Kaiser von Österreich und König von Ungarn; verheiratet mit Elisabeth (Sisi)
, regierte zunächst im neoabsolutistischen Sinne, wurde jedoch nach der Niederlage im Krimkrieg und im Krieg gegen Sardinien-Piemont gezwungen, eine liberale, zentralistische Verfassung einzuführen, an die er sich stets
hielt. Die führende Stellung in Mitteleuropa verlor Österreich nach der Schlacht von Königgrätz (1866), dem erzwungenen Austritt aus dem Deutschen Bund und dem Verlust Venetiens. Nachdem 1867 ein Ausgleich mit Ungarn abgeschlossen und die Sonderverfassung Ungarns von 1848 wiederhergestellt
worden war, entstand 1867 die österreichisch-ungarische Doppelmonachie (1867); nach der Ermordung des Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo (1914) wurde Franz Joseph durch Wilhelm II. in den Ersten Weltkrieg gezogen. Aus der eher unglücklichen Ehe mit Elisabeth gingen vier Kinder hervor:
Erzherzogin Sophie Friederike (*1855, †1857), Erzherzogin Gisela, die seit 1873 mit Prinz Leopold von Bayern, dem Sohn von Prinzregent Luitpold von Bayern verheiratet war, Kronprinz Rudolf sowie Erzherzogin
Marie Valerie. Da Rudolf zusammen mit seiner Geliebten Mary Vetsera 1889 aus dem Leben geschieden war, wurde sein Neffe, Erzherzog Franz
Ferdinand, Thronfolger. Der Tod seines einzigen Sohnes war einer der vielen Schicksalschläge in seinem Leben: 1867 war sein Bruder Maximilian in Mexiko hingerichtet worden, 1898 starb Sisi durch ein Attentat, schließlich wurde 1914 der Thronfolger in Sarajevo ermordet.

Franz Joseph mit Elisabeth und den Kindern (v.l.) Rudolf, Marie Valerie und Gisela auf Schloß Gödöllö in Ungarn.
König von Preußen, letzter deutscher Kaiser (15.6.1888-28.11.1918); ältester Sohn Kaiser Friedrichs III. und der engl. Princess Royal Viktoria, Tochter der englischen Königin Victoria. In erster Ehe verheiratet war er mit Auguste Viktoria (*1858, †1921), ab 1922 in zweiter Ehe mit Hermine, verwitwete Prinzessin von Schönaich-Carolath, née Prinzessin Reuß (*1887, †1947). Vorzeitig durch den Tod des an Kehlkopfkrebs leidende Friedrichs III. auf den Thron gekommen, geriet Wilhelm durch seine Kolonial- und Flottenpolitik (“Platz an der Sonne”) zur tragischen Figur und stolperte durch seine Außenpolitik schließlich in den Ersten Weltkrieg. Zunächst war er ein großer Verehrer des Reichskanzlers Otto von Bismarcks , geriet jedoch bald nach seiner Thronbesteigung durch seine sozialpolitischen Bestrebungen, von denen er eine Aussöhnung der Arbeiterschaft mit dem Staat erhoffte, in schärfsten Gegensatz zu den politischen Überzeugungen Bismarcks, dessen Rücktritt er 1890 veranlaßte. Charakterlich durch seine körperliche, bei der Geburt hervorgerufenen Behinderung unausgeglichen, fehlte ihm eine klare und bestimmte Vision der Politik, und seine impulsives Verhalten und unbedachten öffentlichen Reden (“Panthersprung nach Agadir”, 1911) erweckte besonders im Ausland den Anschein despotischer Neigungen und kriegerischer Absichten, obgleich er sich in der politischen Praxis meist konstitutionskonform verhielt. Besonders nach der sog. Daily-Telegraph-Affäre im Jahre 1908 sah Wilhelm sich in einer öffentlichen Erklärung größerer politische Zurückhaltung bemüßigt. Innenpolitisch scheiterten die Bemühungen der preußischen Regierung, eine längst überfällige Wahlrechtsreform durchzuführen, weil Wilhelm sich verweigerte. Als nach der Ermordung des österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Ehefrau durch den serbischen Nationalisten Gavril Princip am 28. Juni 1914 der Ruf nach Vergeltung um sich griff, trat er nicht energisch genug für eine Lösung des gefährlichen Konflikts gegen den Nationalismus ein; er ging auf seine jährliche Nordlandfahrt. Am 8. August 1914 hielt er seine berühmte Rede an das deutsche Volk (s. Tondokument). Auch mit den linken Parteien schloß er einen “Burgfrieden” (“Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche”). Während des Krieges, von dem er zunächst glaubte, er sei an Weihnachten beendet, verlor er mehr und mehr von seinem Einfluß an seine Militärs, besonders an Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff. 1917 schob ihm die Heeresleitung die fatale Entscheidung über den „uneingeschränkten“ U-Boot-Krieg zu, was zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten führte. Nach Ende des vom Deutschen Reich verlorenen Krieg verließ Wilhelm am 10. November 1918 sein Hauptquartier im belgischen Spa, begab sich in die benachbarten Niederlande und erbat dort Asyl, nachdem Reichskanzler Prinz Max von Baden (*1867, †1929) bereits am 9. November 1918 eigenmächtig und ohne Wilhelms Zustimmung dessen Abdankung bekanntgegeben hatte. In dem von ihm erworbenen Haus Doorn in den Niederlanden verbrachte er den Rest seines Lebens. Seine Hoffnug, nach Deutschlad zurückkehren zu können, zerschlug sich spätestens, als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen.
Wilhelm II. beim Kaisermanöver

Mit Franz Ferdinand (li.)im Kaisermönover 1909 in Würtemberg
Haus Doorn, Prov. Utrecht (Holland)
Französischer General, 1. Bürger der Französischen Republik, Kaiser der Franzosen (1804-15)
; der kleinwüchsige, extrem ehrgeizige, von seiner Mutter, Maria Letizia Bonaparte (*1750, †1836) sehr geförderte Korse wurde nach dem Besuch der
Militärschulen von
Brienne (1779-84) und Paris (1784-85) bereits im Alter von 16 Jahre Leutnant der Artillerie. Im Oktober 1795 mit der Niederschlagung des royalistischen Aufstandes in Paris beauftragt, warf er im gleichen
Jahr den Aufstand nieder und erhielt am 2.3.1796 den Oberbefehl über die Truppen in Italien. Am 9.3.1796 heiratete er nach langem Werben die Witwe Joséphine de Beauharnais; diese Ehe öffnete ihm den ersehnten Zuwachs an Einfluß und den
Zugang zur Gesellschaft des Direktoriums. Hiermit und mittels des Sieges gegen die
Österreicher in Italien, die im Verbund mit anderen
europäischen Staaten das Königreich wiederherzustellen trachteten, und den Frieden von Campoformio begann Napoléons eigentlicher Aufstieg zur Macht. Nach seiner Rückkehr nach Paris erhielt er zunächst den Oberbefehl über die am Kanal
liegende Englandarmee, wurde dann jedoch mit der ägyptischen Expedition (1798/99), die England von seinen Nachschublinien aus dem Nahen Osten trennen sollte, beauftragt. Von diesem Feldzug
vorzeitig zurückgekehrt, beteiligte er sich am 18. Brumaire (9.11.) am Staatsstreich gegen
das Direktorium und erhielt diktatorische Gewalt zunächst auf 10 Jahre, dann durch Plebiszit auf Lebenszeit. Am 2.12.1804 ließ er sich in Notre Dame de Paris zum erblichen Kaiser der Franzosen krönen, wobei er sich die
Krone selbst aufsetzte (dies geschah normalerweise durch den Papst), ließ sich aber vom Papst weihen. 1805 erfolgte in Mailand seine Krönung zum König von Italien. Da die Ehe mit Joséphine kinderlos blieb, ließ er sich
1809 von ihr scheiden und heiratete am 2.4.1810 die Tochter des österreichischen Kaisers Franz' II.,
Marie Louise, die ihm 1811 den ersehnten Nachfolger, Napoléon, den späteren Herzog von Reichstadt, gebar. Die
Selbsterhöhung und zunehmende Machtfülle verstellten Napoléons bislang klaren Blick für das Machbare und Zumutbare. Es regte sich in den europäischen Völkern zunehmend Widerstand gegen die Fremdherrschaft der Franzosen, die einherging
mit erheblichen, auch finanziellen Lasten, besonders was die sogenannte Kontinentalsperre anbelangte. Erstmals erlitt der sieggewohnte Soldat und Kaiser eine erste Niederlage: gegen die Engländer unter Nelson 1805 in der Seeschlacht bei Trafalgar. Noch
brachten der Sieg bei Austerlitz mit Frieden von
Preßburg (Bratislava), der Feldzug 1806/07 gegen Preußen und Rußland mit Siegen bei Jena und Auerstedt, sowie der anschließende Friede von Tilsit die französische Hegemonie auf Kontinental-Europa; die nach Rußland 1812 mit ca. 600.000 Mann aufgebrochene französische
Armee erlitt dort ihre größte Schlappe: nur ca. 100.000 Soldaten gelang die Rückkehr in die Heimat nach Auflösung der Großen Armee nach dem Übergang über die Beresina und Rückzug aus Rußland. Es begannen die Befreiungskriege, die
die Wende, insbesondere in der Völkerschlacht bei Leipzig, brachten, und die 1814 schließlich mit Napoleons Abdankung und Exilierung auf die Insel Elba endeten. Während in Wien unter führender Mitwirkung Metternichs der Kongreß, auf dem Europa neu geordnet werden sollte, tagte, landete der abgedankte Kaiser der Franzosen erneut am 1.3.1815 im Süden Frankreichs bei
Cannes, überquerte, während sich auch Truppen seines Widersacher Ludwig XVIII. auf dem Weg nach Paris, in das sie am 20. März einzogen, anschlossen, die Alpen. Napoléon war nach Frankreich zur
“Herrschaft der Hundert Tage” zurückgekehrt. Wieder ließ er sich auf einen Krieg mit europäischen Staaten ein - erneut ohne fortune. Beendet wurde seine Herrschaft durch die Niederlage am 18.6.1815 bei der belgischen Ortschaft
Waterloo und die endgültige Verbannung auf die Atlantik-Insel
St. Helena. Durch seine Kriegszüge hatte Napoléon zwar das Gedankengut der Französischen Revolution über
ganz Europa verbreitet; er war jedoch machtgierig und rücksichtslos, nur seinem Erfolg verpflichtet, verantwortlich für Millionen Tote. Alleine in Vilnius starben während
seines Feldzugs innerhalb von nur drei Tagen 37.000 Soldaten an
Unterernährung. Neuesten Untersuchungen zufolge soll Napoléon nicht an einer Arsenvergiftung gestorben sein, sondern an Magenkrebs. Als Nachwirkungen der Napoleonischen Zeit in Europa sind in erster Linie verwaltungs- und sozialpolitische zu
nennen; u.a. hat der von ihm initiierte Code Civil als Basis der Zivilrechtssprechnung großen Einfluß auf die Entwicklung der Rechtssysteme ausgeübt.
Gemälde von Jacques-Louis David (1812)
Abdankungsurkunde vom
6.4.1814
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Inschrift: Je souhaite d'être au bord de la Seine au milieu de ce peuple française que j’ai tant aimé! [dt. Ich möchte an der Seine in der Mitte des französischen Volkes, das ich so sehr geliebt habe, sein!]
Paris, Invalidendom

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (“Reformkaiser”); König
von Böhmen, Kroatien und Ungarn (ab 1780); ältester Sohn Franz’ I. und Maria Theresias
; wurde am 27.3.1764 in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt und dort am 3.4. des selben Jahres gekrönt (Schilderung in Goethes Dichtung und Wahrheit). Er war Hauptvertreter des “aufgeklärten Absolutismus” und führte in seinem Land umfassende innenpolitische
Reformen auf den Gebieten des Rechts, der Verwaltung, der Wirtschaft und des Sozialwesens durch mit dem Ziel einer zentralistischen Verwaltung. 1781 wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben
und den Protestanten, Orthodoxen sowie den Juden im sog. Toleranzpatent Duldung zugesichert; eine allgemeine Grundsteuer auch für den Adel wurde eingeführt (bislang waren diese, wie auch der Adel in Frankreich vor der
Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder

Wien, Kaisergruft, Franz-Josephs Gruft
Elisabeth von Österreich-Ungarn (gen. Sisi)



Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn; aus der
herzoglichen Linie der Wittelsbacher; die Tochter Herzog Maximilian Josephs in Bayern (*1808, † 1888) wurde aus dynastischen Gründen mit
Franz Joseph I. am 24.4.1854 verheiratet. Dieser Akt sollte die Entschlossenheit des Kaisers demonstrieren, seine Position
als deutscher Fürst und Oberhaupt des Deutschen Bundes zu behaupten. Elisabeth selbst trat bald schon in den Hintergrund, hatte allerdings Anteil am Zustandekommen des Ausgleichs von
1867 zur Errichtung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Die Beziehung zu ihrem Ehemann wurde zunehmend distanziert, sie entzog sich dem Hof mehr und mehr, indem sie zahlreiche Reisen
unternahm, u.a. nach Madeira, nach England, nach Kleinasien, häufig auch nach Ungarn. 1888 hatte sie auf Korfu ein Anwesen erworben, auf dem sie ein von ihr Archilleion genanntes Schloß mit
128 Zimmern erbauen ließ, das nach ihrem Tode von ihrer Tochter Gisela an den kaiserlichen Familienfond und schließlich an Kaiser Wilhelm II. verkauft wurde. Einem heute vergleichbaren Schönheitswahn verfallen, litt sie unter Bulimie, obwohl sie als eine
der schönsten Frauen ihrer Zeit galt. Da sie den Glauben an die Zukunft der Monarchie verloren hatte, transferierte sie ihr gesamtes Vermögen in die Schweiz. Sie wurde auf dem Wege zu einigen
Einkäufen am Genfer See von dem 24 Jahre alten italienischen Anarchisten Luigi Luccheni (*1873) mit einer zugespitzen Feile erstochen. Zwei Stunden, nachdem sie in das Hotel Beau Rivage, in
dem sie abgestiegen war, zurückgebracht worden war, starb sie. Luccheni erhängte sich 1910 in seiner Gefängniszelle.

Sisis Geschwister
Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen
(1740-80), heiratete 1736 Herzog Franz Stephan von Lothringen, den späteren Kaiser Franz I. weshalb man sie als Kaiserin bezeichnete, die sie aber nicht war. Aus dieser Ehe gingen 16 Kinder hervor, u.a. die beiden Kaiser Joseph II. und Leopold II. sowie Königin Marie Antoinette von Frankreich. Die meisten der europäischen Monarchen meldeten nach dem Tod ihres Vaters Karls VI. bei Maria Theresias Erbansprüche an; der Angriff Friedrich des Großen auf Schlesien löste 1740 den Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Im Frieden von Aachen am Ende des Krieges verlor Maria Theresia 1748 Schlesien an Preußen
und das Herzogtum Parma und Piacenza an eine Nebenlinie der französischen Bourbonen, erhielt aber die Bestätigung der Pragmatischen Sanktion (Unteilbarkeit des habsburgischen Länderbesitzes und die Regelung der Erbfolge). 1745 wurde ihr Gatte
Franz Stephan nach dem Tod Kaiser Karls VII. zum Kaiser gewählt worden. Maria Theresia führte weitreichende Heeres- und
Verwaltungsreformen, eine einheitliche, starke Zentralgewalt in den Erblanden durch. Grundlegende Neuordnung der österreichischen Außenpolitik: zur Wiedergewinnung Schlesiens, ihrem obersten
außenpolitischen Ziel, gab sie die traditionelle Anbindung an Großbritannien, zugunsten einer Allianz mit Frankreich und Rußlands auf. Nach dem
endgültigen Verlust Schlesiens im Siebenjährigen Krieg
(1756-63) wandte sich Maria Theresia einer friedlicheren Außenpolitik zu, beteiligte sich jedoch an der ersten Polnischen Teilung (1772), durch die sie Galizien erhielt, erwarb 1775 die Bukowina und im Bayerischen Erbfolgekrieg
1778/79 das Innviertel. Nach Franz’ Tod (1765) bestimmte Maria Theresia Joseph zu ihrem
Mitregenten, wobei sie sich wichtige Entscheidungen vorbehielt.
Mit drei ihrer Kinder
Persönlicher Stundenplan Maria Theresias - von ihr selbst verfaßt verfaßter Stundenplan
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Römischer Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (1745-65); als Herzog von Lothringen (1729-35) und Großherzog von Toskana (1737-65) Franz Stephan; der Sohn Herzog Leopolds von Lothringen und Großvater Franz’ II. wurde in Wien am habsburgischen Hof erzogen. 1729 folgte er seinem Vater als Herzog von Lothringen nach, mußte es infolge des Polnischen Thronfolgekrieges jedoch 1736 an den entthronten polnischen König Stanislaus I. Leszczynski abtreten, erhielt dafür 1737 die Toskana. 1736 heiratete er die Erzherzogin von Österreich, Maria Theresia. Er war zwar seit 1740 formell Mitregent und wurde 1745 als Nachfolger Karls VII. Kaiser, blieb jedoch ohne politischen Einfluß. Durch seine Kinder mit Maria Theresia begründete er das habsburgisch-lothringische Haus.
Wien, Kaisergruft, Franzensgruft
Wien, Kaisergruft, Maria Theresien Gruft
König in Preußen (ab 1740), König von Preußen (1772-86); der Sohn Friedrich Wilhelms I. und Sophie Dorotheas von Braunschweig-Lüneburg gilt als der bedeutendste Fürst des aufgeklärten Absolutismus im Europa des 18. Jahrhunderts. Ein Trauma seiner Jugend war der Tod seines Jugendfreundes und Vertrauten
Hans Hermann von Katte, der in die Fluchtpläne Friedrichs, der unter der Strenge seines Vaters sehr litt, eingeweiht war. Mit Katte und seinem Freund Keith plante Friedrich eine Flucht nach England. Eingeweiht war lediglich
seine Schwester Friederike Sophie Wilhelmine. Als der Vater, der Friedrich ständig uberwachen ließ, von dem Plan Kenntnis erhielt, ließ er seinen Sohn, Katte und Wilhelmine verhaften
(Keith entkam nach England, Wilhelmine wurde wieder freigelassen). Vom Fester der Festung Küstrin, in der er bis Februar 1732 einsaß, mußte Friedrich die Enthauptung seines Freundes als Mitwisser der geplanten Flucht am 6.11.1730
mitansehen. Friedrich Wilhelm hatte das ursprüngliche Urteil, um ein Exempel zu statuieren, eigenhändig in die Todesstrafe umgewandelt. Friedrich gab schließlich seinen Widerstand gegen seinen Vater auf, und bat ihn um Verzeihung, so daß
dieser am Ende der Meinung war, einen würdigen Nachfolger zu haben. Friedrich willigte auch in die Heirat mit der
Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel-Bevern (2.6.1733), Tochter Ferdinand Albrechts II.
, des Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel, ein, die seine Mutter als “so dumm wie Stroh” einschätzte. Seine Schwester Wilhelmine entkam dem strengen Einfluß des Vaters, indem sie den Kronprinzen Friedrich von Bayreuth ehelichte.
Friedrich, in seinen späteren Regierungsjahren in der Bevölkerung “der alte Fritz” genannt, führte Kriege mit Österreich, da er von Österreich die Abtretung Schlesiens an Preußen forderte, was Österreich ablehnte (1. und 2. Schlesischen Krieg), die er beide für sich entscheiden konnte
und mit denen er Schlesien für Preußen sicherte; im Gegenzug erkannte er Maria Theresias Gemahl Franz I.
als Kaiser an. Friedrich war Kunst- und Wissenschaftsmäzen, baute während seiner Regierungszeit die Preußische Akademie der Wissenschaften zu einem Zentrum für Forschung und Lehre aus; er führte die Kartoffel in Preußen ein; mit dem Versuch,
die Seidenraupe in Preußen heimisch zu machen, scheiterte er allerdings. Außerdem ließ er den Drömling und die Oderbruch trockenlegen, reformierte das Militär- und Erziehungswesen und etablierte einen festen Beamtenstand. Bemerkenswert
waren seine Tolerenz gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten wie z.B. die Hugenotten, wenngleich dies nicht ganz uneigennützig geschah; die von ihm geführten Kriege kosteten wenigstens 400.000 Menschen das Leben. Ganze
Landstriche in seinem Reich waren entvölkert. "Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren, erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren, so wollen wier sie
Mosqueen und Kirchen bauen" (aus einem Brief von 1740). Zudem schuf er die Folter ab. Mit dem französischen Philosophen Voltaire führte er einen umfangreichen Briefwechsel. Im
Jahre 1749 richtete dieser aufgrund einer Einladung Friedrichs seinen ständigen Wohnsitz am
preußischen Hof ein, blieb dann jedoch nur zwei Jahre, da es zu einem Zerwürfnis mit dem König kam. Friedrich, der das Flötespielen von Johann Joachim Quantz erlernt hatte, war ein begabter Flötist, komponierte selbst zahlreiche Stücke für die das Instrument.
Testament Politique Friedrichs II. aus dem Jahre 1752.

Napoléon am Sarge Friedrich des Großen am 25.Oktober 1806
Potsdam, im Park des Schloßes Sanssouci





Wien, Kaisergruft, Franz-Josephs Gruft (linker Sarkophag)






Wien, Kaisergruft, Maria Theresien Gruft
Hinweis: Die sterblichen Überreste des Großen Königs haben eine rechte Odysee hinter sich: urspr. in der Garnisonskirche in Potsdam beigesetzt, wurden sie gegen Ende des Zweiten Weltkrieges aus Sicherheitsgründen in eine Salzmine in Thüringen verbracht, Von dort kamen sie anschließend zusammen mit denen seines Vaters Friedrich Wilhelms I. in die Elisabethenkirche nach Marburg, wo übrigens Paul von Hindenburg beigesetzt wurde, von dort auf die Hohenzollerburg bei Hechingen und schließlich 1991 in den Park von Sanssouci, wo sie mit zahlreichen seiner Hunde beigesetzt wurden, so, wie es Friedrichs Wunsch gewesen war.

Hinweis: Der Sarkophag auf der rechten Seite birgt die sterblichen Überreste des Thronfolgers Rudolf.
Hinweis: Der Sarkophag auf der rechten Seite birgt die sterblichen Überreste des Thronfolgers Rudolf.

Hinweis: Die sterblichen Überreste Napoléons wurden 1840 von der unter britischer Verwaltung stehenden Insel St. Helena auf der Fregatte Belle Poule nach Paris überführt.
