Gertrud, der einzigen Tochter Kaiser Lothars III. und ab 1148 in zweiter Ehe mit Theodora Komnena (*1133, †1184), einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I.. Durch diese Verbindung  wurden die Babenberger in Europa stark aufgewertet. Das Kinderlied "Heidschi bum beidschi" geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf sie zurück, da die griechische Prinzessin ihre Kinder mit "Heude mou paidion" (Schlaf, mein Kind) in den Schlaf sang, woraus die Wiener "Heidschi bum beidschi" machten.

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Wien, Schottenkirche

Hinweis: Im Grab Heinrichs II. Jasomirgott liegen auch seine zweite Ehefrau Theodora Komnena und die gemeinsame Tochter Agnes von Ungarn (*1151, † 1182), Gemahlin des ungarischen Königs Stefan III..

Bild: Rafael Araújo (06/2007)

Peter I. von Brasilien (port. Dom Pedro)

 

  • geb. 12.10.1798 in Queluz
  • gest. 24.9.1834 in Queluz

Kaiser von Brasilien (1822-31);als Peter IV. 1826 König von Portugal; dem Hause Bragança entstammend; der zweite Sohn des Königs von Portugal und Brasilien, Johann VI. von Portugal (*1767, †1826), und dessen Gemahlin Charlotte Johanna (*1775, †1830) floh mit seinen Eltern, als Portugal 1807 von napoleonischen Truppen besetzt wurde, mit dem Rest der königlichen Familie nach Brasilien. Als sein Vater 1821 nach Portugal zurückkehrte, wurde Peter Prinzregent von Brasilien. 1822 verkündete er die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und wurde zum Kaiser gekrönt. Nach dem Tode seines Vaters nahm er als Peter IV. den Titel des Königs von Portugal an, verzichtete jedoch im gleichen Jahr zugunsten seiner minderjährigen Tochter Maria II., für die Peters Bruder Michael die Regentschaft übernahm, auf auf den Thron. Peters Willkürherrschaft und seine Verwicklung in die inneren Angelegenheiten Portugals ließen seine Unbeliebtheit in Brasilien wachsen. Er dankte 1831 zugunsten seines fünfjährigen Sohnes Peter II. (von Brasilien) als Kaiser ab und ging als Herzog von Bragança nach Frankreich. Von dort führte er einen erfolgreichen Kampf gegen seinen Bruder Michael und rettete seiner Tochter Maria den portugiesischen Thron.

Inschrift : Pedro I., fundador do império, 1º imperator constitucional e defendor perpétuo do Brasil, 28º rei de Portugal.  4º do nome *12-X-1798 †24-IX-1834 [Peter I, Gründer des Reiches, 1. konstitutioneller Kaiser und immerwährender Verteidiger Brasiliens. 28. König von Portugal, 4. dieses Namen].

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São Paulo, OT Ipiranga, Krypta unter dem Unabhängigkeitsdenkmal

Granada, Kathedrale, Capilla Rea

Adel, Regenten LII